[Foto: AdobeStock_Marc]

Haselnuss pflanzen:Mit dieser Anleitung klappt es

Wer sich einen Haselnussstrauch im Garten wünscht, sei es zum Ernten der leckeren Nüsse oder als zierender Hingucker, hat viele Möglichkeiten. Der Fachhandel bietet sowohl Wildhaseln als auch veredelte Sorten. Aber auch selbst vermehren lässt sich eine Hasel ganz einfach. Unsere Anleitung erklärt, wie Sie eine Haselnuss pflanzen und vermehren können.

Haselnuss pflanzen – voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Wann pflanze ich einen Haselnussstrauch?

Die ideale Pflanzzeit für Laubgehölze wie die Haselnuss (Corylus avellana) ist der Herbst. So kann der Strauch oder Baum noch vor dem ersten Winter am neuen Standort einwurzeln, ohne in der ersten Zeit unter Trockenstress zu leiden. Als heimisches Gehölz ist die Haselnuss absolut winterhart, besser ist es aber dennoch, wenn Sie die Haselnuss pflanzen, bevor der erste Frost droht.

Haselnuss pflanzen: So geht es

Die Haselnuss stellt keine komplizierten Ansprüche an ihren Standort. Sie gedeiht gut im Halbschatten, kann aber auch an einem vollsonnigen Standort wachsen. Haseln kommen für gewöhnlich mit den meisten Gartenböden zurecht – die einzige Ausnahme bilden sehr schwere oder von anhaltender Staunässe betroffene Böden.

Tipp: Auch für Gärten mit schwierigen Standortverhältnissen gibt es eine Lösung: Wie Sie unwirtliche Böden verbessern können, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag:
Gartenboden verbessern – Worauf muss geachtet werden?

Haselnuss pflanzen: Anleitung in 7 Schritten

  1. Beim Einpflanzen der Haselnuss sollten Sie ein großzügiges Pflanzloch ausheben – mindestens doppelt so breit und doppelt so tief wie der Durchmesser des Wurzelballens. Das erleichtert der Haselnuss das Anwurzeln.
  2. Befreien Sie die ausgehobene Gartenerde von groben Steinen.
  3. Noch mehr erleichtern Sie das Einwurzeln, indem Sie beim Pflanzen der Haselnuss Kompost oder frische Pflanzenerde hinzugegeben – mischen Sie die lockere, fruchtbare Erde einfach 1:1 mit dem Aushub.
  4. Geben Sie anschließend einen Teil dieser Mischung locker in das Pflanzloch.
  5. Platzieren Sie dann die Haselnuss mit ihrem Wurzelballen zentral in die Pflanzgrube. Die Seiten werden füllen Sie ebenfalls mit der Erdmischung auf.
  6. Achten Sie darauf, dass sich die obere Kante des Wurzelballens auf Höhe des Bodenniveaus befindet und drücken Sie am Ende die Erde rundherum leicht an.
  7. Abschließend wird einmal durchdringend und schwemmend angegossen. Das sorgt dafür, dass die Erde auch in die Hohlräume gelangt und alle Wurzeln Bodenkontakt schließen können.
Person mit Gummistiefeln hebt mit einer Schaufel ein rundes Pflanzloch auf einer Rasenfläche aus. Foto: AdobeStock_yunava1
Soll die Haselnuss freistehend inmitten einer Rasenfläche stehen, muss zunächst die Rasennarbe abgetragen werden.
[Foto: AdobeStock_yunava1]

Für die Fruchtbildung immer zwei Haselnüsse pflanzen

Haselnusssträucher sind selbstunfruchtbar. Das bedeutet, dass sich eine einzelne Pflanze nicht selbst befruchten kann. Für die Befruchtung der Haselnuss-Kultursorten muss also mindestens ein Strauch einer anderen Sorte oder ein wilder Haselnussstrauch in der Nähe sein. Die Pollen der Blütenkätzchen werden vom Wind zur nächsten Pflanze getragen.

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Haselnuss selbst vermehren und pflanzen

Um einen Haselnussstrauch zu vermehren, egal ob in der Wildform oder als veredelte Sorte aus dem Fachhandel, eignen sich verschiedene Methoden. Folgende Vorgehensweisen sind möglich:

  • Stecklinge
  • Absenker
  • Aussaat
  • Veredelung

Die Veredelung dient in Baumschulen dazu, eine sortenreine Vermehrung zu gewährleisten. Dabei werden ein sogenanntes Edelreis (ein Trieb der gewünschten Sorte) und eine Wurzelunterlage (meistens die Wildart) so angeschnitten, dass sie sich miteinander verbinden lassen und verwachsen. Diese Veredelungstechnik nennt man „Kopulation“ und sie wird im Winter, etwa zwischen Dezember und Anfang März, angewendet.

Für die Aussaat im Herbst benötigen Sie reife Früchte des Haselnussstrauchs. Nicht immer wächst jede Nuss an, daher lohnt es sich, wenn Sie gleich mehrere Haselnüsse pflanzen. Diese Methode erfordert allerdings ein wenig Geduld. Wichtig ist auch, dass die Nüsse einen Kältereiz erhalten, um im nächsten Frühjahr keimen zu können. Sie können sie daher direkt in den Gartenboden stecken oder zunächst in Töpfen heranziehen, die den Winter über draußen verbringen.

Haselnüsse im Baum – Nahaufnahme. Foto: AdobeStock_Marc
Ab September können die reifen Haselnüsse zur Aussaat genutzt werden. [Foto: AdobeStock_Marc]

Schneller vonstatten geht die Absenker-Methode, die Sie im Frühjahr anwenden können. Hierfür wird ein biegsamer, bodennaher Zweig des Haselnussstrauchs nach unten gebogen, dann – zum Beispiel mit einem Hering – am Gartenboden fixiert und mit einer Schicht Erde bedeckt. Der Zweig wurzelt recht zügig, kann nach einigen Wochen von der Mutterpflanze getrennt werden und schon können Sie eine neue Haselnuss pflanzen. Entscheidend beim Fixieren des Zweigs ist aber, dass die Triebspitze immer freiliegt.

Haselnuss über Stecklinge vermehren

Die sortenreine Vermehrung mittels Stecklingen kann im Herbst vorgenommen werden und ist auch für Anfänger*innen geeignet. Schon im nächsten Frühjahr können Sie die bewurzelten Triebe in den Garten auspflanzen. Und so funktioniert es:

  1. Wählen Sie für das Schneiden der Stecklinge kräftige Zweigspitzen und schneiden Sie diese auf eine Länge von 10 bis 20 Zentimeter zu.
  2. Entfernen Sie dann alle Blätter bis auf ein oder zwei Blattpaare.
  3. Die kurzen Triebe werden dann in kleine, mit Anzuchtsubstrat gefüllte Pflanzgefäße gesteckt und an einem hellen und vor Frost geschützten Standort aufgestellt.
  4. Halten Sie das Substrat in den nächsten Wochen gleichmäßig feucht.
  5. Bis zum Frühjahr haben die Haselnussstecklinge eigene Wurzeln gebildet und können ausgepflanzt werden. Warten Sie aber besser bis nach den Eisheiligen.

Viel Erfolg beim Haselnuss pflanzen!

Für noch mehr Tipps und Informationen rund um Haselnusssträucher lesen Sie auch:
Wissenswertes zu Zier- und Kultursorten der Haselnuss

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