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Balkonblumen pflanzenTipps für eine üppige Blüte

Spüren Sie auch dieses Kribbeln? Es beginnt in der Fingerkuppe und breitet sich aus, bis zuletzt der ganze grüne Daumen vor Tatendrang vibriert. Prima! Nach den Eisheiligen kann es losgehen. Worauf es bei der Pflanzung von Balkonblumen ankommt, lesen Sie hier.

1. Augen auf beim Kauf: Nur vitale Pflanzen sind blühfreudig

Wurzel-Check vor dem Einpflanzen auf dem Balkon
Ein Wurzel-Check vor dem Kauf erspart späteren Pflanzärger.

Wenn Sie Balkonblumen pflanzen möchten, sind ein sattgrünes Laub, kräftige, ausreichend verzweigte Triebe und ein gut durchwurzelter Ballen mit hellen Wurzelspitzen die Garanten für die Blütenpracht. Ein kurzer Pflanzen-Check gibt Auskunft, ob die Qualität stimmt. Denn nur gesunde Exemplare starten gleich voll durch.

2. Sicherer Transport: So brechen Balkonblumen ab 

In Kisten und Kartons lassen sich Balkonblumen gut geschützt nach Hause transportieren. Empfindliche Arten mit brüchigen oder hängenden Trieben wie Zauberglöckchen, Elfensporn und Begonien zusätzlich in Zeitungspapier einwickeln.

3. Das passende Pflanzgefäß: Alles im Kasten? 

Wer Balkonblumen pflanzen möchte, kann bei der Wahl des Pflanzgefäßes richtig kreativ werden. Während die Form eine reine Geschmacksfrage ist, sollte bei der Größe nicht gespart werden. Die Erde trocknet schnell aus, wenn der Topf zu klein ausfällt. Ein Kasten sollte eine Höhe und Breite von mindestens 20 Zentimetern haben. Mit Kunststoff lässt sich hier Gewicht und Geld sparen. Allerdings: Schwarze Kunststoffgefäße können sich in der Sonne stark aufheizen. Die Folge sind Wurzelschäden. Das passiert in Tontöpfen nicht. Sie sind dafür schwerer, oft nicht frostfest und leider zerbrechlich.

4. Eine Drainageschicht: Scherben bringen Glück 

Balkonblumen pflanzen
Verwenden Sie neu gekaufte Blumenerde oder eine kühl und trocken gelagerte Erde vom Vorjahr.
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Für Scherben auf den geöffneten Abzugslöchern gilt das Sprichwort ganz bestimmt, denn sie sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser ungehindert abfließen kann. Staunässe fügt nämlich den meisten Pflanzenwurzeln Schaden zu. Eine 2 bis 3 Zentimeter hohe Dränageschicht aus Blähton oder Kies ist ebenfalls förderlich. Damit diese nicht im Lauf der Zeit von Erde durchsetzt wird, kann darauf ein Vlies gelegt werden.

5. Balkonblumen pflanzen: Eine gute Erde muss her

Hochwertige Substrate bilden die Grundlage für den Blütenreichtum auf Balkonien. Eine handelsübliche Universal-Blumenerde wird den Ansprüchen der meisten Balkonpflanzen gerecht. Sie gibt den Wurzeln Halt, speichert Wasser und Nährstoffe und besitzt ausreichend Luftporen, um die Wurzelatmung zu ermöglichen. Für ein optimales Wachstum benötigen Pflanzen Stick­stoff, Kalium und Phosphor sowie Spurennährstoffe. Dieser Nährstoffmix sollte in der Erde in ausreichendem Maße vorhanden sein, so dass in den ersten Wochen nicht gedüngt werden muss.

Strukturstabile Erden, die reichlich Wasser und Nährstoffe speichern können, haben natürlich ihren Preis. Pressen Sie zudem mal eine Handvoll Substrat zusammen. Fällt es anschließend leicht und locker auseinander? Sehr gut!

Bei der Blumenerde vom Vorjahr ist Vorsicht geboten: Wurde die Erde starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, begünstigt das die Schimmelbildung und der Stickstoffgehalt wird geringer.

Torf­freie Erden sind umweltschonend. Der Abbau von Torf zerstört oft Moor­land­schaften und setzt zudem den gebundenen Kohlen­stoff als klima­schädliches Kohlendioxid frei.

6. Erst mal ein Bad: Vor dem Pflanzen gut wässern 

Balkonblumen pflanzen: Wasserbad für die Wurzeln
Ein Wasserbad für die Wurzeln ermöglicht eine bessere Eingewöhnung der Pflanze

Den Wurzelballen vor dem Pflanzen in handwarmes Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen. So löst er sich leichter aus dem Topf und die Pflanze wurzelt rascher ein.

7. Bloß nicht zu dicht: Der optimale Pflanzabstand

Auch wenn das Gefäß zunächst noch lückig aussieht: Zwischen den Balkonblumen eine Handbreit Platz lassen. Sonst gibt es in kürzester Zeit ein Gerangel um Licht, Wasser, Nährstoffe und keine der Pflanzen kann sich richtig entfalten. Pflanzen Sie die Balkonblumen möglichst versetzt: Hängegeranien gehören an den Rand, so dass Ihre Blütenstände locker fallen können. In der Mitte kann der Raum von den Aufrechten genutzt werden. Auch die Pflanzhöhe ist entscheidend: Um ein unnötiges Breitenwachstum zu verhindern, sollten Sie die Pflanzen nicht zu tief in die neue Erde drücken.

8. Die Dosis macht’s: Gezieltes Gießen der Balkonpflanzen

Nach dem Pflanzen gießen Sie zunächst sparsam. So durchwachsen die Wurzeln auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen zügig das gesamte Substratvolumen. Später sollten Sie nach Bedarf wässern, am besten in den Morgen- oder frühen Abendstunden. Auf diese Weise kann das Laub vor der Nacht wieder abtrocknen.

Achtung bei hartem Leitungswasser: Petunie, Zauberglöckchen, Blaues Gänseblümchen u. a. reagieren darauf mit einer Eisenmangelchlorose. Denn mit dem Gießwasser steigt der pH-Wert des Bodens nach und nach an, und das Eisen kann von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden. Die Blätter werden deshalb vom Blattrand her gelb.

9. Nicht sofort in die pralle Sonne: Balkonpflanzen langsam eingewöhnen

Die Jungpflanzen aus dem Gewächshaus holen sich in der ungewohnten UV-Strahlung schnell mal einen Sonnenbrand. In den ersten Tagen sollten Sie sie daher halbschattig aufstellen oder mittags locker mit Zeitungspapier abdecken. Nach dem Akklimatisieren geht es an den endgültigen Standort.

10. Stets fein (her)ausgeputzt: Verwelktes regelmäßig entfernen 

Vertrocknete Blüten sollten Sie regelmäßig auskneifen. Das sieht nicht nur besser aus, es verhindert auch die Samenbildung. Folge: Die Pflanzen können ihre ganze Energie in die Bildung neuer Blütenknospen stecken. Krankes sollten Sie ebenfalls abzupfen, damit sich die Infektion nicht ausweitet.

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