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Trockenresistente Pflanzen:Pflegetipps und Gestaltungsideen

Die Klimaerwärmung setzt auch unseren Gärten zu. Hitzewellen und Sommerdürren sind seit den letzten Jahren nicht mehr nur Ausnahmen, sondern beinahe zur Regel geworden. Und Prognosen der Klimaforschung lassen keine Besserung erhoffen. Statt Dauerbewässerung ist darum Umdenken angesagt – schließlich gibt es zahlreiche trockenresistente Pflanzen, mit denen Sie Ihren Garten für die Zukunft wappnen können.

Trockenresistente Pflanzen – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Vorteile trockenresistenter Pflanzen

Wer seinen Garten mit trockenresistenten Pflanzen ausstattet, kann sich die mitunter horrenden Wasserkosten sparen, die trockene Sommermonate mit sich bringen. Dadurch reduziert sich nicht zuletzt auch der gesamte Pflegeaufwand. Viele Trockenkünstler sind zudem robust und damit auch für Unerfahrene geeignet.

Optisch kann sich die riesige Auswahl trockenheitsverträglicher Gartenpflanzen sehen lassen, denn sie reicht von eleganten Gräsern und ansehnlichen Sträuchern bis hin zu hinreißenden Blütenpflanzen, sodass Sie unterschiedlichste Gestaltungsstile verwirklichen können. Im Hinblick auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen werden solche Pflanzen deshalb zunehmend an Bedeutung gewinnen, um Gärten für die Zukunft klimaresilient zu machen.

Aber Achtung: Die Sommer werden zwar heißer und trockener, der Winter in Mitteleuropa bleibt jedoch kalt. Hitze- und trockenresistente Pflanzen müssen also doppelt robust sein. Beachten Sie bei der Pflanzenwahl darum stets auch die Winterhärte.

Erkennungsmerkmale trockenresistenter Pflanzen

Trockenresistente Pflanzen geben sich anhand verschiedener Merkmale zu erkennen. Da wären zum einen die Pflanzen mit dickfleischigen Blättern, die meist zu den Sukkulenten gehören, wie etwa die Fetthenne (Sedum). Ihre verdickten Blätter dienen als Wasserspeicher, darum überstehen sie beinahe jede Durststrecke.

Andere Pflanzen besitzen besonders kleine oder sogar eher nadelartige Blätter, damit die Verdunstungsoberfläche möglichst klein bleibt – Thymian oder Rosmarin beispielsweise. Einige Gewächse beugen dem Wasserverlust auch durch haarige oder filzige Überzüge vor. Besonders eindrücklich sieht man das beim Wollziest (Stachys).

Biene an blühendem Wollziest. Foto: AdobeStock_Beckhusen
Dank der dichten Behaarung ist der Wollziest jeder Trockenphase gewappnet. Foto: AdobeStock_Beckhusen

Aber auch die graue bis silbrige Farbe des Wollziests stellt ein Merkmal trockenresistenter Pflanzen dar. Die aufgrund der Behaarung oder einer schützenden Wachsschicht grau wirkenden Blätter reflektieren das Sonnenlicht und können so ihren Wasserhaushalt besser regulieren. Die graulaubigen Pflanzen eignen sich besonders für eine mediterrane Gestaltung. Stauden wie die Lichtnelke (Lychnis coronaria) und die Elfenbeindistel (Eryngium giganteum) oder Halbsträucher wie die Blauraute (Perovskia) und das Sonnenröschen (Helianthemum) sind weitere Beispiele.

Sonnenhungrige Trockenkünstler

Der Großteil aller trockenresistenten Pflanzen bevorzugt vollsonnige Standorte. Seien es mediterrane Klassiker wie Lavendel, Salbei und Lorbeer, genügsame Stauden wie Katzenminze (Nepeta x fasssenii), Schafgarbe (Achillea millefolium) und Steppensalbei (Salvia nemorosa) oder Gebirgspflanzen wie Sedum und Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) – wer Pflanzen für trockene Südlagen sucht, wird schnell fündig und hat meist die Qual der Wahl.

Exkurs Präriegarten: Filigrane Gräser und farbenfrohe Blüten

Dieser Gartenstil ist inspiriert von den Pflanzengemeinschaften der baumlosen Prärie-Landschaft Nordamerikas. Aufgrund der fehlenden Sträucher und Bäume ist das Landschaftsbild geprägt von Offenheit und lässt weite Blicke zu. Die zarten Gräser und farbenfrohen Blütenstauden haben sich auf den durch das raue Kontinentalklima bedingten trockenen Boden spezialisiert. Auch das mitteleuropäische Klima hat sich in den letzten Jahren diesen Verhältnissen angenähert und die heißen Sommer und kalten Winter werden wohl zu den bestimmenden Umweltbedingungen der zukünftigen Flora werden. Da viele der Prärie-Pflanzen tiefe Wurzeln bilden, können sie sich auch bei Trockenheit gut versorgen. Deshalb sind sie die idealen Kandidaten für die klimabedingten Herausforderungen.

Mischpflanzung mit Astern und Sonnenhut. Foto: AdobeStock_alisseja
Buntgemischte Pflanzung mit Astern und Sonnenhüten. Foto: AdobeStock_alisseja

In der nordamerikanischen Prärie dominieren zwar die Gräser, bei Ihrer Präriepflanzung dürfen Sie den Fokus aber selbst bestimmen und gerne auch vermehrt Blütenstauden integrieren, was auch Insekten zugute kommt.

Unsere Vorschläge für trockenresistente Pflanzen mit ansehnlicher Blüte:

  • Teppichaster (Aster ericoides)
  • Bartfaden (Penstemon barbatus)
  • Anis-Duftnessel (Agastache foeniculum)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
  • Prärie-Lilie (Camassia)
  • Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum)
  • Sonnenbraut (Helenium autumnale)
  • Mädchenauge (Coreopsis)
  • Prachtscharte (Liatris spicata)
  • Sonnenhut (Echinacea)
  • Kompasspflanze (Silphium laciniatum)
  • Sternwolkenaster (Boltonia asteroides)
  • Kokardenblume (Gaillardia)
  • Flammenblume (Phlox)

In Kombination mit frühblühenden Zwiebelpflanzen wie Zierlauch- (Allium) oder Narzissenarten (Narcissus) profitieren Sie von einer noch längeren Blütezeit. Und natürlich machen erst die Gräser aus einer Pflanzung eine authentische Prärie-Landschaft:

  • Rutenhirse (Pennisetum)
  • Moskitogras (Bouteloua gracilis)
  • Tropfengras (Sporobolus heterolepis)
  • Präriegras (Andropogon scoparius)

Muss man trockenresistente Pflanzen überhaupt wässern?

Trockenresistent bedeutet in den meisten Fällen nicht, dass niemals gegossen werden muss. In extremen Hitzeperioden äußerst sich Wassermangel rasch durch schlappe Blätter. In diesem Fall sollten Sie am besten morgens zu Schlauch oder Gießkanne greifen und einmal durchdringend wässern.

Es gilt: Lieber selten und dafür ausgiebig, statt öfter und wenig gießen.

Trocken, aber schattig

Zu den schwierigsten Standorten zählt zweifelsohne der trockene Schatten. Ränder von Hecken oder Mauern präsentieren sich nicht gerade als fruchtbare Habitate. Besonders heikel gestaltet sich das Vorhaben, Pflanzen unter Bäumen zu etablieren, denn rings um den Stamm ist es besonders trocken, gleichzeitig dringt sehr wenig Licht durch.

Sogenannte Frühjahrsgeophyten sind wahre Spezialisten für dieses Problem, denn sie blühen besonders zeitig im Jahr, noch bevor die Bäume voll austreiben können. Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Leberblümchen (Hepatica nobilis) sind typische Vertreter dieses besonderen Vegetationszyklus. Sie gedeihen vorwiegend im Unterholz von Laubmischwäldern. Besonders hart im Nehmen sind aber auch die beiden Immergrünen Hedera helix und Vinca minor, die jeglichem trockenem Schatten standhalten und bodendeckend wachsen können.

Weißblühendes Buschwindröschen. Foto: AdobeStock_jessicahyde
Trockenresistente Pflanzen wie das Buschwindröschen sind echte Überlebenskünstler. AdobeStock_jessicahyde

Viele Stauden wie die Elfenblume (Epimedium), Alpenveilchen (Cyclamen), die Balkan-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae), Fingerhut (Digitalis), der Glanz-Schildfarn (Polystichum aculeatum) oder die Falsche Alraunenwurzel (Tellima grandiflora) benötigen Unterstützung in den ersten Monaten nach dem Pflanzen, sind aber verlässlich trockenresistent, sobald sie richtig anwachsen konnten. Wählen Sie für die Pflanzung eher jüngere Pflanzen, die Sie im Herbst in den Boden setzen. Im ersten Frühjahr und Sommer muss dann noch gegossen werden.

Beinahe alle Pflanzen, die gut mit Trockenheit zurechtkommen, reagieren umso empfindlicher auf Staunässe und benötigen daher einen durchlässigen Boden.

Trockenresistente Sträucher und Bäume

Vor allem im öffentlichen Stadtgebiet steigt der Bedarf nach trockenresistenten Gehölzen – als „Klimabäume“ bezeichnet man die ganz besonders schadstoffresistenten, hitze- und trockenheitsverträglichen Arten. Viele von ihnen stammen aus anderen Teilen der Erde. Bäume wie zum Beispiel die Himalaya-Birke (Betula jacquemontii), die nordamerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) oder die japanische Zelkove (Zelkova serrata) stehen hoch im Kurs.

Und auch im Privatgarten werden zunehmend Sträucher und Bäume wertgeschätzt, die ohne viel Wasser auskommen. Für sandig-trockene Böden eignen sich kleine Sträucher wie die Frühlingstamariske (Tamarix parviflora), Ginster (Genista) oder die reichblühende Bartblume (Caryopteris x clandonensis). Wenn es etwas größer sein darf, kommen etwa die Kornelkirsche (Cornus mas), der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) oder eine Felsenbirne (Amelanchier) in Frage, die alle drei nicht nur robust sind, sondern sogar mit essbaren Früchten punkten.

LUISA ROTH

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