Die Fruchtfolge ist entscheidend für einen gesunden Gemüsegarten. Hier sehen Sie ein gelungenes Beispiel.

Die Fruchtfolge im Gemüsegarten planen

Trotz guter Versorgung mit Nährstoffen und Wasser, wachsen die Pflanzen und das Gemüse im Garten kümmerlich? Die Blätter vergilben und die Wurzeln entwickeln sich mit Anomalien? Dann ist die Fruchtfolge im Gemüsegarten nicht ausgewogen geplant.

Für eine langfristige gute Gemüseernte ist die Fruchtfolge, ebenfalls Felderwirtschaft genannt, beim Gartenanbau nicht zu missachten. Um einen Gemüsegarten zu planen, sind die Wintertage am besten geeignet

Fruchtfolge – Was ist das?

Die Fruchtfolge bezeichnet die zeitlich bestimmte Reihenfolge des Anbaus verschiedener Kulturpflanzen oder Gemüsearten auf einer landwirtschaftlichen Fläche. Durch die Felderwirtschaft bleibt der Boden fruchtbar. Sie sichert ein gesundes Gemüse und beugt Krankheiten und Schädlingen vor.

Warum Fruchtfolge? – Krankheitserreger kann die Folge sein

Die Kohlhernie ist eine gefürchtete Pilzerkrankung. Ihr Erreger reichert sich auf Nutzflächen mit Kohl im Boden an. Ist die Krankheit etabliert, lässt sich diese schwer bewältigen. Totalausfall beim Kohlrabi!

Was tun gegen Krankheitserreger?

  • Eine Anbaupause lässt manche Krankheitserreger “verhungern”.
  • Auch Krankheitserreger wie Wurzelnematoden oder Gemüsefliegen (deren Puppen überdauern im Boden) lassen sich durch solche „Hungerperioden“ dezimieren.
  • Anbaupause von drei bis vier Jahren reichen.
  • Aufgepasst: Die Anbaupause gilt für sämtliche Mitglieder einer Pflanzenfamilie. Grund: Erreger befallen die ganze Pflanzenfamilie

Fruchtfolge wirkt den Selbstunverträglichkeiten entgegen

Eine abwechslungsreiche Felderwirtschaft wirkt Unverträglichkeiten entgegen. Einige Pflanzen geben über ihre Wurzeln Botenstoffe in den Boden ab, um ihr Revier abzustecken. Andere Pflanzen, gerade aus der eigenen Familie, hemmen ihr Wachstum. Insbesondere trifft das auf Schmetterlingsblütler (wie Erbsen) und alle Doldenblütler (wie Möhren) zu.

Erbsen sind klassische Schwachzehrer. Sie machen es möglich eine gute Fruchtfolge im Gemüsebeet zu planen.
Erbsen sind klassische Schwachzehrer. Sie machen es möglich eine gute Fruchtfolge im Gemüsebeet zu planen.

Sie profitieren gleich in doppelter Hinsicht von einer drei- bis vierjährigen Anbaupause.

Fruchtfolge vermeidet einseitige Nährstoffnutzung

Der unterschiedliche Nährstoffanspruch der Gemüsekulturen ist ein entscheidender Grund für die Fruchtfolge im Gemüsegarten. Arten wie Kohl oder Gurken, genannt Starkzehrer, besitzen einen hohen Nährstoffanspruch. Das Erdreich ist aufwendig aufgedüngt, um die folgenden Starkzehrer zu nähren. Das einseitige Nutzen der Starzehrer lässt diese verarmen. Die Felderwirtschaft versorgt die Nährstoffe angemessen.

Erbsen, genannt Schwachzehrer im Gemüsebeet, sind mit einem Überangebot an Nährstoffen überfordert. Laut Definition der Fruchtfolge sind die Erbsen erst nach den Starkzehrer anzubauen. Sie leben von dem, was die Vorgänger übrig lassen.

Die Vier-Felderwirtschaft

Vor Jahrhunderten haben unsere Vorfahren den bewährten Fruchtfolgeplan entwickelt. Die Voraussetzung liegt darin, die Gemüsegarten in vier Beete mit rotierenden Anbaugruppen aufzuteilen.

Mittel- und Schwachzehrer im Gemüsebeet erleichtern es, die Fruchtfolge zu planen.
Mittel- und Schwachzehrer im Gemüsebeet erleichtern es, die Fruchtfolge zu planen.

Die Fruchtfolge ist an Hand verschiedener Kriterien festgelegt. Dabei ist die Verträglichkeit der Kulturpflanzen untereinander und die Selbstverträglichkeit zu berücksichtigen. Die Felderwirtschaft sorgt dafür, dass die Feldfrüchte in einem zeitlichen eingeordneten Ablauf abwechselnd wiederkehren.

Vier-Felderwirtschaft wie aufgebaut?

Folgendes können Sie bei der Fruchtfolge in ihrem Gemüsebeet für ein erfolgreiches Ergebnis beachten.

Radieschen als Mittelzehrer in der Fruchtfolge
Radieschen sind hervorragende Mittelzehrer, wenn Sie die Fruchtfolge in Ihrem Gemüsebeet planen.

3. Feld, ein Beet mit Schwachzehrern: zum Beispiel sind das Erbsen, Bohnen, Feldsalat und viele Kräuter. Auch Spinat und Radieschen können als Schwachzehrer erscheinen. Sie leben von dem, was die Vorgänger übrig ließen und bedürfen keiner Extradüngung.

Im folgenden Jahr rückt jede Pflanzengruppe ein Beet weiter. Die Starkzehrer ziehen auf die ehemalige Gründüngungsfläche, die Mittelzehrer folgen den Starkzehrern und weiter. Daraus resultiert ein rotierendes System, bei dem im fünften Jahr die ursprünglichen Pflanzen und Gemüsearten erscheinen. Dies beschreibt die Felderwirtschaft im Detail.

Kombination der Fruchtfolge durch die Vorkultur und Nachkultur

Eine Gemüseart beansprucht den Boden selten das ganze Jahr über. Mitte Mai erfolgt das Auspflanzen von beispielsweise Tomaten, Zucchini oder Mais. Nackter Boden ist schnell abgetragen. Ihre Fläche ist aufgrund dessen vorher, im Frühjahr mit Grünzeug bedeckt. Für das Nutzen von optimalen Nährstoffen und dem Platz bei der Fruchtfolge im Gemüsegarten sind die Vorkultur und die Nachkultur zu beachten.

Was ist die Vorkultur und Nachkultur?

Ein Fruchtfolgepaar im Gemüsebeet besteht aus zwei Hauptkulturen. Die erste angebaute ist die Vorkultur und die darauf folgende Nachkultur. Die Vorkultur ist wichtig. Sie trägt tonangebend zur Ertragsbildung der Folgefrucht beziehungsweise zur Nachkultur bei.

Vorkulturen im Gemüsebeet für die Fruchtfolge
Vorkulturen im Gemüsebeet für die Fruchtfolge

Ab Anfang März gedeiht die Vorkultur: Das sind beispielsweise ein schnell wachsendes Gemüse, das nicht mit der Hauptkultur verwandt ist, wie Radieschen, Pflücksalate, Asia-Salate, Rucola, Spinat, Mairübchen und Lauchzwiebeln. Die Ernte findet, gemäß der Felderwirtschaft, bis Mitte Mai statt.

Auch frühe Zwiebeln und Salate kommen als Vorkultur in Frage. Sie sind zu Anfang auf Lücke gesetzt, sie bleiben länger auf dem Beet als die typischen Vorkulturen. Obwohl die Vorkultur noch steht, kann die Hauptkultur (beispielsweise Tomaten) folgen. Wenn die Tomaten gedeihen und mehr Platz benötigen, sind die frühen Kulturen geerntet.

Es besteht kein Grund zur Besorgnis, die Vorkultur bemächtigt sich nicht der Nährstoffe der Hauptkultur – sie räumen viel zu schnell das Beet. Der Vorteil besteht in der Möglichkeit, auf allen Beeten anzubauen – bei den Starkzehrern ebenso wie bei Mittel- und Schwachzehrern.

Nach dem Abernten der Hauptkultur folgt die Nachkultur, die das Beet bis zum Winter bedeckt. Dafür kommen alle als Vorkultur empfohlenen Gemüse in Frage, zusätzlich Feldsalat, Herbstrübchen, vorgezogene Rettiche, Endivien oder Radicchio.

In der Fruchtfolge im Gemüsegarten betreffen Anbaupausen alle Mitglieder einer Pflanzenfamilie:

  • Doldenblütler: Möhre, Sellerie, Fenchel, Petersilie
  • Kreuzblütler: sämtliche Kohlarten, Radieschen, Rettich, Rauke, Senf, Raps, Ölrettich
  • Liliengewächse: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
  • Gänsefußgewächse: Spinat, Mangold, Rote Bete
  • Korbblütler: Salate, Schwarzwurzeln, Artischocken
  • Kürbisgewächse: Kürbis, Gurken, Zucchini
  • Schmetterlingsblütler: Erbsen, Bohnen, Lupine
  • Nachtschattengewächse: Kartoffeln, Paprika, Auberginen, Tomaten

Es lohnt sich, sich mit den Vorgängen der Fruchtfolge im Gemüsegarten auseinanderzusetzen. Dies garantiert eine langfristige hervorragende Gemüseernte. Auch die Mischkultur im Gemüsebeet ist förderlich für das Pflanzenwohl. Die Planung der Felderwirtschaft ist leicht zu erlernen und umzusetzen und sorgt für ein entspannteres Gärtnern im eigenen Garten.