Garten umgraben oder Boden lockern

Die Gemüsebeete sind weitgehend leer – Zeit, den Boden spatentief zu bearbeiten – das Umgraben beginnt! Das sagen jedenfalls viele alte Gartenhasen. Andere raten dagegen ab, den Boden tiefgründig zu wenden. Wir erklären, wie Sie den Boden schonend lockern und wann ein Umgraben sinnvoll sein kann.

Grundsätzlich gilt: Leichte Böden mit einem hohen Sandanteil müssen nicht umgegraben werden. Generell reicht es bei den meisten Bodenarten völlig aus, sie wenige Wochen vor der neuen Saison im Frühjahr spatentief zu lockern, zum Beispiel mit einem Sauzahn.

Das Umgraben ist auch auf schweren Böden nicht unbedingt förderlich. Die Bodenflora und -fauna sind dabei nachhaltig gestört. Gelangen wichtige Bodenorganismen in tiefere Schichten, sterben sie ab, weil dort die Sauerversorgung nicht mehr gegeben ist. Bodenbewohner aus tieferen Schichten sollten hingegen möglichst nicht an die Oberfläche befördert werden.

Boden lockern mit einem Sauzahn

Das einzinkige, zwischen 20 und gut 30 cm lange, gebogene Gartenwerkzeug ist mit einem langen Stiel zum aufrechten Arbeiten erhältlich. Handsauzähne sind hingegen etwa 40 cm lang und weisen einen entsprechend kürzeren „Zahn“ auf um den Boden zu lockern.

Dieser Tiefenlüfter lässt sich mühelos durch leichte und gare Böden ziehen und lockert diese, je nach Modell, bis etwa 25 cm Tiefe. Die Bodenschichtung bleibt dabei erhalten. Wegen des hohen Kraftaufwands ist der Sauzahn zum Bearbeiten schwerer, verdichteter Böden weniger gut geeignet. Wird ein derartiger Boden jedoch mit ausreichend Sand und regelmäßigen Kompostgaben verbessert, kann er längerfristig ebenfalls mit dem Gerät bearbeitet werden.

Der Sauzahn wird vor der Saat in Längs- und Querrichtung durch den Boden gezogen, so dass Rauten entstehen. Danach kann sich die Erde etwas setzen. Der Einsatz eines Rechens kurz vor der Aussaat sorgt schließlich für ein feinkrümeliges Beet.

Die Lockerung bietet mehrere Vorteile: Tiefere Bodenschichten werden gut mit Sauerstoff versorgt, wovon die Bodenorganismen profitieren. Durch ihre verstärkte Aktivität wird organische Substanz schnell umgebaut, sodass viele pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen. Zudem kann auf schweren Böden Wasser besser eindringen.

Garten umgraben oder mulchen

Wer auf schwerem oder stark verdichtetem Boden gärtnert oder ein Gemüsebeet neu anlegt, muss manchmal doch zum Spaten greifen. Achten Sie jedoch beim Umgraben darauf, die Bodenschichtung so wenig wie möglich zu stören. Der Herbst ist dafür die beste Jahreszeit. Durch den Frost zerfallen verdichtete Schollen, so dass mehr Raum für eine Belüftung entsteht.

Wer seinen Garten prinzipiell nicht umgraben möchte, aber eine Verbesserung der Bodenqualität anstrebt, kann die Fläche mulchen oder eine Gründüngung anwenden. Für das Mulchen verwendet man meist pflanzliche Reststoffe aus dem eigenen Garten oder sogar spezielle Mulchpflanzen, die ohne Mühe im Umfeld wachsen. Als Faustregel gilt, dass die Mulchschicht nicht zu dick aufgetragen wird – 2 bis 5 cm reichen in der Regel aus. Die Decke aus organischem Material kann kurz vor der Pflanzung oder Aussaat kompostiert oder vorsichtig eingearbeitet werden.

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