Mit zartem Honigduft locken die Blütendolden der Kornelkirsche Bienen an. Foto: AdobeStock_fibonaccci

Kornelkirsche: HeimischerVorfrühlingsblüher mit hohem Zierwert

Die Kornelkirsche begeistert uns ganzjährig mit ihren tollen Eigenschaften. Nach der bezaubernden Blüte im Februar tragen die Gehölze gesundes Wildobst, und im Herbst beschert uns ihr attraktives Laub ein Grande Finale. Hat Sie die Kornelkirsche neugierig gemacht? Dann finden Sie hier alles, was es zu wissen gilt.

Kornelkirsche – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Herkunft und Verbreitung

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist von Europa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist das Wildobstgehölz ursprünglich nur im Saar-Mosel-Gebiet, im niedersächsischen Hügelland, im Harz, in Thüringen und im Fränkischen Jura beheimatet, aber vielerorts verwildert und eingebürgert. Man kennt die Kornelkirsche aus der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) auch unter dem Namen Herlitze, Dirlitze oder Hirlnuss.

Wuchs und Aussehen der Kornelkirsche

Die Kornelkirsche entwickelt sich zu einem großen Strauch, der vier bis sechs Meter hoch und breit wird und meist mehrere starke Grundtriebe besitzt. Das langsam wachsende Gehölz bleibt zunächst aufrecht und sparrig verzweigt mit vielen Kurztrieben. Im Alter kann der Strauch baumförmig werden und hat dann eine breitrunde Krone sowie überhängende Zweige. Jüngere Triebe zeigen meist eine graugrünliche Farbe, die auf der Sonnenseite bräunlichrot sein kann. Die Borke ist braunschuppig und blättert mit der Zeit etwas ab.

Ein dichtverzweigtes Herzwurzelsystem verleiht dem Strauch guten Stand, ist aber gegenüber anderen starken Gehölzen eher konkurrenzschwach. Deshalb braucht es zu diesen etwas Abstand.

Blätter, Blüten und Früchte

Die Blätter haben eine eiförmige bis elliptische Form und werden vier bis zehn Zentimeter lang. Der Blattrand ist oft wellig, die Blattoberseite glänzend grün, außerdem sind beide Seiten behaart. Die gelbliche bis rotorange Herbstfärbung tritt ab Oktober ein.

Die Blüten zeigen sich lange vor dem Laubaustrieb, oft schon im Februar, spätestens aber im März oder April. Dann zieren die gelben Blüten bis zu fünf Wochen lang die kahlen Zweige mit ihren kleinen kugeligen Dolden. Die Blüten duften schwach süßlich und sind eine frühe Bienenweide.

Unreife Früchte an Kornelkirsche. Foto: AdobeStock_simona
Noch sind sie nicht reif, doch wenn die Früchte ab August ihre scharlachrote Färbung zeigen, ist es so weit: Sie sind essbar und schmecken leicht säuerlich. Foto: AdobeStock_simona

Im August oder September reifen die glänzend scharlachroten, essbaren Steinfrüchte heran, die an Kirschen erinnern. Sie sind oval bis eiförmig, circa zwei Zentimeter groß und sowohl essbar als auch sehr zierend. Sie schmecken leicht säuerlich und enthalten viel Vitamin C.

Tipp: Wenn Sie eine Kornelkirsche im Garten haben, können Sie im Dezember und Januar Zweige schneiden und in die Vase stellen. Dort blühen sie dann vorzeitig und bringen den Frühling ins Haus.

Standortbedingungen

Die Kornelkirsche wächst in der Sonne sowie im Halbschatten. Der Strauch liebt warme Lagen, ist sonst aber anspruchslos und toleriert alle Böden von schwachsauer bis stark alkalisch. An natürlichen Standorten gedeiht er auf trockenen bis frischen, nährstoffreichen, durchlässigen und möglichst kalkhaltigen Böden. In freier Natur finden sich Kornelkirschen oft an sonnigen Hängen oder in lichten Laubwäldern.

Kornelkirschen sind absolut winterhart. Ein Winterschutz ist daher nicht nötig – Ausnahme sind frisch gepflanzte Exemplare.

Pflanzung und Pflege

Pflanzen Sie Kornelkirschen im Frühjahr oder Herbst in den Gartenboden. Der Pflanzabstand zu anderen Gewächsen sollte dabei etwa drei Meter betragen. Wenn eine Hecke entstehen soll, darf der Abstand geringer sein. Am Ende einmal gründlich angießen.

Kornelkirschen sind Meister der Genügsamkeit. Sie benötigen nicht viel Nährstoffnachschub, etwas Kompost in Frühjahr ist vollkommen ausreichend. Die Sträucher sind auch sehr schnittverträglich und tolerieren sogar einen radikalen Rückschnitt. Selbst Hitze- und längere Trockenperioden werden gut vertragen, extra wässern ist somit ebenfalls nicht notwendig.

Rote, reife Früchte der Kornelkirsche. Foto: AdobeStock_groisboeck
Reife Früchte sind tiefrot und saftig. Foto: AdobeStock_groisboeck

Vermehrung der Kornelkirsche

Es ist zwar möglich, Kornelkirschen über ihre Samen zu vermehren, allerdings ist diese Methode mit einigen Schwierigkeiten verbunden: Zum einen muss das Saatgut zunächst Frost ausgesetzt werden, um die Keimhemmung zu verlieren, zum anderen geht die Keimung nur sehr langsam vonstatten. Einfacher sind vegetative Methoden, nämlich die Vermehrung über Stecklinge oder Absenker.

Krankheiten und Schädlinge

Wer eine Kornelkirsche besitzt, muss sich glücklicherweise nicht um deren Gesundheit sorgen. Die Wildgehölze sind sehr resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Besonders feuchte Luft im Sommer kann aber leider auch bei den robustesten Sträuchern zu Pilzerkrankungen führen. Wenn Sie die betroffenen Triebe rechtzeitig entfernen, entsteht aber kein größerer Schaden.

Verwendung von Kornelkirschen

Kornelkirschen sind nicht nur für Vögel und Bienen eine wertvolle Futterpflanze, auch wir Menschen schätzen das Wildobst. Das Fruchtfleisch mit einem Zuckergehalt von nur 14 Prozent eignet sich gut für Marmelade, Kompott, Saft oder Obstwein, außerdem kann man es einfrieren.

So klappt es mit der reichen Ernte

  • Für eine bessere Bestäubung und somit mehr Früchten, pflanzen Sie am besten zwei Sträucher. Sorten wie ‘Jolico‘, ‘Schumen‘ oder ‘Coral Blaze‘ bringen übrigens meist höhere Erträge oder größere Früchte als die Wildform.
  • Am besten erntet man die Früchte im schwarzroten, beinahe überreifen Zustand. Dann ist der Zuckergehalt am höchsten.
  • Breiten Sie für die Ernte ein feinmaschiges Netz unter dem Strauch aus und warten einfach ab, bis die Früchte zu Boden fallen.

In der Gartengestaltung werden sie als Solitärgehölz, in Gruppen oder in Hecken mit anderen Wild- oder Ziersträuchern verwendet. Da Kornelkirschen stadtklimafest und windresistent sind, nutzt man sie auch gern als Straßenbegleitgrün oder für Windschutzhecken.

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