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Beerendünger: Für eine saftige Ernte

Von Luisa Roth

Was gibt es Schöneres, als an heißen Sommertagen frische Beeren direkt vom Strauch zu naschen? Damit die Früchte süß und saftig sind, muss aber nicht nur genug Sonne da sein, sondern auch die Nährstoffversorgung stimmen! In diesem Beitrag widmen wir uns Fragen rund um das Düngen von Beerenpflanzen. Welcher Beerendünger eignet sich? Wie düngt man Erdbeere, Johannisbeere und Himbeere richtig? Und: Sind Spezialprodukte notwendig?

Beerendünger: Wozu gibt es Spezialprodukte?

N, P und K stehen für die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese Stoffe sind für ein gesundes Pflanzenwachstum essenziell. Das NPK-Verhältnis gibt an, wieviel vom jeweiligen Hauptnährstoff in einem Düngemittel enthalten ist. Während Stickstoff Spross- und Blattwachstum fördert, ist Phosphor wichtig für die Entwicklung von Wurzeln, Blüten und Früchten. Kalium wiederum spielt eine bedeutende Rolle für die Regulation des Wasserhaushaltes einer Pflanze, sorgt für die Ausbildung starker Zellwände und unterstützt ebenfalls Blüten- und Fruchtbildung. Ideal für Beerenpflanzen ist daher ein langwirkender, phosphor- und kaliumbetonter Beerendünger.

Beerendünger: Reife rote Johannisbeeren an einem Strauch. Foto: AdobeStock_Оксана Олейник
Das Düngen von Beeren sollte im besten Fall schon vor der Blütenbildung geschehen. [Foto: AdobeStock_Оксана Олейник]

Denn fruchttragende Pflanzen haben einen erhöhten Phosphor- und Kaliumbedarf. Zwar wird auch Stickstoff benötigt, vor allem bei frisch gepflanzten Sträuchern, jedoch kann ein Stickstoff-Überschuss zu mastigem Wuchs und instabilen Trieben führen.

Tipp: Ein zu hoher Stickstoffgehalt im Dünger erhöht bei einigen Beeren auch die Gefahr von einem Pilzbefall, etwa mit Mehltau.

Als „Beerendünger“ ausgezeichnete Produkte sind speziell auf eben diese Bedürfnisse von Beerenobst abgestimmt. Sie sind als mineralische oder organische Mischungen erhältlich. Diese Nährstoffmischungen werden aus zahlreichen mineralischen oder organischen Komponenten in unterschiedlichen Anteilen zusammengestellt. Die Kalium- und Phosphor-betonten Dünger mit typischen Gehalten von 7 bis 9 % Stickstoff, 3 bis 8 % Phosphor und 8 bis 13 % Kalium fördern Blütenbildung und Fruchtwachstum. Um zu starkes Holzwachstum zu verhindern, ist der Stickstoffgehalt relativ gering.

Sind Spezialprodukte notwendig?

Spezielle Beerendünger eignen sich besonders für Gärtner*innen, die sich nicht zu viele Gedanken um die Wahl des Düngers machen möchten. Spezielle Beerendünger sind in dieser Hinsicht praktisch, da nur ein Produkt nötig ist und nicht etwa eigener Kompost angesetzt werden muss oder Düngematerialien erst zusammengestellt werden müssen. Für alle, die Beeren außerdem im Topf statt im Beet kultivieren, sind die fertigen Beerendünger-Mischungen ebenfalls von Vorteil. Denn Kompost und Co. eignen sich in der Topfkultur weniger gut.

Beerendünger: Eine Frau mit einer blauen Schürze und weißen Handschuhen gibt Substrat in einen Balkonkasten. Im Vordergrund zu sehen sind mehrere Erdbeerpflanzen. Foto: AdobeStock_brizmaker
Ein hochwertiges – am besten torffreies Substrat – legt den Grundstein für eine erfolgreiche Topfkultur. [Foto: AdobeStock_brizmaker]

Eine NP-betonte Düngung im Garten kann natürlich auch auf andere Weise erreicht werden. Wer beispielsweise Wert auf organische Materialien legt, kann Knochen- oder Hornmehl verwenden, beide enthalten viel Phosphor und Kalium. Holzasche enthält ebenfalls viel Kalium und ist gut für Beerensträucher geeignet. Allerdings wirkt die Asche im Boden basisch – für säureliebende Beerensträucher wie die Heidelbeere ist sie daher nicht zu empfehlen.

Auch auf den pH-Wert achten!

Dünger hat auch Einfluss auf den pH-Wert des Bodens. Achten Sie darauf, dass dieser auch zum Anspruch der jeweiligen Pflanze passt. Heidelbeeren bevorzugen beispielsweise einen niedrigeren pH-Wert zwischen 4 und 5. Auch für Himbeeren darf es etwas mehr Säuregehalt sein. Kalkdünger neutralisiert die Säuren im Boden und ist daher für diese Arten eher ungeeignet. Auf der anderen Seite kann der Dünger aber auch dazu dienen, den pH-Wert eines sauren Bodens zu erhöhen und so für andere Pflanzen zu verbessern.

Kompost für Beerenpflanzen ist immer gut geeignet, da er den Boden nicht nur mit Nährstoffen anreichert, sondern auch die Aktivitäten nützlicher Mikroorganismen fördert, den Boden auflockert sowie die Wasserspeicherung und Belüftung verbessert. Bei schweren und lehmigen Böden ist Kompost daher unbedingt zu empfehlen. Verzichten Sie auf stickstoffreiches Material wie beispielsweise Grasschnitt.

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Beerendünger: Anwendung

Es werden abhängig vom Produkt etwa 40 bis 50 g/m2 als Grunddüngung im Frühjahr und als zweite Gabe von 30 bis 40 g/m2 im Sommer ausgebracht. Übrigens: Beerendünger eignet sich wegen seines relativ geringen Stickstoffgehalts in reduzierter Dosierung auch für Kräuter.

Überdüngen vermeiden!

Die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung ist wichtig, doch zu viel des Guten kann auch Nachteile mit sich bringen. Eine Überdosierung von Dünger kann bei Beerenpflanzen die Fruchtqualität mindern. Auch eine zu späte Düngung ist meist ein Fehler: Der Fokus sollte auf dem Frühjahr liegen.

Weitere Düngemittel mit geringem Stickstoffanteil sind beispielsweise Kräuterdünger, meist in flüssiger Form. Weiter bietet der Handel zahlreiche Produkte für bestimmte Pflanzengruppen an, zum Beispiel Zitrusgewächse, Buchsbäume oder Tomaten – damit werden die speziellen Nährstoffbedürfnisse optimal abgedeckt.

Beeren düngen: Feine Unterschiede

Erdbeeren düngen Sie am besten sparsam. Sie mögen es humusreich und feucht. Düngen Sie im Frühjahr nach der Herstellerangabe eines Beerendüngers oder verwenden Sie Holzasche und Kompost.

Zum Düngen von Heidelbeeren eignen sich neben speziellen Beerendüngern Hornmehl oder ein sauer wirkender Kompost, zum Beispiel Nadelkompost. Normaler Kompost sollte eher nicht verwendet werden, da er tendenziell den pH-Wert anhebt.

Himbeeren düngen Sie beispielsweise mit Kompost, Holzasche oder auch Stallmist. Vorsicht mit zu basischen Düngemitteln.

Im Gegensatz zu Heidel- und Himbeeren mögen es Brombeeren eher kalkhaltig. Auch hier am besten einmal im Frühjahr düngen.

Stachelbeeren düngen Sie ebenfalls sparsam im Frühjahr. Kompost ist eine gute Idee, um den Wasserhaushalt zu verbessern.

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