Der Ziergarten im Oktober

Blumenzwiebeln pflanzen

Tulpen, Narzissen, Hyazinthen: träumen Sie von einem farbenfrohen Blütenmeer im kommenden Frühjahr? Dann greifen Sie zu: In den Gartencentern und Gartenabteilungen der Baumärkte sind jetzt noch allerlei Blumenzwiebeln zu bekommen.

Tief im schützenden Boden sind die Zwiebeln und Knollen der Frühlingsblüher am besten aufgehoben, ehe sie im kommenden Jahr einen furiosen Blütenmarathon hinlegen.

Die beste Pflanzzeit für Blumenzwiebeln ist grundsätzlich von September bis November. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Narzissen eher früh, bis spätestens Mitte Oktober in den Boden sollten. So können sie vor dem Winter noch gut einwurzeln und sind besser gegen strenge Fröste gewappnet.

Tulpen dagegen werden erst ab Mitte Oktober bis November gepflanzt. Sie treiben dann nicht zu früh aus (Spätfrostgefahr!) und werden weniger von Grauschimmel befallen.

Zeitpunkt verpasst?

Ist unerwartet der Frost dazwischengeraten? Nachzügler lassen sich noch bis Dezember pflanzen. Dann allerdings besser nicht in den Boden, sondern in Töpfe oder Kästen. Die Gefäße kühl und dunkel aufstellen, zum Beispiel. in einer frostfreien Garage oder im ungeheizten Keller. Zur Not kann man sie auch dicht an die Hauswand rücken und mit Noppenfolie umwickeln.

Sehr sparsam gießen, damit die Zwiebeln nicht faulen! Sobald sich erste Triebspitzen zeigen, brauchen die Frühlingsblüher mehr Licht und sollten an einem milden Tag an ihren endgültigen Platz im Garten umsiedeln.

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Standortfrage

Bis auf wenige Ausnahmen wie Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) oder Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum) reagieren Zwiebel- und Knollenpflanzen sehr empfindlich auf staunasse Böden. Pflanzstellen auf schwerem Lehm oder Ton daher unbedingt tiefgründig lockern und durch Einarbeiten von reichlich grobem Sand oder Feinsplitt und Kompost durchlässiger machen.

In Problemlagen hilft zusätzlich eine circa fünf Zentimeter hohe Kiesschicht direkt unter den Zwiebeln, Überschusswasser rasch abzuleiten. Trockene, nährstoffarme Sandböden werden durch Kompost, gut verrotteten Stallmist und Bentonit verbessert.

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Pflanztiefe

Blumenzwiebeln SortimentAls Faustregel gilt: Die Zwiebel oder Knolle kommt doppelt so tief in den Boden, wie sie selbst dick ist. Maßgeblich ist dabei die Erdschicht über dem Speicherorgan. Sie sollte bei einer fünf Zentimeter dicken Zwiebel also etwa zehn Zentimeter betragen.

Daneben hängt die optimale Pflanztiefe von den Standortgegebenheiten ab. So pflanzt man in sehr leichten Böden lieber etwas tiefer, in schweren etwas flacher.

Quellen lassen

Die schwarzbraunen Knöllchen von Winterlingen (Eranthis) und Anemonen (Anemone) sind meist ganz verschrumpelt. Lässt man sie vor dem Pflanzen einen Tag lang in Wasser einweichen, können sie sich richtig vollsaugen und wachsen leichter an.

Schutz vor Nagern

Zu ärgerlich, wenn von den frisch gepflanzten Zwiebeln in kürzester Zeit nur ein paar leere Hüllen übrigbleiben. Die oft als Wühlmausschutz angebotenen flachen Kunststoffschalen reichen zur Abwehr allerdings meist nicht aus. Besser sind Körbe aus verzinktem, engmaschigem Drahtgeflecht (gekauft oder selbstgemacht). Den Drahtkorb mit etwas Abstand zu den Zwiebeln so einbauen, dass die Seitenwände bis zur Bodenoberfläche reichen. Oben bleibt er offen.

» Pflanzenschutz im Oktober

Gladiolen überwintern

Gladiolen überwintern. Illustration: Helga MeyerEigentlich waren die blassgelben Gladiolen bereits abgeschrieben und wurden im Herbst sich selbst überlassen. Doch im Frühjahr trieben die frostempfindlichen Knollenpflanzen erneut aus und blühten. Inzwischen sogar schon im zweiten Jahr. Ist es also gar nicht so wild mit ihrer Frostempfindlichkeit?

Tatsächlich können Sie versuchen, die Knollen über den Winter im Boden zu lassen, möglichst unter einer dicken, isolierenden Laubschütte. Und Sie können durchaus Erfolg damit haben – bis einen ein „richtiger“ Winter mal wieder eines Besseren belehrt!

Wer also auf Nummer sicher gehen will, gräbt die Pflanzen im Oktober aus und lässt sie einige Tage an einem luftigen, warmen Ort nachtrocknen. Die Knollen dann in Holzstiegen an einem dunklen, kühlen (um 10 Grad) Platz aufbewahren. Achtung: Gladiolen mit Thrips-Befall besser wegwerfen und im folgenden Jahr durch neue ersetzen.

Sind die Blätter weitgehend vergilbt, werden sie bis knapp über der Knolle zurückgeschnitten (s. Bild). Anschließend Erdreste und alles Vertrocknete entfernen.


» Bildergalerie: Dahlien einwintern

Und außerdem im Oktober

Wurzelnackte Rosen: Nun gibt es sie wieder, als preisgünstige Alternative zu Ballen- oder Containerrosen. Ab Oktober gepflanzt, wurzeln sie noch im Herbst ein und haben damit, im Vergleich zur Frühjahrspflanzung, einen deutlichen Wachstumsvorsprung. Die Triebe abschließend 20 cm hoch anhäufeln!

Stauden pflanzen ist jetzt angesagt. Doch nicht für alle ist der Termin im Herbst ideal. Größere Ausfälle sind zum Beispiel bei Garten-Chrysantheme, Herbst-Anemone, Lupine, Skabiose, Königskerze und Katzenminze zu erwarten. Auch Gräser und Farne sollten Sie grundsätzlich im Frühling pflanzen.

Unkrautfrei: Hacken oder zupfen Sie jetzt noch mal sorgfältig alles, was nicht dahin gehört, von Ihren Staudenflächen. Es lohnt sich: Über Winter kommt nicht mehr viel nach, so dass die Beete im Frühjahr (fast) unkrautfrei in die neue Saison starten.

Viele Sommerblumen brechen nun zusammen und wandern auf den Kompost. Harte Stiele, z. B. von Sonnenblumen zuvor kleinschneiden oder häckseln.

Bis Mitte Oktober noch einen kalibetonten Herbst-Rasendünger ausbringen. Er stärkt die Widerstandskraft der Gräser.

Pflanzzeit für Rosen, sie kommen jetzt frisch gerodet vom Feld. Wer zu wurzelnackter Ware greift, kann deutlich Geld sparen.

Immergrüne Gehölze zur Monatsmitte mit 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter Wasser durchdringend gießen. Das schützt sie vor Frosttrocknis.

» Monats-Tipps: Der Nutzgarten im Oktober
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