Gelbtafeln locken Trauermücken mit ihrer Farbe an. [Foto: AdobeStock_MarcOliver_Artworks]

Trauermücken: Vier Methodengegen den Befall

Trauermücken – voraussichtliche Lesedauer: 9 Minuten

Wer Zimmerpflanzen hat, der hat gerade im Winter oft auch mit kleinen, schwarzen Fliegen in der Blumenerde zu kämpfen. Besonders im Winter fühlen sich die Schädlinge in der Wohnung wohl und vermehren sich ohne Gegenmaßnahmen recht unkontrolliert. Wir verraten Ihnen, wie Sie Trauermücken loswerden.

Trauermücken: Keine Gefahr für den Menschen

Die gute Nachricht vorweg: Trauermücken stechen oder beißen Menschen nicht, auch wenn sie zur Unterfamilie der Mücken gehören und somit mit Stechmücken verwandt sind. Gesundheitliche Risiken gehen also von den Tieren, die oft auch den Namen Trauerfliegen tragen, nicht aus.

Für Pflanzen stellen die kleinen, schwarzen Schädlinge jedoch ein Problem dar. Denn haben sie sich einmal in der Blumenerde angesiedelt, machen sich die Larven der Trauermücke über die Wurzeln her. Das kann mitunter großen Stress für die Pflanzen bedeuten. Stecklinge und Keimlinge überleben einen Befall sogar eher selten.

Es kann alle Pflanzen treffen

Trauermücken machen vor keiner Pflanze halt, egal ob sie im Zimmer, im Gewächshaus oder im Freien wachsen. Die Tiere vermehren sich besonders gut bei einem feuchten, warmen Klima. So sind Zimmerpflanzen im Winter deswegen häufiger betroffen, wenn sie in geheizten Räumen zu viel Wasser bekommen. Im warmen, geschützten Gewächshaus sind laut der Landwirtschaftskammer NRW vor allem Pelargonien- und Weihnachtssternstecklinge sowie Erdbeer- und Champignonkulturen befallen. Besonders weit verbreitet unter den etwa 600 Trauermücken-Arten in Europa sind die Arten Bradysia, Lycoriella und Sciara.

Trauermücken erkennen: Lebensraum des Schädlings

Die Population an Fliegen in Blumenerde lässt sich gut eindämmen, sobald Gärtner*innen wissen, unter welchen Umständen sich Trauermücken besonders wohlfühlen und vermehren. Wie bereits kurz anklang, spielen Temperatur und Feuchtigkeit dabei eine entscheidende Rolle. Ihren Weg in die Wohnung oder ins Beet finden die Tiere meist über die Blumenerde.

Tipp: Wenn Sie das nächste Mal im Gartencenter Blumenerde kaufen, greifen Sie zu einem hochwertigen Angebot. Kontrollieren Sie, ob der Sack unversehrt ist und nutzen Sie Ihre Nase als Beraterin – riecht die Erde durch den Sack unangenehm, sollten Sie lieber von einem Kauf absehen. So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, sich bereits mit dem Kauf der Blumenerde Trauermücken mit nach Hause zu bringen.

Der Lebenskreislauf einer Trauermücke

Die adulten Tiere leben in der Regel eine Woche lang, haben einen schwarzen Körper und werden zwischen zwei bis vier Millimetern groß. Sie lassen sich von Fruchtfliegen gut anhand ihrer langen Flügel, Beine und Fühler unterscheiden. Während ihrer kurzen Lebensdauer fressen sie nichts und sind für Pflanzen nur insoweit ein Problem, als dass sie Pilzsporen verteilen können.

Zu sehen ist eine schwarze, kleine Trauermücke auf einem grünen Blatt.
Durch ihre langen Beine, Fühler und Flügel unterscheiden sich Trauermücken von Fruchtfliegen. [Foto: AdobeStock_Tomasz]

Die Männchen begatten die Weibchen, sobald diese geschlüpft sind. Am nächsten Tag legen die Weibchen dann ihre ersten Eier in feuchter Blumenerde, verrottetem Pflanzenmaterial oder an Wurzeln ab. Je nach Trauermücken-Art können das in einer Woche zwischen 50 und 300 Eiern sein. Die feuchte Umgebung ist wichtig, denn nur in diesem Milieu können sich die Larven entwickeln. Ist es zu trocken, sterben die Larven in einem frühen Stadium.

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Die Larven sind das größte Problem

Sobald aus den Eiern die ersten Larven schlüpfen, kommen besonders junge Pflanzen in Bedrängnis. Die gerade mal fünf bis sieben Millimeter langen, weißen Larven mit schwarzem Kopf ernähren sich zwar zu Beginn vor allem von abgestorbenem, pflanzlichem Material. Kurz darauf gehen sie aber dazu über, die Pflanzenwurzeln und -stängel anzufressen. Vier Larvenstadien durchlaufen die sich entwickelnden Trauermücken in etwa 13 Tagen, bevor sie sich verpuppen und dann fünf bis sechs Tage später als adulte Tiere schlüpfen.

Temperatur ist entscheidend

Wie entscheidend neben der Feuchtigkeit auch eine warme Umgebungstemperatur ist, zeigt unter anderem auch die Entwicklungszeit vom Ei bis zur fertigen Trauermücke. Ist es draußen oder drinnen etwa 15 Grad Celsius warm, kann der Prozess bis zu sechs Wochen dauern. Liegt die Temperatur hingegen bei etwa 22 Grad Celsius, verkürzt sich die Entwicklungszeit um die Hälfte auf bis zu drei Wochen.

Trauermücken bekämpfen: Gewusst wie

Kleine Fliegen im Blumentopf sind nicht nur lästig, sondern setzen mit ihren wurzelfressenden Larven den Pflanzen sogar richtig zu. Sind die Wurzeln beschädigt, ist die Nährstoffversorgung der Pflanze gestört, wenn nicht sogar unterbrochen. Das kann bei älteren Pflanzen das Wachstum hemmen. Keimlinge und Stecklinge verkümmern mitunter, eine Unterversorgung droht schnell.

Höchste Zeit also, ein Mittel gegen Trauermücken zu finden! Zum Glück gibt es einige Methoden, die Schädlinge in den Griff zu bekommen. Besonders gut funktionieren zum Beispiel:

  • Gelbtafeln
  • Neemöl-Präparate
  • Nematoden
  • Quarzsand

Trauermücken mit Gelbtafeln einfangen

Die gelben, von beiden Seiten klebenden Schildchen erhalten Sie im Gartencenter, in Drogeriemärkten oder online. Stecken sie in der Blumenerde, zieht ihre Farbe die Fliegen im Blumentopf an. Sobald sich die Trauermücken auf der Gelbtafel niederlassen, bleiben sie haften. Damit fangen Sie also die adulten Tiere. Diese können dann keine Eier mehr legen.

Diese Methode lohnt sich besonders, wenn der Trauermücken-Befall noch nicht so ausgeprägt ist oder Sie nur den Verdacht haben, es könnten sich Trauermücken breitmachen. Bleiben die Kärtchen über mehrere Tage fliegenfrei, haben Sie Glück gehabt. Kleben bereits nach einem Tag erste Tiere daran, sollten Sie vorsichtshalber zu weiteren Maßnahmen greifen. Alle Tiere lassen sich mit den Gelbkarten nie fangen, sodass sich die Überlebenden weiterhin vermehren und Sie den Befall nie ganz unter Kontrolle bekommen.

Neemöl-Präparate dezimieren die Eier

Haben Sie also mit den Gelbtafeln einen Trauermückenbefall festgestellt, sollten Sie sich auch auf die Eier der Tiere konzentrieren. Gut wirken gegen die Eier und Larven beispielsweise Neemöl-Präparate. Das pflanzliche Öl gewinnen Hersteller aus den Samen des Niembaums, weswegen das Mittel auch unter dem Namen Niemöl erhältlich ist. Ins Gießwasser gemischt tötet das Präparat in der Blumenerde die Eier und Larven der Trauermücken ab. Spritzen Sie es zusätzlich noch direkt auf die Blätter, erwischen Sie auch die adulten Tiere.

Die Trauermücken sowie ihre Eier und Larven sterben nach einer Behandlung nicht sofort. Aufgrund des im Neemöl enthaltenen Wirkstoffs Azadirachtin fressen die adulten Tiere nichts mehr, verenden so und nach ein paar Tagen sinkt die Zahl der herumschwirrenden Fliegen deutlich. Die Eier und Larven entwickeln sich durch das Neemöl im Gießwasser nicht weiter.

Neemöl-Präparate sind auch aus ökologischer Perspektive eine gute Wahl. Das Mittel ist nicht nur rein pflanzlich, sondern ist auch unbedenklich für Nützlinge wie Bienen oder Marienkäfer. Haustierbesitzer müssen ebenfalls keine Sorgen haben, für die Tiere ist Neemöl ungefährlich.

Tipp: Im Gartencenter gibt es reines Neemöl zu kaufen, aber auch bereits fertig gemischte Neemöl-Präparate. Entscheiden Sie sich dazu, das rein Neemöl selbst mit Wasser zu mischen, müssen Sie vorsichtig vorgehen. Es reichen schon wenige Milliliter im Gießwasser aus, um einen Schädlingsbefall erfolgreich zu bekämpfen.

Nematoden nutzen Larven als Wirtstier

Nematoden zeigen, dass jedes Tier seine Berechtigung hat und jeder Schädling auch ein Nützling sein kann. Denn die Fadenwürmer, die zur artenreichsten Tiergruppe der Welt gehören, können Pflanzen sowohl schaden als auch helfen. Zur Bekämpfung von Trauermücken eignen sie sich zum Beispiel sehr gut, wenn Sie die richtige Nematoden-Art wählen. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt beispielsweise die Art Steinernema feltiae.

Steinernema feltiae werden meist in Form von weißem Pulver in Eis, Schaumstoff oder Kieselalgen geliefert. Das Pulver mischen Sie ins Gießwasser und geben die Tierchen so in die Blumenerde. Je eher, desto besser – lange überleben Nematoden in ihren Verpackungen nicht. Achten Sie darauf, die Nematoden möglichst frühmorgens oder abends zu verteilen. Die Tiere sind sehr lichtempfindlich und sterben bei hellem Tageslicht.

Einmal im Erdboden angelangt, nutzen die Nematoden die Larven der Trauermücke als Wirtstier. Dabei kommt den Nematoden ein Bakterien-Zellpaket zugute, das sie in ihrem Darm mit sich tragen. Diese Bakterien sind für den Menschen ungefährlich, für die Trauermücken-Larven jedoch tödlich. Die Nematoden dringen in ihr Wirtstier ein und verteilen dort die Bakterien. Innerhalb von drei Tagen sterben die Larven aufgrund des Bakterienbefalls ab. Die tote Larve dient dann den Nematoden nicht nur als Futter, sondern auch als Ort, an dem sie sich vermehren und entwickeln.

Damit die Nematoden richtig wirken können, müssen Sie die Blumenerde über drei bis vier Wochen hinweg gleichmäßig feucht halten. Nach dieser Zeit sind die Larven der Trauermücken abgestorben und die Schädlinge sollten keine Probleme mehr machen. Die Nematoden sterben ab, sobald es nicht mehr feucht genug ist und keine neuen Larven mehr finden.

Quarzsand versperrt den Weg

Schnell und effektiv funktioniert der Kampf gegen Trauermücken auch mit Quarzsand, Kiesel oder Vogelsand. Verteilen Sie eine etwa zwei Millimeter dicke Schicht auf der Topferde. Dabei darf kein Stück Erde freibleiben. Der Sand verhindert, dass die adulten Tiere weiter Eier in der Blumenerde legen, und versperrt den noch schlüpfenden Tieren den Weg nach oben. Es kommen also aus der Erde keine neuen Tiere nach und den Weibchen fehlt ein Platz für die Eiablage. Nach einiger Zeit ist der Trauermückenbefall beendet. Das Gute daran ist, dass diese Methode ebenfalls ausschließlich den Trauermücken schadet. Andere Tiere leiden in der Regel unter dieser Methode nicht.

Tipp: Wer eine Feinstrumpfhose zu Hause hat, kann sich auch damit helfen und so die Trauermücken loswerden. Dafür ziehen Sie die Strumpfhose von unten über den Blumentopf und knoten sie am Stamm der Pflanze fest. Sie haben die Trauerfliegen damit unter der Strumpfhose eingesperrt, wodurch sie nach etwa vier Wochen abgestorben sind. Streichhölzer in die Erde zu stecken, um die Trauermücken über den im Zündkopf enthaltenen Schwefel abzutöten, funktioniert übrigens nur mit richtigen Schwefelhölzern. In normalen Streichhölzern ist normalerweise kein Schwefel mehr enthalten.

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Vorbeugende Maßnahmen gegen Trauermücken

Ein Befall lässt sich in vielen Fällen auch im Vorhinein verhindern. Denn Gärtner*innen, die vorbeugende Maßnahmen ergreifen, werden kaum Probleme mit den Schädlingen bekommen. Was Trauermücken nicht mögen, ist Trockenheit. Gießen Sie Ihre Pflanzen am besten, indem Sie sie in gefüllte Untersetzer stellen und nicht die Erde benässen. Außerdem lohnt es sich, die Pflanzen einmal in der Woche kräftig zu gießen und nicht alle zwei, drei Tage ein wenig. Trocknet die oberste Schicht der Erde, legen Trauermücken dort keine Eier mehr ab.

Tipp: Wenn Sie neue Erde gekauft haben, sterilisieren sie diese, bevor sie Ihre Pflanzen dort hineingeben. Das gelingt zum Beispiel, indem sie die Erde auf einem Backblech verteilen und bei 200 Grad Celsius für etwa 20 Minuten im Ofen erhitzen.

Haben Sie Schädlinge an Ihren Zimmerpflanzen entdeckt und wissen noch nicht, welche es sind und wie Sie sie loswerden können? Antworten finden Sie in unserem Artikel Kübelpflanzen: Schädlinge im Winterquartier bekämpfen.

ANNA KATHARINA KÜSTERS

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