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Salat pflanzen: Im Sommer noch gut möglich

Salat lässt sich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein säen und pflanzen. Bei einer gestaffelten Aussaat kommen die knackigen Blätter stets in der richtigen Menge auf den Tisch, und häufig kann man auch das sogenannte Schießen – die verfrühte Blütenbildung – verhindern. Hier kommen unsere ausführlichen Anbau-Tipps!

Salat pflanzen – voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Salat erfolgreich anbauen

Egal, ob es sich um den mild schmeckenden Eisbergsalat handelt oder um einen würzigen Asia-Salat: Mit der passenden Sortenwahl und einem guten Timing können Sie Salat beinahe ganzjährig pflanzen und genießen. Dafür benötigen Sie nicht einmal einen Garten: Salate gedeihen nämlich auch in Balkonkästen oder Kübeln prima.

Wann der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist, hängt von der jeweiligen Art und Sorte ab. Oftmals können Sie Salat aber ganz einfach in mehreren Etappen anbauen: Möchten Sie zum Beispiel den ganzen Sommer über frischen Kopfsalat ernten, säen Sie ab dem Frühjahr regelmäßig im Abstand von zwei Wochen kleinere Mengen aus.

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In diesem Video erklärt Ihnen Nutzgartenexperte und GartenFlora-Redakteur Achim Werner, worauf es beim Pflanzen von Salat ankommt. Er gibt zusätzlich nützliche Tipps rund um das Thema, beispielsweise wie Sie Saatgut gewinnen können. 

Salat ist nicht gleich Salat

Die bekannten Gartensalate werden meistens den Gattungen Lactuca (Kopfsalat, Pflücksalat) und Cichorium (Endivie) zugerechnet. Beide gehören zur Familie der Korbblütler. Daneben gibt es weitere Vertreter: Feldsalat ist zum Beispiel ein Mitglied der Gattung Valerianella innerhalb der Familie der Geißblattgewächse. Bei Asia-Salaten handelt es sich häufig um Kreuzblütler aus der Gattung Brassica.

Salatvielfalt für den Garten und Balkon

Kopfsalat bildet lockere Köpfe mit glatten Blättern aus. Er kann, wie viele andere Salatsorten, im Topf vorgezogen werden. Mit dem passenden Schutz lassen sich seine Samen aber auch ab März direkt im Freiland ausbringen. Tipp: Frostharte Kopfsalatsorten wie etwa ‘Neusiedler Gelber Winter’ können Sie auch noch im Oktober säen. Geerntet wird in diesem Fall erst im Mai.

Schnittsalat oder Pflücksalat lässt sich gut blattweise ernten. Eine Aussaat im Freien ist bis Mitte September möglich. Bei einem frühen Herbstbeginn benötigt er dann allerdings eine Vliesabdeckung. Auch im Gewächshaus gedeiht er natürlich gut. Der rotblättrige Romanasalat ‘Ovired‘ kann mit rund 10 Zentimetern Blattlänge mehrfach bis zum Herbst geerntet werden. Weitere bewährte Sorten sind ‘Crispita‘ und ‘Grüner Eishäuptel‘.

Asia-Salate wie ‘Red Giant‘ und ‘Green in Snow‘ werden im Beet oder Kübel von März bis September – idealerweise vor oder nach der großen Sommerhitze ausgesät. Im ungeheizten Gewächshaus ist eine Aussaat bis Mitte November möglich. Wird häufiger nachgesät, kann bis zum Frühjahr geerntet werden.

Feldsalat lässt sich beinahe rund ums Jahr gut im Gewächshaus vorziehen. Nach einigen Wochen können Sie ihn dann problemlos auspflanzen – er wächst sogar bei kühlen Temperaturen weiter. Wer im Frühherbst ernten möchte, startet mit der Freilandaussaat im August. Für eine spätere Ernte im Winter kommen die Samen im September in den Boden.

Standort und Substrat

Wenn Sie Salat pflanzen, fühlt sich dieser meistens an einem halbschattigen Standort wohl. Im Frühjahr (bei gemäßigten Temperaturen) darf das Plätzchen für Blatt- und Pflücksalat aber durchaus sonnig ausfallen. Kopfsalat möchte hingegen volle Sonne erhalten – so halten sich die Nitratwerte in seinen Blättern im Rahmen. Allzu heiß und trocken sollte der Standort aber keinesfalls sein: Sonst schießt Salat allzu gern in die Höhe. Der Boden im Beet ist idealerweise locker und krümelig sowie gut mit Kompost oder einem organischen Dünger versorgt. Für eine Kultivierung auf dem Balkon und Terrasse eignet sich eine gute Gemüseerde.

Salat säen

Soll die Salaternte früh im Jahr erfolgen, empfiehlt sich eine Vorkultur im Haus oder Gewächshaus. Mit der Aussaat auf der Fensterbank können Sie bereits im Februar starten. Unter Glas kommen die Samen ab Mitte März in die Erde – so erhalten die Pflänzchen ebenfalls einen beachtlichen Wachstumsvorsprung. Die idealen Keimtemperaturen liegen bei meist bei 12 bis 16 Grad Celsius (Kopfsalat). Je nach Sorte erfolgt das Auflaufen nach ein bis zwei Wochen.

So geht die Vorkultur von Salat

  • Füllen Sie eine Aussaatschale, herkömmliche Töpfe oder Multitopfplatten mit Anzuchterde und drücken Sie diese gut an. Alternativ können Sie selbst ein Gemisch aus zwei Teilen Gemüseerde und einem Teil Sand herstellen. 
  • Anschließend bringen Sie das Saatgut gleichmäßig aus.
  • Bedecken Sie die Samen dann mit wenig Erde – viele Salate, wie zum Beispiel Kopfsalat, gehören nämlich zu den Lichtkeimern. Zu diesem Zweck können Sie die Erde mit einem alten Küchensieb ausbringen.
  • Besprühen Sie die Aussaat in der Folgezeit regelmäßig mit Wasser.
  • Das spätere Vereinzeln ist sehr wichtig. So kommt es nicht zur vorzeitigen Blütenbildung, da die Pflanzen genügend Raum für ihre Entwicklung erhalten. Lösen Sie hierfür die Sämlinge vorsichtig aus der Schale. Im Anschluss ziehen diese in eine mit Erde befüllte Anzuchtplatte oder in eine Pikierschale um. Ein Pikierholz sorgt für die passende Lochgröße beim Pflanzen.
  • Nach drei bis vier Wochen erfolgt dann die Weiterkultur im Freiland.
Upcycling: Hier wird eine alte Kuchenform als Aussaatschale benutzt.
Upcycling: Hier wird eine alte Kuchenform als Aussaatschale benutzt. [Foto: © GartenFlora/Achim Werner]

Direktsaat im Freiland

Wenn es wärmer geworden ist, können Sie gleich im Beet aussäen. Direkt gesäte Salate „schießen“ bei Hitze übrigens seltener, da sie ein ausgeprägtes Wurzelsystem entwickeln. Ab dem späten Frühling empfiehlt es sich daher, diese Aussaatmethode zu wählen. Der Boden sollte dafür tiefgründig gelockert sein. Bei einer Aussaat im Sommer ist eine Schattierung des Beets mit einem Vlies sinnvoll. Vor allem, wenn das Thermometer extrem in die Höhe klettert, wird die Keimung sonst schnell zu einem Misserfolg. Versetzen Sie die Salatpflänzchen im Freiland möglichst nicht, sondern lichten Sie den Bestand nur beizeiten aus!

Extra-Tipps für die Aussaat

  • Starten Sie lieber mit kleineren Saatgutmengen und säen Sie dafür häufiger nach, sonst kommt es leicht zu einer Salatschwemme.
  • Achten Sie auf die empfohlenen Aussaatzeiten der jeweiligen Sorten! Wird eine Sorte zur falschen Jahreszeit kultiviert, nimmt die Neigung des Salats zum „Schießen“ zu.
  • Bei einer Sommersaat von Kopfsalat ist es hilfreich, die Samen auf feuchtem Küchenpapier für ein bis zwei Tage im Kühlschrank vorkeimen zu lassen.

Salat pflanzen

Ein gut entwickelter, junger Kopfsalat zieht mit etwa vier bis fünf Blättern ins Beet um. Bei einer frühen Pflanzung im März sollten Sie mit einem Vlies arbeiten, das bei sonnigem Wetter vorübergehend abgenommen wird. Ab Mitte April darf der Salat dann ungeschützt ins Freiland. Sorgen Sie für ausreichenden Platz – ein allseitiger Abstand von 30 Zentimetern ist bei Kopfsalat ideal. Mit zwei Fingern, einem ausgedienten Esslöffel oder einem Pflanzholz lassen sich die passenden Pflanzlöcher ausheben. Pflanzen Sie Kopfsalat unbedingt etwas höher – der Wurzelansatz sollte sich stets knapp über dem Boden befinden. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass er später einen schönen Kopf ausbildet und es nicht zu Fäulnis kommt. Zu guter Letzt gießen Sie das bepflanzte Beet durchdringend. 

Gute Beetnachbarn für Salat

Salat verträgt sich gut mit anderen Gemüsearten, insbesondere mit den Starkzehrern im Beet. Geeignete Pflanznachbarn sind zum Beispiel Lauch, Kohlrabi, Mangold, Möhren oder Tomaten. Salat und Petersilie kümmern hingegen, wenn sie nebeneinander stehen.

Ab März kommen die ersten Salatpflanzen ins Beet. In dieser Zeit sollten aber noch eine Folie oder doppelte Vliesdecke zum Einsatz kommen.
Ab März kommen die ersten Salatpflanzen ins Beet. In dieser Zeit sollten aber noch eine Folie oder doppelte Vliesdecke zum Einsatz kommen. [Foto: AdobeStock_Alexander Raths]

Die richtige Pflege

Eine gleichmäßige Wasserversorgung der Salatpflanzen ist für eine gute Ernte wichtig. Bei Trockenheit geraten die Pflanzen nämlich schnell in Stress und treiben deshalb die Blütenbildung voran. Geschossener Salat wird hart und bitter – der Genuss beim Verzehr ist also nicht mehr gegeben. Wässern Sie stets durchdringend und direkt auf der Erdoberfläche.

Halten Sie das Beet außerdem frei von unerwünschtem Bewuchs. Das mehrmalige Hacken zwischen den Beetreihen ist daher empfehlenswert. Eine Mulchschicht unterdrückt Beikräuter und verhindert zudem das schnelle Austrocknen. Haben Sie die Erde vor der Pflanzung mit etwas Kompost verbessert, findet der Salat in der Regel ausreichend Nährstoffe vor. Eine zusätzliche Düngung ist daher meistens nicht notwendig.

Die ausführliche Anleitung inklusive Checkliste zum Thema Salat pflanzen gibt es übrigens auch als PDF-Datei zum Download! Füllen Sie dafür einfach das nachstehende Formular aus.

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