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Margeriten:Wiesen-Perlen für den Garten

So könnte man Margeriten auch nennen. Denn ihr Name, abgeleitet vom altgriechischen „margarites“, bedeutet nichts anderes als Perle. Vielleicht war es die Reinheit und Strahlkraft ihrer offenherzigen, weiß-gelben Blüten, die zu diesem Vergleich bewog?

Inhalt

Von der Wiese in den Garten: die Wiesen-Margerite

Margeriten schauen uns aus goldgelbem Auge an, treuherzig, vielleicht auch ein bisschen keck. Ganze Hänge, Hügel, Wiesen flirren im Sonnenschein unter dem leicht hingetupften Schleier ihrer unzähligen Blütenkörbchen und verbreiten dabei eine ansteckende Fröhlichkeit.

Typisch Unschuld vom Lande, könnte man denken. Und tatsächlich ist die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) ab Mai landauf, landab fast flächendeckend anzutreffen: An Weg- und Feldrändern in Kombination mit Klatsch-Mohn und Kornblume, auf Weiden, Magerrasen und sogar in der Heide entfaltet sich ihr ungezwungener Charme.

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Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) erstreckt ihr Haupt vielerorts. Foto: AdobeStock_Roger

Standesgemäß sind vor allem Bauerngärten ihr zweites Zuhause. Doch auch im städtischen Raum ist die schöne Wilde hochwillkommen, bringt sie doch mühelos eine gute Portion Natürlichkeit in jede Pflanzung. Zu empfehlen ist hier die besonders blühfreudige, um die 70 cm hohe Sorte ‘Maikönigin’. Sie breitet sich mit Kriechtrieben moderat zu lockerem Rasen aus, fällt aber auch echt aus Samen. So erhält sie sich durch Selbstaussaat.

 

 

 

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Die Entstehung der Garten-Margerite

Größere Bestände der Wiesen-Margerite erstreckten sich vor rund 130 Jahren auch vor dem Elternhaus eines jungen Gärtners in Massachusetts, USA. Die Art war aus Europa nach Nordamerika eingeschleppt worden und machte sich hier nun breit. Luther Burbank, so der Name des jungen Mannes, beschloss darum, sich der Wildblumen züchterisch anzunehmen. Seine Vorstellung der vollkommenen Margerite war dabei eine Zierstaude mit großen, strahlend weißen Blüten, die früh und anhaltend erscheinen, mit kräftigem Wuchs, standfesten Stängeln und einer guten Eignung als Schnittblume.

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Nipponanthemum nipponicum ist eigentlich in Küstenregionen Japans heimisch. Foto: AdobeStock_JFBRUNEAU

Um dies zu erreichen, kreuzte er zunächst die großblumige Pyrenäen-Margerite (Leucanthemum maximum), dann die Portugiesische Margerite (L. lacustre) ein. Die besten Abkömmlinge daraus wurden schließlich mit Pollen der japanischen Nipponchrysantheme (Nipponanthemum nipponicum) bestäubt. Heraus kam, nach 17 Jahren intensiver Arbeit, unsere heute bekannte Garten-Margerite (Leucanthemum x superbum). Wer hätte gedacht, dass die so vertraut anmutende Staude ein weit gereister Weltenbummler ist?

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Magerwiesen-Margerite wird unsere heimische Leucanthemum vulgare botanisch korrekt genannt.  Foto: AdobeStock_koromelena

Margeriten-Sorten für jeden Anspruch

Und natürlich ist die Züchtung seit dieser Zeit nicht stehen geblieben. Nachfolgende Gärtner haben Burbanks Auslesen weiterentwickelt und neue Sorten auf den Markt gebracht. Bewährte wie ‘Gruppenstolz’ (60 cm), ‘Beethoven’ (80 cm) und ‘Silberprinzesschen’ (30 cm) oder die weniger bekannten ‘Becky’ (80 cm), ‘Brightside’ (80 cm) und ‘Dwarf Snow Lady’ (30 cm) – allesamt mit den typischen, einfachen Margeritenblüten.

Daneben gibt es mehr oder weniger dicht gefüllte Formen wie bei ‘Christine Hagemann’, ‘Eisstern’, ‘Engelina’ oder ‘Snehurka’ sowie solche, deren stark verschmälerte Zungenblüten fast an Spinnenbeinchen erinnern (‘Old Court’).

Schneiden und Teilen hält vital

Bei allen Vorzügen, die Margeriten auszeichnen, eines sind sie nicht: sonderlich langlebig. Daher alle Stängel direkt nach dem Abblühen bis knapp über den Boden zurückschneiden (es sei denn, man benötigt ein paar Samenträger). Dies fördert ein gutes Bestocken der Stauden und kann bei einigen Sorten sogar eine Nachblüte anregen. Darüber hinaus sollten Margeriten alle drei bis vier Jahre – die gefüllten besser noch ein Jahr eher – geteilt und an anderer Stelle neu gepflanzt werden. Winternasse Lagen dabei meiden, sie führen oft zu Ausfällen! Den Neuaustrieb zudem vor Schnecken schützen.

Besondere Begehrlichkeiten erweckten in den vergangenen Jahren außerdem gelbe Margeriten wie ‘Banana Cream’, ‘Broadway Lights’ oder ‘Goldrausch’ (halbgefüllt). Allerdings ist diese Farbbezeichnung recht dehnbar, denn bei vielen Sorten verblassen die zitronen- bis hell goldgelben Knospen bereits im Aufblühen zu Elfenbeinweiß.

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Diese bunten Margeriten (Tanacetum coccineum) verleihen dem Garten Tupfer in zartem Rosa. Foto: AdobeStock_Heike_Rau

Verhältnismäßig farbstabil und im derzeit intensivsten Gelbton des Sortiments präsentiert sich ‘Goldfinch’ (halbgefüllt). Wie alle Garten-Margeriten gedeiht sie am besten an einem freien, sonnigen Standort auf nahrhaftem, sandig-lehmigem, aber nicht zu trockenem und gut durchlässigem Boden. Stimmige Pflanzenbilder ergeben sich hier z. B. mit Storchschnäbeln, Schaf- und Edelgarben, Phloxen, Präriemalven, Taglilien und Gräsern. Und noch ein Punkt macht Margeriten für den Garten so attraktiv: Sie liefern reichlich Stiele für herrliche Sommerblumensträuße!

Margeritenblüten bis in den Herbst

Wer mehr Farbe sucht, wird bei der im Frühsommer blühenden Bunten Margerite (Tanacetum coccineum) fündig, meist als Sämlingssorten wie ‘Robinsons Rot’ oder ‘Robinsons Rosa’ im Handel. Auch für sie gelten die oben genannten Pflegetipps. Durchaus langlebig zeigen sich dagegen die Feuchte liebende, bis mannshohe Herbstmargerite (Leucanthemella serotina ‘Herbststern’) und die etwa kniehohe Grönlandmargerite (Arctanthemum arcticum). Beide blühen spät, ab September bis Oktober, und sorgen mit ihren Strahlenköpfchen vor dem Hintergrund einer zunehmend düsteren Kulisse für wahre Sternstunden.

SASKIA RICHTER

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