Winterharte Stauden. Foto: AdobeStock_Максим Пешков

Winterharte Stauden:6 kälteresistente Schönheiten

Nur die Harten kommen in den Garten. Und in diesem Fall sogar: nur die Härtesten. Wir haben unter den absolut winterharten Stauden aus den Winterhärtezonen 1 und 2 einige besondere Schmuckstücke für Sie ausgewählt. Außerdem erfahren Sie in diesem Artikel alles Wichtige zur Einteilung der Zonen und inwieweit man diese in die Staudenplanung miteinbeziehen kann.

Winterharte Stauden – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Inhalt

Winterharte Stauden: Winterhärtezonen erklärt

Karten, auf welchen die verschiedenen Winterhärtezonen der Erde verzeichnet sind, geben Auskunft darüber, wie kalt es durchschnittlich in einer Gegend werden kann. Dementsprechend haben mittlerweile auch viele Staudengärtnereien ihr Staudensortiment in Winterhärtezonen unterteilt (meist 11 Zonen). Jeder Zone ist ein Temperaturbereich zugeordnet, der die für eine Region möglichen Tiefsttemperaturen angibt. In Deutschland sind die Zonen 6 (-23,4 bis -17,8°C), 7 (-17,8 bis -12,3°C) und 8 (-12,3 bis -6,7°C) vertreten. Das bedeutet, dass prinzipiell alle Pflanzen, die der Winterhärtezone 8 oder darunter zugeordnet sind, in Deutschland als winterhart gelten.

Winterhärtezonen als Orientierungshilfe

Für Luft- und Bodentemperatur ist nicht ausschließlich die geografische Lage entscheidend. Viele andere Faktoren haben darauf Einfluss. Sogar im eigenen Garten kann es Unterschiede geben – freie Flächen sind beispielsweise frostgefährdeter als geschützte Stellen in Hausnähe.

Und nicht zuletzt können Sie natürlich auch mit Winterschutz-Maßnahmen die Überlebenschancen ihrer Stauden maßgeblich verbessern.

Die Winterhärtezonen sind demnach zwar von hoher Bedeutung, bieten aber letzten Endes auch nur eher grobe Anhaltspunkte für die Staudenplanung. Unsere sechs winterharten Stauden sind so hart im Nehmen, dass Sie im nächsten Winter garantiert nicht um sie bangen müssen.

1. Rosenwurz: Charakterstarke Gebirgsstaude

Winterharte Stauden. Foto: AdobeStock_Grigoriy
Rhadiola rosea. Foto: AdobeStock_Grigoriy

Botanischer Name: Rhadiola rosea

Winterhärtezone: Z1

Standort: sonnig

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rosenwurz wird als Holarktis bezeichnet. Dieses Areal schließt den Großteil der nördlichen Hemisphäre ein. Als Pflanze, die damit sogar bis in arktische Gefilde vorgedrungen ist, hat sich die Rosenwurz ihren Status als winterharte Staude redlich verdient.

Ihren Namen verdankt die Gebirgspflanze dem Geruch ihres Wurzelstocks. Schneidet man diesen an, liegt schnell darauf ein hauchzarter Rosenduft in der Luft. Ihre graugrünen, unverzweigten Triebe wirken fast sukkulent. Spitze Blätter und gelbe, rundliche Blütenstände verleihen der Rosenwurz ein robustes und dennoch attraktives Aussehen.  

Die Gebirgspflanze eignet sich für sonnige, nicht zu nährstoffreiche und nicht zu trockene Standorte. Sie benötigt außerdem steinigen bis felsigen Boden – am besten nährstoffreich und mit leicht saurem pH-Wert.

2. Grönland-Margerite: Robustes Nordlicht mit hübscher Blüte

Arctanthemum arcticum. Foto: AdobeStock_Nick Taurus

Botanischer Name: Arctanthemum arcticum

Winterhärtezone: Z1

Standort: sonnig

Auch die Grönland-Margerite entstammt der arktischen Zone. Kälte und Frost können der Schönheit aus dem Norden nichts anhaben. Eine Schwäche hat sie dennoch: Bei langanhaltender Staunässe verkümmert sie oft. Durchlässiger Boden ist darum ein Muss, am besten mit sandigen Bestandteilen – allerdings dennoch humos und nährstoffreich.

Neben ihrer ausgesprochenen Winterhärte zählt aber auch die späte und üppige Blüte zu ihren Stärken. Zwischen September und Oktober reckt Arctanthemum arcticum ihre strahlenförmigen Blütenköpfe der Sonne entgegen. Gemeinsam mit zahlreichen schwirrenden Besuchern verlängert sie so jeden Sommer. Die winterharte Staude eignet sich für die verschiedensten Pflanzkompositionen, zum Beispiel in Staudenrabatten und bunten Wiesen.

3. Himmelsleiter: Winterharte Stauden mit edlen Blüten

Winterharte Stauden: Blauer Blütenstand. Foto: AdobeStock_Maria Brzostowska
Polemonium caeruleum. Foto: AdobeStock_Maria Brzostowska

Botanischer Name: Polemonium caeruleum

Winterhärtezone: Z2

Standort: sonnig bis halbschattig

Die blaublühende Himmelsleiter kommt in Sibirien, Teilen Europas, dem Kaukasus und Asien vor. Auch in Deutschland ist sie heimisch, weshalb sie sich besonders gut für naturnahe Pflanzungen eignet, beispielsweise in Bauerngärten. Ihr natürliches Habitat sind Auwälder, frische Wiesen oder Flure, aber auch Bäche und Flussläufe. Im Garten fühlt sie sich Teichnähe oder unter Gehölzen wohl.

Die aufrechten Blütenstände strecken sich stolz in die Höhe und präsentieren sich meist von Juni bis Juli. Dabei werden sie oft von zahlreichen Insekten umschwirrt und bringen Leben in den sommerlichen Garten.

4. Dreiblütige Nelkenwurz: Unverwüstlich in allen Wetterlagen

Winterharte Stauden. Foto: AdobeStock_DebraAnderson
Geum triflorum. Foto: AdobeStock_DebraAnderson

Botanischer Name: Geum triflorum

Winterhärtezone: Z1

Standort: sonnig bis absonnig

Nelkenwurz-Arten sind weit verbreitet. Sowohl in Europa als auch in Südafrika, außerdem in Nord- und Südamerika sind Exemplare vorzufinden. Das Herkunftsgebiet von Geum triflorum liegt im Westen der USA sowie in mittel- und westkanadischen Gebieten. In den kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta herrscht ein kontinentales Klima, weshalb die Dreiblütige Nelkenwurz dort meist rauen Wintern standhalten muss.

Ganz entzückend sind die rötlichen Glockenblüten, welche die Nelkenwurz zwischen Mai und August schmücken. Aus ihnen gehen schließlich charakteristische Samenstände hervor, die an kleine Haarschöpfe erinnern.

Steinige und durchlässige Böden bieten den kleinbleibenden Stauden außerdem ideale Wachstumsbedingungen. Die Dreiblütige Nelkenwurz trotzt nicht nur Eiseskälte, sondern übersteht auch trockene und heiße Sommer unbeschadet. Man kann sie zum Beispiel als Bodendecker einsetzen oder auch in abwechslungsreiche Steingartenpflanzungen integrieren.

5. Gewöhnliche Schafgarbe: Winterharte Staude für naturnahe Pflanzungen

Achillea millefolium. Foto: AdobeStock_shediva

Botanischer Name: Achillea millefolium

Winterhärtezone: Z2

Standort: sonnig

Die Gewöhnliche Schafgarbe wird auch Gemeine Schafgarbe oder Wiesen-Schafgarbe genannt. Sie ist eine auch in Deutschland heimische Wildstaude, außerdem eine traditionelle Heilpflanze. Die Art war ursprünglich in Europa, Asien und Amerika anzutreffen, heute ist sie aber beinahe weltweit verbreitet.

Das fein gefiederte Laub und die langen Stiele sind dezent und lassen sich daher hervorragend in wild anmutende Blumenwiesen einbinden. Bienen und andere Insekten profitieren außerdem von der langen Blütezeit der Schafgarbe. Das schwebende, weiße Blütenmeer zeigt sich zuerst im Juni und kann teilweise noch bis in den September anhalten.

Die Gewöhnliche Schafgarbe bevorzugt einen mageren und steinigen/sandigen Gartenboden. Außerdem sollte er gut durchlässig sein, damit keine Staunässe entstehen kann.

6. Wurmfarn: Perfekt für üppige Schattenbeete

Winterharte Stauden. Foto: AdobeStock_paolofusacchia
Dryopteris filix-mas. Foto: AdobeStock_paolofusacchia

Botanischer Name: Dryopteris filix-mas

Winterhärtezone: Z2

Standort: halbschattig bis schattig

Der Wurmfarn ist auf fast allen Kontinente der Erde vertreten. Er ist eine typische Waldstaude und wächst dementsprechend häufig im tiefen Unterholz oder lichten Schatten von Bäumen. Aber auch das ein oder andere Gebirge hat die Art erklommen.

Er zählt nicht nur zu den ganz besonders winterharten Stauden, sondern ist auch einer der anpassungsfähigsten und tolerantesten Farne. Aus kleinen, eingerollten Blattschnecken entfaltet er dann seine sattgrünen Wedel, die bis zu 130 Zentimetern hoch werden. Diese stattliche Erscheinung ist eine tolle Ergänzung für Schattenbeete mit frischem Gartenboden.

LUISA ROTH

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