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Oregano im Freien aussäen: Ab Ende April klappt’s

Zusammen mit anderen Kräutern wie Rosmarin und Thymian hat Oregano längst einen festen Platz in der mediterranen Küche erobert. Wer die aromatischen Blätter und Blüten im eigenen Beet oder Balkonkasten erntet, erlebt einen besonderen Genuss. Hier kommen unsere Tipps für eine erfolgreiche Kultur der Gewürzpflanze.

Oregano anbauen – Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Herkunft und Eigenschaften

Wer mediterrane Speisen schätzt, kommt um den Oregano nicht herum. Sein herb-würziges Aroma ist in italienischen Gewürzmischungen praktisch unverzichtbar, denn es verleiht Pizza und Pasta den unverkennbaren Geschmack.

Die Oregano-Pflanze, häufig auch Dost oder Wilder Majoran genannt, gehört zu der Familie der Lippenblütler. Das mehrjährige Heil- und Gewürzkraut aus dem Mittelmeerraum ist eine reich blühende Schmetterlings- und Bienenweide und bezaubert im Kräutergarten mit seinem intensiven Duft. Manche Oregano-Sorten warten zudem mit besonders attraktiven Blüten auf und sind daher auch schöne Schmuckstauden.

Der Echte Dost zeigt hübsche, rosaviolette Blüten.
Der Echte Dost zeigt hübsche, rosaviolette Blüten. Foto: Pixabay_Kathas_Fotos

Arten und Sorten

Echte Oregano-Arten werden der Gattung Origanum zugeordnet. Sie sind nicht nur vielgestaltig, sondern kommen auch mit verschiedenen, interessanten Geschmacksnuancen daher. Frisch oder getrocknet entfalten sie ein wunderbares Aroma. Daneben gibt es andere Pflanzen, die als „Oregano“ in der internationalen Küche verwendet werden, aber nicht der Gattung angehören.

Im Gegensatz zu anderen Oregano-Arten blüht der Griechische Oregano weiß.
Im Gegensatz zu anderen Oregano-Arten blüht der Griechische Oregano weiß. Foto: CC0 1.0 Public Domain Dedication
  • Der Echte Dost (Origanum vulgare) wird mittlerweile weltweit als Oregano angebaut und genutzt. Er kann eine Wuchshöhe von 70 Zentimetern erreichen. Origanum vulgare ‘Compactum‘ ist eine sehr würzige, klein bleibende Sorte, die sich bestens für Kästen und Kübel eignet.
  • Die bekannteste Unterart ist sicherlich der Griechische Oregano, auch Borstiger Dost genannt (Origanum vulgare var. hirtum, Syn. Origanum heracleoticum). Dabei handelt es um das beliebte Gewürz für Pizza oder Tomatensoßen. Er erweist sich bei uns als winterhart und hat aromatische, weiße Blüten.
  • Majoran (Origanum majorana) ist ein Würzkraut, das in unseren Breiten einjährig kultiviert wird. Werden seine Blätter zwischen den Fingern gerieben, duftet er süßlich-herb. Nicht nur ein Klassiker in Wurstwaren – fein dosiert rundet er auch Eintöpfe, Aufläufe und Bratkartoffeln ab.
  • Beim Kreta-Majoran oder Diptam-Dost (Origanum dictamnus) handelt es sich um eine Art, die auch für die Kräuterspirale im Garten geeignet ist. Ein mitteleuropäischer Winter macht ihr nämlich nicht viel aus. Das Kraut wird etwa 15 Zentimeter hoch, wächst leicht überhängend und blüht von August bis September. Sein Aroma ist kräftig und besticht mit einer pfeffrigen Note. Auf Kreta wird aus ihm traditionell ein herber Tee bereitet.
  • Der Sizilianische Oregano (Origanum x majoricum) ist eine sterile Kreuzung aus Majoran und Oregano, die geschmacklich zwischen ihren Eltern anzusiedeln ist. In milden Gegenden ist die Hybride sogar winterhart.
Typisch für den Kreta-Majoran sind seine wolligen, grauweißen Blätter und die hopfenähnlichen Blüten.
Typisch für den Kreta-Majoran sind seine wolligen, grauweißen Blätter und die hopfenähnlichen Blüten. Foto: AdobeStock_ChrWeiss

Standortbedingungen und Substrat

Oregano erweist sich im Kräutergarten als pflegeleicht und trockenheitsverträglich. Die Aromapflanze aus dem Süden gedeiht natürlich am liebsten an einem vollsonnigen Platz.

Der Boden sollte eher mager und möglichst etwas kalkhaltig ausfallen. Das Würzkraut darf niemals zu feucht oder gar nass stehen. Ein lockeres Substrat ist daher wichtig, denn so erhalten seine Wurzeln immer ausreichend Sauerstoff. Fällt der Gartenboden schwer und lehmig aus, vermischen Sie ihn am besten mit reichlich Sand. Wer Oregano im Topf oder Kübel anbauen möchte, kann hingegen auf eine herkömmliche Gemüse- oder Kräutererde zurückgreifen.

Aussaat und Pflanzung

Oregano wird im Freiland ab Ende April ausgesät. Werden noch Spätfröste erwartet, ist es ratsam, mit der Kultur bis nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai) zu warten. Wenn Sie die Samen mit grobem Sand mischen, lassen sie sich gleichmäßig ausstreuen. Eine Abdeckung mit Vlies beschleunigt bei einer frühen Saat das Auflaufen.

Vorkultur auf der Fensterbank

Einfacher als die Direktsaat im Beet ist eine Vorkultur in Schalen oder Töpfen bei einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius. So kann die Anzucht bereits ab Anfang Februar erfolgen. Das Würzkraut ist ein sogenannter Lichtkeimer. Seine Samen sollten Sie daher nicht mit Erde bedecken. Halten Sie das Substrat nach der Aussaat stets feucht. Pikieren Sie die Sämlinge, wenn sie etwa 5 bis 10 Zentimeter hoch sind.

Eine Jungpflanze aus dem Handel kann im Frühling direkt ihren Platz im Freiland beziehen. Neben anderen mediterranen Küchenkräutern wie Basilikum, Salbei oder Rosmarin entwickelt sie sich prächtig. Natürlich lässt sich Oregano aber auch in kleinen Tuffs von bis zu 5 Pflanzen im Beet ansiedeln. Balkongärtner*innen pflanzen die Staude in einen Kasten oder Topf, der mindestens 5 Liter Volumen aufweist. Achten Sie dabei unbedingt auf einen guten Wasserabzug im Pflanzgefäß!

Pflege

Wenn Sie Oregano pflanzen, sollten Sie in den ersten Wochen ausreichend wässern. Hat er sich im Boden einmal gut etabliert, erweist er sich in Bezug auf die Wasserversorgung als recht anspruchslos. Im Topf sollten Sie das Würzkraut hingegen regelmäßig gießen.

Die Staude hat einen geringen Nährstoffbedarf – einmal im Jahr freut sie sich allerdings über etwas Kompost. Bei einer Kultivierung im Pflanzgefäß verwenden Sie hin und wieder einen Flüssigdünger für Kräuter.

Ein kräftiger Schnitt nah über dem Boden – zu Ernte- oder Pflegezwecken – sorgt für eine gesunde Pflanze und einen buschigen Wuchs. Nach der Blütezeit sollten Sie jedoch keinen radikalen Rückschnitt mehr vornehmen. Auf diese Weise kann sich der Lippenblütler ungestört für den Winter rüsten.

Oregano sollte für die Trocknung während oder kurz vor der Blüte geerntet werden.
Oregano sollte für die Trocknung während oder kurz vor der Blüte geerntet werden. Foto: AdobeStock__Обаба Гала

Ernte und Konservierung

Nicht nur die Blätter und Stängel, sondern auch die Blüten der Pflanze sind essbar. Für eine direkte Verwendung in der Küche können Sie diese vom Frühjahr bis zum Herbst portionsweise ernten. Längere Triebspitzen entnehmen Sie ganz einfach mit der Schere, die aromatischen Blättchen lassen sich hingegen gut von den Stängeln abstreifen.

Wer auch in der kalten Jahreszeit nicht auf den Oregano aus eigenem Anbau verzichten möchte, legt sich einen getrockneten Vorrat an. Mit der Haupternte sollten Sie allerdings bis zur Blüte warten. Dann hat die Pflanze nämlich viel Sonne getankt, und der Gehalt an ätherischen Ölen erreicht einen Höchststand. Ernten Sie am besten an einem warmen, trockenen Tag – noch vor der Mittagshitze. Schneiden Sie das Würzkraut dafür etwa eine Handbreit über dem Boden ab.

Oregano trocknen

Das intensive Aroma des Oreganos lässt auch nach dem Trocknen nicht nach und verleiht Pizza und Pasta die entscheidende Note. Binden Sie hierfür die Stängel zusammen und hängen Sie diese in einem gut durchlüfteten, dunklen und kühlen Raum kopfüber auf. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauert der Prozess etwa drei Wochen. Achten Sie darauf, dass der Strauß bereits raschelt, wenn er abgenommen wird. Denn sonst bildet sich durch die Restfeuchtigkeit schnell Schimmel.

Alternativ lassen sich die Pflanzenteile bei  35 bis 40 Grad Celsius im Ofen trocknen. Ein schmaler Gegenstand (zum Beispiel ein Löffel) in der Ofentür sorgt dafür, dass das verdunstete Wasser schnell entweichen kann. Nach dem Trocknen füllen Sie das Gewürz in einen dunklen Behälter, sodass das Aroma gut konserviert wird.

Es lohnt sich, Oregano rechtzeitig zu trocknen, denn sein Aroma bleibt so gut erhalten.
Es lohnt sich, Oregano rechtzeitig zu trocknen, denn sein Aroma bleibt so gut erhalten. Foto: AdobeStock_Comugnero Silvana

Überwinterung

Viele Oregano-Arten sind robuste Gewächse, die mit extremen Temperaturen zurechtkommen. Obwohl es sich um sonnenverwöhnte Pflanzen handelt, können manche Vertreter auch in unseren Breiten draußen überwintern. Der Griechische Oregano toleriert beispielsweise Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius. Ab den ersten Frösten sollten Sie allerdings für einen zusätzlichen Schutz sorgen. Verteilen Sie hierfür Tannenzweige, Laub, Mulch oder Stroh rund um die Staude.

Eine Oregano-Pflanze, die den Winter auf dem Balkon verbringt, platzieren Sie idealerweise an einer windgeschützten Wand. Das Pflanzgefäß ummanteln Sie zusätzlich mit einem schützenden Material, zum Beispiel Vlies oder Noppenfolie.

Vermehrung

Oregano können Sie durch Wurzelteilung oder über Stecklinge vermehren. Die Gewinnung von Samen ist ebenfalls möglich, sofern es sich nicht um eine sterile Sorte handelt.

Verwendung im Garten

Im Beet passt Oregano gut zu anderen Sonnenanbetern wie Currykraut, Rosmarin, Salbei, Thymian und Ysop.

Mit seinem silbrigen Laub und den aparten, rosafarbenen Blüten ist der Kreta-Majoran sicherlich eine der schönsten Origanum-Arten. Aber auch der Blumen-Dost (Origanum laevigatum) ist eine attraktive Zierpflanze und gleichzeitig ein mildes Würzkraut. Die Origanum Laevigatum-Hybride ‘Rosenkuppel‘ fällt daher in erster Linie durch ihre farbintensive Blüte auf. Die Sorte ‘Herrenhausen‘ beeindruckt ebenfalls mit einer Vielzahl purpurrosafarbener Blüten.

Oregano als Heilpflanze

Das Gewürzkraut punktet nicht nur mit seinem Aroma, sondern erweist sich auch bei Entzündungen, Verdauungsproblemen und Atemwegsbeschwerden als wohltuend. Das verwundert nicht: Schließlich enthält der Lippenblütler hohe Mengen an Gerb- und Bitterstoffen sowie ätherische Öle. Oregano-Tee lässt sich zum Beispiel wunderbar bei Erkältungen einsetzen. Der Heilpflanze wird zudem ein stimmungsaufhellender Effekt zugeschrieben. Daher rührt wohl auch die volkstümliche Bezeichnung „Wohlgemut“.

SABINE FAASS

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