Schlehen – Pioniergehölz und aromatisches Wildobst

Wuchs und Aussehen der Schlehen

Der mittlere bis große Strauch besitzt kräftige Hauptäste und Kurztriebe, die in spitzen Dornen enden. Insgesamt haben Schlehen einen sparrigen, vielverzweigten aufrechten Wuchs, weshalb sie auch Dornstrauch oder Schlehdorn genannt werden. Drei bis fünf Meter kann der Strauch hoch werden und bis zu dreieinhalb Meter breit. Schlehen wachsen sehr langsam. Da das Gehölz den Boden intensiv durchwurzelt und reichlich Wurzelschösslinge bildet, kann daraus ein regelrechtes Dickicht entstehen.

Blüten und Früchte von Schlehen

Schlehen Blüte Foto: AdobeStock_carmenrieb
Die Blüten der Schlehe sind dekorativ und ziehen viele Insekten an Foto: AdobeStock_carmenrieb

Noch vor den Blättern erscheinen die zahlreichen weißen, bis zwei Zentimeter breiten Blüten. Im April/Mai haften die leicht duftenden Blüten ungefähr drei Wochen lang am Strauch und verwandeln ihn in eine weiße Wolke. Insekten freuen sich über den Nektar und fliegen Schlehen gerne an. Die Blüten bilden sich am mehrjährigen Holz.

Ab Oktober erscheinen die schwarzblauen kugeligen Früchte der Schlehen, die wie kleine Pflaumen aussehen. Sie haften bis zum Dezember an den Zweigen. Das sieht zum einen zierend aus, zum anderen dienen die Früchte den Vögeln im Winter als Nahrung. Erst nach Frosteinwirkung sind die sauer schmeckenden Früchte auch für uns Menschen roh genießbar. Aus den nahrhaften Steinfrüchten lassen sich Saft, Likör oder Konfitüre herstellen.

Die Schlehe (Prunus spinosa) zählt als Pioniergehölz, denn dank ihrer anspruchslosen Art kommt sie fast überall zurecht. Der Schwarzdorn, wie die Schlehe auch wegen ihrer dunklen Rinde genannt wird, gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Als Nutz- und Heilpflanze hat das heimische Wildgehölz schon lange Tradition.

Großfrüchtige Sorten wie ’Reto‘ und ‘Nittel‘ bringen doppelt so große Früchte hervor, wie die wilde Schlehe. Die Fruchtsorten werden meist auf Pflaumenunterlagen veredelt – dadurch werden Wurzelausläufer vermieden. Das ist sehr praktisch für kleine Gärten, denn so entstehen keine großen Schlehendickichte und die Pflanzen lassen sich gut in eine Blütenhecke an der Grundstücksgrenze integrieren.

Noch ein Tipp: Wenn die Früchte schon vor dem ersten Frost reif werden, lohnt sich das Einfrieren der Früchte in Gefrierbeuteln. Das mindert die Säure und hebt den Geschmack der Früchte. Und Marmelade oder Likör auf Basis von Kornbrand oder besser Gin schmecken viel besser.

Blätter und Rinde

Das sommergrüne Laubgehölz hat bis zu vier Zentimeter lange, elliptische Blätter, die am Rand gesägt sind. Die dunkel- bis frischgrüne Farbe im Sommer wandelt sich in eine eher unauffällige gelbliche Herbstfärbung.

Die Äste und Zweige der Schlehen erscheinen zunächst rötlich grau, später wird die Rinde dunkelbraun bis schwarz – deshalb auch der Name Schwarzdorn.

Standortbedingungen und Pflege von Schlehen

Schlehen sind sehr anpassungsfähig und wachsen sowohl auf sommertrockenen wie auch auf schwach sauren, leicht feuchten Böden. Die Sträucher bevorzugen eine sonnige bis halbschattige Lage sowie nährstoffreiche, kalkhaltige Lehmböden.

Gepflanzt werden Schlehen am besten im Herbst. Die Erde wird dabei gegebenenfalls mit etwas Kompost und Kalk angereichert. Die winterharten Sträucher sind robust und anspruchslos, sie müssen nicht extra gewässert werden. Bei Bedarf lichtet man Schlehen aus, indem man ältere Äste entfernt. Ist genug Platz vorhanden können Schlehen ohne Schnitt wachsen.

Verwendung von Schlehen

Am besten pflanzt man Schlehen in Gruppen oder verwendet sie in lockeren Hecken, zum Beispiel zusammen mit anderen Wildgehölzen wie Weißdorn. Sie haben als Vogelschutz-, Vogel- und Bienennährgehölz sowie als Nutz- und Heilpflanze für den Menschen einen großen ökologischen Wert. Auch als Straßenbegleitgrün, Sichtschutzpflanzung oder zur Begrünung von Böschungen kommen sie zum Einsatz.

Judith Starck

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