Regenwasser sammeln Foto: AdobeStock_Bianca

Regenwasser sammeln – frisch vom Fass

Wer einen Garten hat und bei sich Regenwasser sammeln kann, schont seinen Geldbeutel, die Umwelt und entlastet die örtlichen Wasserwerke. Darüber hinaus lieben nicht nur Moorbeetpflanzen, sondern auch die Waschmaschine das wunderbar weiche, kalkfreie Wasser.

Doch was eignet sich für Ihr Zuhause? Haben Sie kaum Platz zur Verfügung oder möchten Sie mit einem dekorativen Auffanggefäß einen Blickfang kreieren? Wir möchten Ihnen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und worauf Sie achten müssen, wenn Sie Regenwasser sammeln möchten.

Regenwasser sammeln in Deutschland

Regenwasser sammeln Foto: AdobeStock_tl6781
Bequemer zapfen Steht die Tonne auf einem Sockel, entlässt sie ihren Inhalt mittels Auslaufhahn direkt in die Gießkanne, ohne dass der Tonnendeckel abgenommen werden muss. Foto: AdobeStock_tl6781

 

 

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Wasser ist zwar noch kein knappes Gut in Deutschland, doch reichen die natürlichen Niederschläge allein meist nicht, um für unsere Gartenpflanzen ausreichend Regenwasser sammeln zu können. Jedenfalls fällt der Regen nicht immer dann, wenn er dringend gebraucht wird. Im Dürresommer 2018 beispielsweise gab es mancherorts ohne zusätzliches Sprengen weder grünen Rasen noch üppige Gemüseernten. Beerenobst vertrocknete am Strauch. Doch das Wässern aus der Leitung ging ganz schön ins Geld oder war nicht möglich, z.B. auf Wochenendgrundstücken ohne Wasseranschluss. So mancher hat inzwischen die eine oder andere Regentonne aufgestellt. Schließlich fallen schon auf ein Laubendach von rund 25m² während eines Wolkenbruchs locker 100 l Wasser oder mehr – das bringt leicht ein Fass zum Überlaufen. Also besser mehrere aufstellen. Die beanspruchen jedoch eine ganze Menge Platz. Vielleicht soll der Garten aber ohnehin umgestaltet werden. Dann könnten Sie, um Regenwasser sammeln zu können, über den Einbau einer Zisterne nachdenken. Unter der Einfahrt beispielsweise verschwindet sie fast völlig. Berücksichtigen Sie bei der Bemessung nicht nur den Wasserbedarf für Garten und Brauchwasser im Haus, sondern auch die Niederschlagsmenge an Ihrem Ort. So fallen im Saarland jährlich im Schnitt 925, in Berlin nur 400 l/m² des weichen Regenwassers.

Regenwasser sammeln 
Foto: AdobeStock_maho
Einfache Regentonnen aus Kunststoff gibt es in jedem Baumarkt. Wer bereit ist, etwas mehr zu investieren, kauft dekorativere Auffanggefäße, z. B. in Vasenform. Selbst griechische Säulen und täuschend echte Baumstämme oder Felsimitationen aus Kunststoff sind lieferbar. Foto: AdobeStock_maho

Regenwasser sammeln unter Tage

Regenwasser-sammeln Foto: AdobeStock_Hamik
Nachträglich eingebaute Wasserspeicher platziert man gern unter Rasenflächen. Bei einer Neuanlage bietet sich auch die Einfahrt an. Foto: AdobeStock_Hamik

Moderne Regenwasserzisternen aus stabilem Kunststoff sind leicht und verfügen über eine geringe Aufbauhöhe, sodass sie sogar in Eigenleistung eingebaut werden können. Sie eignen sich wunderbar, um versteckt Regenwasser sammeln zu können. Allerdings müssen viele Schubkarren Boden ausgehoben, ein Teil später wieder eingefüllt und fachgerecht verdichtet werden, damit er sich nicht nach einiger Zeit setzt. Trauen Sie sich das nicht zu oder wählen Sie einen mehrere Kubikmeter fassenden Speicher, vermittelt Ihnen der Anbieter des Tanks eine Fachfirma oder liefert ihn und baut ihn selbst ein. So gehen Sie sicher, dass auch wirklich alle Komponenten richtig installiert sind und dauerhaft funktionieren. Möchten Sie das kalkfreie Nass nicht nur für den Garten nutzen, sondern auch Toilette oder Waschmaschine damit versorgen, kommen Sie um eine Installation durch den Handwerker ohnehin nicht herum. Achim Werner

Regenwasser sammeln Foto: AdobeStock_Andrew
Wasser aus der Zisterne kann mit einer handelsüblichen Tauchpumpe gefördert werden. Bei häufiger Entnahme empfehlen sich jedoch fest installierte Zisternenpumpen oder Hauswasserwerke. Foto: AdobeStock_Andrew

3 FRAGEN AN ANDREAS STEIGERT

Marketingleiter bei der Otto Graf GmbH, Anbieter von Lösungen rund ums Regenwassermanagement.

Worin speichert man am besten Regenwasser? Die klassische Regentonne ist sicher die einfachste Methode, um Regenwasser sammeln zu können. Gartenbesitzer können jedoch auch stilvollere Wassertanks wählen, die bereits mit Fallrohrfiltern ausgestattet sind. Grober Schmutz, selbst feinste Pollen werden zurückgehalten. In Zisternen ist die Wasserqualität noch besser, auch langfristig, denn dort ist das aufgefangene Wasser vor Licht und Wärme geschützt.

Und sie speichern deutlich mehr Wasser. Richtig. Unsere gibt es ab 1500 l, eine gute Einstiegsgröße für den nachträglichen Einbau in einen bestehenden
Garten. Das Fassungsvermögen hängt natürlich von der Gartengröße und der Dachfläche ab, auf die der Regen fällt. Mit unserem Produktberater (www.graf.info/tankberater) finden Sie leicht selbst ein geeignetes Modell.

Und wie bekomme ich das Wasser auf meine Beete? Wir empfehlen Komplettpakete, in denen Filter, eine Pumpe mit Start-Stopp-Automatik und Wassersteckdosen für den Gartenschlauch enthalten sind. Damit lassen sich Brausen, Sprenger und automatische Bewässerungsanlagen mit Wasser versorgen.

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