[Foto: AdobeStock_vivoo]

Nelken: Die schönsten mehrjährigen Arten im Portrait

Nelken haben ihr leicht verstaubtes Image längst abgelegt und sind wie eh und je als romantische Sommerblüher in vielen Arrangements zu finden. Schon die Griechen würdigten die Schönheit der Nelken und widmeten sie dem Göttervater Zeus. Der botanische Gattungsname Dianthus bedeutet „Gottesblume“. Die Gattung ist extrem vielgestaltig und weist zahlreiche Arten und Sorten auf, die mit ihrem natürlichen Charme und dem würzigen Duft den Garten verzaubern. Doch viele Pflanzen, die im Sommer strahlen, bereiten im Winter sorgen. Wir stellen Ihnen darum die schönsten mehrjährigen und winterharten Arten vor.

Nelken – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Mehrjährige Nelkenarten in großer Vielfalt

Von Weiß über Rosa bis hin zu Rot und Violett: Die Dianthus-Vertreter erstrahlen in vielen Farbtönen. Besonders in sonnigen Beeten, im Steingarten oder auf Trockenmauern fühlen sich die meisten Nelkenarten richtig wohl.

Auch für Balkon und Terrasse werden Staudennelken als Bestandteil pflegeleichter Bepflanzungen geschätzt, da sie sich dauerhaft im Blumenkasten halten und oft schöne, hängende Polster ausbilden. Nach einem Rückschnitt erfolgt bei einigen sogar noch eine zweite Blüte.

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Die schönsten Nelken für den Garten

Landnelken

Als Landnelken bezeichnet man die Wildart Dianthus caryophyllus. Hybriden dieser Art besitzen besonders große Einzelblüten und werden meist Gartennelken oder Edelnelken genannt. Ihre Blütezeit liegt beginnt nach Sorte zwischen Mai und Juni. Die Blütenblätter strahlen rosafarben, rot, gelb, orange, apricot oder sogar mehrfarbig. Die Sortenpalette von Dianthus caryophyllus hat also einiges zu bieten.

Rote und Rosafarbene, gefüllte Landnelken. Foto: AdobeStock_Natalia
Viele Edelnelken-Sorten haben hübsche, gefüllte Blüten. [Foto: AdobeStock_Natalia]

Hierzulande pflegt man sie meist nur einjährig, obwohl sie durchaus mehrjährig und winterhart sind. Die Pflanzen wirken besonders schön, wenn sie in kleinen Gruppen gesetzt werden. Sie bevorzugen sonnige Lagen und einen durchlässigen, leicht humosen und gerne etwas kalkhaltigen Gartenboden.

Heidenelken

Die zarte Heidenelke (Dianthus deltoides) hat ihre Naturstandorte auf trockenen, kiesigen und nährstoffarmen Flächen. Ihre aufrechten Stängel tragen schmale Blätter, wie sie typisch für Pflanzen magerer Standorte sind. Im Garten fühlt sich die Art besonders in Heide- und Steingärten wohl und entwickelt dort einen lockeren, rasenartigen Wuchs.

Nelken. Foto: AdobeStock_kazakovmaksim]
Die Heidenelke hat zwar kleine Einzelblüten, dafür aber viele von ihnen. [Foto: AdobeStock_kazakovmaksim]

Dianthus deltoides bezaubert mit ihren farbkräftigen Blüten, an einem idealen Standort versamt sie sich auch willig. Diese Nelken kommen ohnehin am besten in größeren Gruppen zur Geltung. In leuchtenden Rottönen oder zum Beispiel auch in Reinweiß entfalten die verschiedenen Züchtungen ihre hinreißende Wirkung.

Federnelken

Die Federnelke (Dianthus plumarius) stammt aus dem östlichen Mitteleuropa und ist eine bewährte Bauerngartenpflanze, die in vielen Farb- und Blüten-Variationen erhältlich ist. Da ihre Blütenblätter an den Rändern tief eingeschnitten sind, wirkte das „fedrige Bild“ bei der Namensgebung mit.

Weißblühende Federnelke. Foto: AdobeStock_skymoon13
Stiele und Blätter der Federnelke sind dezent blau bereift. [Foto: AdobeStock_skymoon13]

Die Nelken bilden wintergrüne Polster aus, die aus grasartigen Blättern bestehen. Bereits im Mai entfalten sie dann ihre ersten Blüten, die mit einem dezenten Duft entzücken. Wird Verwelktes regelmäßig entfernt, entwickelt sich die Federnelke zu einem echten Dauerblüher bis in den Sommer hinein.

Karthäusernelken

Die Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum) ist eine heimische Trockenrasenpflanze und eignet sich deshalb bestens für naturnahe Pflanzungen. Ihre kleinen Blüten auf langen Stielen – bis zu 50 Zentimeter werden sie hoch – entfalten eine gute Fernwirkung und ziehen Schmetterlinge magisch an. Wird sie im April in einem nährstoffarmen, trockenen Boden ausgesät, folgen die leuchtenden, violetten Blüten dann im zweiten Jahr.

Karthäuser-Nelke
Obwohl die Blüten der Karthäusernelke so klein sind, sieht man sie dank ihrer hohen Stiele schon von Weitem. [Foto: iStock_rootstocks]

Ein zeitiger Rückschnitt nach der Blüte regt einen Zweitflor an, der den Sommer verlängert und sich sogar bis zum September halten kann. Lässt man der Karthäusernelke anschließend in der Selbstaussaat freien Lauf, verwildert sie auch gerne im Garten.

Pfingstnelken

Die aus West- und Mitteleuropa stammende Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus) ist eine anspruchslose Steingartenstaude, die den typischen würzigen Duft von Nelken verströmt. Sie ist ganzjährig attraktiv, da sie dichte, wintergrüne Polster ausbildet. Blätter und Stiele sind von elegantem Graugrün.

Die Pfingstnelke trägt ihren Namen, weil sich ihre Blüten meist rund um die Pfingstzeit zum ersten Mal zeigen. [Foto: AdobeStock_kazakovmaksim]

Die Pflanzen können sehr gut als Bodendecker, als Bestandteil einer Dachbegrünung oder zur Einfassung von Beeten und Wegen eingesetzt werden. Auch in Blumenkästen und Trögen sehen diese leicht überhängend wachsenden Nelken sehr reizvoll aus. Durch einen Rückschnitt nach der Blüte lassen sich ältere Bestände wieder gut in Form bringen.

Prachtnelken

Zu guter Letzt haben wir eine wahrlich superbe Art für Sie: die Prachtnelke (Dianthus superbus). Wie ein Opus der Natur wirken die filigran geschlitzten Kronblätter, die noch dazu einen geradezu berauschenden Duft verströmen – die ideale Ergänzung für einen Duftgarten also. Die Blütenstiele dieser wintergrünen Nelke werden meist ungefähr zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch. Ab Juni tummeln sich zahlreiche Falter an der schönen Blütenpracht.

Aus der Ferne betrachtet beinahe chaotisch – erst bei genauem Hinsehen ist die exquisite Blütenform der Prachtnelke zu erkennen. [Foto: AdobeStock_rvo233]

Anders als die meisten anderen Nelkenarten bevorzugt die Prachtnelke frische bis feuchte Böden. Außerdem verträgt sie auch halbschattige Lagen. Auf feuchten Wiesen, als Gehölzrand- oder Teichbepflanzung wird sie zum malerischen Blickfänger.

Voraussetzung für die Überwinterung

Die meisten mehrjährigen Nelken kommen mit frostigen Temperaturen gut zurecht. Eine wichtige Voraussetzung für ihre Langlebigkeit ist jedoch ein durchlässiger Boden, da sonst die Wurzeln faulen können. Ein schwerer Boden sollte daher vor der Pflanzung mit Sand abgemagert werden.

Übrigens: Nelken geben auch prächtige Schnittblumen ab! Mit einem Trockenstrauß lässt sich der Sommer einfangen und Sie haben noch länger etwas davon.

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