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Weißdorn:Einzigartiges Solitär- oder Heckengehölz

Dass der Weißdorn (Crataegus) zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört, lässt sich an den hübschen, fünfzähligen Blüten ablesen. Gemeinsam mit der ungewöhnlichen Wuchsform, den schmucken Früchten und seiner Robustheit macht ihn das zu einem beispiellosen Gehölz, dessen Anblick ganzjährig Freude bereitet. Erfahren Sie, wie Sie Weißdorn pflanzen und pflegen können und was es sonst noch über ihn zu wissen gilt.

Inhalt

Herkunft

Wuchs und Aussehen

Blätter, Blüten und Früchte

Standortbedingungen

Weißdorn pflanzen

Weißdorn pflegen

Vermehrung

Krankheiten und Schädlinge

Verwendung

Woher stammt der Weißdorn?

Die Gattung des Weißdorns vereint schätzungsweise zwischen 200 und 300 Arten, deren natürliche Verbreitungsgebiete sich über die nördliche Hemisphäre verteilen. Die meisten von ihnen stammen vermutlich ursprünglich aus Nordamerika. Einige, unter anderem der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) sowie der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) wachsen aber auch in Europa, zum Beispiel in Skandinavien oder im Schwarzwald und den Alpen.

Wuchs und Aussehen

Weißdorn-Arten wachsen zu Großsträuchern oder Kleinbäumen heran und erreichen dabei Endhöhen, die je nach Art zwischen 2 und 8 Metern liegen können. Der Jahreszuwachs kann beachtlich sein, möglich sind Jahrestriebe von bis zu 35 Zentimetern oder mehr. Der Wuchs des ein-, manchmal auch mehrstämmigen Weißdorns hat einen eher unregelmäßigen Aufbau, seine bedornten Äste wachsen manchmal starr horizontal, ab und an hängen die Triebspitzen auch leicht über. Die locker aufgebauten Kronen und teilweise eigenwillig wachsenden Äste verleihen dem Weißdorn sein charakterstarkes Gesamtbild.

Weißdorn Foto: AdobeStock_Sunbunny
Die Blüten sind attraktiv für Bienen. Foto: AdobeStock_Sunbunny

Blätter, Blüten und Früchte

Die Blattform variiert je nach Art und Sorte zwischen oval und eiförmig, manche Arten wie Crataegus laevigata und Crataegus monogyna besitzen Lappungen, beziehungsweise Einkerbungen an den Blattspitzen. Weißdorn ist sommergrün, das heißt im Herbst verliert er seine dunkelgrünen Blätter. Diese verabschieden sich jedoch zuvor mit einer wirkungsvollen Herbstfärbung, welche zwischen Gelb und Orange variiert und teilweise sogar leicht bronzefarbene Töne erreicht.

Augenfällig reichblühend zeigt sich der Weißdorn zwischen Ende Mai und Anfang Juni, dicht mit weißen Doldenblüten besetzt, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch zahlreichen Insekten Nahrung bieten. Ebenso zahlreich und ansehnlich präsentieren sich anschließend die kugelrunden, roten Früchte. Sie bleiben meist noch lange haften und geben gemeinsam mit der Herbstfärbung ein besonders üppiges Bild ab.

Standortbedingungen

Weißdorn gedeiht in sonnigen sowie halbschattigen Lagen. Die meisten Arten sind äußerst widerstandsfest, zudem frosthart und generell unkompliziert. Während laevigata es etwas feuchter bevorzugt, überstehen Arten wie lavallei und monogyna sogar extreme Trockenheits- und Hitzeperioden.

Besser ist es natürlich dennoch, wenn der Boden frisch und dauerhaft mäßig feucht ist. Die meisten Arten wachsen gut bei annähernd neutralem, höchstens schwach saurem pH-Wert. Der Untergrund sollte durchlässig sein, leicht steinige Böden stellen im Normalfall kein Problem dar.

Beliebte Weißdorn-Arten

 

  • Scharlachdorn (Crataegus coccinea)
  • Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata)
  • Lederblättriger Weißdorn (Crataegus lavallei)
  • Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)

 

Weißdorn pflanzen

Der Herbst bietet für die meisten Gehölze den idealen Zeitpunkt, um sie einzupflanzen. So haben sie nämlich genug Zeit, um bis zum Frühjahr fest zu verwurzeln. Außerdem ist die Gefahr von Trockenschäden gering. Dennoch können Sie Weißdorn prinzipiell von Herbst bis Frühjahr pflanzen, solange der Boden frostfrei ist.

Das Pflanzloch sollte doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen ausgehoben werden. Unterstützend kann Kompost hinzugegeben werden. Nachdem die Erde leicht angedrückt wurde, wird abschließend gründlich angegossen. Das Wasser sorgt dafür, dass die Erde auch in die Hohlräume gelangt und alle Wurzeln Bodenkontakt haben.

Weißdorn Foto: AdobeStock_Murasaki Izumi
Crataegus coccinea im Herbst. Foto: AdobeStock_Murasaki Izumi

Weißdorn pflegen

Weißdorne sind außerordentlich robust, auch die Pflegemaßnahmen halten sich dementsprechend in Grenzen. Damit das Gehölz nicht geschwächt wird, sollte aber bei langanhaltender Trockenheit gegossen werden. Dünger ist nicht notwendig, im Frühjahr dürfen Sie trotzdem gerne etwas reifen Kompost im Wurzelbereich einarbeiten.

Vermehrung

Sowohl über Stecklinge als auch über Steckhölzer lässt sich der Weißdorn problemlos vermehren – Stecklinge werden in Frühjahr geschnitten, Steckhölzer schon früher, etwa Mitte Februar. Auch eine Aussaat ist möglich, allerdings muss das Saatgut zunächst seine keimhemmenden Stoffe abbauen, um keimen zu können. Das gelingt, indem man die Samen für längere Zeit in feuchten Sand einbettet, es macht die Aussaat allerdings etwas aufwendiger.

Krankheiten und Schädlinge

Viele Rosengewächse sind anfällig für Mehltau-Pilze oder Gitterrost, darunter auch der Weißdorn. In feucht-warmem Klima gedeihen Pilzkrankheiten besonders gut. Durch frühzeitiges Absammeln der befallenen Blätter und Entfernen erkrankter Triebe kann ein Befall aber hinreichend eingedämmt werden. Wichtig ist auch das Arbeiten mit sauberem Werkzeug.

Auch Feuerbrand kann zum Problem werden, eine Pflanzenkrankheit die vom Bakterium Erwinia amylovora verursacht wird und sich tückisch rasant ausbreiten kann. Auch hier ist desinfiziertes Werkzeug von hoher Wichtigkeit, um die Krankheit nicht weiter im Garten zu verbreiten. Befallene Stellen wirken wie verbrannt, Blätter, Triebe und Früchte werden meist in kürzester Zeit braun oder schwarz. Die Triebspitzen sinken oft nach unten ab. Eindeutig bestimmen lässt sich der Feuerbrand aber leider nur durch eine Untersuchung im Labor.

Weißdorn Foto: AdobeStock_Edda Dupree
Gesunde Wildhecke mit Crataegus monogyna in voller Blüte. Foto: AdobeStock_Edda Dupree

Verwendung

In Solitärstellung kann der Weißdorn seinen mitunter eigentümlichen Wuchs bestens zu allen Seiten entwickeln und seine volle Wirkung entfalten. Es ist also kein Wunder, dass er ein beliebtes Gehölz für weitläufige Garten- und Landschaftsparks ist. Arten wie monogyna und laevigata sind aber auch für den Heckenschnitt hervorragend geeignet, sie sind äußerst schnittverträglich und verkraften selbst starke Rückschnitte.

LUISA ROTH

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