Perovskia atriplicifolia - Foto: AdobeStock_B.G. Photography

Blauraute: Halbstrauch für den Stein- und Steppengarten

Die Blauraute (Perovskia atriplicifolia) wird auch Perowskie, Silber-Perowskie, Russischer Lavendel oder Silberstrauch genannt. Diese Namen geben den Hinweis auf ihr silbergrünes Laub und auf die violettblauen Blüten.

Beheimatet ist der zu den Lippenblütengewächsen (Lamiaceae) zählende Halbstrauch in den Steppen und lichten Trockenwäldern Asiens. Heiße und trockene Sommer machen ihm daher nicht viel aus. Und bienenfreundlich ist er außerdem.

Blauraute: Wuchs und Aussehen

Die Blauraute wächst locker und aufrecht als Halbstrauch – das bedeutet, dass ihre Zweige nicht komplett verholzen. Sie besitzt schlanke Triebe und wird bis 150 Zentimeter hoch.

Eine Perowskie ist ein Dauerblüher – von Mitte Juli bis in den Oktober hinein kann man sich an den blauvioletten, rispenartigen Blütenständen erfreuen, die quirlförmig mit kleinen Lippenblüten besetzt sind. Diese locken zahlreiche bestäubende Insekten an.

Der sommergrüne Strauch besitzt weichtriebige Zweige mit einer graufilzigen Rinde und Blättern, die einen aromatischen Duft verströmen. Die lanzettlichen, tief eingeschnittenen Blätter werden drei bis sechs Zentimeter lang.

Blauraute mit Biene
Bienen lieben die Blüten der Blauraute. – Foto: iStock_Radu Bighian

Der ideale Standort

Die Blauraute mag einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Der Boden sollte leicht, durchlässig und mager sein. Der Halbstrauch ist beim pH-Wert nicht sehr wählerisch, bevorzugt jedoch alkalische Substrate. Trockenheit verträgt er recht gut. Fällt der Boden zu nährstoffreich aus, verführt das den Silberstrauch leicht zu einem mastigen Wuchs mit einem weichen, unausgereiftem Gewebe, welches die Winterkälte nur schlecht überdauert. Auch auf winternassen Standorten leidet eine Perowskie beträchtlich und zeigt dann einen lagernden Wuchs sowie schlecht ausreifende Triebe.

Am besten pflanzt man die Blauraute im Frühjahr und setzt sie etwas tiefer in die Erde als sie vorher im Topf stand. Einen schweren Boden kann man durch die Zugabe von Sand abmagern.

Die passende Pflege

Die Blauraute ist absolut pflegeleicht, da sie wenige Nährstoffe braucht und eine sommerliche Trockenheit toleriert. Die Steppenpflanze hat es in unseren Wintern nicht ganz leicht und friert mitunter bis zum Boden zurück. Doch kein Grund zur Sorge: Da der Halbstrauch am jungen Holz blüht, muss er ohnehin in jedem Frühling auf kurze Stummel gestutzt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die neuen Knospen nicht beschädigt werden. Aus diesen treibt das Zwerggehölz selbst nach Winterschäden zuverlässig wieder aus. Nur bei jungen Pflanzen ist in den ersten Wintern eine schützende Schicht aus Laub und Reisig notwendig.

Blauraute
Eine Blauraute kommt in der Gruppe gut zur Geltung. – Foto: iStock_loflo69

Verwendung der Blauraute

Eine Blauraute eignet sich gut für Steppen-, Gräser- und Steingärten sowie für Böschungen und Trockenmauern. Auch im Umfeld von Rosen macht sie eine gute Figur – dann muss jedoch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflanzen geachtet werden. Eine Perowskie lässt sich zudem gut im Kübel kultivieren. Insbesondere auf sehr sonnigen und heißen Südbalkonen gedeiht sie prächtig und benötigt wenig Aufmerksamkeit.

Blaurauten leben in guter Nachbarschaft mit Rosmarin, Steppensalbei, Thymian, Bartiris oder Prachtkerzen. Dabei sind sie nicht unbedingt die großen Stars, die sich gerne in den Vordergrund drängen. Mit der Vielzahl kleiner Blüten, dem eleganten Silberlaub und ihrem etwas ausladenden, luftig-leichten Wuchscharakter bilden sie die ideale Begleitung für die Hauptdarsteller im Staudenbeet. Perowskien harmonieren beinahe mit allen Blütenformen und -farben, mit Kugeln und Kerzen, knalligem Rot, Gelb oder pastellfarbenem Rosa.

Die edle Gestalt des silbrigen Mannstreus (Eryngium) wirkt vor dem blauen Flimmerteppich der Perowskien erst so richtig prägnant. Ohnehin eignen sich die silberfarbenen Stauden wie Woll-Ziest (Stachys) oder der Silbrige Garten-Wermut (Artemisia) ganz hervorragend, um zusammen mit der Blauraute optisch etwas Abkühlung in den hochsommerlichen Garten zu bringen. Auch Gräser wie Blauschwingel (Festuca) oder Blaustrahlhafer (Helictotrichon) verweben ihre schlanken Halme und Stängel gern mit den silberfilzigen Wedeln der Perowskie.

Bewährte Sorten der Blauraute 

  • ‘Little Spire’: wird bis 80 Zentimeter hoch und hat ein auffallend silbriges Laub mit guter Fernwirkung.
  • ‘Blue Spire’: ist die doppelt hohe Schwester mit sehr lockerem Habitus. Sie kommt in naturnahen Präriegärten und im Beethintergrund besonders schön zur Geltung.
  • ‘Lacey Blue’: bleibt mit 50 Zentimetern sehr kompakt und eignet sich gut für die Kultivierung im Kübel.

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