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Bodendecker:Welche Gehölze und Stauden eignen sich?

Es muss nicht bei der flächig gepflanzten Cotoneaster bleiben – obwohl man natürlich auch diesen Prototyp der Bodendecker sehr schön in Szene setzen kann … Die Liste winterharter Bodendecker für den Garten ist weitaus größer. Schließlich fallen neben zahlreichen Gehölzen auch viele Stauden und Halbsträucher in diese Kategorie. Wer nach pflegeleichten, dicht- und niedrigwachsenden Pflanzen sucht, muss auch nicht auf Ästhetik verzichten. Denn von strahlenden Blütenfarben bis hin zu faszinierenden Blattstrukturen ist alles dabei. Hier gibt es einen Überblick.

Bodendecker – voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Mehr als bloße Unkrautprävention

Bodendecker werden oft gepflanzt, um Unkräutern vorzubeugen. Und tatsächlich können auf freien Flächen gepflanzte Gewächse das Durchkommen von Wildkräutern in Schach halten. Eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Mitteln ist es allemal. Zugegeben: Auch in einem dicht bewachsenen Beet kann hier oder da einmal ein Löwenzahn, eine Brennnessel oder auch eine Brombeere Fuß fassen – aber einzelne, das Bild störende Pflanzen lassen sich in der Regel leicht entfernen.

Ganz nebenbei sind Bodendecker, zum Beispiel als Unterpflanzung größerer Gehölze, aber auch in den Beeten ein wirksamer Bodenschutz. Sie verhindern eine allzu starke Austrocknung im Sommer sowie das Abschwemmen des Erdreichs bei Starkregen. Und natürlich sind flachwüchsige Pflanzen auch aus rein gestalterischer Sicht interessant. Dabei dürfen es elegante und ebenmäßige Bodendeckerteppiche sein, es muss aber nicht dabei bleiben. Die Kombination verschiedener Arten sorgt für abwechslungsreiche Pflanzenbilder.

Den richtigen Bodendecker finden

Die Auswahl an Bodendeckern ist natürlich riesig. Grasähnliche Stauden, Blütenpflanzen und Kleingehölze in verschiedenen Farben, Formen und Wuchshöhen machen die Entscheidung nicht leicht.

Natürlich sollten die favorisierten Pflanzen in erster Linie zum jeweiligen Standort (Sonne, Halbschatten oder Schatten) sowie den gegebenen Bodeneigenschaften passen. Auf sonnigen Standorten sind andere Qualitäten gefragt als im tiefen Schatten. Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl an Pflanzen, die als Bodendecker in Betracht kommen.

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Gehölze und Halbsträucher als Bodendecker

  • Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri)
  • Kleines Immergrün (Vinca minor)
  • Kriechspindel (Euonymus fortunei)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Flachwüchsige Koniferen, zum Beispiel Kriechwacholder (Juniperus horizontalis)
  • Fingerstrauch (Dasiphora fruticosa)
  • Zwergspiere (Spirea japonica)
  • Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens)
  • Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycinum)
  • Kleinstrauchrosen (Rosa)

In der Gruppe der immergrünen Bodendecker kommen neben der allseits bekannten und oft in öffentlichen Räumen verpflanzten Teppich-Zwergmispel auch das Kleine Immergrün und die Kriechspindel als pflegeleichte Bodendecker in Betracht – auch für Anfänger*innen. Gerade das Kleine Immergrün ist ein absoluter Allrounder, es kann in voller Sonne oder im Schatten stehen. Auch ist es der Beweis, dass sich so manche Kletterpflanze hervorragend als Bodendecker eignet – beim Efeu sieht es da ähnlich aus. Flachwachsende Koniferen, wie etwa der Kriechwacholder (Juniperus horizontalis), erweisen sich ebenfalls als unkomplizierte, trockenheitsverträglich und schnittfest.

Bodendecker: Kriechender Wacholder. Foto: AdobeStock_IhorStore
Ein robuster Bodendecker, der auch Trockenphasen problemlos übersteht ist der Kriechwacholder (Juniperus horizontalis). [Foto: AdobeStock_IhorStore]

Sommergrüne Zwerg-Gehölze überzeugen mit ihrer Blütenpracht und einem schönen Blattwerk, beispielsweise die Fingersträucher mit ihren fünfzähligen Schalenblüten in Gelb, Orange, Rosa oder Weiß. Zwergspieren sind hier ebenfalls beliebte Vertreter – in Weiß oder die rosafarbene Sorte ‘Little Princess‘. Sie wachsen zwar kompakt-buschig, doch sind sie mit etwa 50 Zentimetern Wuchshöhe nicht gerade die niedrigsten Bodendecker.

Etwas kleiner bleibt da die Schleifenblume, ein immergrüner Halbstrauch und noch dazu eine Bienenweide. An Mauerkronen, im Steingarten oder Beeträndern kommt sie besonders gut zur Geltung. Auch das Teppich-Johanniskraut ist ein immergrüner Halbstrauch. Rasch breitet es sich aus, in der Sonne oder im Halbschatten, auch auf trockenen Böden. Große goldgelbfarbene Blüten ergänzen das frischgrüne Laub.

Hypericum am Rand eines Steinweges. Foto: AdobeStock_ speakingtomato
Bodendecker am Wegesrand eignen sich als sanftes Verbindungselement. Hier: Hypericum calycinum. [Foto: AdobeStock_speakingtomato]

Für Rosenliebhaber*innen

Wer bei den Bodendeckern besonders viel Wert auf aparte Blütenpracht legt, dem seien Kleinstrauchrosen ans Herz gelegt. Ob mit einfachen Blüten oder romantisch gefüllt – es sind viele attraktive Sorten für sonnige Standorte erhältlich. Pflanzt man sie von Beginn an dicht, bedecken sie eine Fläche recht gut. Empfehlenswert sind beispielsweise ‘Bessy‘ in Orange, Alpenglühen‘ in Rot oder die rosablühende ‘Palmengarten Frankfurt‘.

Bodendecker: Rose mit rosafarbenen Blüten. Foto: AdobeStock_Gonzalo
Eine Rose auch für den kleinen Garten ist Rosa ‘Palmengarten Frankfurt‘. [Foto: AdobeStock_Gonzalo]

Bodendeckende Stauden für schattige Standorte

  • Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Taurischer Waldmeister (Asperula taurina var. caucasica)
  • Haselwurz (Asarum europaeum)
  • Niedriges Dickmännchen (Pachysandra terminalis ‘Compacta‘)
  • Zwerg-Schlangenbart (Ophiopogon japonicus ‘Minor‘)
  • Kriechende Goldbeere (Waldsteinia ternata)
  • Erdbeeren (Fragaria vesca oder x vescana)

Wenn es nicht ganzjährig grün sein muss, erweitern Stauden das Bodendeckersortiment um ein Vielfaches. Nicht wenige winterharte Stauden eignen sich für eine flächige Begrünung – auch auf schwierigen Standorten, zum Beispiel an Hanglagen oder unter Gehölzen. Pflanzen unter Bäumen und Sträuchern haben es besonders schwer – ein hoher Wurzeldruck, Schatten und Trockenheit müssen vertragen werden.

Das Kaukasus-Vergissmeinnicht bereichert in diesen Bereichen den Frühlingsgarten mit seinen winzigen, blauen Blüten. Auch typische Waldstauden sind als bodendeckende Gehölzunterpflanzung zu empfehlen, außerdem lassen sie sich stimmig miteinander kombinieren. Wer einmal Maiglöckchen im Wald begegnet ist, weiß, wie dicht sie sich ausbreiten können. Ebenso verhält es sich beim Taurischen Waldmeister, der zudem noch einen unvergleichlichen Duft mit sich bringt. Mit charmantem, rundlichem Laub sorgt die Haselwurz für zauberhafte Schattenflächen. Auch beim Niedrigen Dickmännchen steht der intensiv-grüne Laubschmuck im Vordergrund. Schlangenbart beziehungsweise der Zwerg-Schlangenbart können sogar als eine Art Rasenersatz im Schatten fungieren.

Dichter Teppich dunkelgrüner Dickmännchen. Foto: AdobeStock_Bonnie
An feuchten, schattigen Standorten fühlt sich Pachysandra terminalis wohl. [Foto: AdobeStock_Bonnie]

Mehrjährige Erdbeeren im Garten, sei es die kleinfrüchtige Wald-Erdbeere oder Sortenzüchtungen wie ‘Freejumper‘, können dank ihrer Ausläufer ebenfalls recht dichte Pflanzendecken entwickeln – aromatische Früchte zum Naschen inklusive. Die Kriechende Golderdbeere (eine entfernte Verwandte der Erdbeere) lässt sich ebenfalls nicht lange bitten, den ihr zur Verfügung stehenden Platz einzunehmen.

Stauden als Bodendecker – sonnige Standorte

  • Storchschnabel-Arten, zum Beispiel Geranium Rozanne oder Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
  • Teppich-Oregano (Origanum vulgare ‘Compactum‘)
  • Thymian-Arten (Thymus)
  • Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Teppich-Wollziest (Stachys byzantina ‘Silver Carpet‘)
  • Blaukissen (Aubrieta)
  • Polsterphlox (Phlox subulata)

An sonnigen Standorten geht es farbenprächtig zu. Insekten und Blütenfans kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer also auf Dauerblüher setzen möchte, ist etwa mit beinahe jeder Storchschnabel-Art bestens beraten. Absoluter Spitzenreiter ist hier die Hybride ‘Rozanne‘, die von Juni bis November unentwegt blühen kann – im schönsten Violettblau. Oder Sie verbinden das Schöne mit dem Nützlichen und pflanzen einen Teppich-Oregano. Dieser blüht ebenfalls viele Monate und ist dazu noch eine kulinarische Bereicherung … Soll es noch flacher sein, aber dennoch würzig? Thymian-Arten sind traumhafte mattenbildende Bodendecker. Im Steingarten fühlen sie sich wohl – genauso wie der wintergrüne Mauerpfeffer, der silberlaubige Teppich-Wollziest, das reichblühende Blaukissen oder der wohlgeformte Polsterphlox.

Bodendecker: Niedriger Thymian mit violettfarbenen Blüten. Foto: AdobeStock_KPad
Hervorragend in mediterrane, steinige Gärten passt Thymus serpyllum. [Foto: AdobeStock_KPad]

Tipp für das Pflanzen der Bodendecker

Vor dem Pflanzen lohnt es, den Boden im Beet gründlich vorzubereiten und insbesondere darauf zu achten, dass keine Wurzelunkräuter im Erdreich lauern. Je dichter man dann die Bodendecker pflanzt, umso schneller ist die Fläche „geschlossen“ – so nennen die Profis den Zustand eines vollständig bedeckten Beetes. In der ersten Zeit sollte unerwünschter Pflanzenzuwachs außerdem noch recht schnell entfernt werden, damit sich der Bodendecker ungestört etablieren kann.

LUISA ROTH

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