Obst aus dem eigenen Garten schmeckt am besten. Foto: Olaf Szczepaniak

Apfelsorten für den Selbstversorgergarten

Äpfel gehören zu den wichtigsten Obstsorten und eignen sich zur Herstellung von Kuchen, Säften und anderen leckeren Gerichten. Im Garten darf diese vielseitige Frucht nicht fehlen. Damit der Obstbau im Garten für Selbstversorger gelingt, ist eine gute Auswahl der Apfelsorten notwendig. Die Apfelsorten unterscheiden sich im Ertrag und der Wuchsform, die beim Apfelbaum den Platzbedarf vorgibt.

Apfelsorten und Apfelbäume für kleine Gärten

Apfelsorte an der Mauer
Apfelbaum platzsparend an der Mauer

Vor allem Gärter mit kleinen Gärten befürchten, dass sie keinen Platz für einen Apfelbaum haben. Beim Apfelbaum bestimmt die Wuchsform die Unterlage, auf die Sie die Edlereiser aufpfropfen. Geschmackvolle Apfelsorten müssen Sie mit Edelreiser vermehren, Wildsorten sind im Ertrag geringer. Die Früchte sind kleiner und in der Regel so sauer, dass sie nicht verzehrbar sind.

Wildsorten eignen sich gut als Unterlage. Zum Beispiel können Sie geschmackvolle Sorten wie “Elstar” auf Unterlagen aufpfropfen, die schwache Wuchsformen haben. Dadurch können Sie Apfelsorten beispielsweise als Halbstamm, Hochstamm oder Spalierobst an der Wand kultivieren.

Besonders gut eignen sich durch die unterschiedlichen Formen bekannte Apfelsorten wie “Elstar” oder “Boskop” auch für kleine Gärten.

Wuchs und Ertrag von Apfelbäumen

Hochbeet mit Salat und Birne
Ein Hochbeet mit Salat und Birnenbaum

Grundsätzlich beeinflusst die Wuchsform beim Apfelbaum den Ertrag. Möchten Sie eine Tafelsorte zum Frischverzehr oder um Kuchen zu backen, bietet sich ein Säulenobst an. Denn bei dieser Form kann ein Afpelbaum einen Ertrag von bis zu sieben Kilogramm liefern. Und der Platzbedarf liegt gerade bei einem Quadratmeter.

» Feuerbrand: Todesurteil für Apfelbäume

Formenvielfalt von Apfelsorten

Sowohl Apfelsorten wie auch andere Obstbäume gibt es in unterschiedlichen Formen.

Spalierobst

Spalierobst ziehen Sie entlang von Gerüsten, die Sie beispielsweise an Wänden befestigen. Aber Spalierobst ist in der Pflege aufwendig, denn Sie müssen es regelmäßig schneiden. Je nach Wuchsstärke können die Pflanzen einen durchschnittlichen Ertrag von bis zu 50 Kilogramm liefern. Aber sie benötigen viel Platz und mindestens zwei Meter Breite und einen Meter Tiefe.

» Obstspaliere: Eine Frage der Erziehung

Säulenobst

Beim Säulenobst wachsen die Bäume gedrungen säulenartig in die Höhe. Folglich  benötigen Sie mit ein bis maximal zwei Quadratmetern nicht viel Platz. Sie sind in der Pflege nicht aufwendig und Sie müssen Säulenobst maximal ein Mal pro Jahr schneiden. Dadurch eignen sich manche Sortenfür die Kübelkultur am Balkon. Mit durchschnittlich sechs bis zehn Kilogramm fällt der Ertrag geringer aus.

Spindelbüsche

Apfelsorten können in Form von Blüschen kultiviert werden. Die Büsche sind maximal drei Meter hoch, benötigen zwingend Stützen. Und die Äste sind nicht sehr dick und anfälliger für Astbruch. Ein regelmäßiger Schnitt ist notwendig, dafür bringen diese Apfelsorten nach fünf Jahren den vollen Ertrag. Durchschnittlich liefern sie bis 15 Kilogramm Obst.

Buschbaum

Nicht zu Verwechseln mit einem Busch, ist der Buschbaum. Denn der Buschbaum hat einen Stamm, dessen Krone sich wie ein Busch verzweigt. Der Stamm hat eine Höhe von maximal 80 Zentimetern. Der Buschbaum hat einen Paltzbedarf von bis zu 30 Quadratmetern und die Apfelsorten liefern bis zu 30 Kilogramm Ertrag.

Halb- und Hochstamm

Halb- und Hochstamm zeigen die bekannten Formen bei Apfelsorten. Halbstämme haben mit gut einen Meter einen kürzeren Stamm, als die knapp zwei Meter hohen Hochstämme. Dadurch haben sie einen Pflatzbedarf von durchschnittlich 60 – 100 Quadratmetern und bringen in dieser Form jährlich bis zu 200 Kilogramm Äpfel an Ertrag.

Wichtig bei Apfelsorten: Auf Bestäubersorten achten

Apfelbaumreihe und Ziergrässer
Passende Bestäuber: Apfelbaumreihe und Ziergrässer

Bei der Auswahl von Apfelsorten sollten Sie nicht nur auf die Form achten, sondern auf geeignete Sorten zum Bestäuben. Denn die Blüten der Apfelbäume benötigten fremde Pollen, um einen hohen Ertrag zu liefern. Zwar könnten sich die Apfelsorten sich selbst bestäuben, darunter leiden der Ertrag und der Geschmack. Gehen aus der Selbstbestäubung Früchte hervor, liegen diese nicht selten unter der erwarteten Größe.

Im Umkreis von 500 Meter sollte sich eine weitere Apfelsorte befinden, die sich als Bestäuber eignet. Mehrere Bestäubersorten sind von Vorteil, denn sie begünstigen höhere Erträge. Beispielsweise können Sie sich mit Ihren Nachbarn absprechen und geeignete Sorten in unterschiedlichen Gräten pflanzen. Dies bietet sich an, wenn Sie selbst und ihre Nachbarn kleine Gärten haben. Bei der Auswahl der Apfelsorten müssen Sie auf den Blühzeitpunkt achten. Nur wenn die Apfelsorten im gleichen Zeitraum blühen, können sie sich gegenseitig bestäuben. Haben Sie früh blühende Tafelsorten, benötigen Sie früh blühende Bestäubersorten.

Bestäubung auf kleinen Flächen

Vor allem in kleinen Gärten werden unterschiedliche Baumformen, wie Spindelbüsche mit Spalierobst, kultiviert. Mit dieser Kombination funktioniert auf kleinen Flächen die Bestäubung.

» Apfelbäume schneiden, aber richtig