Hibiskus: Spät blühst du – doch du blühst!

Hibiskus, exotisch und extravagant, beschreibt den Echten Roseneibisch (Hibiscus syriacus) am besten. Mit seinen großen, weitgeöffneten, breit glockigen Blüten, aus denen eine Art Staubblattsäule herausragt, erscheint er uns auffallend.

Das Garten-Hibiskus und Strauch-Eibisch genannte sommergrüne Gehölz zählt zu den Malvengewächsen. Es stammt nicht, wie der Artname vermuten lässt, aus Syrien, sondern aus den sommerwarmen gemäßigten Gebieten Ostasiens.

Aus den Gärten Chinas kommend, gelangte die Pflanze über die Seidenstraße in den Vorderen Orient. Dort etablierte sie sich in den türkischen und arabischen Gärten und fand gegen Ende des 16. Jahrhunderts den Weg nach Mittel- und Westeuropa.

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Winterhart mit exotischem Flair

Neben dem Garten-Hibiskus sind andere Hibiskus-Arten in Kultur. Die Gattung zählt gut zweihundert Arten. Hibiscus syriacus ist die einzige Art, die unsere Winter übersteht. Da der Strauch spät im Frühjahr austreibt, besteht keine Gefahr durch Spätfrost, denn der Hibiskus ist winterhart. Eine Hibiskushecke ist auch im Winter sehr anschaulich.

blühender Hibiskus
Blühender Hibiskus lässt die Gärten bunt erstrahlen. Foto: AdobeStock_danielskyphoto

In seiner Jugend ist der Hibiskus noch frostempfindlich. In den ersten zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung legen Sie darum um den Hibiskus eine Schicht Rindenmulch. Alternativ bietet sich aber auch eine Verwendung von getrocknetem Laub oder Nadelreisig an. Später kommt der Strauch sogar kurzzeitig mit Temperaturen bis -20 °C zurecht. Die Pflanze erholt sich schnell nach einem kurzen Einfrieren oder einem Rückschnitt und die nächsten Jahre ist der Hibiskus dann winterhart.

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So klappt es mit dem Hibiskus

Geben Sie dem Hibiskus einen warmen, sonnigen Platz im Garten. Er revanchiert sich dafür mit üppiger Blütenpracht. An zu schattigen Stellen entwickelt er sich langsamer und bildet dann weniger Blüten. Ideal ist für den Hibiskus ein nahrhafter und durchlässiger Boden, auf armen Böden blüht der Garten-Hibiskus jedoch verhalten. Achtung: Auf lange anhaltende Trockenheit reagiert er mit Knospenabwurf.

Tipp: Damit der Boden nicht erst austrocknen kann, mulchen Sie ihn im Bereich um den Strauch. Ein weiterer Tipp: Vor dem Austrocknen schützen Sie ihn durch Unterpflanzen mit kleineren Sträuchern. Zusätzlich wässern Sie den Hibiskus an heißen Tagen durchdringend. Über eine Kompostgabe im Frühjahr freut sich das Gehölz.

Vielseitig für Garten und Kübel

Extravaganz beweist der Garten-Hibiskus mit seinen tropisch anmutenden Blüten. Er legt einen extraspäten Auftritt hin. Erst im August präsentiert er seine Blütenpracht, die noch bis Ende September andauert. Andere Gehölze verblühen zu diesem Zeitpunkt. Der Hibiskus ist ein ideales Solitärgehölz, kann ebenso in Gruppen oder als freiwachsende Blütenhecke stehen.

Erhältlich sind Sorten mit verschiedenen Blütenfarben und -formen in unterschiedlichen Wuchsstärken. Neben den typisch strauchig wachsenden Formen gibt es Bäumchen mit variablen Stammhöhen. Diese eignen sich zum Beispiel auch für kleine Gärten oder im Topf kultiviert für die Terrasse und den Balkon.

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Sortenvielfalt

Sie haben die Wahl zwischen einfach, halbgefüllt und gefüllt blühenden Sorten. Diese gibt es in vielen Blau- und Rotnuancen sowie in Weiß. Viele Auslesen haben einen auffallenden, dunklen, an den Rändern strahlenförmig aufgelösten Basalfleck.

Immer wieder ein Hingucker: die blaue Blüte des Hibiskus. Foto: AdobeStock_Olaf-Holland

Bei der letzten Gehölzsichtung schnitten die einfach blühenden Sorten hinsichtlich des Blühverhaltens insgesamt besser ab als die gefüllten und halbgefülltenSorten. Deren Blüten öffneten sich nach Regen und bei feuchter Witterung schlecht und blieben als verwelkte Blüten am Trieb hängen. Das Prädikat „Ausgezeichnet“ gab es für die einfach blühenden ‚Red Heart‘ und ‚Totus Albus‘ sowie die halbgefüllte bis gefüllte ‚Speciosus‘. Die neueren Sorten ‚Mathilda‘, ‚Marina‘, ‚Silke‘ und ‚Purple Ruffles‘ haben das Prädikat „Ausgezeichnet“. Für üppige Blütenpracht muss, wie bei anderen Blütengehölzen, regelmäßig ein Rückschnitt erfolgen. Ein übliches, nicht extravagantes Verhalten.

Tipps und Infos rund um den Hibiskus

So wird’s gemacht: Hibiskus schneiden

Der Straucheibisch trägt wie alle Sommerblüher seine Blüten am einjährigen Holz. Schneiden Sie das Gehölz regelmäßig. Damit fördern Sie Neutriebe, die Verzweigung und die Bildung neuer Blüten. Kürzen Sie im zeitigen Frühjahr, vor dem Neuaustrieb, die abgeblühten Triebe des Vorjahres um circa ein Drittel ein. Schwache sowie nach innen wachsende Triebe nehmen Sie heraus. Da der Strauch dichter wird, lichten Sie die Krone regelmäßig leicht aus. Zu große oder unregelmäßig gewachsene Exemplaren hingegen freuen sich über einen Verjüngungsschnitt. Alte und abgestorbene Triebe entfernen Sie komplett, alle verbleibenden Triebe werden um zwei Drittel eingekürzt. Eine genaue Beschreibung samt Anleitung zum Schnitt des Hibiskus haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

In großen Pflanzgefäßen

… schmückt der Garten-Hibiskus Balkon und Terrasse. Solche Kübelpflanzen frostfrei überwintern, kühl und hell bei maximal 15 °C.

Die Roselle – oder sauer macht lustig

Kennen Sie die Roselle? Dahinter verbirgt sich der Hibiscus sabdariffa, eine Hibiskus-Art aus Asien. Ihre fleischigen, leuchtendroten Blütenkelche, bekannt als Karkaden oder Nubiablüten, werden zum Beispiel für Süßspeisen, Limonaden und Liköre verwendet.
Der Teeaufguss aus eingetrockneten Blütenkelchen schmeckt säuerlich. Er hat eine tiefrote Farbe. Aus diesem Grund werden Hagebuttentees gern Rosellenblüten zugesetzt und im handelsüblichen Malventee steckt Hibiscus sabdariffa.

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MONICA LIETZAU

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