[Foto: © GartenFlora_Christian Gehler]

Echinacea: Farbenfrohe Sommerhelden mit Hut

Standfest, robust und mit breitkrempigem Hut erinnert die Echinacea, auch Scheinsonnenhut genannt, ein wenig an alte Cowboyhelden. Genau wie sie scheint sie mit geradezu stoischer Gelassenheit der sengenden Sonne zu trotzen. Ist die Ähnlichkeit reiner Zufall? Wohl eher nicht, schließlich stammt auch sie aus den Savannen und Steppen Nordamerikas. Wie sich die Staude auch in hiesigen Breiten besonders wohl fühlt, lesen Sie bei uns.

Echinacea – voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Echinacea: Farbenvielfalt für den Garten

Von Ende Juni bis weit in den September hinein bringt die Echinacea unsere Gärten zum Leuchten. Von einer Ausnahme abgesehen strahlen die Wildarten der Gattung in einem sanften Rosarot. Oft wird deshalb auch der Name „Roter Sonnenhut“ genutzt.

Angesichts der schier unüberschaubaren Farbvielfalt, die dank neuer Züchtungen in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist, erscheint das etwas kurz gedacht. Es gibt gelbe, orangefarbene, lachsfarbene und knallrote Züchtungen. Roséfarbene und weiße, einige mit gefüllten Blüten, manche Echinacea wechseln gar die Farbe wie die Sorte ‘Hot Summer’, die von Gelb über Orange zu Rotorange wechselt.

Scheinsonnenhut Foto: AdobeStock_Smadar
Pflanzungen mit Echinacea können eine überraschende Abwechslung bieten. [Foto: AdobeStock_Smadar]

Ganz zu schweigen von den ungezählten Kombinationen, die sich aus der Verschiedenfarbigkeit des kegelförmigen Blütenbodens und den langen schmalen, oft leicht überhängenden Zungenblüten ergeben – ein Eldorado für alle mit Sammelleidenschaft.

Große Sortenfülle der Echinacea

Die Übersicht zu bewahren, ist schwer, zuweilen selbst für Händler. Und so sollte man der Sortenfülle mit einer gewissen Gelassenheit begegnen, etwa zwischen ‘Coconut Lime’ und ‘Milkshake’ (beide weiß und gefüllt) nicht unbedingt nach Unterschieden suchen und auch Höhenangaben später im Garten nicht mit dem Zollstock kontrollieren.

Wuchs: Ein kleiner Riese im Staudenbeet

Das Gros der Sorten erreicht etwa 80 cm Höhe, darunter die besonders bewährten, purpurrosa gefärbten Klassiker ‘Augustkönigin’ und ‘Magnus’. Nur ausgesprochene Zwergsorten wie ‘After Midnight’ (dunkelmagenta), ‘Kim’s Mop Head’ (weiß) oder ‘Kim’s Knee High’ (rosarot) bleiben mit etwa 40 cm Höhe deutlich kleiner.

Standfest und auch frosthart sind sie ausnahmslos alle. Nur in besonders rauen Gegenden sollten sie bei anhaltenden Kahlfrösten eine leichte Decke aus Reisig bekommen.

Der richtige Standort entscheidet

Um möglichst lange Freude an ihrer Pracht zu haben, in der Regel etwa vier bis fünf Jahre, ist ein sonniger Standort wichtig. Besonders gerne steht der Scheinsonnenhut auf gut durchlässigem, gern mit Schotter durchsetztem, zugleich aber nährstoffreichem Boden.

Orangerote Echinacea
Echinacea in prächtig leuchtendem Orange-Rot [Foto: iStock/Marc Dufresne]

Längere Durststrecken im Sommer werden problemlos gemeistert, nasse Füße im Winter führen dagegen allzu schnell ins Jenseits. Wichtig ist auch: Trotz seines im wahrsten Sinne des Wortes raubeinigen Auftretens ist unser Wildwestheld gar kein Kämpfertyp. Im Gegenteil.

  • Da die Echinacea eine Gruppenstaude ist, sollte man immer mehrere Exemplare pflanzen.

Im Beet wird er von starkwüchsiger Konkurrenz erbarmungslos niedergemacht, denn mit seiner eher spärlichen, hauptsächlich bodennahen Beblätterung hat er nur wenig entgegenzusetzen. Soll er am besten also alleine stehen? Ein „lonesome Cowboy“ sozusagen?

Praxis-Tipps zur Pflanzung und Vermehrung der Echinacea

Der Scheinsonnenhut zählt nicht zu den langlebigsten Stauden. Nach etwa vier Jahren sollte für Nachwuchs gesorgt werden. Von Wildarten (also Echinacea purpurea, E. paradoxa oder E. pallida) lassen sich Samen ernten und im Frühjahr unter Glas aussäen.

Bei etwa 20 °C keimen sie innerhalb von zwei Wochen. Aber Achtung: Lichtkeimer, nicht mit Erde bedecken! Die Sorten vermehrt man dagegen über Wurzelschnittlinge. Dazu im Spätherbst eine kräftige Wurzel mittlerer Dicke in etwa 8 cm lange Teilstücke schneiden, mit Erde bedecken und feucht halten.

Geeignete Pflanzpartner von Echinacea

Leer muss es um rund um eine Echinacea nicht aussehen. Die laubarmen, wenn auch häufig hübsch rot überlaufenen Stängel sollten zumindest weiter unten verdeckt werden. Und was steht einem Präriegewächs besser zur Seite als Gräser?

Ganz ideale Partner sind spät austreibende, knie- bis hüfthohe Gräser wie Haarschotengras (Bouteloua) oder Liebesgras (Eragrostis). Sie dürfen dem Scheinsonnenhut vergleichsweise dicht auf die Pelle rücken, während wintergrüne oder sehr früh austreibende Gräser aus Konkurrenzgründen Abstand wahren müssen. Das wunderschöne Federgras (Stipa tenuissima) gehört zum Beispiel dazu oder auch das weitgefächerte Reitgras (Calamagrostis).

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Weitere effektvolle Begleiter sind zudem Pflanzen, die zu den eher waagerechten Blütentellern der Echinacea aufregende Kontraste setzen. Dies gelingt zum Beispiel durch vertikale Blütenkerzen (Duftnessel, Kandelaber-Ehrenpreis, Prachtscharte) oder schirmartigen Wuchs (Wolfsmilcharten, Fetthenne). Besonders spannend sind Kombinationen mit so ungewöhnlich gefärbten Sorten wie ‘Sundown’, ‘Art’s Pride’ (beide orange) oder ‘Sunset’ (lachsfarben). Beschwingt, fröhlich, feurig leuchten sie aus einem Meer von gelblaubigen Begleitern wie etwa Gelbem Dost ‘Thumbles Variety’ oder dem Storchschnabel ‘Blue Sunrise’.

Ein spannungsgeladenes, mystisches, fast düster anmutendes Bild ergibt sich dagegen mit dunkellaubigen Gewächsen wie Purpur-Kerbel ‘Ravens Wing’ oder Bronze-Bartfaden ‘Husker Red’.

Echinacea Taglilie
Echinacea und Taglilie [Foto: iVerde/Maayke de Ridder]

Lassen Sie sich von der Vielfalt der Scheinsonnenhüte inspirieren, probieren Sie Neues. Selbst wenn ein Farbarrangement mal nicht so gelingen sollte: Allerspätestens im Winter, wenn seine formschönen, „igeligen“ Samenstände dem sonst kahlen Garten Struktur verleihen, werden Sie froh sein, den kleinen Helden gepflanzt zu haben.

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