Eine wunderhübsche Heilpflanze: die Ringelblume.

Ringelblume – Alleskönner unter den Blumen

Sie gehören zu den bedeutendsten Heilpflanzen, färben Butter, Käse und Stoffe gelb, halten im Garten Pflanzen gesund und Schädlinge fern. Lange Zeit galten sie als Wetterpropheten und noch heute als Liebesorakel. Was können die Ringelblumen eigentlich nicht?

Die Ringelblume – eine altbekannte Heilpflanze

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts fand die wahrscheinlich ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Ringelblume ihren Weg in unsere Kloster- und Bauerngärten. Sie war alsbald wichtiger Bestandteil der Volksmedizin: Hildegard von Bingen verwendete „Ringele“ äußerlich und zwar vermischt mit Speck oder Teig gegen Grind und gegen „vellen“, vermutlich ist damit Schorf oder Krätze gemeint, und innerlich gegen Vergiftungen durch üble Speisen bei Mensch und Tier.

In den Pflanzenheilkundebüchern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit führte man die Ringelblume als schweißtreibende Pflanze auf und empfahl sie zur Linderung von Augen- und Zahnbeschwerden. Um das uns heute bekannte breite Wirkspektrum der Pflanze wussten die Menschen damals aber noch nicht, wohl aber um die färbende Eigenschaft der Ringelblumen.

Calendula officinalis, so der botanische Name der Ringelblume, wirkt entzündungshemmend, fördert die Gewebeneubildung und somit die Wundheilung.

Zudem gibt es Studien, die antimikrobielle, immunstimulierende und antitumorale Wirkungen belegen. Dabei sind es die in den Blüten steckenden Triterpensaponine, Polysaccharide, Flavonoide, Ätherischen Öle und Carotinoide, die sich die Pharmazie zunutze macht.

Auch die Kosmetikindustrie setzt auf die hübsche Pflanze und steckt sie in diverse Hautpflegeprodukte wie Handcreme, Baby-Öl oder Gesichtswasser.

Calendula Knospen
Foto: Pixabay/Myriam Zilles

Verwendung in der Volksmedizin

Arzneilich verwendet werden die Ringelblumenblüten. Die Heilkraft der Blüten wird heute insbesondere für äußere Anwendungen genutzt. Das Wirkungsspektrum ist dabei breit – Ringelblumenextrakte fördern die Wundheilung, sind außerdem entzündungshemmend, helfen bei Ekzemen, Akne, Verbrennungen, Furunkeln, Windeldermatitis und trockener Haut.

So können Sie beispielsweise Ringelblumen-Tee oder -Tinktur (verdünnt) für Umschläge, Bäder, Waschungen, Einreibungen oder für Spülungen im Mund- und Rachenraum verwenden. Ringelblumensalbe, die man auch gut selbst herstellen kann, hilft bei Abschürfungen, Schnittverletzungen und Brandwunden.

Calendula: Eine unkomplizierte Gartenpflanze

Die Ringelblume möchte gern sonnig stehen, sie bevorzugt einen nährstoffreichen, lockeren, etwas feuchten Boden, kommt aber grundsätzlich mit fast allen Bodenverhältnissen zurecht. Um den Fortbestand der Pflanze muss man sich in der Regel nicht weiter kümmern, denn sie vermehrt sich an einem passenden Standort leicht über Selbstaussaat.

Es lohnt sich jedoch, gezielt zur Samentüte zu greifen. Denn es gibt besondere Auslesen, z. B. die Zwerg-Sorte ‘Daisy’ oder ‘Neon’, die mit extrem gefüllten Blütenbällen auffällt. Dem Liebesorakel „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ fällt Letztere bestimmt nicht zum Opfer.

Tipp
Säen Sie gestaffelt aus, dann blüht sie vom Sommer bis zu den ersten stärkeren Frösten. Man beginnt im Herbst, dann wieder Anfang April und endet im Mai.

Calendula offene Blüte
Foto: Pixabay/Thomas B.

Dreierlei Früchte

Ringelblumen entwickeln bei der Reife unterschiedliche Fruchtformen: längliche Hakenfrüchte mit kleinen Stacheln, kurze, fast kreisförmige Larvenfrüchte, flügelartig verbreiterte Kahnfrüchte. Diese werden durch Regen und Wind verbreitet, von Ameisen oder Tieren, in deren Fell sie hängen bleiben, verschleppt.

Bauerngartenpflanze

Die Ringelblume ist eine alte Bauerngartenpflanze, die lange als zuverlässiger Wetterprophet galt: Öffnen sich die Ringelblumenblüten früh am Morgen, dann wird das Wetter schön. Sind sie nach 7 Uhr noch geschlossen, gibt es Regen: „Zeigt morgens die Ringelblume ihr Gesicht, sie einen schönen Tag uns verspricht; doch hält sie ihr Antlitz verborgen, bereitet das Wetter dem Landmann oft Sorgen.“

Calendula als Schnittblumen

Ein Sommerblumenstrauß mit Ringelblumen bringt garantiert Freude.
Tipp: Korbblütler wie Calendula schneidet man im vollentwickelten Zustand.

Bringt auch Balkon und Terrasse zum Leuchten

Im Kübel fühlen sich Ringelblumen auch wohl. Ideal sind klein bleibende Auslesen. Niedriger als die mittelhohe ‘Nova’ bleiben die Sorten der Daisy-Serie (20 cm).

Für Gemüsebeete

Im Gemüsebeet sorgen Ringelblumen nicht nur für den extra Farb-Kick.

Die hübschen Korbblütler haben noch mehr zu bieten: Sie eignen sich sehr gut für eine Mischkultur, beispielsweise mit Erbsen, Kartoffeln und Tomaten. Im Beet ziehen sie Insekten an und lockern mit ihren Wurzeln den Boden. Außerdem sind sie gute Gründünger. Man sagt ihnen nach, Nematoden aus dem Boden zu vertreiben, und Schnecken abzuhalten. Und als Pflanzenstärkungsmittel hat sich eine Jauche aus 1 kg Ringelblumen-Blüten, -Blättern und -Stängeln mit 10 l Wasser bewährt.

Die Ringelblume: Verwendung in der Küche

Vermutlich nutzte man sogar bereits seit der Antike C. officinalis sowie C. arvensis (Acker-Ringelblume) zum Färben von Speisen wie Käse und Butter. Und manch betrügerischer Händler streckte den echten Safran mit Ringelblumenblüten. Heutzutage experimentiert man in der Küche noch immer gern mit den mild-würzig schmeckenden Blüten, beispielsweise um Salate, Suppen, Gemüse oder Kräuterbutter aufzupeppen.