Die violette Nelke zeigt sich hier in ihrer ganzen Pracht. Quelle: pixabay

Nelken: Die Rückkehr einer fast vergessenen Staude

Nelken: Zauberhafte Klassiker erobern die Gärten zurück


Die Nelken erleben in den Gärten gerade eine Renaissance, denn sie legte ihr verstaubtes Image endlich ab. Vor allem ihr Artenreichtum und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte machen sie modern. Zusätzlich sind viele Arten für Insekten wichtige Futterpflanzen. Nelken sind nicht nur ein optischer Reiz im Garten, sondern nützlich. Damit Nelken Stauden im Garten Freude bereiten, ist die Auswahl der Sorten wichtig. Sie müssen die Sorten passend zum Standort auswählen.


Der richtige Standort


Zur Gattung der Nelken, die namensgebend für eine ganze Pflanzenfamilie ist, gehören rund 600 verschiedene Arten. Zahlreiche Zuchtformen ergänzen die Vielfalt der Arten. Unterschiedliche Arten haben unterschiedliche Anforderungen an ihre Standorte. Was viele Sorten gemeinsam haben, ist, dass sie eher Sonne bevorzugen und wenig Nährstoffe benötigen. Nelken-Arten sind an extremen Plätzen, wie in den Bergen zu finden, wo sie keine große Auswahl an Standorten haben. Wer bestimmte Arten im Garten kultivieren möchte, sollte auf diese Standortanforderungen achten. Dafür belohnen Sie die Nelken mit einer üppigen Blüte.


Sorten für den Steingarten


Eine große Anzahl an verschiedenen Arten bevorzugt magere Standorte. Sie sind ideal für eine bunte und abwechslungsreiche Bepflanzung im Steingarten. Kartäuser-Nelke, Heide-Nelke oder Feder-Nelke passen sich an steinige und magere Standorte an und kommen mit Wassermangel zurecht. Der Steingarten kopiert diese Standorte, denn er bietet einen sonnigen und durchlässigen Standort, mit einem nährstoffarmen Boden. Bei Sorten, die Kalk bevorzugen, sollten Sie darauf achten, regelmäßig zu kalken.
Sorten für den Steingarten verwenden Sie, um Trockenmauern zu bepflanzen. Greifen Sie hier vor allem zu Arten greifen, die zur Bildung von Polstern neigen. Diese Nelken haben den Vorteil, dass sie nur wenig Platz benötigen, um sich zu verwurzeln. Dafür breiten sie sich wie ein Teppich über die Mauer aus. Vor allem die Pfingst-Nelke, die im Mai Blüten in einem hellen Rot bis Rosa hervor bringt, sind ideal für Trockenmauern.


Nelken für die Topfkultur


Viele Nelken eignen sich für die Kultur in Töpfen oder Balkonkästen. Vor allem an sonnigen Südseiten haben jene Nelken-Arten, die in Steingärten zu finden sind, Vorteile. Sie kommen mit der lang anhaltenden Hitze gut zurecht im Vergleich zu anderen Balkonpflanzen. Sie sind einfacher zu kultivieren, da sie kaum Nährstoffe und wenig Wasser benötigen.
Viele Nelkenarten, vor allem jene, die Polster bilden, können Sie einfach vermehren. Die Horste graben Sie aus und reißen sie in kleinere Stücke, die Sie in einzelne Töpfe einpflanzen. Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist nach der Blüte. Bevor Sie die Nelken ausgraben, schneiden Sie die abgeblühten Blütenstände zurück. Polsterbildende Nelken haben den Vorteil, dass sie Rückschnitte gut vertragen. Sie können sie problemlos schneiden, wenn sie zu viel Platz beanspruchen.
Fühlt sich eine Nelke an einem Standort wohl, ist eine Teilung zur Vermehrung nicht notwendig. Sie bildet Samen aus und vermehrt sich selbstständig. Innerhalb weniger Jahre können sich beachtliche Nelken Stauden bilden. Bevorzugen Sie eine Vermehrung durch Selbstaussaat, müssen Sie mit dem Rückschnitt bis zur Samenreife warten. Erst schneiden Sie die abgeblühten Blütenstände zurück.

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Bartnelken als Allrounder

Ein wahrer Allrounder im Garten ist die Bartnelke. Sie gedeiht sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten gut. Die Bartnelke ist keine Zuchtsorte, sondern eine Naturhybride. Im 18. Jahrhundert, eine Zeit, in der es chic war, exotische Pflanzen zu sammeln, fand die Bartnelke viele Anhänger. Sie durfte in keinem Garten fehlen und sollte heute ebenfalls einen fixen Platz dort haben.
Die Bartnelke ist in ihrer Verwendung flexibel. Sie eignet sich als dekorative Staude im Beet oder für die Kultur im Topf. Sie ist aufgrund ihrer stabilen und lang anhaltenden Blüte eine beliebte Schnittblume.


Ideale Schnittblumen


Viele Nelken, wie die Bartnelke, zeichnen sich durch einen üppigen Blütenstand aus oder haben eine markante und große Einzelblüte. Sie blühen mehrere Tage und sind nicht mehr attraktiv, wenn sie gänzlich verblühen. Ohne Wasser halten sie problemlos mehrere Stunden durch, weshalb sie gerne in Hochzeitsbouquets oder Anstecksträußchen verarbeitet werden. Vor allem helle Sorten vermitteln im Strauß eine Leichtigkeit. Getrocknet behalten viele Sorten lange ihre schöne Farbe und die Form.


Dekorieren mit Nelken

chinesische Nelke
chinesische Nelke in rosa


Nicht nur im Blumenstrauß machen Nelken eine gute Figur, sie eignen sich, um damit florale Dekorationen zu gestalten. Um ihren anmutigen Charakter zu unterstreichen, bietet es sich an, die Nelken mit Naturmaterialien wie Moos oder Holz zu kombinieren. Dazu kann Steckschaum zwischen zwei hellen Ästen mit Schrauben fixiert werden. Verdecken Sie den Schaum mit Moos. In den Steckschaum stecken Sie die Nelken und Sie haben eine stilvolle Dekoration für Ihre Sommerparty. Sie können die Nelken mit weiteren Blüten und Naturmaterialien kombinieren.