Schafgarbe

Schafgarbe

Als Überraschungspaket wird zuweilen die ‘Summer Pastels’-Group angeboten. Dabei handelt es sich um eine bunte Sortenmischung in weichen Pastelltönen. Da diese Pflanzen aus Samen gezogen werden, sind sie in Höhe, Blütezeit und genauer Farbverteilung unberechenbar.

Achilles, dieser Held der griechischen Sage. Seine Mutter tauchte ihn in einen Fluss der Unterwelt, um ihn unverwundbar zu machen. Doch die eine Stelle am Fuß, an der sie ihn dabei festhielt, blieb unbenetzt und damit verletzlich: die Achillesferse ... Von der Schafgarbe, die im Lateinischen Achillea heißt, gibt es zwar keine vergleichbare Geschichte. Trotzdem ähnelt sie dem Achilles in einem entscheidenden Punkt: Sie gilt als eine der robustesten Stauden in unseren Gärten und hat doch eine Schwäche, die ihr bestimmt den Garaus macht: Staunässe. Ein leichter, sehr gut durchlässiger, sandiger Boden in voller Sonne ist daher für die Garben unerlässlich.

Schafgarbe Walter FunckeIhren lateinischen Gattungsnamen verdankt die heldenhafte Pflanze aber einer anderen Erzählung: Achilles soll die Heilkraft der Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) genutzt haben, um Wunden seiner Soldaten zu stillen. Auch heute noch wird diese bei uns heimische Art als Arzneipflanze verwendet. Allerdings hauptsächlich in Form eines Tees, der bei Verdauungsstörungen helfen soll. Größere Bedeutung hat die Wiesen-Schafgarbe als Zierpflanze erlangt. In Wildform gar nicht mal so überzeugend attraktiv, hat sie zusammen mit der aus dem Kaukasus stammenden Gold-Garbe (Achillea filipendulina) einen Sortenreichtum hervorgebracht, der seinesgleichen sucht. Außer reinem Blau (und Grün) findet sich für jeden Farbton des Regenbogens mindestens eine Sorte. In zartem Rosé zum Beispiel erblühen neben ‘Lachsschönheit’ auch ‘Apfelblüte’ und ‘Appleblossom’. In mysthischem Schwefelgelb präsentieren sich die prämierte ‘Credo’, ‘Hoffnung’ und ‘Hope’.

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Doch aufgepasst! Wer des Englischen mächtig ist, merkt gleich, dass die jeweils letztgenannten identisch sein müssten? Und tatsächlich: Als 1986 die ersten neuen Sorten deutscher Züchter wie Wilhelm Kikillus und Ernst Pagels nach England eingeführt wurden, übersetzte man ihre Namen, der leichteren Aussprache wegen, einfach ins Englische. So war ein und dieselbe Sorte unter zwei Bezeichnungen erhältlich – was natürlich zu Verwirrungen führte. Und so schreibt das Reglement heute vor, dass Namen von Sorten niemals in andere Sprachen übersetzt werden dürfen. Trotzdem fällt es schwer, sich in dem unüberschaubaren Sortenreichtum zurechtzufinden. Denn: Während ihrer außerordentlich langen Blütezeit wechseln die Schafgarben gerne mal die Farbe. Für gewöhnlich blühen die meisten Sorten von Juni bis September. Schneidet man sie unmittelbar nach der Hauptblüte bodennah zurück, blühen sie noch einmal nach – bis der erste kräftige Nachtfrost die zarten Blütenblätter erfrieren lässt. Während dieser langen Zeitspanne verfärbt sich etwa ‘Terracotta’ von ziegelfarbenem Orangebraun zu klarem Gelb. Das kräftige Samtrot von ‘Paprika’ verblasst zu einem Hauch von Rosé. Wer das (meist sehr attraktive!) Dahinsiechen der Farbkraft nicht mitansehen möchte, kappt die Blütendolden zur rechten Zeit. Damit ist einer Selbstaussaat der Pflanze Einhalt geboten und sie konzentriert alle Energie auf ihren Neustart im Frühjahr.

Schafgarbe FeuerlandWer der Natur aber ihren Lauf lässt, wird neben dem Farbspiel noch mit dem herrlichen Winteraspekt belohnt. Die standfesten Dolden verleihen dem bald kargen Garten noch ein wenig Form und Struktur. Das gilt auch schon im Sommerbeet, in dem die flachen Blütenschirme der Garben Ruhe ins Bild bringen und als Horizontale den Blick in die Ferne lenken. Das hat bei einer einzelnen Pflanze zwar kaum einen Effekt. Doch wenn die Schafgarben gleich im Trupp gesetzt sind – und das sollten sie, im Abstand von etwa 40 Zentimeter – kann dadurch manch kleines Fleckchen Grün geradezu geräumig erscheinen. Optimal ergänzt werden sie dabei durch vertikale Blütenkerzen, an denen der Blick dann hängen bleibt. Eine Königskerze etwa oder einen Fingerhut. Dabei bietet die Farbpalette der Schafgarben alle erdenklichen (und noch viel mehr) Kompositionen von harmonischem Ton-in-Ton bis zu feurigem Kontrast. Schauen Sie doch mal, wie sich die ‘Lachsschönheit’ zur blauen Kugeldistel macht. Oder die gelbe ‘Parker’ zum Roten Scheinsonnenhut. Wer auf Nummer Sicher gehen will: Mit zarten Gräsern gelingt’s ganz bestimmt!
Kerstin Ackermann

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Praxis-Tipp: Schafgarbe teilen

Schafgarbe teilenSchafgarben zählen nicht zu den ausdauerndsten Stauden. Auch am optimalen Standort ist nach etwa fünf Jahren Schluss. Es sei denn, Sie nehmen die Horste alle zwei bis vier Jahre auf, um sie zu teilen. Die beste Zeit dafür ist der Vorfrühling vor dem Austrieb. Nehmen Sie den Ballen aus dem Boden und teilen Sie ihn mit dem Spaten in mehrere Stücke. Diese von Hand auseinanderziehen. Gute Teilstücke weisen mehr Wurzeln als Triebe auf, überschüssige Blätter bitte entfernen. Mit einer guten Gabe aus abgelagertem Kompost werden die Stücke ebenso tief, wie sie zuvor standen, im Abstand von etwa 40 Zentimeter eingepflanzt.

Heilpflanze Schafgarbe

Bauchwehkraut wird die Wiesen-Schafgarbe (A. millefolium) auch genannt. Sie hilft bei Magenreizung und Krämpfen im Unterleib. Zwei Teelöffel getrocknetes Kraut in einer Tasse mit kochendem Wasser aufgießen, 15 Minuten ziehen lassen. Bitte nur die reine Wildart verwenden.

Noch mehr Garben

Schafgarbe SchneeballMehr als 100 Arten der Gattung Achillea bevölkern die nördliche Erdhalbkugel. Die meisten davon sind hochwachsende Stauden trockener Standorte. Es gibt aber auch niedrige Teppichweber wie die Gelbe Schafgarbe. Im sonnigen Steingarten oder im Balkonkasten (der abgemagerte, sandige Erde enthalten sollte) bildet sie dichte, graufilzige, nur 10 cm hohe Matten, aus denen sich von Mai bis Juli die Blütendolden schieben. Wie alle Schafgarben ist sie ausgesprochen frosthart. Die Sumpf-Schafgarbe (A. ptarmica) ist, wie ihr Name sagt, eine Besonderheit, die es feucht und nährstoffreich um die Wurzeln mag. Ihre gefüllte Sorte ‘Schneeball’ (Bild) war schon vor über 100 Jahren als Schnittblume beliebt. Doch Achtung: Die Sumpf-Schafgarbe treibt Ausläufer!

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