Rosenkohl

Rosenkohl hat mehr Vitamin C als Orangen! Das schafft kein anderes Gemüse, schon gar nicht im Winter. Rosenkohl ist jetzt der Star im Beet und in der gesunden Winterküche.

Als Kind mochte ich keinen Rosenkohl. Und auch später habe ich mich lange Zeit nicht rangetraut. Heute weiß ich, dass viele Kinder bittere Gemüse wie Rosenkohl und Brokkoli nicht mögen. Erst als Erwachsene lernen wir, bittere Nahrungsmittel zu genießen.

Rosenkohl ist nichts für Spätentschlossene

Vor ein paar Jahren habe ich dann im Garten das Experiment gewagt und eine Reihe Rosenkohl gepflanzt. Mein Gedanke damals: Wenn ich ihn selbst anbaue, werde ich ihn früher oder später auch ernten und essen. Und so ist es auch gekommen. Ich war überrascht von dem zwar leicht bitteren und doch angenehm milden Kohlaroma. Seitdem steht der Rosenkohl ab dem Spätherbst auf meinem Speisezettel.

Aber um den Rosenkohl zum Ende des Jahres ernten zu können, muss ich ihn bereits im Frühjahr in meine Planung aufnehmen. Denn schon im April werden die kugelrunden, schwarzen Samen gesät, entweder direkt ins Beet oder erst einmal ins Frühbeet. Da kann er dann wachsen und gedeihen, bis er im Juni auf sein Beet ziehen darf. Vorher habe ich dort meist Frühkartoffeln oder Kohlrabi geerntet.

Rosenkohl braucht seine Zeit

Rosenkohl ist leider nichts für Spätentschlossene. Wird er erst im Mai oder gar Juni gesät, wie man es von anderem Wintergemüse kennt, setzt er bis zum Herbst keine Röschen mehr an. Er braucht eben seine knapp sechs Monate, denn er wächst anfangs nur sehr langsam.

Wer die zeitige Aussaat verpasst hat, kauft Setzlinge. Aber die sucht man schon Anfang Juni meist vergebens in den Gärtnereien. Will ich im Winter zur klassischen Rosenkohlzeit ernten, suche ich mir frostfeste Wintersorten wie ‘Hild’s Ideal’, ‘Groninger’ oder ‘Roodnerf’. ‘Groninger’ kann sogar bis in den März stehen bleiben.

Herbstsorten - nicht frostfest aber wüchsig

Die Herbstsorten ‘Diablo’ und ‘Rosella’ sind weniger bekannt. Sie haben einen höheren Zuckergehalt als die Wintersorten, wachsen schneller und können bereits ab September geerntet werden. Dann sind die Kohlköpfchen zwei bis vier Zentimeter groß. Die Herbstsorten sind nicht frostfest und sollten bis Wintereinbruch geerntet sein.

Den Rosenkohl gibt es auch in Rotviolett. Die Wintersorten ‘Falstaff’, ‘Red Ball’ und ‘Rubine’ bekommen erst durch kühle Temperaturen ihre intensive Färbung. Die grünen Röschen von ‘Roter Ideal’ haben rotblaue Blattadern.

» Blumenkohl: Kopflos bei Hitze

Rosenkohl richtig pflegen

Der junge Rosenkohl darf nicht vernachlässigt werden. Zur Pflanzung braucht er eine gute Gabe kompostierten Stallmist oder Kompost. Der Boden zwischen den Pflanzen wird regelmäßig gelockert und gemulcht. Zwischen den noch kleinen Rosenkohlpflanzen, die mindestens 50 Zentimeter auseinanderstehen sollten, haben Kopf- und Pflücksalat Platz. Die werden spätestens dann geerntet, wenn der Rosenkohl die Lücken schließt.

Sobald sich in den Blattachseln die Röschen bilden, gibt es noch einmal Flüssigdünger, z. B. Brennnesseljauche. Während der Hauptwachstumsphase im Sommer, wenn sich die Pflanzen strecken und ihre volle Höhe erreichen, braucht Rosenkohl viel Wasser.

Der ideale Boden für Rosenkohl

Die schönsten und prallsten Röschen gibt’s auf schweren Böden: auf Lößlehmen, Schwarzerden und lehmhaltigen Sand- böden. Die geben Wasser und Nährstoffe gut an die hungrigen Pflanzen ab. Auf leichteren Sandböden bleiben Pflanzen und Kohlköpfchen kleiner. Da hilft es auch kaum, wenn mehr gedüngt oder gewässert wird.

Manchmal lese ich die Empfehlung, dass Rosenkohl entspitzt werden soll. Das gilt vor allem bei den Herbstsorten. So geht die Energie direkt in die Seitensprosse, die Rosenkohlröschen. Der ideale Zeitpunkt zum Kappen der Spitzen ist erreicht, wenn die untersten Röschen haselnussgroß sind.

Die Blätter des Gipfeltriebs eignen sich zum Mulchen und zum Kochen. Die Sorte mit dem ungewöhnlichen Namen ‘Rosenkohl Kreuzung Vorfahrt beachten’ bildet einen fast geschlossenen Kohlkopf an der Spitze aus. Dieser kann im Herbst wie ein Weiß- oder Wirsingkohl geerntet und zubereitet werden.

Rosenkohl im Winter

Bei den Wintersorten belässt man die Triebspitze an der Pflanze. Sie kommen so besser über den Winter, und die Blätter schützen die Röschen vor Frostschäden. Im Herbst werden die Rosenkohlstauden angehäufelt und an einen Pfahl gebunden. Das erhöht die Standfestigkeit der Pflanzen bei Schnee und Winterstürmen.

An einem Superlativ kommt niemand vorbei, wenn es um Rosenkohl geht: Er ist eines der Vitamin-C-reichsten Wintergemüse in unseren Breiten. In ihm steckt etwa doppelt so viel Vitamin C wie in Orangen. Er ist auch reich an Vitaminen B und K, Folsäure, Magnesium, Kalium und Eisen. Damit Vitamine und Mineralien beim Kochen nicht verdampfen, wird der Rosenkohl nur so lange gegart, bis er gerade durch ist.
Natalie Faßmann

» Rezept: Herzhafte Rosenkohlpfanne mit Schinken

Praxis-Tipp: Dünger in Maßen

Nach der Startdüngung zum Pflanzen gibt’s noch eine Gabe Flüssigdünger, wenn sich die ersten kleinen Röschen bilden. Dann ist Schluss! Denn Rosenkohl ist zwar ein Starkzehrer, aber bei zu viel Stickstoff werden die Röschen nicht fest, sondern bleiben locker und offen. Solche Röschen erfrieren schnell.

Auch wenn zu wenig gegossen wird, wachsen die Röschen locker und bleiben klein. Sobald der Rosenkohl an Höhe zulegt und die Reihen schließt, wird daher an trockenen Tagen tiefgründig gewässert.

Steckbrief: Rosenkohl

Gemüsefamilie: Kreuzblütengewächse, verwandt mit anderen Kohlarten, Radieschen, Rettich, Asia-Salaten und Rucola
Aussäen: März bis April
• Ernten: September (Herbstsorten) bis März (Wintersorten)
Lagern: nur bei Kahlfrösten und in rauen Regionen notwendig, dafür die Rosenkohlstaude mit Wurzeln kopfüber in einem kalten Raum aufhängen, dann halten sich die Röschen 2 bis 3 Wochen
Fruchtfolge: im Vorjahr Gründüngung oder Hülsenfrüchte, im Folgejahr Mittelstarkzehrer wie Möhren; nicht nach Kreuzblütlern, Anbaupause von vier bis sechs Jahren zwischen Kohlgewächsen
Düngen: Starkzehrer; Beet vor der Aussaat oder dem Pflanzen mit reifem Kompost oder kompostiertem Mist versorgen, einige Wochen später noch- mal Pflanzenjauche geben
Pflanzenschutz: auch im Winter Kohlmottenschildlaus, gegen Kohlweißling, Kohleule, Kohlfliege mit Insektenschutznetz abdecken; Kohlhernie
Sorten: ‘Hild’s Ideal’, ‘Groninger’, ‘Rosella’, ‘Rubine’, ‘Falstaff’, ‘Merkator’, ‘Petit Posy’
2018 GartenFlora Bilderkalender 2018 bestellen
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook   Folgen Sie uns auf YouTube   Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr