Kornelkirsche Foto: AdobeStock_fibonaccci

Kornelkirsche – heimischer Vorfrühlingsblüher mit hohem Zierwert

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist von Europa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist das Wildobstgehölz nur im Saar-Mosel-Gebiet, im niedersächsischen Hügelland, im Harz, in Thüringen und im Fränkischen Jura ursprünglich beheimatet, aber vielerorts verwildert und eingebürgert. Man kennt die Kornelkirsche aus der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) auch unter dem Namen Herlitze, Dirlitze oder Hirlnuss.

Wuchs und Aussehen der Kornelkirsche

Die Kornelkirsche entwickelt sich zu einem großen Strauch, der vier bis sechs Meter hoch und breit wird und meist mehrere starke Grundtriebe besitzt. Das langsam wachsende Gehölz bleibt zunächst aufrecht und sparrig verzweigt mit vielen Kurztrieben. Im Alter kann es baumförmig werden und hat dann eine breitrunde Krone sowie überhängende Zweige.

Ein dichtverzweigtes intensives Herzwurzelsystem verleiht dem Strauch guten Stand, ist aber gegenüber anderen starken Gehölzen eher konkurrenzschwach. Deshalb braucht es zu diesen etwas Abstand.

Blüten und Früchte

Die Blüten zeigen sich lange vor dem Laubaustrieb, oft schon im Februar, spätestens aber im März oder April. Dann zieren die gelben Blüten bis zu fünf Wochen lang die kahlen Zweige mit ihren kleinen kugeligen Dolden. Die Blüten duften schwach süßlich und sind eine frühe Bienenweide.

Im August/September reifen die glänzend scharlachroten, essbaren Steinfrüchte heran, die an Kirschen erinnern. Sie sind oval bis eiförmig, circa zwei Zentimeter groß und ebenfalls sehr zierend. Sie schmecken säuerlich. Das Fruchtfleisch mit einem Zuckergehalt von nur 14 Prozent eignet sich gut für Marmelade, Kompott, Saft und Obstwein sowie zum Trocknen oder Einfrieren.

Kornelkirsche Foto: AdobeStock_groisboeck
Reife Kornelkirschen am Zweig Foto: AdobeStock_groisboeck

Blätter und Rinde der Kornelkirsche

Die Blätter haben eine eiförmige bis elliptische Form und werden vier bis zehn Zentimeter lang. Der Blattrand ist oft wellig, die Blattoberseite glänzend grün und beide Seiten sind behaart. Die gelbliche bis rotorange Herbstfärbung tritt ab Oktober ein.

Die jungen Triebe zeigen eine graugrünliche Farbe, die auf der Sonnenseite bräunlichrot sein kann. Die Borke ist braunschuppig und blättert etwas ab.

Standortbedingungen und Pflege

Die Kornelkirsche wächst in der Sonne sowie im Halbschatten. Der Strauch liebt warme Lagen, ist sonst aber anspruchslos und toleriert alle Böden von schwachsauer bis stark alkalisch. An natürlichen Standorten gedeiht er auf trockenen bis frischen, nährstoffreichen, lockeren, durchlässigen und möglichst kalkhaltigen Böden.

Kornelkirschen brauchen nicht viel Nährstoffnachschub, etwas Kompost in Frühjahr ist ausreichend. Kornelkirschen sind sehr schnittverträglich und tolerieren sogar einen radikalen Rückschnitt. Hitze- und längere Trockenperioden werden gut vertragen, extra wässern ist somit ebenfalls nicht notwendig.

Verwendung von Kornelkirschen

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Die reifen Früchte der Kornelkirsche eignen sich gut für Marmelade, Kompott oder Saft oder Obstwein Foto: AdobeStock_abcmedia

In der Gartengestaltung werden sie als Solitärgehölz, in Gruppen oder in Hecken mit anderen Wild- oder Ziersträuchern verwendet. Da Kornelkirschen stadtklimafest und windresistent sind, nutzt man sie auch gern als Straßenbegleitgrün oder für Windschutzhecken.

Wenn Sie eine Kornelkirsche im Garten haben, können Sie im Dezember und Januar Zweige schneiden und in die Vase stellen. Dort blühen sie dann vorzeitig und bringen den Frühling ins Haus.

Kornelkirschen sind nicht nur für Vögel und Bienen eine wertvolle Futterpflanze, auch wir Menschen schätzen das Wildobst. Am besten erntet man die Früchte im fast überreifen, schwarzroten Zustand. Dann ist der Zuckergehalt am höchsten. Breiten Sie unter dem Strauch ein feinmaschiges Netz auf und warten Sie ab, bis die Früchte zu Boden fallen. Für eine bessere Bestäubung und somit mehr Früchte pflanzen Sie am besten zwei Sträucher. Sorten wie ‘Jolico’, ‘Schumen’ oder ‘Coral Blaze’ bringen übrigens meist höhere Erträge oder größere Früchte als die Wildform. Interessant sind auch gelbfrüchtige Sorten wie ‘Yellow Molalla’ oder ‘Yellow’ (‘Flava’).

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