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Rhododendron & Azalee:Ein Sortenüberblick

Ein Rhododendron ist ein wahres Blühwunder, wenn er die passenden Bedingungen vorfindet. Was sich vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließt: Die Gattung wird der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) zugerechnet und umfasst etwa 1000 Arten. Die unzähligen Gartenformen und -hybriden sind oft nicht leicht zu überblicken. Dies liegt auch daran, dass seit geraumer Zeit die Gruppe der Azaleen ebenfalls zu den Rhododendren gezählt wird. Wir geben einen Überblick.

Die Hauptakteure im Sortiment

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Rhododendron Catawbiense Grandiflorum. Foto: AdobeStock_olga_v

Durch intensive Züchtungsarbeit gibt es immer mehr winterharte Rhododendron-Sorten, die Schwung ins Sortiment bringen. Aber auch viele ältere Sorten erfreuen sich nach wie großer Beliebtheit. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Gruppen vor.

Großblumige Rhododendron-Hybriden

Alte Sorten sind vor allem aus weitläufigen Parkanlagen bekannt, denn sie können beträchtliche Ausmaße annehmen. Im Garten werden sie gerne für eine Gruppenbepflanzung oder als Sichtschutz eingesetzt.

Die neueren Züchtungen sind aber auch für kleine Gärten interessant, da sie generell äußerst robust sind und mit ungewöhnlichen Farbtönen daherkommen. Das Sortiment bereichern mittlerweile gelbe, lachs- und orangefarbene Sorten. Alle der großblumigen Rhododendren sind immergrün.

’Catawbiense Grandiflorum’ ist eine besonders schnellwüchsige Sorte, die sich bestens für Sichtschutz- oder Heckenpflanzungen eignet. Dabei ist sie sehr schnittverträglich.

Yakushimanum-Hybriden

Die Ursprungsart der Hybriden hat ihren Naturstandort auf der japanischen Insel Yakushiman. Aufgrund ihrer üppigen Blüte, ihrer Kleinwüchsigkeit und Eignung für sonnige Plätze machte sie im letzten Jahrhundert auch bei uns Karriere. Im Lauf der Zeit wurde sie mit anderen Rhododendren gekreuzt, so dass nun viele attraktive Sorten erhältlich sind. Typisch sind die immergrünen Blätter und der kompakte Wuchs. Der gräulich behaarte Austrieb ist ebenfalls ein besonderes Merkmal.

Rhododendron ‘Percy Wiseman‘
Rhododendron ‘Percy Wiseman‘. Foto: iVerde/H. van de Laar

Die Sorte ’Percy Wiseman’ hat einen mittelstarken Wuchs. Das Farbspektrum ihrer Blüten reicht von kräftig lachsrosa bis cremegelb.

Rhododendron Forrestii-Hybriden

Charakteristisch für die Forrestii-Hybriden sind die glockigen, roten Blüten, die leider etwas spätfrostgefährdet sind. Die immergrünen Sträucher werden zwischen 20 und 60 Zentimeter hoch, sie vertragen Temperaturen bis etwa minus 12 Grad Celsius.

Rhododendron 'Baden-Baden'
Rhododendron ‘Baden-Baden‘. Foto: iVerde/PPO

’Baden-Baden’ ist ein halbkugeliger Kleinstrauch, der eine Wuchshöhe von 90 Zentimetern erreicht. Seine Blüten sind scharlachrot.

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Azalea japonica Gabriele‘ Foto: AdobeStock_skymoon13

Japanische Azaleen, Rhododendron-Obtusum-Hybriden

Japanische Azaleen sind winterharte, niedrigwachsende Sträucher, die eine lange Züchtungsgeschichte haben und mehrere Elternarten aufweisen, Rhododendron obtusum ist beispielsweise eine davon. Ihre Sorten kommen als wintergrüne Blütenkissen in Heide-, Stein- und Japangärten ganz besonders gut zur Geltung und sind auch gleichermaßen für Kübel geeignet.

Gleich nach der Blüte können sie mit der Schere geformt werden. Windgeschützt und nicht zu schattig – das ist ihr absoluter Lieblingsplatz. Ein leichter Winterschutz aus Reisig gegen die Wintersonne und Kälte ist anzuraten.

Die Japanische Freilandazalee ’Gabriele’ zeigt ihre rubinrote Blütenfarbe auch in der vollen Sonne. Der Wuchs ist dicht und niedrig. Nach 10 Jahren erreicht sie eine Wuchshöhe von etwa 70 Zentimetern.

Knap-Hill-Azaleen & Rhododendron-Luteum-Hybriden

Zu den beliebtesten Garten-Azaleen gehören die etwa zwei Meter hohen, laubabwerfenden Knap-Hill-Hybriden, die auch für sonnige Standorte geeignet sind. Sie bezaubern mit der besonderen Leuchtkraft ihrer Blüten und einer spektakulären Herbstfärbung. Da sie einen hohen Schmuckwert haben, können sie einen interessanten Farbkontrast zu den immergrünen Rhododendron-Hybriden bilden.

Rhododendron ‘Klondyke’
Rhododendron ‘Klondyke’. Foto: iVerde/H. van de Laar

Die Rhododendron-Sorte ’Klondyke’ wächst buschig und breit. Sie erreicht gewöhnlich eine Höhe von 2 bis 3 Metern. Im Herbst verfärben sich ihre Blätter prächtig purpurrot.

Rhododendron pflanzen und pflegen

Saurer Boden: Humus oder Rhododendron-Erde machen den Boden sauer und locker. Der optimale pH-Wert des Bodens liegt zwischen 4,5 und 5,5 (ein pH-Test ist im Gartencenter erhältlich).

Düngen und gießen: Ab dem zweiten Standjahr sollten Sie im März oder April Rhododendron-Langzeitdünger und Hornspäne im äußeren Drittel unter den Pflanzen einharken. Bei Trockenheit muss durchdringend gewässert werden. Eine immergrüne Sorte benötigt auch im Winter Wasser!

Ausbrechen der Blüten: Bei jungen, großblumigen Hybriden sollten welke Blüten ausgebrochen werden. So wird die Bildung neuer Knospen und die Verzweigung angeregt. Die Pflanzen bauen sich danach kompakter auf und blühen reicher. Geschädigte Knospen werden ebenfalls ausgebrochen.

Mehr zur optimalen Pflege von Rhododendren finden Sie hier: Rhododendron-Pflege – die besten Tipps

'Cunningham's White'
Die ältere Sorte ‘Cunningham’s White‘ ist auch als INKARHO®-Rhododendron erhältlich.
Foto: iVerde/H. van de Laar

Eine Besonderheit: Kalktolerante Rhododendron-Sorten

Rhododendren werden auf einer Unterlage veredelt. Mit der bewährten Unterlage ‘Cunningham’s White‘ (die es auch als Sorte gibt) benötigen sie einen sauren Boden, um optimal zu gedeihen. In den 80er-Jahren begannen passionierte Gärtner*innen, kalktolerante Rhododendronunterlagen mit einem besonders starken Wurzelwerk zu züchten – und das Experiment gelang.

Die sogenannten INKARHO®-Rhododendren kommen auch auf schweren, kalkhaltigen Lehmböden mit einem höheren pH-Wert (bis 6,5) wunderbar zurecht. Eine gründliche Bodenlockerung vor der Pflanzung und eine Anreicherung mit Humus ist aber auch hier zu empfehlen.

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