Die Iris Germanica ist eine uralte, sehr gesunde und wüchsige Hybride aus der Gruppe der Bart-Iris. Ihre Blüten sind nicht spektakulär, erscheinen aber reichlich, selbst auf Sand!

Die Schwertlilie – Eine riesige Vielfalt

Es ist ein beinahe aberwitziges Unterfangen, die riesige Gruppe der Schwertlilien näher vorstellen zu wollen. Alleine 285 Wildarten gibt es auf unserer Erde, aus denen sich eine ungezählte Menge von Hybriden und Sorten entwickelt hat. Der Vorteil: Egal welche Bodenbedingungen herrschen, niemand muss auf die Namensvetterin von Götterbotin Iris verzichten! Besonders bekannt sind die Bart-Iris, deren Blütenblätter sich in allen Farben des Regenbogens zeigen und zudem ein kleines, aber doch gruppenbestimmendes Bärtchen tragen. Sie gedeihen an trockenen Plätzen. Die meisten anderen Schwertlilienarten schätzen es eher frisch bis richtig nass, so wie unsere einheimische Sumpf-Schwertlilie. Einig sind sie sich alle nur in ihren Lichtansprüchen: Sonne satt ist gerade recht.

Schwertlilie: Feuchter Standort

Gut mit Kompost versorgter, frischer, gerne auch lehmiger Boden, wie er in einer typischen Staudenrabatte vorliegt, ist der Wiesen-Schwertlilie am allerliebsten. Hier bildet sie zusätzlich zu ihren wunderschönen Blüten üppige Blattschöpfe, die wie straff wachsendes Ziergras anmuten. Damit ist sie selbst für edle Strauchrosen eine adäquate Begleiterin, macht aber auch neben Stauden mit gegensätzlichen Blattformen eine gute Figur, wie neben Trollblume oder Ligularie. Insbesondere neuere Iris sibirica-Sorten wie die lavendelfarbene ‘Hohe Warte’ brauchen die Aufmerksamkeit, die einer Prachtstaudenrabatte zuteil wird. Ältere Auslesen wie die violettblaue ‘Elfe’ sind dagegen gänzlich anspruchslos und verwildern sogar. Mit ihnen kann man wirklich nichts verkehrt machen, nur allzu hohe Stickstoffgaben und ein zu frühes Kappen des Laubes im Herbst nehmen sie übel. Lassen Sie die Blattschöpfe also ruhig bis zum nächsten Frühjahr stehen. Einige von ihnen beginnen nach dem Sommer sogar, gelbgolden zu leuchten.

Nach den Wiesen-Iris übernehmen von Anfang Juni bis Anfang Juli Steppen-Iris und die hohe, mit ihr nahe verwandte Orientalische Iris den Flor im Beet. Allerdings müssen sich beide erst eingewöhnen, blühen mitunter erst zwei, drei Jahre nach ihrer Pflanzung. Die Geduld des Gärtners belohnen sie bei entsprechender Sortenwahl (‘Sahara Sands’ und ‘Everglow’) aber mit einem wahrhaft glänzenden gold-bronzenen Flor. Richtig nass um die Füße mögen es die sogenannten Wasser-Iris, darunter die einheimische, gelb blühende Sumpf-Iris und die blauviolette Asiatische Sumpf-Iris. Beide sind völlig unkomplizierte Pflanzen, die im Mai/Juni bis Juli üppig blühen.

Ausflugs-Tipp: Iriswiesen im Eriskircher Ried

Trotz ihres Namens ist Iris sibirica auch bei uns heimisch. Eines der wenigen, noch erhaltenen Naturvorkommen ist das Eriskircher Ried am Bodensee. Von Mitte Mai bis Anfang Juni blühen hier Abertausende von Iris. Besonders gut sind sie an der Zufahrt zum Eriskircher Strandbad zu bewundern. Der genaue Standort des „Eriskricher Ried“ kann bei maps.google.de nachgeschaut werden.

Schwertlilie: Trockener Standort

Die beliebteste Gruppe innerhalb der Schwertlilien sind zweifelsohne die Bart-Iris. Viele Zehntausend Züchtungen dieser „Töchter des Regenbogens“ gibt es schon und ständig strömen neue Zeichnungen und Blütenformen auf den Markt. Um in diesem kunterbunten Tohuwabohu halbwegs den Überblick zu wahren, werden Bart-Iris hinsichtlich ihrer Wuchshöhe in Untergruppen gegliedert: Zwerg-Iris, so genannte Nana-Sorten mit 20 bis 40 cm Höhe, blühen in milden Gegenden bereits ab Mitte April. Media- oder Intermedia-Iris erreichen bis zu 70 cm und blühen ab Anfang Mai. Die hohen Elatior-Bart-Iris schließlich werden bis 120 cm groß und blühen spät von Mitte Mai bis Mitte Juni. Mit der Wuchshöhe steigt auch die Blütengröße deutlich – und damit leider auch die Regenanfälligkeit.

Deshalb gibt es selbst unter den hohen Bart-Iris kleinblumige Züchtungen, die sich für regenreiche Gebiete empfehlen, wie die lavendelblaue, gut duftende ‘Lovely Again’ oder ‘Stepping Out’ in kontrastierendem Weiß-Violett. Wie alle Bart-Iris brauchen sie Sonne und einen sehr gut durchlässigen Boden. Optimal ist sandiger Lehm. Hier bilden sie üppige Fächer aus schwertförmigen Blättern und sind damit wahre Ordnungshelden im Beet. Umschmeicheln Sie sie mit Weichzeichnern wie Federgras oder Perovskie.

Praxis-Tipp: Verjüngungskur

Die Blühfreude der Bart-Iris lässt nach spätestens vier bis fünf Jahren deutlich nach. Nehmen Sie sie nun im Juli/ August mit der Grabegabel auf. An den Engstellen wird ihr perlschnurartiges Rhizom mit dem Messer in 10 cm lange Abschnitte geteilt. Jedes Stück sollte einen Blattschopf und viele Wurzeln besitzen. Die Blätter um die Hälfte kürzen (Verdunstungsschutz). Flach pflanzen und anfangs gießen. Eingewachsene Bart-Iris vertragen später sehr viel Trockenheit.