Ein blühender Besenginster im Frühjahr. Foto: AdobeStock_Leszek Kobusinski

Ginster:Die wärmsten Farben unter der Sonne

Mit satten Farben kann der Ginster in der Blütezeit auftrumpfen. Zum Gartenstar wird er deshalb noch nicht. Er ist eben ein Spezialist und eignet sich somit für ganz besondere Standorte und Arrangements. Wir geben Ihnen Tipps zur Pflege und Anregungen dazu, an welchen Stellen im Garten ein Ginster die ideale Gestaltungskomponente sein könnte, nach der Sie gesucht haben.

Ideal für trockenere Gärten

Ginster Foto: AdobeStock_Eileen Kumpf
Ein typisches Ginster-Gelb. Foto: AdobeStock_Eileen Kumpf

Erlebt der Ginster dieser Tage seine Renaissance? Kiesgärten sind ein jedenfalls Trendthema. Zu den trockenheitsliebenden Stauden für diese Gärten ist der Ginster die maßgeschneiderte Ergänzung aus der Gehölz-Sparte. Mit seinen schönen Blüten und den interessanten Farben ist er Ginster in der Blütezeit besonders schön. Doch der ungewöhnliche Wuchs macht ihn auch außerhalb der Blütezeit zu einem gestalterisch interessanten Gartenbewohner.

Ein sparsam beblätterter Strauch mit biegsamen Zweigen rückt ins Rampenlicht. In die Gärten zogen von den über 100 bekannten Arten nur die Blühwilligsten ein. Wegen der Vielfalt ihrer Größen und Formen sind es vielseitige Pflanzen. Arten wie der Kissenginster (Cytisus decumbens) und der Steinginster (Genista lydia) eignen sich für kleine Steingärten. Andere wie Elfenbeinginster (Cytisus x praecox) und Färber-Ginster (Genista tinctoria) passen gut in große Heidegärten.

Besondere Wuchsform

Ginster eignen sich zur Topf- und Dachgartenbepflanzung ebenso wie für das Begrünen trocken-heißer Böschungen. Für neu angelegte Gärten ist der Ginster beliebt, weil er rasch wächst und bereits nach kurzer Zeit blüht. Die fast blattlosen Stängel vieler Ginster sind für einen Zierstauch etwas ungewöhnlich. Sie sind die Folge der Anpassung an die recht nährstoffarmen, gut wasserdurchlässigen Böden sonniger Standorte, an welchen Ginster in der Natur oft zu finden sind.

Durch das häufige Vorkommen des Ginsters in einigen Regionen tragen mehrere Städte und Ortschaften sogar den Namen der Pflanze. Die früher oft übliche Bezeichnung „Bram“ für Ginster findet sich in manchen Ortsbezeichnungen wieder. Der Name der Stadt Bramsche in Niedersachsen geht auf den Namen Bram für Ginster zurück. Hinzu kommt der Name Esch für Feld oder Acker. Der Name des zu Hamburg gehörigen Ortes Bramfeld leitet sich ebenfalls nach dem dort früher weitverbreiteten Ginster ab. Aus diesem Grunde finden sich Ginsterblüten auch auf dem Wappen der Stadt Bramfeld.

Überraschend farbenfroher Ginster zur Blütezeit

Woher der Besenginster seinen Namen hat

Heutzutage ist der heimische Besenginster wegen seines Blütenreichtums ein schöner Zierstrauch für den Frühlingsgarten. Doch das war nicht immer so. Früher diente die pflegeleichte Pflanze praktischen Zwecken: Aus den festen, schlanken Zweigen stellte man Besen her. Darauf geht der deutsche Name „Besenginster“ zurück. Diese Ginsterart hat heutzutage viele eindrucksvolle Sorten mit auffallenden Blüten in unterschiedlichen Gelb- und Rottönen.

Richtige Blitzstarter sind der Schwarze Ginster (Cytisus nigricans) und der Besenginster (Cytisus scoparius) mit seinen unzähligen Hybriden in verschiedenen Blütenfarben. Die Zweige sind in einigen Fällen grün, sodass sie, obwohl laubabwerfend, immergrün zu sein scheinen. Erstaunlich, dass dem Ginster landläufig stets die Blütenfarbe Gelb unterstellt wird, die bekanntermaßen nicht jeder liebt. Weiß, Rosa, Orange, Rot – das alles ist zu haben. Besonders apart sind die zweifarbigen Sorten. So können Ginster zur Blütezeit durchaus vielfarbige Gartenbilder erzeugen.

Ginster pflanzen und pflegen

Alle Ginster lieben einen vollsonnigen Standort und einen leichten, warmen und vor allem durchlässigen Boden. Die trockenen, nährstoffarmen, sandigen Böden der Lüneburger Heide oder Brandenburgs sind also erste Wahl. Wegen ihrer harten, ausgeprägten Pfahlwurzel sollten Sie Pflanzen mit Topfballen kaufen. Wurzelnackte Exemplare wachsen schlecht an. Bis auf das Angießen bei der Neupflanzung ist später das Gießen aber nicht mehr nötig, noch nicht mal im Hochsommer.

Auch das Schneiden ist bei den Genista-Arten kein Muss. Bei Bedarf können Sie die Triebe aber um ein Drittel zurücknehmen. Schneiden Sie nicht jedoch nicht ins alte Holz. Diese Regeln gelten grundsätzlich auch für die Cytisus-Arten. Sie blühen am vorjährigen Holz und dies kann – direkt nach der Blüte – um mehr als die Hälfte eingekürzt werden. So fördern Sie einen kompakteren Wuchs.

Ginster Foto: AdobeStock_Dr. N. Lange
MIthilfe seiner „Schleuderfrüchte“ verbreitet der Ginster seine Samen. Foto: AdobeStock_Dr. N. Lange

Beziehungstipps: Passende Partner für den Ginster

Gut passen Gehölze, die ebenfalls die Sonne lieben und sandige, trockene Böden tolerieren. Solche sind zum Beispiel Kiefern, Wacholder und Blütensträucher wie Buschklee (Lespedeza thunbergii). Der Blasenstrauch (Colutea arborescens) und die Tamariske oder verschiedene Wildrosen (Kartoffelrose, Bibernell-Rose, Chinesische Goldrose) sind ebenfalls gute Mitspieler.

In die Gesellschaft des Ginsters passen all die Stauden und Gräser gut, die mit wenig Wasser und wenigen Nährstoffen auskommen. Schöne farbliche Akzente setzen Sie mit Sommer- und Winterheide oder durch blühende Polsterstauden, zum Beispiel dem Blaukissen oder der Schleifenblume.

Extra-Wissen: Unterschiede zwischen Genista und Cytisus?

Botaniker*innen unterteilen die Ginster in zwei große Gattungen: Cytisus (auch Geißklee genannt) und Genista. Äußerlich trennen die beiden Gattungen nur feine Unterschiede. Es handelt sich um kleine Differenzen im Aussehen der Samen, in der Kerbung der Blütenkelche oder in der Anzahl der Blättchen.

Ginster Foto: AdobeStock_malkovkosta
Auch Ginstersorten mit dezenteren Farben sind zu haben. Foto: AdobeStock_malkovkosta

Im Gesamtbild ähneln sich Genista und Cytisus stark, sodass ein Unterscheiden quasi nicht nötig ist. Auch die natürlichen Verbreitungsgebiete sind ähnlich, beide kommen in Europa, Westasien und Nordafrika vor. Einer der auffälligsten Unterschiede ist die Blütezeit: Die Cytisus-Blütezeit liegt im Frühling, während die Genista-Arten erst im Frühsommer zu Hochform auflaufen.

Tipp: Wer eine möglichst lange Blütezeit genießen möchte, kann also gut verschiedene Arten miteinander kombinieren. So bringen die Ginster leuchtende Farben in den Garten – von April bis Juni.

Was es mit dem Eifelgold auf sich hat

Wer die vielen Farben und Formen dieser Pflanzen im Garten sieht, kann sich kaum vorstellen, dass Ginster in Deutschland auch als Wildpflanze verbreitet ist. Flächen mit Ginster sind in manchen Regionen zur Blütezeit so eindrucksvoll, dass sie zu beliebten Ausflugszielen werden.

In der Eifel gibt es spezielle Wanderstrecken, um die blühenden Sträucher sehen zu können. Der in der Region in großer Zahl in der Natur vorkommende Besenginster blüht intensiv gelb. Deshalb hat sich dort die liebevolle Bezeichnung „Eifelgold“ für den wild wachsenden Ginster eingebürgert.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Der Herbst macht weiter: Blütenfreuden bis zum Frost
  • Vielseitiger Kürbis: Die besten Sorten und Lagertipps
  • Blaues Wunder mit später Blüte: Der stattliche Mönchspfeffer
Zur aktuellen Ausgabe