Der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zecke in Deutschland. Sie ist vor der Blutmahlzeit nur etwa 2,5 bis 4,5 Zentimeter groß. Foto: Adobe_Stock_lightpoet

Zecken im Garten:So schützen Sie sich richtig

Die langen Tage und das sonnige Wetter nutzen viele, um sich wieder verstärkt dem heimischen Garten zu widmen. Sobald alles grünt und blüht, ist die Gartenarbeit eine besonders entspannende und bereichernde Erfahrung. Doch auch in vielen Gärten lauern Zecken. Da die kleinen Blutsauger gefährliche Krankheiten übertragen können, sollten Gartenfreunde informiert und vorbereitet sein.

Zeckenschutz – voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Was sind Zecken und warum sind sie gefährlich?

Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut von Säugetieren ernähren. Sie gehören, wie auch die acht Beine erkennen lassen, nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. In unseren Breitengraden ist der Gemeine Holzbock die verbreitetste Zeckenart. Zecken saugen sich, wenn sie einen Wirt gefunden haben, stundenlang mit Blut voll, und lassen sich anschließend einfach wieder vom Wirt fallen. Nach einer solchen Mahlzeit können sie bis zu einem Jahr lang ohne weitere Nahrung überleben.

Wussten Sie, dass …

… Zecken nicht im üblichen Sinne „beißen“, sondern mit ihrem speziell geformten Kiefer die Haut des Wirtes durchbohren? Deshalb spricht man von einem Zeckenstich.

Eine Zecke (Gemeiner Holzbock) hat zugestochen, um Blut zu saugen, und steckt in menschlicher Haut.
Hat sich eine Zecke gerade erst in der Haut festgesetzt, um Blut zu saugen, kann man sie leicht mit einem Muttermal verwechseln. Foto: AdobeStock/Birute-Vijeikiene
Nahaufnahme einer vollgesaugten Zecke (Gemeiner Holzbock) auf einem 20-Cent-Stück.
Vollgesaugt erreicht die Zecke das Drei- bis Vierfache ihrer ursprünglichen Größe – und ist somit nicht mehr zu übersehen. Foto: AdobeStock_Michael-Rogner

Der Zeckenstich selbst ist keine ernsthafte Verletzung, sondern in aller Regel harmlos. Beim Saugen können Zecken aber die gefährlichen Infektionskrankheiten FSME und Borreliose an ihre menschlichen Wirte übertragen. Deshalb ist ein Zeckenschutz in jedem Fall sinnvoll.

Ist in Ihrem Garten Zeckenschutz nötig?

Während viele Menschen wissen, dass im Wald die Gefahr von Zeckenstichen droht, unterschätzen die meisten das Risiko im heimischen Garten. Fakt ist, dass sich Zecken auch in vielen Gärten durchaus wohlfühlen. Häufig werden sie von Kleintieren wie Igeln und Eichhörnchen eingeschleppt. Neben Wild- und Haustieren (etwa Rehen, Pferden und Hunden) gehören auch Menschen zu den bevorzugten Wirten von Zecken.

Ob Ihr Garten gefährdet ist, hängt vor allem von den klimatischen Bedingungen ab. Zecken mögen es warm, aber nicht zu heiß, und bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sonnige und trockene Gärten sind daher weniger gefährdet. Gibt es jedoch viele Schatten spendende Bäume, fühlen sich die Parasiten wohl.

Zecken entfernen: So klappt’s

Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie Krankheitserreger überträgt. Durchschnittlich dauert es mehrere Stunden, bis Bakterien wie Borrelien in den Saugapparat gelangen und von dort auf den Wirt übertragen werden. FSME-Viren hingegen können schon binnen kurzer Zeit nach dem Stich weitergegeben werden.

Zecken verankern sich beim Stich in der Haut und sondern zusätzlich ein Sekret ab, mit dem sie sich noch stärker mit der Haut verbinden. Deshalb ist beim Herausziehen mit einem leichten Widerstand zu rechnen.

Zwei Zeckenzangen, eine aus Plastik, eine aus Metall,  zum Entfernen von Zecken
Welches Zeckenwerkzeug Sie nutzen, bleibt Ihnen überlassen. Foto: AdobeStock_bina01

Das Entfernen einer Zecke gelingt mit einer spitzen Pinzette, einer speziellen Zeckenkarte, Zeckenzange oder Zeckenschlinge. Sie finden diese Werkzeuge unter anderem in der Apotheke.

Mit der Pinzette oder Zeckenschlinge greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche und ziehen Sie mit einer senkrechten Bewegung kontrollierten aus der Haut – zögern Sie dabei nicht, aber seien Sie trotzdem vorsichtig.

Entgegen der landläufigen Meinung müssen Sie die Zecke beim Herausziehen nicht drehen. Wichtig ist vor allem, die Zecke möglichst wenig zu quetschen.

Bei der Technik mit der Zeckenkarte gehen Sie etwas anders vor. Statt zu ziehen, entfernen Sie die Zecke mit einer Schiebebewegung. Den Schlitz der Zeckenkarte so nah wie möglich über die Haut und unter die Zecke schieben, bis diese sich löst.

Prävention: Wie schützen Sie sich vor Zecken?

Glücklicherweise gibt es effektive Möglichkeiten, die sich als Zeckenschutz eignen. Tragen Sie bei der Gartenarbeit idealerweise geschlossene Kleidung, also feste Schuhe, langärmelige Oberteile und lange Hosen. Auf diese Weise dauert es länger, bis die Zecke einen geeigneten Platz für ihre Mahlzeit findet.

Im besten Fall entdeckt man eine Zecke bereits in dieser „Suchphase“, also bevor sie überhaupt zugestochen hat. Suchen Sie sich also möglichst zeitnah gründlich nach Zecken ab, insbesondere an geschützten Stellen mit dünner Haut wie beispielsweise Hals, Achseln, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen – dort stechen Zecken bevorzugt. Helle Kleidung hat den Vorteil, dass Zecken darauf besser zu erkennen sind.

Chemische Hilfsmittel als Zeckenschutz

Neben der geeigneten Kleidung können Sie auch mit chemischen Mitteln beim Schutz gegen Zecken nachhelfen. In Apotheken gibt es spezielle Anti-Zeckenmittel, sogenannte Zecken-Repellents, die die Blutsauger fern halten sollen. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, welche Mittel wirksam und gut verträglich sind.

FSME ist in manchen Regionen Deutschlands besonders verbreitet. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist auf seiner Website die offiziellen FSME-Risikogebiete aus. Dazu gehören vor allem Bayern und Baden-Württemberg sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Darüber hinaus befinden sich einzelne Risikogebiete im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und seit 2022 erstmalig auch in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Sollten Sie in einem dieser Risikogebiete leben oder einen Urlaub in eine der betroffenen Regionen planen, ist eine FSME-Schutzimpfung sinnvoll. Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung grundsätzlich für Menschen mit Wohnsitz in einem Risikogebiet. Viele Kassen zahlen aber auch dann, wenn ein längerer Aufenthalt aus privaten Gründen ansteht. Lassen Sie sich hierzu gegebenenfalls von Ihrem Hausarzt beraten und fragen sie bei Ihrer Krankenkasse nach.

Aber Zeckenschutz ist nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Katze wichtig. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie hier.

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