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Phalaenopsis: Der Klassiker unter den Orchideen

Phalaenopsis ist der botanische Name der wohl bekanntesten und zugleich beliebtesten Orchideen – sie werden auch Nachtfalter- oder Schmetterlingsorchideen genannt. In den Augen des schwedischen Botanikers Carl von Linné glichen ihre außergewöhnlichen Blütenblätter den Flügeln einer tropischen Falterart. Wir stellen Ihnen die Gattung vor und erklären die wichtigsten Regeln bei der Zimmerkultur.

 

 

Phalaenopsis: Wuchs und Aussehen

Die knapp 70 Arten umfassende Gattung Phalaenopsis gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae). Nicht ohne Grund gehören ihre Vertreter zu den meistverkauften Zimmerpflanzen: Ihre Farbzeichnungen sind spektakulär und die Blütezeit erstreckt sich oft über viele Monate. Durch eine lange und intensive Züchtungsarbeit sind die zahlreichen Hybriden bestens für die Zimmerkultur geeignet.

Wild wachsende Phalaenopsis-Arten finden sich in den tropischen Wälder Südasiens und Nordaustraliens. Sie sind Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) auf Bäumen und somit echte Überlebenskünstler. Mithilfe ihrer gräulichen Luftwurzeln beziehen sie ihre Nährstoffe aus der feuchten Luft des Regenwaldes.

Foto Phalaenopsis: AdobeStock_acrogame
Mit ihren prächtigen Blüten gilt eine Phalaenopsis als Inbegriff der Orchidee. Foto: AdobeStock_acrogame

Blätter und Blüten

Phalaenopsis wachsen aus der Mitte heraus in die Höhe und zeigen in der Regel keine Seitenverzweigungen. Lange, elegante Blätter der Phalaenopsis entspringen aus der Sprossmitte. Das Laub ist typischerweise ledrig und glänzend dunkelgrün. Meist entsteht in jeder Wachstumsperiode ein neues, gegenständiges Blattpaar.

Seitlich der Sprossachse bilden sich bogige bis überhängende Blütenschäfte. Hier sitzen dann die aufsehenerregenden Falterblüten, die bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser erreichen können.

Orchideen werden oft in lichtdurchlässigen Töpfen verkauft. Das liegt daran, dass die Wurzeln mancher Arten Chlorophyll enthalten. Auf diese Weise können sie sich an der Photosynthese-Arbeit beteiligen.

Die meisten Phalaenopsis-Arten blühen zwischen Ende Februar und Ende Mai. Viele Hybriden können aber das ganze Jahr über zur Blüte kommen, was maßgeblich zu ihrer Beliebtheit beiträgt.

Standort und Substrat

In ihrer natürlichen Umgebung haben die Orchideen immer ein schützendes Blätterdach über sich. Platzieren Sie Ihre Pflanze daher in einem hellen Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung. Raumtemperaturen von etwa 20 Grad Celsius und eine höhere Luftfeuchtigkeit sind ideal.

Phalaenopsis werden üblicherweise in Spezialerde (Orchideenerde) kultiviert. Durch ihre Bestandteile aus Rinde, Torf bzw. Kokosfasern und Ton ist diese gut durchlässig, locker und krümelig. Gut zu wissen: Beim Umtopfen sollten Sie möglichst wieder das gleiche Substrat verwenden, da die Pflanze sich nicht gerne umgewöhnt.

Pflege

Zum Gießen verwendet man möglichst zimmerwarmes Regenwasser. Staunässe im Topf kann einer Schmetterlingsorchidee schnell zum Verhängnis werden. Dennoch sollte man sie einmal in der Woche im Topf richtig nass machen, das überschüssige Wasser wird nach ein paar Minuten entfernt. Eine andere, bewährte Methode ist es, den Wurzelballen wöchentlich in ein Tauchbad zu stellen. Nach einer halben Stunde lässt man das überschüssige Wasser abfließen.

Damit die Blüten schön aufrecht wachsen, können Sie mit speziellen Orchideenklammern an einem kleinen Stab befestigt werden. Der noch grüne, aber verblühte Blütentrieb kann unmittelbar über dem dritten Knoten (von unten gezählt) abgeschnitten werden. Mit etwas Glück wird die Orchidee einen Seitentrieb ausbilden, der neue, prächtige Blüten entwickelt. Verwenden Sie stets ein scharfes und sauberes Werkzeug.

Orchideen benötigen wenige Nährstoffe. Monatlich (außer im Winter) kann dem Gieß- oder Tauchwasser ein schwach dosierter Orchideendünger beigefügt werden.

Die Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung der Orchidee lässt sich mit Blähton erhöhen. Der Pflanztopf wird dafür in einen größeren Übertopf gestellt. Dieser wird mit den feuchten Kügelchen gefüllt – das gespeicherte Wasser verdunstet dann nach und nach.

Phalaenopsis Foto: AdobeStock_New Africa
Faule Luftwurzeln werden beim Umtopfen mit einem sterilen Messer entfernt. Foto: AdobeStock_New Africa

Nach etwa 2 Jahren geht es ans Umtopfen. Der richtige Zeitpunkt ist nach der Blüte im Frühjahr. Der neue Topf sollte nur minimal größer sein als der bisherige. Im Handel sind spezielle Orchideentöpfe erhältlich, die Staunässe verhindern. Achten Sie darauf, die Pflanze nicht zu fest in das Orchideensubstrat einzusetzen. Einige der Luftwurzeln dürfen ruhig außerhalb des Topfes bleiben.

Ein Angießen ist nach dem Umtopfen nicht erforderlich. Zwei Wochen lang wird die Orchidee nur besprüht statt gewässert. Erst wenn sich neue Blätter zeigen, darf wieder mehr Wasser gegeben werden.

Verwendung von Phalaenopsis

Phalaenopsis-Hybriden sind tolle Zimmerpflanzen, die in einer riesigen Farbauswahl erhältlich sind. Nicht umsonst sind die robusten Hybriden seit Jahrzehnten echte Verkaufsschlager.

Neben den blühstarken Züchtungen gibt es auch tolle Naturformen zu entdecken, wie etwa Phalaenopsis schilleriana oder die großwüchsige Phalaenopsis gigantea.

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