Die Clematis ist gar nicht so zimperlich wie Ihr Ruf. Wichtig ist die richtige Platzwahl.

Clematis: Da ist noch ein Platz frei

Die Clematis ist wunderschön, begehrt, doch leider auch zimperlich. Letzteres allerdings ist ein schwer auszuräumendes Vorurteil. Versuchen Sie es einfach mal mit der richtigen Art am richtigen Platz: am Zaun, im Baum oder auch im Staudenbeet.

Frühblühende Clematis

Muss man gleich Botanik-Fachfrau sein, um einen schönen Garten mit Clematis anzulegen? Die Profigärtner haben ein Einsehen: Sie steckten alle kleinen, oft schon im April blühenden Wildarten und deren Sorten in eine Gruppe, die sie „Alpinas“ nennen. Allen gemeinsam ist die frühe Blüte, die sehr gute Winterhärte und die erfreuliche Tatsache, dass die Clematiswelke bei ihnen kein Thema ist.

Generell sind Clematis sind die idealen Einsteiger-Pflanzen.

Man kann sie sogar in eine Hecke wachsen lassen, denn wenn der Heckenschnitt fällig ist, sind sie bereits verblüht und nehmen es locker hin, zurechtgestutzt zu werden. Die „gefüllt blühenden Alpinas“, der Gärtner kennt sie als Clematis macropetala, sind für die Kultur in Töpfen erste Wahl, sie vertragen Trockenheit, brauchen keinerlei Schutz und treiben auch nach einem harten Winter munter wieder aus.

Der richtige Platz für eine Clematis

Clematis (Clematis Xerxes)
Die Clematis mag einen gut ausgewählten Platz.

Am Baum

Die perfekte Art für einen größeren Laubbaum kann nur eine „Montana“ sein. Sogar den Walnussbaum umgarnt sie munter. Unnachahmlich, wie ihre Girlanden aus rosa Blüten sich durch die Lüfte schwingen. Für den Anfang braucht Clematis montana, so der korrekte Name, eine Strickleiter für den Aufstieg. Einziger Nachteil: An feuchten Standorten mangelt es mitunter an Winterhärte.

Auch im Topf zu Hause

Eine reizvolle Variation, wenn der Topf nur recht hoch ist: ‘Arabella’ lässt ihre Triebe lässig baumeln. Prinzipiell kann jede Clematis eine Zeit im Topf wachsen, und in jüngerer Zeit wurden sogar kompakt wachsende Topfsorten gezüchtet: ‘Angelique’, ‘Chantilly’, ‘Miniseelik’, ‘Ooh La La’, ‘Picardy’. Vor den strengen Frösten bringt man die Kübel besser an einen geschützten Platz.

Am Rankgerüst

Ein zierliches Eisengitter ist zu schön, als dass es unter Blattmassen verschwinden darf. Hier sind Kletterer mit filigranem Wuchs die Idealbesetzung. Clematis und Duftwicke wachsen luftig und leicht, machen nicht „dicht“. Schöne Pflanzen für diese Situation sind zum Beispiel ‘Aino’ (blauviolett), ‘Ashva’ (hellviolett), ‘Justa’ (lavendelblau), ‘Sunset’ (blaurot), ‘Peter Pan’ (weiß) oder ‘Piilu’ (hellrosa, gestreift).

So gelingt Ihnen der Anbau von Kletterpflanzen: Klettern mit Strategie.

Die „Gelben“

nennt der Gärtner diese Gruppe von Sommerblühern. Sie gehören zu den anspruchslosesten Vertretern der Waldreben-Sippe. An Wüchsigkeit nehmen sie es locker mit der „Montana“ auf. Lassen Sie zum Beispiel tausend kleine Blütensonnen aus dem dunklen Grün einer alten Eibe oder Kiefer leuchten. Ein Bild, das beeindruckt.

Partnerwahl für die Clematis

Gegensätze ziehen sich an oder Ton-in-Ton für die perfekte Harmonie? Wie ein Traumpaar aussieht, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Clematis liebt Rose heißt es, und allein dieses Arrangement bringt Traumpaare in allen Spielarten. Hier besteht es aus Clematis ‘Nelly Moser’ und Englischer Rose ‘Constance Spry’. 

Starke Kontraste

Blau und Orange werten sich gegenseitig auf, das ist bekannt. Clematis x durandii und die Panter-Lilie geben ein Duett. Mach mal Blau könnte das Motto für die Kombination im Staudenbeet sein. Zu Geranium ‘Johnson’s Blue’ und Jungfer im Grünen wurde Clematis integrifolia, eine staudige Art gepflanzt.

Clematis schmückt Strauch heißt die nahe liegende Variation des Themas „Rose und Clematis“. Clematis ‘Red Pearl’ in einer Tatarischen Heckenkirsche. Nach oben offen lautet die Devise in der schmalen Rabatte und so wächst Clematis ‘Xerxes’ am Gartenhaus in die Höhe. Sie bekam zarte und vor allem zahme Gesellschaft: Wiesenkerbel, Anthriscus ‘Raven Wing’. 

Praxis-Tipp

Die Füße im Schatten und Sonne aufs Haupt – diese Empfehlung gilt für alle Clematis. Manchmal ergibt sich diese Situation am Pflanzplatz ganz von allein, oft aber muss man es erst so einrichten, dass die Wurzeln im Sommer kühl und beschattet bleiben. 

Gängige Praxis ist oft, um den Fuß der Clematis Stauden oder kleine Gehölze zu pflanzen. Gerade bei Jungpflanzen, die sich erst etablieren müssen, schadet diese Wurzelkonkurrenz eher, als sie nützt. Besser den Boden durch eine Mulchschicht aus flachen Steinen oder Kieseln, Topfscherben oder Pinienrinde vor dem Aufheizen und Austrocknen bewahren.

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