Bienenweiden sind auch für andere Insekten interessant. © GartenFlora

Bienenweide säen: Perfekt für den Sommer

Im Frühjahr ist der Tisch für unsere Bienen oft reich gedeckt. Die Obst- und Ahornbäume blühen, die Weiden, später die Kastanien. Richtig schwere Zeiten kommen auf die fleißigen Tierchen erst im Juli/August zu, im sogenannten Sommerloch. Dann blühen vergleichsweise wenig Pflanzen und das Nahrungsangebot für Bienen und andere für die Bestäubung wichtige Insekten ist knapp.

Greifen Sie den Bienen später unter die Flügel, indem Sie schon jetzt einjährige Bienenweiden säen.

Bienenweide säen: Empfohlene Pflanzen

Wenn Sie eine Bienenweide säen wollen, gibt es eine Reihe an Pflanzen, die dafür in Frage kommen:

  • Blauer Waldmeister (Asperula azurea)
  • Borretsch (Borago officinalis)
  • Drachenkopf (Dracocephalum moldavica)
  • Gelbe Resede (Reseda lutea)
  • Herzgespann (Leonurus sibirica)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)• Schopf-Salbei (Salvia viridis)» Bildergalerie: Bienenpflanzen

Mitmach-Aktionen für Bienenfreunde

Immer mehr Menschen engagieren sich für die Bienen und schließen sich in Initiativen – auch über das Internet – zusammen. Infos rund um den Bienenschutz und über Aktionen zum Mitmachen bietet zum Beispiel die Initiative Deutschland summt! Wir tun was für Bienen.

Wie dramatisch der Nahrungsmangel im Sommer für Insekten sein kann, wird am Hummelsterben deutlich. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder im Spätsommer viele tote Hummeln unter blühenden Silberlinden gefunden.

Freispruch für die Linden

Es gab verschiedene Theorien und unter anderem wurde vermutet, dass die Hummeln giftige Substanzen aufgenommen hatten. Mancher ging so weit, die Linden als die Verursacher des Massensterbens zu sehen und das Abholzen der Bäume in Betracht zu ziehen.

Umfangreiche Untersuchungen, unter anderem das versuchsweise Füttern von Hummeln mit dem Nektar der angeblich gefährlichen Linden bewiesen jedoch, dass die Bäume nicht die Verursacher des Hummelsterbens sein konnten.

Letztlich stellte sich heraus, dass das relativ knappe Angebot an Nahrungspflanzen die Ursache für die vielen toten Hummeln war. Wenn Silberlinden blühen, gibt es oft nicht viele Alternativen für die Hummeln, um an Nektar zu gelangen. Außer wenn Sie eine Bienenweide säen.

Warum Hummeln es im Hochsommer schwer haben

Anders als Honigbienen haben Hummeln nicht so viele Energiereserven für ihre Flugstrecken und ihr Flugradius ist darum kleiner als der von Bienen. Die Tiere sind deshalb oft schon geschwächt, wenn sie die Linden anfliegen und sterben.

Denn ihre Energiereserven sind schnell erschöpft. Sie verbrauchen auf der Suche nach Nahrung zu viel Energie, denn in Parks, Gärten oder in der freien Landschaft gibt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr genügend Nektarpflanzen für alle Hummeln.

Bienennährgehölze erfreuen Mensch und Tier

Um Hummeln und Bienen zu helfen, ist es darum wichtig, auch möglichst viele spätblühende insektenfreundliche Pflanzen für die Bienenweide zu säen. Außerdem hilft es den Tieren, spätblühende Bienenstauden wie Sedum und Phlox sowie Bienennährgehölze wie Efeu, Tellerhortensien, Korkbaum, Götterbaum oder den Tausendblütenbaum Euodia hupehensis zu pflanzen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat einen Bienenweidekatalog sowie eine kostenlose Bienen-App herausgebracht, die viele geeignete Pflanzen vorstellt. Die Bienen-App ist bei GooglePlay und im AppStore erhältlich.

Baum pflanzen und Bienenweide säen

Blauer Waldmeister für die Bienenweide säen
So schön kann Bienenschutz sein! Der Blaue Waldmeister wird jetzt ausgesät und blüht über einen langen Zeitraum in den Sommermonaten.

Am 25. April wird jedes Jahr der Tag des Baumes gefeiert – eine gute Gelegenheit, einen Baum zu pflanzen, der wegen seiner Blüten auch Bienen eine Freude macht. Nicht nur in Gärten und Parks tragen Gehölze dazu bei, das Nahrungsangebot für Bienen zu verbessern, auch auf Balkonen oder auf Dachgärten können Bienennährpflanzen wachsen.

Wer dabei auch bienenfreundliche Spätsommerblüher wie die Blauraute oder Wilden Majoran berücksichtigt, tut nicht nur den Bienen etwas Gutes. Dank der ausgedehnteren Blütezeit sorgen Sie auch für ihr eigenes Wohl. 

Bienenweide säen – eine gute Sache für Mensch und Tier.