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Zieräpfel: Sorten und Größen für jeden Garten

Der prachtvolle Flor der Zieräpfel zieht im Frühling über unsere Gärten hinweg. Zum Glück, denn solche Blütenwolken sind doch wie steter Sonnenschein! Zieräpfel eignen sich je nach Sorte für die unterschiedlichsten Gartenformen und -größen. Wie auch Sie in den Genuss des passenden Zierapfels kommen, erfahren Sie hier.

Inhalt

Vorzüge der Zieräpfel

Wuchsgrößen

Sorten

Standortbedingungen

Pflege

Wuchsformen

Zieräpfel: Freude für das ganze Jahr

Dicke, rosarote Knospen an feinen Zweigen verkünden oft schon Ende April die bevorstehende Schau: Zieräpfel (Malus) sind mit ihrer Blüte ein absoluter Frühlingshöhepunkt im Garten. Mancher zieht sie sogar anderen auffälligen Blütengehölzen vor. Denn der Flor von Magnolien fällt allzu leicht einem späten Frost zum Opfer, und Zierkirschen leiden durch die Pilzkrankheit Monilia. Weiterer Pluspunkt der Zieräpfel ist ein manchmal dunkelrotbrauner Blattaustrieb, den einige Sorten sogar über den Sommer behalten. Und im Herbst leuchten ihre Früchte in den schönsten Farben. Zu Recht gilt der Zierapfel also als Mehr-Jahreszeiten-Gehölz, das zu jeder Saison seine Vorzüge hat und in jedem Garten Platz findet.

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Auch in großen Landschaftsparks werden Zieräpfel gerne gepflanzt. Foto: AdobeStock_SusaZoom

Wuchsgrößen der Zieräpfel

Wie man die vielseitigen Zieräpfel in der Gartengestaltung einsetzt, richtet sich nach der jeweiligen Wuchsgröße. Kleine Sorten wie ‘Tina’ lassen sich beispielsweise gut im Kübel auf der Terrasse pflegen oder schmücken schmale Rabatten an Haus und Garage. Man kann sie auch im Hintergrund eines Staudenbeetes pflanzen, denn sie werden nur gut mannshoch. Höhere Sorten eignen sich zudem wunderbar als Hausbaum im Kleinstgarten, als schmuckes Torwächterpaar oder als blühende Allee entlang des Weges zum Haus. 

Bäume im Miniformat

Bonsais orientieren sich stark am natürlichen Vorbild, die Gehölze werden kunstvoll formiert. Dafür eignen sich Zieräpfel besonders gut, denn sie lassen sich problemlos schneiden und können ganzjährig draußen bleiben. Sie bieten mit üppiger Blüte, reichem Fruchtbehang und knorrigem Habitus beste Voraussetzungen. Triebe werden mit Draht früh in Form gebogen, da sie sonst leicht brechen. An heißen Tagen sollte man auf eine gleichbleibende Ballenfeuchte achten.

Zieräpfel Foto: AdobeStock_eDiBella
Im Herbst leuchten die Äpfelchen in großen Mengen. Foto: AdobeStock_eDiBella

Zieräpfel: Varianz in der Sortenauswahl

Wie wäre es mit den schmalsäulenförmigen Sorten wie ‘Van Eseltine’ oder ‘Red Obelisk’? Eher breitwüchsige Züchtungen wie ‘John Downie’ eignen sich dagegen prima als Baldachin über einem Sitzplatz. Oder ein duftig blühendes Zierapfel-Quartett als Gartenprojekt? Wundervoll sehen darunter auch ein Pflasterquadrat aus Naturstein und eine Teak-Garnitur mit gemütlichen Polsterauflagen aus. Der neue Höhepunkt im Garten leuchtet zur Blüte und zur Fruchtreife von fern durch den ganzen Garten. Die kleinen Äpfelchen sind übrigens nicht nur hübsch anzusehen, sondern sie lassen sich auch zu richtig gutem Gelee verkochen. Sie schmecken herber und säuerlicher als die meisten modernen Tafeläpfel. 

Zieräpfel Foto: AdobeStock_PixPartout
Die Blüten der Sorte ‘Evereste’ strahlen in reinem Weiß. Foto: AdobeStock_PixPartout

Zieräpfel an sonnige Standorte pflanzen

Bei der Pflanzung eines Zierapfels sollte man einen möglichst vollsonnigen Platz wählen, um Blütenreichtum und Laubgesundheit zu fördern. Der beste Zeitpunkt liegt im November, es ist aber auch noch bis zum Frühjahr möglich. Allerdings muss der Boden unbedingt frostfrei sein. Vor der Pflanzung wird er dann tiefgründig gelockert, muss aber nicht großartig verbessert werden. Die Praxis hat gezeigt, dass Zieräpfel mit sandigen Böden und in sommertrockenen Gegenden erstaunlich gut zurechtkommen – eine gute Gattung für den Klimawandel! Zwar wachsen sie dann langsamer und man sollte eine größer werdende Sorte wählen, dafür bleibt aber das Laub gesünder, weil Blattpilze wie Apfelschorf regenfeuchte Lagen bevorzugen. Für solche Gegenden lohnt eine schorfresistente Sorte, damit der Baum nicht schon zur Mitte des Sommers seine Blätter verliert.

Den Zierapfel richtig pflegen

Zieräpfel Foto: AdobeStock_womue
In langer Reihe stehen die Dachformen in der Baumschule. Foto: AdobeStock_womue

In puncto Pflege sind Zieräpfel ziemlich unkompliziert, denn in den ersten Jahren wachsen die Bäume meist mit einem einzelnen Spitzentrieb von allein nach oben. Erst im Alter lohnt es sich, die Kronen auszulichten und in ihrer Form zu korrigieren, um ein Überbauen zu vermeiden – wie es Fachleute nennen. Dabei bildet sich über der Altkrone ein starker Ast, der sich über die Jahre zu einer Teilkrone auswächst. Die Altkrone entwickelt dann im beschatteten Bereich trockenes Holz. Weil Zieräpfel meist durch Okulation auf eine Sämlingsunterlage vermehrt werden, kann diese später auch einmal durchtreiben. Die Wildlinge werden dann am besten in jungem Zustand am Wurzelansatz ausgerissen oder unterhalb der Erdoberfläche abgeschnitten.

Die passende Wuchsform für jeden Gartenstil

Sonderformen wie schmale Hecken, Dächer, Pyramiden oder Kuben sind seit einigen Jahren Hingucker in Baumschulen. Sie benötigen zwar stets eine pflegende Schere, passen mit ihrer auffälligen, geometrischen Grundform allerdings sehr gut in moderne Stadtgärten. Für die naturnahe Gestaltung auf dem Land pflanzt man stattdessen vielleicht lieber drei junge Stämme zu einer kleinen Gruppe zusammen. Oder aber man wählt starkwüchsige Wildformen wie den heimischen Holz-Apfel (Malus sylvestris) oder den Wolligen Apfel (Malus tschonoskii). Sie werden beide über zehn Meter groß und eignen sich darum als blütenstarker Hausbaum oder Hingucker an der Grundstücksgrenze. 

ARNE JANSSEN

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