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Currykraut Italienische Strohblume

Entfernt erinnern seine Blätter an Lavendel oder Rosmarin: Das Currykraut ist ein mediterraner Halbstrauch, der sich wunderbar als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze verwenden lässt. Hier stellen wir Ihnen den hübschen Korbblütler näher vor.

Currykraut – Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Inhalt

Perfekte Ergänzung im Kräuterbeet

Das Currykraut (Helichrysum italicum), häufig auch Italienische Strohblume oder Currystrauch genannt, kommt mit vielen positiven Eigenschaften daher. Im Kübel sorgt es für einen schönen Balkonschmuck, aber auch im Staudenbeet oder im Steingarten kommt sein silbrig schimmerndes Laub bestens zur Geltung.

Tatsächlich macht der Halbstrauch seinem Namen alle Ehre: Er verströmt besonders bei warmem Wetter einen milden Curry-Duft. Das angenehme Aroma verwöhnt aber nicht nur die Sinne, sondern lässt sich auch in der Küche nutzen: Junge Triebe der Italienischen Strohblume geben zahlreichen Speisen den besonderen Pfiff.

Der Currystrauch bildet kleine, goldgelbe Blüten aus.
Der Currystrauch bildet kleine, goldgelbe Blüten aus. Foto: iStock_narcisa

In der Gattung der Strohblumen (Helichrysum, Familie Asteraceae) tummeln sich mehr als 600 Arten. Da die Blütenkörbe vieler Vertreter auch nach dem Verwelken ihre kräftigen Farben beibehalten, sind sie ein beliebter Bestandteil von Trockensträußen. So verwundert es nicht, dass eine Strohblume auch unter dem Namen Immortelle (von lateinisch: immortalis, unvergänglich) geführt wird.

Helichrysum italicum ist ein an der Basis verholzender, immergrüner Halbstrauch, der in unseren Breiten nur bedingt winterhart ist. Er wird 50 bis 80 Zentimeter hoch und hat seine Naturstandorte im gesamten Mittelmeerraum. Dort gedeiht er auf trockenen, steinigen Böden und zeigt seine leuchtend gelben Blütenköpfchen von Juni bis Juli. Der Currystrauch ist ein Verwandter anderer Wild- und Nutzkräuter, wie zum Beispiel der Ringelblume und dem Estragon.

Currykraut: Sorten und Unterarten

  • Currykraut ‘Dartington’: Eine Sorte mit besonders aromatischen Blättern, die recht winterhart ist. Graugrünes, feines Blattkleid.
  • Zwerg-Currykraut (Helichrysum italicum ssp. serotinum): Ein kleinwüchsiger Strauch mit zarten Blättern, stark verzweigt und buschig, Höhe bis 30 Zentimeter. Gut geeignet für Einfassungen.
  • Italienisches Currykraut (Helichrysum italicum ssp. angustifolium): Eine Unterart mit aufrechtem Wuchs und relativ guter Winterhärte.

Standortbedingungen und Substrat

Das Currykraut mag aufgrund seiner mediterranen Herkunft einen warmen Ort und gedeiht am liebsten in voller Sonne. Die Pflanze kommt in unseren Breiten nicht immer zuverlässig durch den Winter – Temperaturen bis minus 5 Grad Celsius machen ihr jedoch häufig nicht viel aus. Ein gut eingewurzeltes Exemplar hat grundsätzlich das Potenzial, auch einen kalten Winter zu überstehen, sofern der Platz ausreichend geschützt ist.

Das Substrat für die Immortelle sollte sandig, gut durchlässig und eher mager sein. Da ihre Wurzeln recht empfindlich auf Staunässe reagieren, sollten Sie einen schweren Boden vor der Pflanzung mit Sand vermischen.

Auch im Staudenbeet ist das Currykraut eine Zierde.
Auch im Staudenbeet ist das Currykraut eine Zierde. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Pflanzung

Eine junges Exemplar pflanzen Sie am besten erst nach den Eisheiligen in den Garten. Im Beet bzw. Balkonkasten halten Sie idealerweise einen Pflanzabstand von etwa 40 Zentimetern ein, damit sich der kleine Strauch später gut entfalten kann.

Bei einer Kultivierung im Topf stellen Sie zunächst sicher, dass das Gefäß über einen guten Abfluss am Boden verfügt. Eine fünf Zentimeter dicke Schicht aus Blähton sorgt für eine zusätzliche Drainage. Anschließend füllen Sie Kräutererde oder einer Mischung aus Gartenerde und Sand ein.

Tipp: In einer Kräuterspirale können Sie einen Hort für mediterrane Kräuter schaffen. Currykraut, Thymian, Salbei, Eberraute und Co. mögen es allesamt sonnig und warm. Kleine Trockenmauern fangen den Höhenunterschied auf, und eine Drainage sorgt für durchlässigen Untergrund.

Pflege

Das Currykraut bedarf keiner besonderen Pflege und verträgt auch sommerliche Trockenheit. Gießen Sie eine Kübelpflanze daher nur sparsam. Im Freiland freut sich die Strohblume zudem über etwas Kompost im Frühjahr. Bei einer Kultivierung im Pflanzgefäß verabreichen Sie hin und wieder einen flüssigen Kräuterdünger. Aber Vorsicht: Zu viele Nährstoffe mindern das Aroma!

Die Immortelle ist grundsätzlich schnittverträglich. Sie bildet nach einem Rückschnitt im Frühjahr zahlreiche neue Triebe und wächst auf diese Weise besonders buschig. Im Herbst sollten Sie die Äste hingegen als Winterschutz stehen lassen.

Die hübschen Blütenstände des Currykrauts lassen sich zu aromatisch duftenden Sträußen oder Kränzen binden.
Die hübschen Blütenstände des Currykrauts lassen sich zu aromatisch duftenden Sträußen oder Kränzen binden. Foto: iStock_emer1940

Currykraut ernten

Essbar sind sowohl die Blüten als auch die Triebe. Da das Currykraut immergrün ist, können Sie das ganze Jahr über ernten. Kurz vor der Blüte ist das Aroma jedoch besonders intensiv. Die Blätter können sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. Allerdings fällt das Geschmackserlebnis bei frisch geernteten Pflanzenteilen deutlich stärker aus.

Überwinterung

Im Weinbauklima überdauert ein Currykraut häufig viele Jahre im Freien. Dennoch ist – besonders in rauen Lagen – eine Abdeckung mit Vlies oder Fichtenreisig empfehlenswert. Zwischen den Trieben des Halbstrauchs bildet trockenes Herbstlaub eine isolierende Schicht. Einen Pflanzkübel umhüllen Sie am besten zusätzlich mit einer Winterschutzmatte aus Weide oder Kokos.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, überwintert einen Currystrauch im Kübel an einem hellen, kühlen, aber frostfreien Ort. Dieser sollte in der kalten Jahreszeit Temperaturen von etwa 10 Grad Celsius aufweisen. Ein unbeheizter Wintergarten ist daher gut geeignet. Gewässert wird äußerst sparsam. Der Wurzelballen sollte aber niemals völlig austrocknen.

Vermehrung

Triebstecklinge bewurzeln gut im zeitigen Frühjahr sowie im Spätsommer. Ideal ist ein mäßig feucht gehaltenes Erde-Sand-Gemisch. Nach etwa vier Wochen sind die Stecklinge bewurzelt. Den Neutrieb sollten Sie regelmäßig entspitzen. Auf diese Weise werden die Jungpflanzen buschiger.

Dem kostbaren Immortellenöl wird unter anderem eine beruhigende Wirkung nachgesagt.
Dem kostbaren Immortellenöl wird unter anderem eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Foto: iStock_Madeleine_Steinbach

Verwendung in der Küche

Als Würzkraut verfeinern die frischen Triebe Reis- und Currygerichte, Suppen oder Eierspeisen. Das Curry-Aroma entfaltet sich allerdings ohne die typische gelbe Farbe. Auch mit Knoblauch, Chili und Ingwer ergeben sich interessante Geschmackskompositionen.

Die Zweige werden kurz mitgekocht und dann entfernt. Vorsicht: Bei zu langem Köcheln (nach etwa fünf Minuten) kann die Speise bitter werden! Daher immer mal abschmecken. Die Triebe des Currykrautes können zudem gut in Öl eingelegt werden. Auf diese Weise bleibt die besondere Note lange erhalten.

Verwendung als Heilpflanze

Der Halbstrauch enthält wertvolle ätherische Öle, Flavonoide und Bitterstoffe. Seinen Blättern wird eine verdauungsfördernde, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Weiterhin soll die körpereigene Immunabwehr gefördert werden. Bei Erkältungsbeschwerden kann ein Tee aus den Blüten Linderung verschaffen. Das aus dem Currykraut gewonnene Öl lässt sich gut bei gereizter Haut anwenden und gilt darüber hinaus als nervenstärkend.

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