Von nah und von fern ein echter Hingucker. Hier überzeugt der Ginster in gelber Pracht.

Ginster – die wärmsten Farben unter der Sonne

Mit satten Farben kann der Ginster in der Blütezeit auftrumpfen. Zum Gartenstar wird er deshalb noch nicht. Er ist ein Spezialist und somit eignet er sich für ganz besondere Situationen.

Ideal für trockenere Gärten

Erlebt der Ginster dieser Tage seine Renaissance? Kiesgärten sind ein Trendthema. Zu den trockenheitsliebenden Stauden für diese Gärten ist der Ginster die maßgeschneiderte Ergänzung aus der Sparte Gehölze. Mit seinen schönen Blüten und interessanten Farben ist er der Ginster in der Blütezeit besonders schön. Doch der ungewöhnliche Wuchs macht ihn auch außerhalb der Blütezeit zu einem gestalterisch interessanten Gartenbewohner.

Ein sparsam beblätterter Strauch mit biegsamen Zweigen rückt ins Rampenlicht. In die Gärten zogen von den über 100 bekannten Arten nur die blühwilligsten ein. Wegen der Vielfalt ihrer Größen und Formen sind es vielseitige Pflanzen. Arten wie Kissenginster (Cytisus decumbens) und Steinginster (Genista lydia) eignen sich für kleine Steingärten. Andere wie Elfenbeinginster (Cytisus x praecox) und Färber-Ginster (Genista tinctoria) passen gut in große Heidegärten.

Besondere Wuchsform

Ginster eignen sich zur Topf– und Dachgartenbepflanzung ebenso wie für das Begrünen trocken-heißer Böschungen. Für neu angelegte Gärten ist der Ginster beliebt, weil er rasch wächst und bereits nach kurzer Zeit blüht. Die fast blattlosen Stängel vieler Ginster sind für einen Zierstauch etwas ungewöhnlich. Sie sind die Folge der Anpassung an die recht nährstoffarmen, gut wasserdurchlässigen Böden an sonnigen Standorten, an denen Ginster in der Natur oft zu finden sind.

Durch das häufige Vorkommen von Ginster in einigen Regionen tragen mehrere Städte und Ortschaften den Namen der Pflanze. Die früher oft übliche Benennung Bram für Ginster findet sich in manchen Ortsbezeichnungen wieder. Der Name der Stadt Bramsche in Niedersachsen geht auf den Namen Bram für Ginster zurück. Hinzu kommt der Name Esch für Feld oder Acker. Der Name des zu Hamburg gehörigen Ortes Bramfeld leitet sich ebenfalls nach dem dort früher weitverbreiteten Ginster ab. Aus diesem Grunde finden sich Ginsterblüten auf dem Wappen der Stadt Bramfeld.

Überraschend farbenfroher Ginster zur Blütezeit

Richtige Blitzstarter sind der Schwarze Ginster (Cytisus nigricans) und der Besenginster (Cytisus scoparius) mit seinen unzähligen Hybriden in verschiedenen Blütenfarben. Deren Zweige sind in einigen Fällen grün, so dass sie, obwohl laubabwerfend, immergrün zu sein scheinen.

Erstaunlich, dass dem Ginster landläufig stets die Blütenfarbe Gelb unterstellt wird, die bekanntermaßen nicht jeder liebt. Weiß, Rosa, Orange, Rot – das alles ist zu haben. Besonders apart sind die zweifarbigen Sorten. So können Ginster zur Blütezeit durchaus vielfarbige Gartenbilder erzeugen.

Ginster pflanzen und pflegen

Cytisus-Lena ZweigAlle Ginster lieben einen vollsonnigen Standort und einen leichten, warmen und vor allem durchlässigen Boden. Die trockenen, nährstoffarmen, sandigen Böden der Lüneburger Heide oder Brandenburgs sind also erste Wahl.

Wegen ihrer harten, ausgeprägten Pfahlwurzel sollten Sie Pflanzen mit Topfballen kaufen. Wurzelnackte Pflanzen wachsen schlecht an. Bis auf das Angießen bei der Neupflanzung ist später das Gießen nicht mehr nötig, nicht mal im Hochsommer.

Schneiden ist bei den Genista-Arten nicht nötig. Bei Bedarf setzen Sie die Triebe um ein Drittel zurück. Schneiden Sie nicht ins alte Holz. Diese Regeln gelten grundsätzlich auch für die Cytisus-Arten. Sie blühen am vorjährigen Holz und dies kann – direkt nach der Blüte! – um mehr als die Hälfte eingekürzt werden. So fördern Sie einen kompakteren Wuchs.

Woher der Besenginster seinen Namen hat

Heutzutage ist der heimische Besenginster (Cytisus scoparius) wegen seines Blütenreichtums ein schöner Zierstrauch für den Frühlingsgarten. Doch das war nicht immer so. Früher diente diese pflegeleichte Pflanze praktischen Zwecken:

Aus den schlanken und festen langen Zweigen dieses pflegeleichten und robusten Strauches stellten unsere Vorfahren Besen her. Auf diesen einstigen Verwendungszweck geht der deutsche Name Besenginster zurück. Von dieser Ginsterart gibt es heutzutage viele eindrucksvolle Sorten mit auffallenden Blüten in unterschiedlichen Gelb- und Rottönen. Manche haben schöne zweifarbige Blüten.

Beziehungstipps – Partner für den Ginster

Gut passen Gehölze, die wie er die Sonne lieben und sandige, trockene Böden tolerieren. Solche sind Kiefern, Wacholder und Blütensträucher wie Buschklee (Lespedeza thunbergii). Blasenstrauch (Colutea arborescens) und Tamariske oder Wildrosen (Kartoffelrose, Bibernell-Rose, Chinesische Goldrose) sind ebenfalls gute Mitspieler.

In die Gesellschaft des Ginsters passen all die Stauden und Gräser gut, die mit wenig Wasser und Nährstoffen auskommen. Schöne farbliche Akzente setzen Sie mit Sommer- und Winterheide oder mit blühenden Polsterstauden (Blaukissen, Schleifenblume).

Extra-Wissen: Unterschiede zwischen Genista und Cytisus?

Ginster-Art Cytisus Zweig mit BlüteDie Botaniker unterteilen die Ginster in zwei große Gattungen: Cytisus (auch Geißklee genannt) und Genista. Die Merkmale, an Hand derer sie die Gattungen unterscheiden, sind eher unscheinbar. Es handelt sich um kleine Unterschiede im Aussehen der Samen, in der Kerbung der Blütenkelche oder in der Anzahl der Blättchen.

Im Gesamtbild ähneln sich Genista und Cytisus stark, sodass ein Unterscheiden nicht nötig ist. Auch die natürlichen Verbreitungsgebiete sind ähnlich, beide kommen in Europa, Westasien und Nordafrika vor. Einer der auffälligsten Unterschiede ist die Blütezeit: Cytisus-Blütezeit ist im Frühling (April/ Mai), während die Genista-Arten erst im Frühsommer (Juni) zu Hochform auflaufen.

Wer eine möglichst lange Ginster-Blütezeit genießen möchte, kann also gut verschiedene Arten kombinieren. So bringen Ginster leuchtende Farben vom April bis Juni in den Garten.

Was es mit dem Eifelgold auf sich hat

Wer die vielen Farben und Formen dieser Pflanzen im Garten sieht, kann sich kaum vorstellen, dass Ginster in Deutschland auch als Wildpflanze verbreitet ist. Flächen mit Ginster sind in manchen Regionen zur Blütezeit so eindrucksvoll, dass sie dann sogar Ausflügler anlocken.

In der Eifel gibt es spezielle Wanderstrecken, um die blühenden Sträucher sehen zu können. Der in der Region in großer Zahl in der Natur vorkommende Besenginster blüht intensiv gelb. Deshalb hat sich dort die liebevolle Bezeichnung „Eifelgold“ für den wild wachsenden Ginster eingebürgert.