Foto: iStock_Maren Winter

Amaryllis, Ritterstern Blütenpracht im Winter

Mit ihrer wundervollen Blüte gehört die Amaryllis, auch Ritterstern genannt, nicht umsonst zu den beliebtesten Zimmerpflanzen in der Weihnachtszeit. Hier verraten wir Ihnen, wie Sie die Zwiebel richtig einpflanzen und eine verblühte Amaryllis erfolgreich weiterpflegen.

Amaryllis – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Imposante Zwiebelblume

Kaum eine Zimmerpflanze stellt sich den trüben Monaten derart wirkungsvoll und mit solch leuchtender Schönheit entgegen wie die Amaryllis. Ursprünglich stammen die verschiedenen Arten der Gattung Hippeastrum aus Südamerika, wo ihnen ausgeprägte Trockenzeiten nicht viel anhaben können. Wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen nutzen sie in der Natur jährlich wiederkehrenden kühlen Phasen, um eine Ruhezeit einzulegen. Erst wenn das Thermometer wieder klettert und die Wasserversorgung ausreichend ist, bereiten sich die Zwiebelpflanzen auf die Blüte vor.

Auch in der Zimmerkultur lohnt sich daher das richtige Timing: Wenn Sie die Zwiebel des Rittersterns Anfang November rechtzeitig in die Erde oder in ein Glasgefäß setzen, entfaltet er seine beeindruckenden Blütentrichter in der Weihnachtszeit.

Die Sorte ’Estella' präsentiert sich mit pinkfarbenen Blüten.
Die Sorte Estella‘ präsentiert sich mit pinkfarbenen Blüten. Foto: iBulb_F-Studio

Die vielen Formen des Rittersterns sind meist auf die Ursprungsart Hippeastrum vittatum zurückzuführen, die im peruanischen Hochland zu finden ist. Der Züchterehrgeiz hat mittlerweile eine große Hybriden-Vielfalt hervorgebracht. Im Sortiment sind unzählige Sorten in Rot, Orange, Rosa, Apricot, Zartgelb, Weiß und sogar Grün erhältlich. Ihre beeindruckenden Blüten sind häufig kontrastreich gezeichnet oder sogar opulent gefüllt.

Während die echte Amaryllis (Amaryllis belladonna) zuerst Blätter und dann Blüten bildet, ist es beim Ritterstern aus der Gattung Hippeastrum genau umgekehrt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird ein Ritterstern dennoch gerne als Amaryllis bezeichnet.

Amaryllis im Topf antreiben

Im Handel erhalten Sie sowohl vorkultivierte Exemplare im Topf als auch stattliche Zwiebeln. Nach dem Einpflanzen einer wurzelnackten Zwiebel dauert es etwa sechs bis acht Wochen bis zur Blüte.

So gehen Sie beim Pflanzen vor:

In diesem Stadium bezieht die Amaryllis gerne einen Platz am Fenster.
In diesem Stadium bezieht die Amaryllis gerne einen Platz am Fenster. Foto: © GartenFlora/Olaf Szczepaniak

1 Wählen Sie einen standfesten Tontopf, der nur wenig größer als die Zwiebel ist. Füllen Sie normale Blumenerde, gemischt mit etwas Sand, bis zur Hälfe der Topfhöhe ein. Der Topfboden sollte über einen Wasserabzug und eine Drainageschicht, zum Beispiel aus Kieseln oder Blähton, verfügen. Die Zwiebel ist nämlich sehr anfällig gegenüber Staunässe und fault bei ungünstigen Bedingungen schnell.

2 Setzen Sie die Zwiebel so in die Erde, dass mindestens noch ein Drittel aus der Erde ragt. Nach dem Pflanzen wird die Erde gut angedrückt. Gießen Sie dann das Substrat ganz leicht an und platzieren Sie den Topf an einem kühleren Ort bei etwa achtzehn Grad Celsius. Wässern Sie zunächst sehr sparsam.

3 Wenn die Blütenstiele gut eine Handbreit hoch sind, benötigt die Pflanze etwas mehr Wasser und unbedingt einen hellen Standort. Um Staunässe zu vermeiden, sollten Sie stets maßvoll über den Untersetzer gießen. 

4  An einem lichtdurchfluteten und warmen Platz stellt der Ritterstern schließlich seine opulente Blütenpracht zur Schau. Während der Blüte ist keine Düngung erforderlich, denn die Nährstoffversorgung ist zunächst über die Zwiebel sichergestellt.

Tipp: Wenn Sie Ihre Rittersterne gestaffelt antreiben – die letzten Zwiebeln kommen Anfang März in frische Erde -, sorgen Sie bis Ende Mai für ein tolles Blütenspektakel.

Amaryllis im Glas zur Blüte bringen

Eine Amaryllis können Sie auch in einem taillierten Glas antreiben – so wie man es auch von anderen Zwiebelblumen kennt. Dafür legen Sie die Zwiebel auf der verengten Stelle des Gefäßes auf, sodass nur ihre Wurzelspitzen ins Wasser ragen. Auf diese Weise kann das verdickte Speicherorgan nicht faulen. Zum regelmäßigen Wasserwechsel und Nachfüllen heben Sie die Zwiebel an, damit sie nicht durchnässt wird.

Tipp: Rittersterne sind auch hervorragende Schnittblumen, die – wenn sie im knospigen Zustand geschnitten werden – etwa zwei Wochen lang die Vase zieren. Um die Haltbarkeit zu fördern, kann die Schnittstelle mit einem transparenten Klebeband umwickelt werden, so dass ein Aufrollen des Stielendes verhindert wird. Auch dünne Bambusstäbe, die in die hohlen Stängel eingeführt werden, können für Halt sorgen.

Blütenstiele der Sorte ’Matterhorn' sehen in der Vase sehr apart aus.
Blütenstiele der Sorte Matterhorn‘ sehen in der Vase sehr apart aus. Foto: iBulb_Wouter Koppen

Pflege nach der Blüte

Hat der Ritterstern seine Blütenfülle eingebüßt, sollte er noch nicht seinen Platz räumen müssen! Um die notwendigen Reserven für das nächste Jahr sammeln zu können, benötigt er nämlich reichlich Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffe. Bei Bedarf können Sie nun die trockenen Blüten abknipsen – ein Abschneiden der Stiele ist nicht unbedingt erforderlich.

In der Wachstumsphase ab dem Frühjahr zeigen sich die neuen, zungenförmigen Blätter. Schneiden Sie das Laub auf keinen Fall ab, denn es erfüllt eine wichtige Photosynthese-Funktion und hat durchaus seinen Reiz. Bis Mitte August sollte die Pflanze nun bei Tagestemperaturen von über zwanzig Grad Celsius sonnig bis halbschattig stehen. Ab Mitte Mai kann sie auch an einen geschützten Platz im Garten oder auf dem Balkon umziehen.

Wird der Ritterstern in dieser Zeit gut mit Nährstoffen versorgt, kann er später während der Blüte von diesen zehren. Zwischen April und Juli sollten Sie deshalb alle zwei Wochen einen Flüssigdünger verabreichen. So kann der Umfang der Zwiebel zunehmen und die Pflanze wird im Lauf der Jahre immer prächtiger.

Die Ruhepause garantiert eine neue Blüte

Nach dem Sommer stimmen Sie die Pflanze auf eine Ruheperiode ein, indem Sie das Düngen einstellen und das Gießen reduzieren. Wie in der Natur schätzt die Amaryllis etwa acht Wochen lang eine Temperatur zwischen zehn bis fünfzehn Grad Celsius. In der kühlen Zeit stellt sie ihr Wachstum fast komplett ein und benötigt nur sehr wenig Wasser. Da die grünen Blätter jedoch weiterhin Feuchtigkeit verdunsten, sollten Sie das Substrat nicht komplett austrocknen lassen.

Im Anschluss können Sie die Pflanze umtopfen und anschließend wieder wärmer, bei etwa zwanzig Grad Celsius, aufstellen. So erhält die Amaryllis das Signal, dass der Winter zu Ende geht und der Frühling bevorsteht.

Immer öfter im Handel: Zwiebeln des Rittersterns, die von einer dicken Wachsschicht in Rot, Weiß oder Silber umhüllt und auf einem kleinen Teller fixiert sind. Dank des gespeicherten Wassers und der eingelagerten Nährstoffe blüht die Pflanze auch auf diese Weise üppig, stirbt aber nach dem kräftezehrenden Prozess häufig ab.

Dennoch lohnt sich der Versuch, die Zwiebel nach der Blüte aus der Wachsschicht zu pellen und in einen Topf mit Erde zu setzen.

Schön, aber nicht immer nachhaltig - eine Ritterstern-Zwiebel im Deko-Mantel.
Schön, aber nicht immer nachhaltig – eine Ritterstern-Zwiebel im Deko-Mantel. Foto: © GartenFlora/Ina Volmer

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Winterschöne Hamamelis: neue Top-Sorten mit frischen Farben
  • Idyllische Plätzchen: So machen Sie es sich draußen gemütlich
  • Christrosen in Szene setzen: Lichtblicke im Winter
Zur aktuellen Ausgabe

Melden Sie sich hier kostenlos für den Newsletter an:

  • Ausgewählte Beiträge für Ihren Garten
  • Aktuelle Praxis- und Gestaltungstipps
  • Exklusive Angebote und Gewinnspiele
Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung.