Bäume unterpflanzen mit Sträuchern sind das Rückgrat des Gartens. © GartenFlora

Bäume unterpflanzen – im Schatten von Gehölzen

Pflanzen, die unter Gehölzen wachsen, müssen Trockenheit, Schatten und Wurzeldruck aushalten. Wer Bäume unterpflanzen möchte, steht vor einer besonderen Herausforderung, denn Gehölze sind eine starke Konkurrenz für Bodendecker oder Stauden. Vor allem unter flachwurzelnden Bäumen haben es andere Pflanzen schwer. Doch auch für solche Extremfälle gibt es gute Lösungen.

Bäume unterpflanzen – diese Unterschiede sind wichtig

Gehölze sind das Rückgrat des Gartens. Es ist nicht leicht, andere Pflanzen unter Bäumen und Sträuchern dauerhaft zu etablieren, insbesondere, wenn die Gehölze schon einige Jahre alt sind: Dichte Baumkronen, wie bei Rosskastanie und Buche, lassen kaum Licht durch. Das Blätterdach hält Niederschläge ab, was für trockenen Boden sorgt. Zudem muss die Unterpflanzung mit Wurzeldruck zurechtkommen und um Wasser, Nährstoffe und Platz konkurrieren. Gartenbesitzer, die Bäume unterpflanzen wollen, sollten sich darum mit dem Wurzelsystem der Gehölze befassen.

Drei verschiedene Wurzelsysteme

Flach wurzelnde Bäume mit einem dichten Geflecht knapp unter der Bodenoberfläche lassen sich besonders schwer unterpflanzen. Zu den Flachwurzlern zählen Birke, Fichte, Haselnuss, Magnolie und Spitz-Ahorn.

Tief wurzelnde Bäume unterpflanzen – dies ist weniger problematisch. Tiefwurzler sind zum BeispielEberesche, Kiefer und Obstbäume wie Apfel, Kirsche und Pflaume sowie deren Zierformen. Herzwurzler wie Feld-Ahorn, Linde und Eibe lassen sich ebenfalls gut unterpflanzen. Sie wurzeln zwar auch recht flach, haben in der Regel aber wenige Hauptwurzeln, die nur an den Enden stärker verzweigt sind.

Bäume unterpflanzen – diese Stauden lieben einen schattigen Standort

Damit eine Baumscheibe dauerhaft grünt und blüht, spielt eine gute Bodenvorbereitung eine große Rolle. Außerdem sind die gute Wasserversorgung und die richtige Pflanzenauswahl bei der Gehölzunterpflanzung wichtig. Die Liste geeigneter Schattenstauden ist lang. Waldstauden sind besonders empfehlenswert für den, der Bäume unterpflanzen möchte.

Bäume unterpflanzen Stauden unter einem Baum
Bäume unterpflanzen – Stauden unter einem Baum

Beachten Sie die Ansprüche der Stauden an die Bodenfeuchte. Auf der Nordseite der Baumscheibe in direkter Stammnähe ist es am trockensten. Dort kommen robuste, trockenheitsverträgliche Stauden wie Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum), Brauner Storchschnabel (G. phaeum), Elfenblume (Epimedium), Golderdbeere (Waldsteinia geoides) und Wald-Aster (Aster divaricatus) gut zurecht. Auch das Kleine Immergrün (Vinca minor) und der Efeu sind ideale Pflanzen für den Schatten.

Weiter außen, am Rand der Wurzelscheibe, können Sie Arten pflanzen, die es etwas feuchter mögen, beispielsweise Bergenie, Purpurglöckchen, Nelkenwurz (Geum coccineum), Astilbe und Sterndolde (Astrantia major). Tipp für den, der Bäume unterpflanzen und dabei weitere gestalterische Aspekte ins Spiel bringen möchte: Schattengräser wie Japan-Goldbandgras oder Wald-Schmiele (Deschampsia) und Gehölze wie Mahonie oder Buchsbaum sorgen für Abwechslung.

Praxistipps: Mit Stauden Bäume unterpflanzen

Bäume unterpflanzen – der richtige Zeitpunkt

Der Spätsommer ist die beste Zeit für die Gehölzunterpflanzung. Die Bäume haben das Wachstum fast beendet und entziehen dem Boden nicht mehr so viel Wasser. Stauden, Gräser und Sträucher haben bis zum Winter genügend Zeit, um richtig einzuwachsen.

Bäume unterpflanzen, wenn der Boden dicht durchwurzelt ist? Das ist eine besondere Herausforderung, für die es jedoch eine Lösung gibt:

Stark durchwurzelter Boden unter altem Baumbestand lässt sich nicht mit dem Spaten umgraben, ohne Wurzeln zu verletzen. Lockern Sie den Boden darum vorsichtig mit einer Grabegabel. Markieren Sie dabei die Stellen, die kaum durchwurzelt sind, mit einem Stöckchen.

Bringen Sie etwa drei Zentimeter Komposterde auf und setzen Sie die Pflanzen ein. Dann die Fläche gut wässern und anschließend mulchen, damit die Feuchtigkeit im Boden bleibt. Als Mulchmaterial eignet sich gehäckseltes Schnittgut von Sträuchern und Hecken, Rindenmulch oder Laub.

Bäume unterpflanzen – selbst bei dichtem Wurzelwerk

Wichtig, damit die Stauden gut anwachsen: In der nächsten Zeit auf gleichmäßige Bodenfeuchte achten und bei Bedarf zusätzlich gießen. Das Falllaub im Herbst darf liegen bleiben. Es dient als Winterschutz, und der daraus entstehende Laubhumus versorgt die Waldstauden optimal. Eichen- und Walnusslaub wegen seiner wachstumshemmenden Wirkung spätestens im zeitigen Frühjahr entfernen. Lassen Sie nicht die ganze Nadelstreu liegen, denn sie trägt zu stark zur Bodenversauerung bei.

Unter flachwurzelnden Bäumen ist der Wurzelfilz oft sehr dicht. Doch nach dem Aufschütten von Pflanzerde oder Kompost (circa 15–20 cm) können Sie diese Bäume unterpflanzen. Mindestens dreißig Zentimeter um den Stamm herum sollte jedoch freibleiben. Eine weitere Möglichkeit: Setzen Sie rhizombildende oder rankende Arten wie Efeu und Storchschnabel an den Rand der Baumscheibe. Mit der Zeit breiten sie sich dann auch in Richtung Stamm aus. So lassen sich auch Bäume unterpflanzen, die vom Wurzelsystem her scheinbar nicht dafür geeignet sind.

Diese Pflanzen wachsen gut unter Bäumen:

  • Der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) ist sehr robust und trockenheitsverträglich. Landschaftsgärtner, die Bäume unterpflanzen, greifen gerne auf diese anspruchslose Staudenart zurück.
  • Elfenblumen (Epimedium) können längere Trockenperioden ertragen, wenn sie einmal eingewachsen sind.
  • Die Haselwurz (Asarum europaeum) ist ein schöner Bodendecker.
  • Frühlings-Platterbsen (Lathyrus vernus) bevorzugen lichten Gehölzschatten.
  • Der Japanische Regenbogenfarn (Athyrium niponicum ‘Metallicum’) gedeiht auch im tiefen Schatten.
  • Mit Gehölzen Bäume unterpflanzen? Mahonien (Mahonia aquifolium) sind dafür ideal, denn diese Immergrünen kommen gut mit Wurzeldruck zurecht.
  • Gefleckte Taubnesseln (Lamium maculatum) sind robuste Stauden, die sich schnell über Ausläufer ausbreiten.
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis) bilden ebenfalls Ausläufer.
  • Das Kleine Immergrün (Vinca minor) benötigt kaum Pflege.
  • Salomonssiegel (Polygonatum biflorum) erfreut mit hängenden Blütenglöckchen.

Mit diesen Stauden und Gehölzen lassen sich auf abwechslungsreiche Weise Bäume unterpflanzen und schattige, bisher vernachlässigte Gartenbereiche verschönern.