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Forsythie:Mit der Sonne um die Wette strahlend

Im Frühling sind ihre sonnengelben Blüten die ersten Vorboten endlich wärmerer Tage. Zweifelsohne ist ihre Blütezeit, die je nach Witterung und Region zwischen März und April einsetzt, die Glanzstunde der Forsythie. Anschließend fügt sie sich, zusammen mit ihrem frischgrünen Laub, dezent im Garten ein. Wir verraten Ihnen alles Wichtige zum Pflanzen und Pflegen der populären Ziersträucher.

Inhalt

Die Herkunft der Forsythie

Die Forsythie wird auch als Goldglöckchen oder Goldflieder bezeichnet. Der Strauch ist Teil der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Im Gartenfachhandel wird zumeist die Hybride Forsythia x intermedia angeboten. Diese ist eine Kreuzung der beiden aus China stammenden Arten Forsythia suspensa und Forsythia viridissima.

Wuchs und Aussehen

Forsythien-Sträucher bilden annähernd senkrechte Triebe, welche meist zwischen drei und vier Meter hoch werden. Ihre olivfarbenen Äste sind mit hellen, hervorstehenden Pünktchen besetzt, weshalb man den sommergrünen Strauch auch im Winter leicht erkennt. Diese Punkte heißen Lentizellen und sie sind die ausgeklügelte Art der Forsythie, das Rindengewebe innerlich zu belüften. Die kleinen Öffnungen fungieren als Poren, die den Gasaustausch nach außenhin gewährleisten.

Forsythie Foto: AdobeStock_manuela_merl
Die Äste sind dicht mit Blättern besetzt. Foto: AdobeStock_manuela_merl

Blätter und Blüten

Der Forsythienblüte stiehlt im Frühling nichts und niemand die Show. Die Blätter sprießen nämlich erst nach der Blütezeit, was das gelbe Meer an trichterförmigen Blüten noch imposanter macht und mit der Sonne um die Wette scheinen lässt. Dass die Blüte mittlerweile immer weniger auf sich warten lässt und in einigen Regionen sogar schon Ende Februar einsetzen kann, hat aber einen traurigen Hintergrund: Die früher beginnende Blüte zeigt kürzer und milder werdende Winter an, die an die folgenschweren Auswirkungen der Erderwärmung erinnern.

Dementsprechend setzt auch der Blattaustrieb oftmals früher an. An den Ästen der Forsythie wachsen die hellgrünen Blätter gegenständig. Sie besitzen eine längliche Form und haben meist fein gesägte Blattränder. Im Herbst zeigen sie eine gelbe Herbstfärbung, die manchmal auch eine violettfarbene Schattierung bereithält.

Sterile Blüte

Hybride sind für gewöhnlich steril. Das heißt, die Blüten warten weder mit Pollen, noch mit Nektar auf, außerdem setzen sie keine Früchte an. Das Gelb der Blüte zieht natürlich trotzdem zahlreiche Insekten an, weshalb die Sorte ‘Beatrix Farrand‘ als eine insektenfreundliche Alternative zu nennen ist, welche als einzige Sorte der Kreuzung Pollen bildet.

Standortbedingungen und Substrat

Die Blühfreudigkeit der Forsythie steht in Abhängigkeit zur Sonnenintensität ihres Standorts. Vollsonnige oder halbschattige Standorte sind ideal. Schattige Standorte werden zwar toleriert, sowohl Blüte als auch Belaubung fallen dann aber manchmal dürftiger aus. In puncto Gartenboden sind sie äußerst unkompliziert, sie gedeihen quasi überall, auch auf vergleichsweise nährstoffarmen Böden. Für Kübelbepflanzungen ist eine wasserdurchlässige Komponente im Substrat sinnvoll, damit keine Staunässe entstehen kann.

Auch für kleine Gärten geeignet: Die Sorte ‘Mikador‘ wächst zierlich, sie wird nur etwa einen Meter hoch. Foto: AdobeStock_David

Forsythien pflanzen

In den Frühlingsmonaten, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Sie die Forsythie einpflanzen. Wichtig dabei ist, dass Sie das Pflanzloch großzügig genug ausheben – doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen ist die Faustregel für Gehölzpflanzungen. Außerdem muss genügend Pflanzabstand für den Strauch eingeplant werden. Bei einer Forsythie in Einzelstellung sollte dieser zwischen 80 und 100 Zentimetern betragen. Für Heckenpflanzungen darf es etwas dichter sein, etwa 50 Zentimeter genügen hier.

Ein Umpflanzen von Forsythien ist prinzipiell möglich. Die Gehölze zählen zu den Flachwurzlern, sie bilden also kein tiefreichendes Wurzelwerk. Dennoch gilt: Je länger ein Gehölz an einem Standort wächst, desto kraftraubender ist ein Umsetzen der Pflanze.

Die richtige Pflege

Nicht nur anspruchslos, auch pflegeleicht ist die Forsythie. Denn bei ausgepflanzten Gehölzen beschränkt sich die Bewässerung auf das erste Jahr nach der Pflanzung. In dieser Zeit sollte die Erde nie vollständig austrocknen, weshalb je nach Niederschlagsmenge nachgeholfen werden muss. Einmal etablierte Sträucher müssen Sie lediglich bei langanhaltender Trockenheit wässern. Eine Düngung ist nicht notwendig, kann aber einmal jährlich nach der Blüte förderlich sein. Im Freiland eignen sich Kompost oder andere organische Dünger.

Schnittmaßnahmen werden nach der Blüte durchgeführt. Forsythien sind äußerst schnittverträglich und ein regelmäßiges Auslichten, etwa alle zwei Jahre, ist sehr förderlich für einen dichten Wuchs und eine reiche Blüte. Die ältesten Äste können dabei bodennah entfernt werden, damit die Pflanze vital bleibt.

Forsythien im Kübel

Pflanzen im Topf benötigen meistens etwas mehr Pflege. Gießen Sie regelmäßig, damit der Wurzelballen nie vollständig austrocknet. Sobald der Kübel durchwurzelt ist, muss umgetopft werden, damit die Wurzeln mit dem frischen Substrat neue Nährstoffe bekommen.

Vermehrung

Da die Hybriden meistens steril sind, fällt die Aussaat als Vermehrungsmethode weg. Stattdessen eignen sich sowohl die Stecklings- als auch die Steckholzmethode sowie die Absenkervariante zur Vermehrung von Forsythien. Die vegetative Vermehrung funktioniert meist problemlos, da die Forsythie sehr schnell neue Wurzeln bildet.

Absenker-Methode

  1. Absenker werden direkt an der Mutterpflanze herangezogen. Dabei ist im Sommer die Erfolgschance am höchsten. Ziehen Sie zunächst mit dem Finger eine längliche Vertiefung in den Boden neben Ihrer Forsythie.
  2. Anschließend wählen Sie einen noch biegsamen Ast, der lang genug ist, um die Vertiefung zu erreichen.
  3. Nun wird der Ast mit einem scharfen, sauberen Messer mehrmals vorsichtig eingeritzt.
  4. Der Ast wird, mit Ausnahme der Triebspitze, mit Gartenerde bedeckt. Falls der Ast nicht von alleine hält, können Sie beispielsweise mit einem Haken nachhelfen.
  5. Die Forsythie wird durch die eingeritzten Stellen zur Wurzelbildung provoziert.
  6. Nach einigen Monaten – wenn der Ableger im Sommer erzeugt wurde, meist im nächsten Frühjahr – haben sich genügend Wurzeln gebildet und Sie können den Ableger abtrennen und gegebenenfalls umpflanzen.
Die Blüten sind schillernde Frühlingsboten. Foto: AdobeStock_Volodymyr

Krankheiten und Schädlinge

Forsythien sind sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen, sodass nur äußerst selten Schadbilder auftreten. Falls doch ein Befall vorliegt, etwa durch Pilzerkrankungen oder sogenannte Triebgallen – das sind durch Bakterien verursachte Verdickungen des Gewebes – beschränken sich die Pflanzenschutzmaßnahmen auf ein großzügiges Entfernen der betroffenen Stellen mit sauberem Werkzeug. Die Ursache für das Auftreten von Krankheiten oder Schädlingen kann auch in langanhaltender Staunässe liegen, welche das Gehölz auf Dauer schwächt.

Verwendung von Forsythien

Ohne Frage werden Forsythien hauptsächlich aufgrund ihrer früh einsetzenden und üppigen Blüte gepflanzt. Sie können als Solitärgehölze glänzen, aber auch, aufgrund ihrer Schnittverträglichkeit, in Heckenform getrimmt werden. Da sie so früh im Jahr blühen, können sie ein attraktives Element für eine Mischhecke verschiedener Blütengehölze darstellen. Ihr dichtes Blattwerk sorgt im Sommer außerdem für einen kompakten Sichtschutz.

LUISA ROTH

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