Unter Gehölzen finden sich viele winterharte Kübelpflanzen. Foto: AdobeStock_Andrey

Winterharte Kübelpflanzen:Gehölze für Topf und Kübel

Winterharte Kübelpflanzen sind die Lösung, um Ihren Balkon, Ihre Terrasse oder Ihren Garten mit etwas Farbe durch den tristen Winter zu bringen. Besonders unter den Gehölzen findet sich eine große Auswahl. Wir haben für Sie einige Vorschläge zusammengetragen – darunter sommergrüne und immergrüne Laubgehölze sowie Nadelgehölze.

Womit punkten winterharte Kübelpflanzen?

Bevor die Temperaturen deutlich unter null Grad fallen, ziehen frostempfindliche Kübelpflanzen in ihr Winterquartier um. Ein Wintergarten oder ein Gewächshaus sind hierfür ideal, denn größere Kübel benötigen viel Platz. Trotzdem können Balkon und Terrasse nach dem Umzug schnell leer und traurig aussehen. Doch glücklicherweise gibt es unter den winterharten Kübelpflanzen viele Gehölze, die auch in der kalten Jahreszeit draußen stehen können.

Pflanz- und Pflegetipps für winterharte Kübelpflanzen

Egal wie winterhart, schwach- und langsamwüchsig die Gehölze sind, damit die Kultur im Kübel gelingt, gilt es einiges zu beachten: Achten Sie auf die Lichtansprüche der Pflanzen und topfen Sie in gutes, auf die Bedürfnisse der Gehölze abgestimmtes Substrat. Geeignet sind nur frostbeständige Gefäße.

Tipp: Wenn konische oder zylindrische Kübel kopflastig bepflanzt werden, können sie leicht umkippen. Umgepflanzt wird alle zwei bis drei Jahre. Das neue Gefäß sollte zwei bis vier Zentimeter größer im Durchmesser sein.

Kübelgehölze erfordern beim Gießen ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl als ihre im Garten ausgepflanzten Verwandten. Doch mit der Zeit hat man den Dreh raus, wann die geliebten Pflanzen durstig sind. 

Immergrüne Laubgehölze

Es gibt sowohl Rhododendren, die ihr Laub vor dem Winter abwerfen, als auch immergrüne. Die großen Rhododendron-Hybriden behalten ihr Laub im Winter. Da Rhododendren ein kompaktes, flaches und feines Wurzelwerk besitzen, eignen sie sich gut für die Verwendung im Kübel. Für kleinere Terrassen und Balkone gibt es langsamwüchsige Sorten, zum Beispiel ‘Brasilia’ mit orangefarbener Blüte oder ‘Furnivall’s Daughter’ mit zweifarbiger Blüte. Auch in der Gruppe der Japanischen Azaleen wird man fündig. Viele sehr winterharte Sorten kratzen kaum an der Ein-Meter-Marke. Die halbimmergrünen Sträucher wachsen meist in die Breite, fast kissenartig.

Winterharte Kübelpflanzen Foto: AdobeStock_JGade
Den immergrünen Rhododendron-Hybriden kann ein wenig Kälte nichts anhaben. Foto: AdobeStock_JGade

Vorsicht: Unabhängig von der Jahreszeit sind dichtbelaubte und großkronige Bäume für den Kübel weniger zu empfehlen, weil sie nicht ausreichend standfest sind. Geeigneter sind kleine, mehrstämmige Bäume oder Sträucher wie beispielsweise Bauern-Hortensien. Edel wirkt die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens ‘Annabelle’). Sie wird etwa 1,5 m hoch.

Sommergrüne Laubgehölze

Laubgehölze sind allgemein beliebt, sei es ausgepflanzt oder im Kübel. Einige Laubgehölze haben noch mehr als Blütenpracht und attraktives Herbstlaub zu bieten. Cornus sanguinea Winter Beauty’ beispielsweise, ein Roter Hartriegel, beeindruckt im Winter mit orangegelben Trieben. Kerria japonica ‘Pleniflora’, der Gefüllte Ranunkelstrauch, fällt mit kräftig grünen Trieben auf. Und Euonymus alatus, der Flügelspindelstrauch, besitzt bizarr wachsende Äste, die von schmalen, flügelartigen Korkleisten geziert werden.

Winterharte Kübelpflanzen Foto: AdobeStock_Gartenphilosophin
Der Flügelspindelstrauch ist äußerst robust, auch bei Frost. Foto: AdobeStock_Gartenphilosophin

Winterhärtezonen helfen bei der Auswahl

Orientieren Sie sich bevorzugt an Arten und Sorten aus den Winterhärtezonen 1-5. Da der größte Teil Deutschlands in Zone 7 liegt, also mindestens zwei Zonen höher und somit wärmer, sollten die Gehölze unter normalen Umständen den Winter gut überstehen.

Auf Stämmchen verdelte Gehölze, wie etwa die hängende Kätzchenweide (Salix caprea ‘Pendula’), machen als winterharte Kübelpflanzen auch im Winter eine gute Figur. Mit circa 1,50 Metern bleibt die Hängeweide ziemlich klein. Im Frühjahr ist sie mit den weidetypischen Kätzchenblüten bestückt. Stämmchen lassen sich hübsch unterpflanzen. Im Frühling sind Zwiebelblüher schöne kleine Partner, später dann Sommerblumen, Stauden oder Gräser.

Auch für die Naschkatzen haben wir Vorschläge für eine winterharte Kübelpflanzung. Wie wäre es mit einem Beerenstrauch auf Terrasse oder Balkon? Josta-, Johannis- und Stachelbeere sind mitunter äußerst winterhart.

Nadelgehölze

Winterharte Kübelpflanzen Foto: AdobeStock_lapis2380
Dank Formschnitt ist diese Kiefer ganzjährig ein Hingucker. Foto: AdobeStock_lapis2380

Die vielseitigen, immergrünen Nadelgehölze bieten sich besonders gut für eine Kübelbepflanzung an, denn sie zeigen auch im Winter ihre Statur. Zudem wachsen sie recht langsam und brauchen somit nicht jedes Jahr einen neuen Topf. 

Beeindruckend ist die große Sortenpalette der Nadelgehölze, die verschiedenste Wuchsformen und Nadelfarben anbietet. Auch Varianten für kleine Balkone gibt es. Kaum größer als einen Meter wird zum Beispiel die Nestfichte (Picea abies ‘Nidiformis’). Sie wächst anfangs kissenförmig mit nestartiger Vertiefung, später rundlich kompakt. Kleinwüchsige Sorten finden sich zudem vielfach unter den Scheinzypressen, etwa Chamaecyparis lawsoniana ‘Minima Glauca’. Auch Juniperus communis ‘Compressa’, eine schmal-säulenförmig wachsende Zwergform des Heide-Wacholders, bleibt klein.

Eine Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) hat lange, dunkle Zapfen und kann mediterranes Flair verbreiten. Auch sie gibt es in vielen verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Stämmchen oder Formgehölz. Sie erinnern mit ihrer schirmartigen Krone an Pinien.

Wurzelballen bei Frost schützen: Auch bei winterharten Kübelpflanzen

Auch Gehölze, die als winterhart gelten, benötigen einen Winterschutz. Damit der Wurzelballen nicht durchfriert, kann er mit Strohmatten, Luftpolsterfolie oder ähnlichem ummantelt werden. 

In Frostzeiten sollten zudem die oberirdischen Pflanzenteile der Immergrünen vor der Wintersonne geschützt werden, zum Beispiel mit einem Vlies. Es kann sonst zu Trockenschäden kommen. Viele Pflanzen erfrieren nicht, sondern vertrocknen im Winter.

Gefahr durch Frosttrocknis

Besonders immergrüne Pflanzen können schnell unter der sogenannten Frosttrocknis leiden. Wenn der Topfballen gefroren ist und dann auch noch die Sonne scheint, transpirieren die Blätter Wasser. Dieses Wasser kann aber aus dem gefrorenen Boden nicht nachgeliefert werden. Im Garten erreichen die Wurzeln hingegen tiefere Erdschichten, weshalb dies kein Problem darstellt.

Als Folge des begrenzten Wurzelraums vertrocknen Pflanzen, die in Kübeln wachsen, im Winter schneller. Am besten ist es deshalb, sonnige Standorte zu vermeiden oder die Pflanzen an sonnig-kalten Tagen entsprechend zu schützen. An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen. 

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