Glockenblume Foto: AdobeStock_Ruud Morijn

Glockenblume:Für jeden Bedarf eine passende Art

Zwischen 300 und 500 Arten umfasst die Gattung der Glockenblumen (Campanula). Ihre Vertreter sind überwiegend Stauden, die Wälder, Wiesen und auch Hochgebirgszonen besiedeln. Es gibt sie in unterschiedlichen Wuchsformen und -höhen. Ihre größte Gemeinsamkeit ist dabei die Form ihrer Blüten, welche der Gattung ihren Namen verschafft hat. Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick in die große Artenvielfalt der Glockenblume und bekommen Tipps zu Pflanzung und Pflege.

Inhalt

Artenübersicht

Haben Sie Lust auf die schönen Sommerblüher bekommen und wollen es selbst einmal mit der Glockenblume versuchen? Für beinahe jeden Gartenstandort findet sich auch die passende Glockenblumen-Art. Unsere kleine Übersicht stellt Ihnen einige der schönsten Arten für die unterschiedlichsten Ansprüche vor. Die abgebildeten Blütezeiten und Wuchshöhen können dabei je nach Standort, Witterung sowie Temperatur abweichen.

Name BlüteWuchsVerwendungBesonderheiten
Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica)violett bis blau
VI–VIII
niedrig, horstbildendSteingarten, vollsonnige Beetebildet keine Ausläufer, Dauerblüher
Zwerg-Glockenblume (C. cochleariifolia)blau, an kurzen Stängeln
VI–VIII
kleinbleibend
10–15 cm
Fels- oder Mauerfugen, Steingartenbreitet sich schnell aus, bildet Ausläufer, kleine Blüten
Knäuel-Glockenblume (C. glomerata)dunkelviolett, in Knäueln
VI–IX
polsterartig
20–60 cm
Blumenwiesen, Naturgarten-Beete, als Schnittblumebildet viele Ausläufer
Stern-Glockenblume (C. isophylla)helles Blau/Weiß
VI–VII
überhängend 10–20 cman Hängen und Mauernüppige Blüte
Riesen-Glockenblume (C. lactiflora)hellblau bis rosa
VI–VIII
horstartig
80–150 cm
Gehölzunterpflanzung, halbschattige Beetewindgeschützter Standort im lichten Schatten (z.B. unter Gehölze)
Breitblättrige Glockenblume (C. latifolia)blauviolett, aufrecht in Trauben
VI–VII
aufrecht, breite Horste
80–100 cm
Naturgarten, Gehölzunterpflanzung, absonnige Beetebehaarte Blätter, heimische Staude
Marien-Glockenblume (C. medium)je nach Sorte blau/rosa/weiß an langen Stängeln
V–VII
Blattrosetten
60–90 cm
halbschattige Beeteauch als Schnittblumen geeignet
Pfirsichblättrige Glockenblume (C. persicifolia)hellblau, in Trauben
VI–VIII
Blattrosetten, kleine Ausläufer
50–100 cm
halbschattige Beete, zwischen Gehölzenheimische Staude
Dalmatiner Glockenblume (C. portenschlagiana)hellviolett
VIII–IX
polsterförmig
40–60 cm
Steingarten, Mauerfugenlange Blüte, anspruchslos und pflegeleicht
Hängepolster-Glockenblume (C. poscharskyana)violett
VI–VII
überhängende Polster
10–15 cm
Steingarten, Trockenmauerbreitet sich stark aus
Rundblättrige Glockenblume (C. rotundifolia)violett
VI–IX
aufrecht
20–50 cm
magere Wiesen, an Hängen oder Böschungen, absonnige Beeteheimische Wildstaude

Standortansprüche der Glockenblume

So vielfältig die Erscheinungen der verschiedenen Arten, so unterschiedlich sind auch deren Standortbedürfnisse. Für die meisten von ihnen können Sie mit einem durchlässigen, lockeren und frischen Boden allerdings nichts falsch machen – die eine mag es auch trockener, die andere vielleicht auch etwas nährstoffärmer. Der ideale pH-Wert bewegt sich entsprechend der Art ungefähr zwischen 8 und 10. Bei schweren Lehm- und Tonböden, in denen sich leicht Staunässe bildet, sind sich die Arten aber einig, denn die mögen sie alle gar nicht.

Glockenblume Foto: AdobeStock_Danielle Bonardelle
Dalmatiner Glockenblume (Campanula portenschlagiana). Foto: AdobeStock_Danielle Bonardelle

Greifen Sie jedoch auch bei Glockenblumen in Topfkultur auf ein lockeres, am besten sandig-humoses Substrat zurück, das genügend Wasser halten kann ohne Staunässe entstehen zu lassen. Außerdem muss unbedingt ein Wasserabzugsloch vorhanden sein. Exemplare in Töpfen müssen zudem im Haus überwintern.

In Sachen Lichtverhältnisse sollten Sie sich vor dem Kauf über die jeweiligen Ansprüche der Glockenblumen-Art informieren. Denn auf der einen Seite lieben viele von ihnen die direkte Sonne (darunter Campanula carpatica, C. cochleariifolia, C. portenschlagiana und C. glomerata). Andere bevorzugen hingegen ein absonniges oder halbschattiges Plätzchen, zum Beispiel Campanula latifolia oder C. persicifolia.

Glockenblume Foto: AdobeStock_Happy Dragon
Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia). Foto: AdobeStock_Happy Dragon

Pflanzen

Glockenblumen pflanzen Sie am besten im zeitigen Frühjahr, je nach Witterung und Temperatur etwa zwischen März und April. Sand und Kompost sind zudem sinnvolle Bodenzugaben beim Pflanzen. Beides können Sie leicht in den Gartenboden einarbeiten, entfernen Sie außerdem grobe Steine, damit die Glockenblumen in der Anfangszeit ungehindert Wurzeln schlagen können.

Zu anderen Pflanzen sollten Sie zudem je nach Art einen Pflanzabstand zwischen 20 und 30 Zentimeter einplanen. Für Arten, die sich entsprechend rasch in die Breite vergrößern, darf es auch etwas mehr sein. Nachdem Sie die Pflanzen eingesetzt haben, wird die oberste Erdschicht vorsichtig angedrückt, damit keine Lücken im Boden bleiben. Schließlich wird mit einem feinen Gießaufsatz angegossen.

Glockenblume pflegen

Auch Schnecken finden jedoch Gefallen an den hübschen Glockenblumen. Anders als Gärtner*innen haben die es aber weniger auf die farbenfrohen Blüten, sondern vielmehr auf das für die Tiere sehr schmackhafte Laub abgesehen. Besonders niedrigwachsenden Arten macht der Schneckenfraß oft schwer zu schaffen, weshalb ein Schneckenschutz angebracht werden sollte.

Die meisten Glockenblumen benötigen keine üppigen Nährstoffgaben. Eine jährliche Kompostdüngung ist dementsprechend völlig ausreichend. Manche reagieren sogar negativ auf zu viele Nährstoffe, zum Beispiel die Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica). Deshalb sollten Sie auch beim Gießen bedarfsgerecht vorgehen. Gelegentliches Wässern ist meist schon ausreichend. Dagegen werden einige Arten sogar nur in Trockenperioden gegossen, wie etwa Campanula latifolia.

Im Winter ist ein Kälteschutz sinnvoll. Neben dem oft verwendeten Reisig können Sie bei einziehenden Stauden auch eine Schicht Kompost auf den Beeten verteilen. So schützen Sie die Glockenblumen vor Frost und Fäulnis, außerdem verbessert der Kompost ganz nebenbei die Bodenstruktur.

Verwendung

Die wohlgeformten Glockenblüten in unterschiedlichsten Blautönen machen die Campanula-Arten zu liebenswürdigen Pflanzen, die mit ihren langen Blütezeiten erfreuen. Besonders die kleinen, polsterbildenden Sorten bilden sogar oftmals ganze Blütenteppiche, an denen man sich gar nicht satt sehen kann.

Glockenblumen lassen sich dabei auf unterschiedlichste Weisen in den Garten integrieren, sei es in Balkonkästen, zwischen Blütenwiesen, im Steingarten oder auch als Bodendecker unter Laubgehölzen.

Glockenblume Foto: AdobeStock_JAG IMAGES
Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora). Foto: AdobeStock_JAG IMAGES

Die hübschen Blühstauden sind unter anderem auch sehr beliebt als Pflanzpartner für Rosen. Die blauen Blüten geben wahrlich schöne Kontraste zu den breiten Farbpaletten der Rosensorten. In Beeten kann man sie zudem mit Rittersporn (Delphinium), Frauenmantel (Alchemilla mollis), Akeleien (Aquilegia), Silberkerzen (Actaea) oder Iris-Arten kombinieren. Im Steingarten oder an Trockenmauern zum Beispiel mit Thymian (Thymus), Hornkräutern (Cerastium), Nelken (Dianthus) oder horstbildenden Gräsern (zum Beispiel Festuca ovina).

LUISA ROTH

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