Blumenwiesen – lebendige Vielfalt

Themen: Blumenwiese
Blumenwiese

Statt Einheitsgrün lieber bunte Vielfalt auf der Blumenwiese. Gemäht wird umweltfreundlich mit der Sense.

Blumenwiesen sind die bequemsten Blumenbeete. Einmal angelegt, mäht man sie nur noch ein bis zwei Mal pro Jahr. Dabei werden sie mit der Zeit immer schöner. Genau das Richtige für intelligente Faule!

Der eine betrachtet gern den Kontrast vom satten Grün des gepflegten Zierrasens zum bunten Blumenbeet. Der andere tollt am liebsten mit seinen Kindern auf robustem Spielrasen. Ein besonderer Reiz geht von niedrigem Kräuterrasen mit Römischer Kamille und duftendem Thymian aus. Ich streife mit Vorliebe durch meine blühende Blumenwiese und beobachte das bunte Treiben der Insekten. Sie auch?

Faszinierende Blumenwiesen

Eine artenreiche Blumenwiese ist etwas Einzigartiges. Allerdings sollte niemand meinen: Rasen nicht mehr mähen, ein paar Samen einstreuen – und fertig ist die Blumenwiese. So einfach geht es eben nicht, denn das schönste und größte Blumenbeet im Garten benötigt einige Grundlagen. Hat man die aber einmal geschaffen, entfalten sich Blumenwiesen zu ganzer Pracht.

Eine Oase für viele Nützlinge! Bienen finden Pollen und Nektar, Schmetterlinge tanzen von Blüte zu Blüte und Vögel suchen hier gezielt nach Nahrung. Und für alle Gartenfreunde sind die Wiesen über Wochen ein blühendes Erlebnis für alle Sinne.

Meine besondere Blumenwiese

Karl Ploberger mit SenseHinter meinem Wohnhaus gab es bis vor 23 Jahren eine typische Bauernwiese, die mehrmals pro Jahr gemäht und intensiv gedüngt wurde. Das bekam ich zu spüren, als ich die Wiese einmal bis in den Juni hinein wachsen ließ: Die Gräser wurden mehr als eineinhalb Meter hoch!

So begann ich den Boden mit Sand abzumagern und befolgte den Tipp von britischen Gärtnern: Blumenzwiebeln setzen! Also kamen Schneeglöckchen und Krokusse in die Erde. Narzissen und einige Wildtulpen folgten und zu guter Letzt noch der von mir so geliebte Zierlauch. Den gibt es bei mir in vielen Sorten: ‘Globemaster’ ist mein Favorit, bewährt hat sich aber auch der Iranlauch (A. aflatunense), der weiße Zierlauch ‘Mont Blanc’ sowie ‘Purple Sensation’.

Schritt für Schritt zur artenreichen Blumenwiese - so geht's

Und so habe ich alle Blumenzwiebeln gepflanzt: Im Herbst mit dem Spaten eine Rasensode ausheben, den Boden darunter lockern, einige Hornspäne einstreuen und die Zwiebeln in die Erde legen. Kompost daruntermischen, die Rasensode wieder auflegen und vorsichtig festtreten.

Jedes Jahr habe ich die Blumenwiese um weitere Sorten und Arten ergänzt. Zwischen höheren Halmen vom Glatthafer und der Aufrechten Trespe kommen die Blüten vom Zierlauch toll zur Geltung! Durch das Mähen und Entfernen des Mähguts wurde der Boden mit der Zeit immer magerer und allmählich etablierten sich auch typische Blumenwiesen-Arten.

Gemäht wird inzwischen zwei Mal pro Jahr: Anfang Juli und im September. Das Mähgut lasse ich abtrocknen und wende es mehrmals, damit möglichst alle Samen (auch die vom Zierlauch) ausfallen. Das trockene Heu kommt auf den Kompost. Hier verrottet es zu nahrhaftem Boden.
Karl Ploberger

Voraussetzungen für artenreiche Blumenwiesen

Boden: Je durchlässiger ein Boden ist, desto besser kann Wasser abziehen. Verdichtete Böden sind ungünstig für die meisten Wiesenbewohner. Deshalb viel Sand und nur wenig Humus einarbeiten!

Nährstoffe: Je magerer der Boden, desto artenreicher die Blumenwiese. Bei reichen Böden einen Teil des Oberbodens entfernen und durch sandiges Substrat ersetzen. Nicht düngen, Schnittgut entfernen!

Wasser: Nach der Aussaat die Fläche gleichmäßig feucht halten. Später kommt es darauf an, welche Bedingungen Ihr Wiesenstandort bietet: Arten feuchter Blumenwiesen besiedeln frische Senken bis Sumpfland. Halbtrocken- oder Magerwiesenpflanzen sind genügsam oder versorgen sich über tiefreichende Wurzeln selbst mit Wasser.

Licht: Je sonniger der Standort, desto reichhaltiger ist das Pflanzenleben. Wenn die Samen-Vielfalt der Wiesenpflanzen zu Boden fällt und sich entwickeln kann, sorgt sie dafür, dass sich Ihre Blumenwiese mit den Jahren zu voller Pracht entfaltet.

» Gartengestaltung: Kiesbeet anlegen

Welche Pflanzen für welche Böden

trockene ...
Echtes Labkraut, Natternkopf, Feld-Ehrenpreis, Färber-Kamille, Tauben- Skabiose, Wiesen-Salbei, Kornblume, Sand-Thymian, Steinklee, Schafgarbe, Echte Schlüsselblume, Johanniskraut, Lein, Blauschillergras.

magere ...
Frühlings-Ehrenpreis, Heide-Nelke, Rundblättrige Glockenblume, Grasnelke, Kleines Habichtskraut, Karthäuser-Nelke, Wiesen- Flockenblume, Ruchgras, Rotes Straußgras.

feuchte ...
Beinwell, Blutweiderich, Hohe Schlüsselblume, Klappertopf, Schachbrettblume, Kuckucks-Lichtnelke, Kriechender Hahnenfuß, Sumpfdotterblume, Wiesen- Schaumkraut, Trauben- Trespe, Rasenschmiele.

reiche ...
Wiesen-Storchschnabel, Gänseblümchen, Rotklee, Scharfer Hahnenfuß, Bocksbart, Acker-Witwenblume, Wiesen-Glockenblume, Wiesen-Margerite, Fuchsschwanz, Knaulgras.

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