15 Tipps für den Anbau von Erdbeeren

Zwischen Mai und Juni haben einmaltragende Erdbeeren ihre Erntezeit – sie können aber durchaus wie remontierende Sorten mehrjährig kultiviert werden. Allerdings steht nach einiger Zeit eine Neupflanzung an. Viele wissenswerte Dinge rund um den Anbau von Erdbeeren erfahren Sie hier.

Erdbeeren werden eingepflanzt

Erdbeeren richtig pflanzen und pflegen

Bereits bei der Pflanzung von Erdbeeren gibt es einiges zu beachten. Denn ein gesunder Wuchs und eine gute Blütenentwicklung sind entscheidend für eine reiche Ernte. Nachstehend liefern wir Ihnen Antworten auf wichtige Fragen.

  1. Wann ist die beste Pflanzzeit für Erdbeeren?
    Bei einmaltragenden Erdbeeren ist der beste Pflanzzeitpunkt im Sommer – von Mitte Juli bis Mitte September. Die Pflanzen etablieren sich schnell im warmen Boden und beginnen nach einer kurzen Anwachsphase sofort mit der Blütenbildung, die von der abnehmenden Tageslänge gesteuert wird. Bei den remontierenden Sorten ist die Pflanzzeit weniger entscheidend, da sie von Natur aus immer in der Lage sind, neue Blüten anzulegen. Dennoch sollte man nur bis Mitte Oktober pflanzen, da danach die Zeit zum Anwachsen vor den ersten Frösten zu kurz ist.
  2. Welchen Boden brauchen Erdbeeren?
    Erdbeeren benötigen einen warmen, durchlässigen Humusboden. In einem Sandboden sind regelmäßige Wassergaben sehr wichtig. Ist der Gartenboden eher schwer und lehmig, lohnt es sich, zur Pflanzvorbereitung noch etwas Sand oder reifen Kompost einzuarbeiten.
  3. Welcher Standort ist günstig?
    Die Erdbeere benötigt viel Sonne, denn sie möchte ja zuckersüße Früchte bilden. Aber auch ein halbschattiger Platz wird toleriert. Wie bei vielen fruchttragenden Pflanzen ist ein offener Standort günstiger als ein windgeschützter. Durch den Wind trocknen die Blätter schneller ab und ein Pilzbefall wird dadurch verhindert.
  4. Wie behandele ich den Wurzelballen beim Pflanzen?
    Der Wurzelballen sollte etwas aufgebrochen werden. Diese Maßnahme ist vor allem bei älteren, dicht durchwurzelten Wurzelballen ratsam. Sonst kann es passieren, dass die Wurzeln keinen Ausbreitungsdrang haben – in nassen Jahren besteht so die Gefahr der Fäulnis, in trockenen Jahren sterben die Pflanzen ab.
  5. Wie viel Platz lasse ich zwischen den Pflänzchen?
    Zwischen den Reihen sollten 40 cm bleiben, zwischen den Pflänzchen in der Reihe 25 cm. Wenn Sie bei der ersten Ernte mehr Erdbeeren ernten wollen, pflanzen sie auch die Reihen in 25 cm Abständen. Entfernen Sie in diesem Fall nach der ersten Ernte jede zweite Reihe. Machen Sie ein Erdbeerenbeet nicht breiter als 1,25 m, damit Sie in der Erntezeit alle Früchte vom Weg aus erreichen.
  6. Wann und warum sollten erste Blüten und Früchte entfernt werden?
    Wenn man dauertragende Erdbeerpflanzen mit einem recht kleinen Wurzelballen erwirbt, kann es sinnvoll sein, die ersten Blüten oder Früchte zu entfernen, um der Pflanze zunächst ein wenig Zeit und Kraft für das Anwachsen zu lassen.
  7. Was mache ich mit Ranken?
    Klettererdbeeren brauchen die Ranken zum Klettern. Bei anderen Erdbeerarten sollten Sie entfernt werden. Wenn Sie Jungpflanzen ziehen wollen, belassen Sie die Ranken der ertragreichsten Pflanzen.
  8. Wie ziehe ich aus Ranken Jungpflanzen?
    Kneifen Sie die Ausläufer ab, wenn sie erste Wurzeln haben. Setzen Sie sie in Schalen, bis die Wurzelballen kräftig genug sind, um sie auszupflanzen. Als Faustregel gilt: Nach 3 Jahren sollte man ein Erdbeerbeet mit abvermehrten Pflanzen erneuern. Dies sollte aber nicht über mehrere Generationen praktiziert werden, da die Qualität bei den Jungpflanzen abnimmt.
  9. Was ist beim Pflanzen noch wichtig?
    Pflanzen Sie Erdbeeren nur in Beeten, in denen in den letzten drei Jahren keine Erdbeeren oder andere Rosengewächse angesiedelt waren – es gibt sonst Nachbauprobleme. Ein Drittel bis die Hälfte des Herzchens sollte bei der Pflanzung mit Erde bedeckt werden, der Rest sollte noch herausschauen.
  10. Wie dünge ich richtig?
    Düngen Sie das Beet, bevor Sie die Pflanzen anbauen. Verwenden Sie Beete, in denen eine Vorkultur mit Mist versorgt wurde, oder arbeiten Sie unmittelbar vor dem Pflanzen einen organischen Volldünger ein. Verabreichen Sie einen Beerenobstdünger erst nach der Ernte, denn für die Anlage neuer Blütenknospen werden viele Nährstoffe benötigt.
Reife, rote Erdbeeren zur Erntezeit

Weitere Tipps rund um den Anbau von Erdbeeren

  • Wann und wie lange kann ich Erdbeeren ernten?
    Einmaltragende Sorten können nur im Mai und Juni, also einmal pro Jahr, Früchte tragen. Dafür bilden sie aber viele hochwertige Früchte in einer kurzen Zeitspanne aus. Ab August legen sie bereits  Blütenansätze für das nächste Jahr an. Bei mehrmals im Jahr tragenden Sorten kommt man von Mitte Juni bis zum ersten Frost in den Genuss der Früchte – die Ausbeute bei den einzelnen Pflückgängen fällt aber vergleichsweise klein aus.
    Einmaltragende und mehrmals tragende Erdbeeren können im Garten mehrere Jahre kultiviert werden. Dabei wird der Stock immer umfangreicher, bildet immer mehr Blüten und Früchte aus, die aber nach drei oder vier Jahren kleiner werden. Insgesamt lässt die Vitalität der Pflanzen nach dieser Zeit merklich nach. Dann ist es Zeit, neue Erdbeeren zu pflanzen oder sie rechtzeitig zu vermehren.
  • Kann man die Erdbeerernte zeitlich steuern?
    Bei Erdbeeren kann die Ernte verfrüht werden. Eine schwarze Mulchfolie rund um die Pflanzen, eine Abdeckung mit Vlies oder einem Folientunnel sorgen dafür, dass sich der Boden schneller erwärmt.
  • Sollte man Erdbeerpflanzen zurückschneiden?
    Bei einmaltragenden Erdbeeren können die alten Blätter nach der Ernte bis auf die ganz jüngsten Blattentwicklungen entfernt werden, so dass sich die Pflanze gut regenerieren kann und an kürzer werdenden Tagen Blütenknospen für das neue Jahr bildet. Einen Schnitt bei dauertragenden Erdbeeren kann man zum Beispiel vor dem Sommerurlaub vornehmen, so dass die Erntezeit etwas konzentrierter ausfällt. Nach einer kurzen Pause sind dann nach ca. sechs Wochen neue Früchte reif.
  • Wozu dient eine Strohmulchdecke?
    Eine Schicht aus Stroh (etwa drei bis vier Zentimeter dick) verhindert Spritzwasser an den Früchten und schützt die Pflanze vor Pilzkrankheiten. Durch eine Mulchschicht wird zudem mehr Feuchtigkeit im Boden gehalten. Andererseits erwärmt sich der Boden durch die Auflage nicht so schnell, wodurch die Fruchtreife etwas verzögert wird – in kalten Lagen sollte man daher nicht zu früh im Jahr mulchen. 
  • Was baue ich zwischen Erdbeeren an?
    Setzen Sie beispielsweise Radieschen und Salat zwischen die Reihen. Auch Knoblauch, Zwiebeln sowie Porree harmonieren mit Erdbeeren und sorgen zudem für eine geringe Beschattung. Tagetes und Erdbeeren sehen in der Kombination hübsch aus – die Studentenblume kann sogar Nematoden abtöten. Kohlarten sind grundsätzlich keine gute Nachbarn von Erdbeeren.

Sie überlegen, Ihre Erdbeeren auf Ihrem Balkon anzubauen? Dann bietet Ihnen der Artikel “Erdbeeren für den Balkon und Garten” hilfreiche Ideen und Tipps.