Mit Kompost können alle Pflanzen gedüngt werden. Eine Grunddüngung mit 3 Liter pro Quadratmeter im Frühjahr reicht in aller Regel aus. Bild: GartenFlora

Biodünger selber machen

Einige wertvolle Naturdünger lassen sich leicht selbst produzieren. Deren Nährstoffgehalte können allerdings nur abgeschätzt werden.

Der wichtigste Recyclingdüngerist Kompost. Er liefert nicht nur Nährstoffe, sondern versorgt den Gartenboden auch nachhaltig mit Humus. Kompost kann nach einem Jahr Rotte ausgebracht werden.

Rottet er länger, nimmt seine Düngewirkung etwas ab. Dafür enthält er mehr Dauerhumus, der den Boden über Jahre verbessert.

Besonders stickstoffhaltig sind Pflanzenjauchen. Sie wirken schneller als Kompost und lassen sich auch deutlich schneller herstellen. Dazu etwa ein Kilo Grünpflanzen wie Beinwell, Lungenkraut, Brennnesseln oder Gründüngerpflanzen in zehn Liter Wasser zwei bis drei Wochen vergären lassen, abseihen und mit zehn Teilen Wasser verdünnen. Wöchentlich damit gießen.

» Gründüngung als natürliche Methode

Mist und Dungvon Kuh und Schaf können in kleinen Mengen (3 Liter por Quadratmeter) vor Kulturbeginn in den Boden eingearbeitet werden. Pferde- oder Geflügelmist sind scharf. Vor allem frischer Geflügelmist führt schnell zu Verbrennungen. Beide werden besser aufgesetzt und für ein halbes bis ganzes Jahr abgelagert.

Noch besser: Den Mist in dünnen Lagen alle 15 cm auf den Kompost geben. Nach einem Jahr ist ein milder Dünger entstanden. Gesundheitsschädliche Bakterien oder Darmparasiten sind dann abgestorben.

Holzasche aus unbehandeltem Holz ist ein kaliumhaltiger Naturdünger, den z. B. Sellerie und Kartoffeln schätzen. Allerdings enthält sie auch Kalk und häufig Schwermetalle. Die Asche also mit Bedacht einsetzen und nicht gleichzeitig kalken. 

Bidodünger selber machen

9 Tipps zum Kompostieren

1. Wann ist Kompost fertig?
Meist reichen wenige Monate, um Düngekompost zu erhalten. Er gibt die enthaltenen Nährstoffe innerhalb einer Saison weitgehend ab. Im Boden bleibt jedoch kaum Humus zurück. Älterer Kompost versorgt den Boden dahingegen über Jahre mit Dauerhumus.

2. Warum wird er gesiebt?

Damit werden halbverrottete Bestandteile abgetrennt, die für ein weiteres Jahr auf den Kompost wandern. Die ausgesiebten Bestandteile eignen sich auch zum Mulchen von Baumscheiben oder Gehölzstreifen.

3. Eignet sich fertiger Kompost als Blumenerde?

Wenn er mit gutem Gartenboden vermischt wird, ja. Mehr als ein Drittel Kompost sollte wegen der hohen Nährstoffkonzentration jedoch nicht enthalten sein.

4. Wie wird er dosiert?
Staudenbeete erhalten 1-2 l/m², bei Prachtstauden und Gemüsebeeten sind bis 3 l/m² erlaubt. Rhabarberstauden erhalten je nach Größe 5 bis 8 l/m² pro Pflanze.

5. Wann kann ich Kompost ausbringen?

Gut abgelagerter Kompost kann fast ganzjährig ausgebracht werden. Junger (Dünge-)Kompost dagegen etwa zwei bis drei Wochen, bevor die Nährstoffe gebraucht werden. In der Regel ist das im Frühjahr, bei Spargel, Erdbeeren und dem erwähnten Rhabarber dagegen nach der Ernte.

6. Wie lagere ich gesiebten Kompost bis zur Verwendung?
Er sollte trocken in Kunststoffsäcken oder mit einer Folie abgedeckt aufbewahrt werden. Dann ist der Nährstoffverlust an geringsten.

7. Wozu eignet sich Kompost nicht?

Bitte geben Sie keinen Kompost direkt in Pflanzlöcher salzempfindlicher Kulturen wie Weinreben oder Erdbeeren. Es reicht, ihn nach dem Pflanzen oberflächlich einzuarbeiten. Wegen seines meist hohen pH-Werts ist er nichts für Moorbeetpflanzen.

8. Braucht man Zusatzstoffe?

Kompoststarter helfen einer trägen Verrottung auf die Beine. Kalkstickstoff und Hornspäne liefern Stickstoff, der schwer verrottenden Materialien wie Herbstlaub, Staudenstängeln oder Holzhäckseln fehlt. Kalkstickstoff trägt zudem dazu bei, den Unkrautanteil im Kompost zu reduzieren sowie Schnecken abzutöten. Urgesteinsmehl ergänzt wertvolle Spurenelemente.

9. Muss ich halbfertigen Kompost umsetzen?

Wenn die gesamte Füllung eines Komposters vollständig und einheitlich verrotten soll, ja. Die Alternative: Halbverrottetes aus den oberen Schichten kommt im nächsten Komposter ganz nach unten und darf dort weiter vererden. Dann die untere, fertige Schicht sieben und ausbringen oder lagern.