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Chinesischer Blauregen:Eine stattliche Kletterpflanze

Dieser imposante Kletterkünstler erhielt seinen Namen aufgrund der wunderschönen Blütenkaskaden im Frühjahr. Der Chinesische Blauregen (Wisteria sinensis) wird auch Wisterie oder Glyzine genannt und gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae).

Ob Pergolen, Lauben, Bäume oder Wände – ein Blauregen verwandelt alle Räume in lebendige Skulpturen.

Chinesischer Blauregen: Wuchs und Aussehen

Die Chinesische Wisterie ist eine Kletterpflanze, die mit Hilfe ihrer windenden Triebe luftige Höhen im Gegenuhrzeigersinn erklimmt. Je nach Standort wächst die Art sechs bis fünfzehn Meter hoch und kann dabei armdicke Stämme bilden. An Bäumen oder passenden Klettergerüsten kann sie sogar 20 bis 30 Meter lang werden.

Die blauen bis blauvioletten Blüten der Glyzine erscheinen Ende April bis Mai am mehrjährigen Holz. Ihre Schönheit ist besonders augenfällig, da sie vor dem Laubaustrieb erscheinen. Die 10 bis 30 Zentimeter langen Blütentrauben duften angenehm. An älteren Exemplaren sind sie meist kaskadenförmig angeordnet.

Chinesischer Blauregen am Gerüst
Der dekorative Chinesische Blauregen benötigt ein stabiles Gerüst. Foto: AdobeStock_Irina Sokolovskaya

Die Blüten der Wisterie bieten Bienen und Hummeln eine gute Nahrungsquelle, so dass man sich an dem emsigen Summen erfreuen kann. Der einzige echte Bestäuber ist in unseren Breiten aber nur die Große Holzbiene. Später bilden sich samtig-grün ummantelte Hülsenfrüchte, die wie riesige Bohnen erscheinen und lange am Gehölz haften bleiben. Jedoch treten sie seltener auf als bei der japanischen Schwesternart (Wisteria floribunda).

Abseits der Blütezeit setzt auch das fiederförmige Laub der Kletterpflanze schöne Akzente. Die jungen Triebe sind zottig behaart, später werden sie kahl und die Rinde zeigt eine graubraune Farbe. Da die Hauptachse mit der Zeit verholzt, kann der Blauregen auch als kleiner Baum gezogen werden.

Der ideale Standort

Der Chinesische Blauregen mag sonnige, warme Lagen. Er kommt auch noch im Halbschatten zurecht, dann blüht er jedoch nicht so stark. Der Kletterstrauch braucht eine ausreichende Wasserversorgung sowie einen nährstoffreichen, durchlässigen Gartenboden.

Gepflanzt werden kann eine Glyzine im Frühjahr oder Herbst. Vor allem in Trockenzeiten kurz vor der Blüte und im Sommer sollte sie regelmäßig gegossen werden. Generell ist die Pflanze winterhart, jedoch können Spätfröste der empfindlichen Blüte zusetzen. In den ersten drei Jahren sollte man dem Jungstrauch einen leichten Winterschutz bieten. Dafür kann man Erde und Laub anhäufen.

Sorten des Chinesischen Blauregens

  • ’Prolific‘ blüht besonders üppig und hat einen mittelstarken Wuchs.
  • ’Alba‘ ist eine weiß blühende Sorte und somit eine schöne Alternative.
  • ’Amethyst‘ zeichnet sich durch ein farbstarkes Rotviolett ihrer Blüten aus.

Erziehung und Pflege

Wisteria sinensis ‘Prolific'
Die Sorte ‘Prolific‘ zeigt eine besonders reiche Blüte.
Foto: iVerde_H. van de Laar

Nach der Pflanzung ist der Aufbau eines Pflanzengerüsts mit wenigen Haupttrieben erstrebenswert. Aus den Haupttrieben lassen sich dann später blühende Kurztriebe erziehen. Führen Sie in der Anfangszeit also immer wieder einen passenden Schnitt durch. Es dauert etwa drei bis vier Jahre, bis ein entsprechendes Gerüst aufgebaut ist.

Ein jährlicher, regelmäßiger Schnitt nach der Blüte fördert die Blütenanzahl in nächsten Jahr und hilft dabei, den stark wachsenden Blauregen im Zaum zu halten. Man kürzt die Seitentriebe am besten auf drei bis fünf Knospen ein. Im zeitigen Frühjahr werden die nach dem ersten Schnitt neu gebildeten, dünnen Triebe ein weiteres Mal stark gestutzt: Es sollten zwei bis drei Knospen erhalten bleiben.

Ein stickstoffhaltiger Dünger sollte nur sparsam verwendet werden, da der Blauregen mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln den Nährstoff aus der Luft bindet. Zu viel Stickstoff führt zu einem vermehrten Blatt- und Triebwachstum, das auf Kosten der Blütenpracht geht.

Die passende Rankhilfe

Da der ausgewachsene Blauregen beachtliche Ausmaße und ein erhebliches Gewicht erreicht, benötigt er unbedingt eine stabile Kletterhilfe. Rundhölzer mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern sind dafür gut geeignet. Rankseile reichen hingegen meist nicht aus – es besteht die Gefahr, dass sie mit der Zeit einfach aus der Wand gerissen werden.

Achtung: Mit ihrem kräftigen Wuchs und den schlingenden Trieben ist Wisteria sinensis in der Lage, Regenrohre und Dachrinnen zu erdrücken! Rankhilfen sollten generell 2 Meter Abstand zu Bauteilen haben, die Schaden nehmen könnten.

Wissenswertes über die Vermehrung

Eine Wisterie sollte immer durch Stecklinge vermehrt werden, da sämlingsvermehrte Exemplare oft erst nach zehn Jahren zur Blüte kommen und auch nicht so prächtig blühen. In Baumschulen werden die einzelnen Sorten durch Veredelung vermehrt. Achten Sie bei veredelten Pflanzen darauf, dass die Unterlage nicht durchtreibt – Triebe, die an der Basis entstehen, werden besser entfernt.

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