[Foto: GPP/anthuriuminfo]

Flamingoblume, Anthurie: Pflege der Zimmerpflanze

Flamingoblume – voraussichtliche Lesedauer: 9 Minuten

Die Flamingoblume hat sich zu einem Star unter den Zimmerpflanzen entwickelt. Sie verfügt über so viele Stärken, dass das nicht überrascht. Die auch unter dem Namen Anthurie bekannte elegante Topfpflanze ist pflegeleicht und vielseitig, und sie bietet eine immer größer werdende Fülle schöner Farben und hinreißender Blattmuster. Obendrein sind Anthurien auch als Schnittblumen beliebt, denn ihre Blütentriebe halten sehr lange. Wir stellen Ihnen den Allrounder unter den Zimmerpflanzen vor und geben Tipps zur Pflege, Standort und mehr.

Herkunft der Flamingoblume

Die Flamingoblume gehört zu den Aronstabgewächsen (Araceae) und stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern in Mittel- und Südamerika. Die oft verwendete Bezeichnung Anthurie ist vom botanischen Namen Anthurium abgeleitet. Er bezieht sich auf den markant geformten und aus den Hochblättern herausragenden Blütenkolben und kann gerade oder auch elegant gebogen sein.

Seinen Ursprung hat der botanische Name in den griechischen Wörtern „anthos“ für „Blüte“ und „oura“ für „Schweif“ – wortwörtlich übersetzt „Blütenschweif“. Daraus sind auch deutsche Namen wie Schweifblume und Flamingoblume entstanden.

Flamingoblumen: Bunte Eyecatcher und Blattschmuck

Farbenfroh, facettenreich gemustert und mehr – mit einer Flamingoblume wird es nie langweilig. Dabei begeistert die Zimmerpflanze neben ihren bekannten und bunten Hochblättern auch Blattschmuck-Fans, denn Exemplare mit gekerbten Blattnerven, gefärbten Blattadern und vielseitigen Blattfärbungen oder auch samtigen Blattoberflächen sind keine Seltenheit mehr und seit einiger Zeit in jedem gut sortierten Pflanzenmarkt zu finden.

Viele der im Handel erhältlichen Sorten gehen auf die Große Flamingoblume (Anthurium andreanum) und die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) zurück. Sie sind bei uns im Handel immer noch am häufigsten erhältlich, da sie ebenso wie deren Hybriden wegen ihrer bunten Hochblätter geschätzt werden.

Die Große Flamingoblume ist eine bekannte Zimmerpflanze. [Foto: AdobeStock_Gulsina]
Die Große Flamingoblume ist eine sehr beliebte Zimmerpflanze. [Foto: AdobeStock_Gulsina]

Wenn sich die Flamingopflanze wohlfühlt, kann sie Ihnen mehrere Jahre Freude bereiten. Sie ist somit ein treuer Begleiter für Zimmerpflanzenfreunde und auch ein schönes Geschenk, das über einen langen Zeitraum begeistert.

Zimmerpflanze mit ikonischen Hochblättern

Das sogenannte Hochblatt wird nicht selten für die Blüte der Anthurie gehalten, ist aber tatsächlich der Blütenstand. Er ist bei vielen Flamingoblumen mehr oder weniger herzförmig und umgibt einen kleinen, schlanken Kolben, der wegen seiner oft hellen Farbe – häufig Weiß oder Gelb – einen auffallenden Kontrast zum Hochblatt bildet.

An dem Kolben befinden sich unzählige kleine, dicht an dicht stehende Blüten. Sie sind so winzig, dass sie gar nicht als einzelne Blüten wahrgenommen werden. In der Natur haben die farbenfrohen Hochblätter die Aufgabe übernommen, Bestäuber anzulocken. Die Blüten sind dafür nämlich zu klein und unauffällig.

Anthurie: Sorten und Arten

Große Flamingoblume (Anthurium andreanum)

Die Große Anthurie (Anthurium andreanum) hat Klasse und bietet beste Voraussetzungen, um Akzente zu setzen: Die festen Hochblätter sind häufig glänzend scharlachrot gefärbt, mittlerweile aber in vielen unterschiedlichen Tönen erhältlich.

Die festen, intensiv grünen Blätter, die an der Basis der Pflanzen entspringen, sind oft lanzettlich bis länglich-herzförmig geformt und werden bis zu 40 Zentimeter groß. Der helle Blütenkolben bildet einen markanten farblichen Kontrast zu den oft farbigen Hochblättern.

Farbenfrohe Flamingoblumen  [Foto: GPP/anthuriuminfo]
Große Anthurien und Kleine Flamingoblumen unterscheiden sich nur minimal und beeindrucken mit farbenfrohen Hochblättern. [Foto: GPP/anthuriuminfo]

Tipp: Besonders bei Flamingoblumen, die vorrangig für ihre dekorativen Hochblätter gehalten werden, ist es wichtig, auf eine ausreichende Nährstoffversorgung Rücksicht zu nehmen. Denn sonst ist es möglich, dass weniger oder sogar keine Blüten mehr gebildet werden. Verabreichen Sie solchen Anthurien darum während der Blüte regelmäßig einem kaliumreichen Dünger.

Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum)

Neben der Großen Flamingoblume bietet die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) ebenfalls besonders farbenfrohe Hochblätter. Ihre Blätter sind mit einer Länge von bis zu 30 Zentimetern etwas kleiner als die ihrer großen Schwester. Ihre Blüte fällt jedoch meist üppiger aus.

Schon gewusst?

Rot gilt zwar eigentlich als typische Farbe für die Flamingoblume, doch züchterischer Fleiß hat dazu geführt, dass es mittlerweile ein viel breiteres Farbspektrum bei den Hochblättern gibt. So finden sich auch Violett, Gelb, Orange, Pink, Nougatbraun, Dunkelrot, Rosa sowie Cremetöne und Weiß. Zusätzlich gibt es außergewöhnliche Farbkombinationen wie Rot und Grün, Weiß und Rosa oder Weiß und Grün.

Die Herzblattblume (Anthurium clarinervium)

Unter den Flamingoblumen, die für ihren Laubschmuck bekannt sind, findet sich z. B. Anthurium clarinervium. Sie ähnelt Anthurium crystallinum, denn beide Arten weisen stark herzförmige und dunkelgrüne Blätter auf, die von weißen Blattadern durchzogen sind. Vermutlich wird Anthurium clarinervium daher auch liebevoll Herzblattblume genannt.

Flamingoblume [Foto: AdobeStock_Firn]
Diese Flamingoblume (Anthurium clarinervium) beeindruckt mit herzförmigen Blättern und weißen Blattadern. [Foto: AdobeStock_Firn]

Aufgepasst: Da man beide Pflanzen nur nach der Befruchtung an den daraus entstehenden Beeren am Blütenkolben unterscheiden kann, werden sie häufig verwechselt.

Falscher Hanf (Anthurium polyschistum)

Richtig gelesen: Anthurium polyschistum wird auch als „falscher Hanf“ oder „falsches Marihuana“ bezeichnet, denn ihre Blätter sind handförmig geteilt. Damit ähneln sie den ikonischen Hanfblättern und unterscheiden sich gleichzeitig stark von anderen Anthurien.

Flamingoblume [Foto: AdobeStock_Hanjo Hellmann]
Anthurium polyschistum ist eine Flamingoblume, die ganz anders aussieht, als die meisten Anthurien. [Foto: AdobeStock_Hanjo Hellmann]

Auch ihr Wuchs ist eine Besonderheit, denn während die Blätter bei anderen Flamingoblumen herunterhängen, wächst Anthurium polyschistum kletternd und aufrecht. Damit bietet sich die Pflanze vor allem an, wenn Sie nach einer kletternden Grünpflanze suchen.

Flamingoblume mit Schweif (Anthurium vittarifolium)

Diese Flamingoblume wird auch als Schweifblume bezeichnet, denn beim genauen Betrachten scheinen die langen grünen und manchmal auch panaschierten Blätter von Anthurium vittarifolium als würden sie wie ein Schweif von der Pflanze herabhängen. Auf diese Weise wirken sie wie viele andere Anthurienblätter sehr elegant und grazil.

Flamingoblume oder Schweifblume in einem Topf mit Anzuchterde  [Foto: AdobeStock_K.A]
Flamingoblumen sind äußerst vielseitig: Dieses Blatt von Anthurium vittarifolium ist z. B. panaschiert. [Foto: AdobeStock_K.A]

In ihrer Heimat, den Tropen, ist die Schweifblume übrigens ein Epiphyt (Aufsitzerpflanze), was bedeutet, dass sie wie Orchideen auf anderen Bäumen oder auch Pflanzen wächst. Das macht sie in unseren Wohnräumen zu einer wunderbaren Hängepflanze.

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Flamingoblume: So zeigt sie Wirkung

Mit ihrem exotischen Erscheinungsbild passt sie gut zum Urban-Jungle-Trend. Sie kann aber auch als ikonische Solitärpflanze überzeugen. Trotz ihrer eleganten Erscheinung ist die Flamingoblume pflegeleicht und relativ anspruchslos – alles Gründe, die dazu beigetragen haben, dass sie sich zu einer Trendpflanze entwickelt hat.

Mit Farben, Blättern oder Pflanzengrößen spielen

Die Vielfalt an Farben, mit denen die Hochblätter der Anthurie aufwarten, bieten eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten. So lassen sich mit ihnen zum Beispiel auf die Farben Weiß und Grün reduzierte, vornehme Pflanzenarrangements gestalten. Doch genauso gut kann mit Sorten, die rote Hochblätter haben, ein dynamisches, auffallendes Pflanzenensemble gestaltet werden.

Tipp: Wer es bunt und fröhlich mag, kann mit Flamingoblumen durch die Zusammenstellung unterschiedlicher Farben ebenfalls interessante Pflanzenarrangements erschaffen.

kleine Flamingoblumen in unterschiedlichen Farben in farbigen Emaille-Tassen  [Foto: GPP/anthuriuminfo]
Gleiche Wuchsform – verschiedene Farben: Flamingoblumen sind ideal für die unterschiedlichsten Gestaltungsideen. [Foto: GPP/anthuriuminfo]

Die glänzenden Hochblätter in verschiedenen Farben laden dazu ein, die Töpfe farblich auf sie abzustimmen. So lässt sich die die Wirkung der Hochblätter noch verstärken. Die Effekte dieses Spiels mit Farben und Formen sind ganz unterschiedlich und verlocken zum Ausprobieren.

Aufgrund der vielen Anthurien, die im Handel erhältlich sind und sich in Form, Blattschmuck und Größe unterscheiden, ist auch eine Kombination von verschiedenen Arten und Sorten möglich. Anthurium clarinervium oder Anthurium crystallinum passen beispielsweise wunderbar zu Kleinen und Großen Flamingoblumen mit weißen Hochblättern.

Hochblätter zeigen lange Farbe

Die Hochblätter, die wie Blütenblätter wirken und den Kolben mit den kleinen, unscheinbaren Blüten umgeben, behalten ihre Farbe übrigens sehr lange. Die Blume blüht durchaus drei Monate lang, bei guter Pflege und regelmäßigen Düngergaben sogar das ganze Jahr über. Verblühtes sollte abgeschnitten werden, am besten unten an der Pflanze, um eine erneute Blüte anzuregen.

Flamingoblumen als haltbare Schnittblumen

Schnittblumenarrangement mit Flamingoblumen in einer Glasvase [Foto: GPP/anthuriuminfo]
Weniger ist mehr – so kommt die besondere Form der Blütenstände und Hochblätter am besten zur Geltung. [Foto: GPP/anthuriuminfo]

Zusätzlich zu den Topf-Anthurien sind die Pflanzen auch als Schnittblumen erhältlich. In der Vase zeigt sich besonders deutlich, dass diese Blume Qualitäten hat, die sonst nur selten zu finden sind: Als Schnittblume hat sie eine lange Haltbarkeit, die zwei bis drei Wochen betragen kann.

Ihre ausdrucksstarke Form kommt am besten in Einzelstellung oder in einer kleinen Gruppe zur Geltung. Einzeln in einer schlichten, stilvollen Vase kann die Flamingoblume wie ein Designerstück wirken. Ob als Schnittblume oder auch als Topfpflanze bietet die Anthurie viele Gestaltungsmöglichkeiten – eine gute Voraussetzung, um neue Freunde zu gewinnen.

Es sind nicht nur Pflanzen- und Blumenliebhaber, die die Anthurie schätzen. Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat mit ihr und anderen Zimmerpflanzen einige Versuche durchgeführt. Demnach haben Anthurien, Grünlilie, Efeutute und einige andere Zimmerpflanzen sehr gute luftreinigende Eigenschaften.

Standort, Pflege und Vermehrung der Flamingoblume

Die Flamingoblume gedeiht am besten an einem hellen, warmen Standort. Direkte Sonne sollte, genauso wie Zugluft, vermieden werden. Sie liebt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und kann deshalb auch gut im Badezimmer stehen. Die Pflanze entwickelt sich am besten in humusreicher, saurer Erde.

Anthurien in verschiedenen Größen [Foto: GPP/anthuriuminfo]
Die Größen, in denen Flamingoblumen erhältlich sind, bieten sich für außergewöhnliche Topfpflanzenarrangements an. [Foto: GPP/anthuriuminfo]

Anthurien müssen nur mäßig gegossen werden. Die Erde sollte idealerweise immer etwas feucht, aber keinesfalls staunass sein, denn zu viel Nässe führt zu Wurzelfäule. Sie sollten erst wieder gießen, wenn die oberste Erdschicht etwas angetrocknet ist. Weil die Pflanze kalkempfindlich ist, wird sie am besten mit lauwarmem Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser gegossen.

Wenn die Flamingoblume nach einem oder zwei Jahren umgetopft wird, ist saure Erde, wie sie für Azaleen verwendet wird, ideal. Beim Umtopfen im Frühjahr können die Flamingoblumen durch Teilung vermehrt werden. Weil Inhaltsstoffe aus der Pflanze Hautreizungen verursachen, ist das Tragen von Handschuhen bei diesen Arbeiten sinnvoll.

Ist die Flamingoblume giftig?

Anthurien gehören zu den Aronstabgewächsen und sind somit in allen Pflanzenteilen giftig. Platzieren Sie die Pflanzen daher lieber immer außer Reichweite von Kleinkindern und Haustieren. Insbesondere der Verzehr der Blätter kann sich auf den Magen-Darm-Trakt auswirken. Berührungen des Pflanzensaftes können Hautreizungen verursachen.

Flamingoblumen haben es Ihnen angetan, doch Sie suchen nach weiteren Pflanzen für Ihren Urban Jungle? Dann lesen Sie doch mal unser Pflanzenportrait über die Alocasia und holen Sie sich die Tropen nach Hause.

Wir freuen uns auf Sie!

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