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Pflanzen gegen Mücken: So schützen Sie sich mit Lavendel und Co.

Kaum ein Tier ist in lauen Sommernächten mit so negativen Gedanken verbunden wie die Stechmücke. In den Sommermonaten versuchen wir meist, uns mit Anti-Mücken-Spray und Mückennetzen in den Fenstern vor juckenden Stichen zu schützen. Doch wer die passenden Pflanzen vor dem Schlafzimmerfenster oder auf der Terrasse wachsen lässt, kann sich auf ganz natürliche Art schützen und Mücken vertreiben.

Mücken vertreiben – voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Die Artenvielfalt der Mücke

Wenn wir von Mücken sprechen, dann meinen wir in der Regel Stechmücken. Stechmücken sind weltweit verbreitet und in Deutschland vor allem in den Sommermonaten aktiv. Hier fliegen etwa 50 Arten durch die Luft, in Mitteleuropa sind es schon über 100. Weltweit gibt es sogar etwa 3500 Stechmückenarten. Mücken gehören zu den Insekten und zur Ordnung der Zweiflügler.

Ein Leben im Wasser

So unterschiedlich die Mücken auch sein mögen, haben sie doch eins gemeinsam: Sie alle lieben das Wasser. Ohne Wasser ist das Leben der Mücke nicht möglich, denn ihr gesamter Lebenskreislauf ist daran gebunden. In der Regel brauchen die Tiere stehendes oder ruhiges Gewässer, um ihre Eier abzulegen. Nur wenige Mückenarten platzieren die Eier in fließendem Wasser, da sich die Entwicklung der Tiere dort schwieriger gestaltet. Hierzulande sucht die Mücke für ihre Eiablage vor allem folgende Orte auf:

  • Teiche
  • stehende Gewässer
  • Regenwassertonnen
  • nach Starkregen auch Pfützen
  • zeitweise überschwemmte Gebiete

So ist es keine Überraschung, dass es nach starken Sommergewittern zeitweise zu einer wahren Mückenplage kommen kann. Ist alles durchnässt und sind die Temperaturen trotzdem hoch, fühlt sich die Mücke am wohlsten.

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Vom Ei bis zur Mücke

Besonders die Larven der Mücke sind auf eine feuchte Umgebung angewiesen. In jedem Larvenstadium leben sie im Wasser und sind dabei bestens an die sauerstoffarmen Bedingungen angepasst. Als Larve schweben sie mit dem Hinterteil nach oben kopfüber im Wasser. Sobald sie das Puppenstadium erreicht haben, wachsen ihnen zwei Atemrohre. Die Puppe bleibt unter Wasser, die Rohre hingegen streckt sie an die Oberfläche. Sie versorgen die wachsende Mücke mit Sauerstoff.

Nahaufnahme von Mückenlarven, die kopfüber unter der Wasseroberfläche schweben. Nur das Atemrohr, mithilfe dessen sich die Larven mit Sauerstoff versorgen, ragt nach oben an die Oberfläche.
Mithilfe eines Atemrohrs, das an die Wasseroberfläche ragt, versorgen sich die Mückenlarven unter Wasser mit Sauerstoff. [Foto: AdobeStock_apisitwilaijit29]

Bis sich aus einem Ei eine Mücke entwickelt hat, dauert es unter guten Bedingungen nur bis zu zehn Tage. Weibchen werden dann mehrere Wochen alt und können sogar überwintern, die Männchen hingegen sterben recht schnell. Gibt es einen schwül-feuchten Sommer, wachsen bis zu sieben Mücken-Generationen in einem Jahr heran.

Auf welche Menschen haben es Mücken besonders abgesehen?

Tatsächlich werden einige Menschen häufiger gestochen als andere. Oft heißt es dann: „Du hast eben süßes Blut.“ Mit süßem Blut oder gar mit einer zuckerhaltigen Ernährung hat das aber nichts zu tun. Wissenschaftlich erwiese ist mittlerweile, dass Mücken Menschen mit der Blutgruppe 0 Menschen anderer Blutgruppen vorziehen. Die Forscher haben Folgendes herausgefunden:

  • Bei Blutgruppe 0 ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Mücke gestochen zu werden, doppelt so hoch ist wie bei der Blutgruppe B.
  • Noch unbeliebter ist die Blutgruppe A.

Mücken vertreiben: Was hilft gegen die Plagegeister?

Abgedeckte Regenwassertonnen verhindern, dass Mücken ihre Eier im Wasser ablegen können. [Foto: iStock_Dorin_S]

Wer weniger Mücken im Garten und damit auch im Haus oder der Wohnung haben möchte, sollte versuchen, möglichst wenig offene, stehende Wasserstellen im Garten zu haben. Das ist natürlich nicht immer möglich – und häufig auch gar nicht gewollt, darum können sich Gärtner*innen auch noch anders vor den kleinen Feinden schützen.

Mücken sind sehr geruchsempfindlich, was sich gut als Waffe gegen sie einsetzen lässt. Die Tiere mögen nämlich längst nicht jeden Duft, sondern lassen sich mithilfe von Gerüchen sogar vertreiben. Sie lieben süße, blumige Düfte genauso wie den Geruch von menschlichem Schweiß.

An lauen Sommerabenden lohnt es sich also, auf Parfüm oder besonders süßlich riechende Shampoos und Duschgel zu verzichten. Zudem sollte man sich insbesondere an heißen Tagen oder nach schweißtreibender körperlicher Betätigung vor dem Zu-Bett-Gehen kurz mit parfümfreien Pflegeprodukten abduschen. Besonders stark lockt Mücken jedoch das Kohlenstoffdioxid an, das Menschen beim Ausatmen ausstoßen. Daher geht es auch darum, Mücken mit Hilfsmitteln zu vertreiben.

Wie werden Mücken angelockt?

Mücken haben keine Nase, dafür aber an den Hinterbeinen spezielle Sensoren, mit denen sie beispielsweise das Kohlenstoffdioxid wahrnehmen, das wir beim Ausatmen ausstoßen. Außerdem sind sie an den Fühlern mit Geruchssensoren ausgestattet, mit denen sie menschlichen Schweiß riechen können.

Auf der Haut jedes Menschen leben unterschiedliche Bakterien, die beim Schwitzen unseren Schweiß verdauen, wodurch sich verschiedene Körpergerüche ergeben. Jeder Mensch riecht also anders und einige für Mücken damit besonders verlockend. Wie sich ein Körperduft zusammensetzen muss, damit er besonders viele Mücken anzieht, ist bisher noch unerforscht. Klar ist aber: Wer viel schwitzt, verströmt einen stärkeren Körperduft und hat stärker mit stechenden Mücken zu kämpfen.

Dieser Düfte vertreiben Mücken

Bestimmte Pflanzen verströmen einen Duft, den Mücken als unangenehm wahrnehmen. Glücklicherweise riechen die meisten Menschen diese Gerüche aber gerne, sodass Gärtner*innen mit den passenden Pflanzen nicht nur Mücken vertreiben, sondern sich selbst damit auch etwas Gutes tun. Folgende Pflanzen im Garten halten Mücken fern:

  • Lavendel
  • Duftpelargonie
  • Basilikum
  • Katzenminze
  • Minze
  • Tagetes
  • Ringelblume
  • Harfensträucher

Wer diese Pflanzen bei der nächsten Gartenplanung berücksichtigt, hat im folgenden Sommer in den meisten Fällen seine Ruhe vor den kleinen Plagegeistern.

Mücken vertreiben mit der Kraft der Pflanzen

Das können Lavendel und Duftpelargonie

Besonders Lavendel und Duftpelargonie sind ein starkes Duo gegen die fliegenden Plagegeister. Bei der Duftpelargonie sollten Gärtner*innen vor allem die Zitronen-Pelargonie im Blick haben – ihr intensiver, frisch zitroniger Duft jagt fast jede Mücke in die Flucht! Im Winter holen Pflanzenfans die Zitronenpelargonie einfach herein, um sie vor der Kälte zu schützen. Im kommenden Sommer darf sie draußen dann wieder als Mücken-Schreck dienen. Ist der Mückenansturm sehr stark, hilft es auch, die Blätter der Pflanze auf der Haut zu verreiben. So intensiviert sich ihr Duft und der Schutz ist so nah wie möglich am Körper.

Lila blühender Lavendel zwischen Holzdielen und einer hellen Mauer gepflanzt im Sonnenschein. Im Hintergrund ist ein Haus mit Holzfassade erkennbar sowie ein kleiner Blumenkübel mit pinkfarbenen Blumen.
Lavendel sieht nicht nur hübsch aus und duftet angenehm, sondern vertreibt auch noch unliebsame Mücken. [Foto: AdobeStock_nieriss]

Der Geruch von Lavendel wirkt auf den menschlichen Organismus beruhigend. Ob getrocknet oder frisch verjagt er aber auch Mücken und ist damit die perfekte Mückenabwehr. Im Sommer wächst und gedeiht Lavendel problemlos auf der Terrasse, dem Balkon oder im Gartenbeet. Die südländische Pflanze ist empfindlich, wenn es um die kalten Monate geht – der passende Winterschutz ist also auch bei dieser Pflanze wichtig.

Mit Basilikum, Minze und Katzenminze gegen Stechmücken

Die drei Kräuter schmecken nicht nur ausgezeichnet und sind das perfekte Futter für Bienen, sondern vertreiben auch Mücken. Die sind nämlich von dem Duft gar nicht angetan. Das liegt unter anderem an den in den Pflanzen enthaltenen ätherischen Ölen, die unsere Speisen und Getränke würzen und gesund für uns sind. Wer Minze und Katzenminze schon mal zwischen den Fingern zerrieben hat, weiß um den intensiven Duft, den schon ein einziges Blatt verströmen kann.

Warum jucken Mückenstiche?

Nur die weiblichen Mücken stechen, um Blut zu saugen. Denn Mücken ernähren sich nicht vom Blut ihrer Wirte. Vielmehr benötigen weibliche Mücken die Eiweißstoffe, die im Blut enthalten sind, um Eier zu produzieren. Sticht das weibliche Tier zu, injiziert sie Speichel in die Haut. Dieser hemmt die Blutgerinnung, das Blut des Wirts bleibt also länger flüssig, sodass die Mücke besser saugen kann. Die im Mückenspeichel enthaltenen Eiweiße sind es, die Juckreiz, Quaddeln und Rötung – und manchmal auch allergische Reaktionen – hervorrufen.

Bunte Blüten gegen Mücken

Tagetes und Ringelblumen lassen sich sehr leicht selbst großziehen und verwandeln den Garten und den Balkon im Handumdrehen in ein Blütenmeer, das Gärtner*innen freut und Mücken vertreibt.

Tagetes wie auch Ringelblumen brauchen einen sonnigen Platz und sind beides einjährige Pflanzen. Das Farbspektrum der Pflanzen reicht von Hellgelb über ein kräftigen Orange bis hin zu einem starken Karminrot – als Gartenpflanze blühen sie meist bis in den Oktober hinein. Das Praktische bei Ringelblumen ist, dass sie sich um die Blüte im nächsten Jahr von allein kümmern. Im Herbst samen sie sich selbst aus, um dann im Frühjahr frisch aus der Erde zu sprießen.

Harfensträucher als Geheimwaffe

Harfensträucher, botanisch Plectranthus, sind nicht unbedingt jedem Gärtner ein Begriff, der Pflanze schreiben einige aber eine abschreckende Wirkung gegenüber Mücken zu. Sie eignen sich sowohl als Balkonpflanze als auch als Topfpflanze auf der Terrasse. Der ideale Platz im Sommer ist ein luftiger und sonniger Ort. Dabei sollten Gärtner*innen die Pflanze aber vor praller Mittagshitze schützen – zu groß ist die Gefahr, dass die Blätter und Blüten verbrennen. In den warmen Sommermonaten ist es wichtig, die Pflanze gleichmäßig feucht zu halten und dabei Staunässe zu vermeiden. Am besten verträgt der Harfenstrauch Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser, dem einmal in der Woche etwas Flüssigdünger beigemischt wird. Harfensträucher sind frostempfindlich, daher sollten man sie in einem geschützten Raum bei idealerweise 10 bis 15 Grad überwintern lassen.

Zu sehen ist ein violett-blau blühender Harfenstrauch, der vor einer gelb-beigen Steinmauer wächst.
Dem blau-violett blühenden Harfenstrauch wird nachgesagt, er vertreibe Mücken. [Foto: AdobeStock_Mlle Sonyah]

Nicht nur Mücken machen uns im Sommer das Leben schwer. In der Draußen-Saison nerven auch andere Blutsauger. Erfahren Sie hier, wie Sie sich vor Zecken schützen – und wie Sie auch Hunde vor Zecken bewahren und Zeckenstiche bei Katzen verhindern können.

ANNA KATHARINA KÜSTERS

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