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Eberraute:Zierpflanze und Küchenkraut

Die Eberraute ist eine pflegeleichte Gartenpflanze mit Würz- und Heilkraft, die im Steingarten oder am Beetrand eine gute Figur macht. Sie verträgt Trockenheit und ist somit für heiße Sommer bestens geeignet. Wie Sie Artemisia abrotanum verwenden und im Garten pflegen, erfahren Sie hier.

Aromatisch duftender Halbstrauch

Bereits in der Antike wurden aus der wohlriechenden Eberraute heilende Essenzen gewonnen. Zudem galt sie als natürliches Aphrodisiakum. Auch heute noch kann sie mit ihren herben oder zitronenartigen Geschmacksnuancen als Küchenkraut punkten. Kein Wunder: Die Art gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) und ist mit Estragon, Beifuß und Wermut eng verwandt.

Die Eberraute ist eine wintergrüne Pflanze, deren Triebe im unteren Bereich verholzen. Sie zeigt einen aufrechten, strauchartigen Wuchs und kann eine Höhe von über einem Meter erreichen. Ab dem Spätsommer zeigen sich kleine, nickende, hellgelbe Blütenköpfe in dichten Rispen.

Die Eberraute entwickelt sich mit der Zeit zu einem prächtigen Halbstrauch. Foto: AdobeStock_Tupungato
Die Eberraute entwickelt sich mit der Zeit zu einem prächtigen Halbstrauch. Foto: AdobeStock_Tupungato

Verwendung im Garten

Die verschiedenen Varietäten (Unterarten) und Züchtungen der Eberraute – zu denen auch das beliebte Colakraut gehört – sind eine Bereicherung im sommerlichen Garten. Mit ihrem graugrünen, fein zerteilten Laub fügen sie sich wunderbar in den Steingarten ein und sorgen für Harmonie in farbintensiven Pflanzkombinationen. Mit anderen Halbsträuchern wie der Blauraute ergeben sich ebenfalls schöne Bilder.

Selbst als Hecke oder Beeteinfassung entfaltet die Pflanze eine zierende Wirkung und erweist sich dabei als gut schnittverträglich. Man kann die Eberraute aber auch problemlos in einem ausreichend großen Topf auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren.

Die Varietäten der Eberraute

  • Zitronen-Eberraute: verströmt ein angenehmes Zitronenaroma.
  • Kampfer-Eberraute: duftet moschusartig.
  • Französische Eberraute: hat ein bläulich-grünes Laub und ein herb-bitteres Aroma.
  • Colakraut: duftet tatsächlich nach Cola, aus Artemisia abrotanum var. maritima lassen sich wohlschmeckende Getränke zubereiten.
Die Eberraute kommt auch mit anderen Halbsträuchern wie der Perowskie sehr gut zur Geltung.
Die Eberraute kommt auch mit anderen Halbsträuchern wie der Blauraute sehr gut zur Geltung.
Foto: 160722 119 Chi Bot Gdn Landscape Gdn_cultivar413 CC BY 2.0 bearbeitet von GartenFlora 

Der geeignete Standort und Boden

Die Eberraute gedeiht gerne an einem sonnigen Standort und bevorzugt einen trockenen, kalkhaltigen sowie humosen Boden. Generell sollten Sie sie vor übermäßiger Nässe schützen. Schwere, lehmige Böden lockern Sie daher mit etwas Sand.

Tipp: Bei einer Kultivierung im Topf sollte das Gefäß unbedingt genügend Abzugslöcher am Boden enthalten. Eine zusätzliche Drainageschicht verhindert ebenfalls, dass die Wurzeln der Eberraute lange Zeit im Wasser stehen.

Pflanzung und Pflege

Die Eberraute ist in der Regel winterhart und recht pflegeleicht. Pflanzen Sie Ihre Artemisia am besten im Frühjahr nach den letzten Frösten und achten Sie auf einen Pflanzabstand von etwa 40 Zentimetern. Obwohl die Art als trockenheitsverträglich gilt, benötigt eine Jungpflanze im ersten Jahr ausreichend Wasser. Später sollten Sie nur noch in einer lang anhaltenden Trockenperiode zur Gießkanne greifen. Bei Bedarf freut sich die Eberraute über eine Kompostgabe, wobei eine gezielte Düngung meistens nicht nötig ist.

Die Triebe des Halbstrauchs kürzen Sie am besten im Frühjahr ein. Durch die vielen Augen treibt er nach dem Rückschnitt wieder willig aus. Damit die zarten Triebe in kalten Lagen keinen Frostschaden davontragen, sollten Sie die Pflanze mit etwas Laub und Reisig schützen. Bei einer Topfkultur ist es empfehlenswert, das Pflanzgefäß im Spätherbst zusätzlich mit Noppenfolie oder Vlies zu isolieren.

Das gefiederte Laub der Eberraute ist filigran und duftet intensiv.. Foto: iStock_Watcha
Das gefiederte Laub der Eberraute ist filigran und duftet intensiv. Foto: iStock_Watcha

Verwendung in der Küche

Die aromatischen Triebe der Eberraute enthalten ätherische Öle und hohe Anteile an Bitter- und Gerbstoffen. Zugegeben: Die vorherrschende Geschmacksnote der Artemisia-Art ist recht bitter. Dennoch wird sie als Gewürz für fette Fleischspeisen sehr geschätzt und kann sogar Beifuß oder Salbei das Wasser reichen. Allerdings sollten Sie sie stets zurückhaltend einsetzen. Insbesondere die Zitronen-Eberraute eignet sich sehr gut zum Füllen von Geflügel. Aber auch vegetarische Gerichte, zum Beispiel ein Omelett, erhalten mit einer kleinen Prise den besonderen Pfiff.

Ein Tee aus den Blättern der Eberraute wird als beruhigendes Mittel bei Magen- und Darmbeschwerden und zur Stärkung der Abwehrkräfte empfohlen. Auch wenn es keine echte Cola wird: Mit den Triebspitzen des Colakrauts, das übrigens auch Limo-Kraut genannt wird, lässt sich darüber hinaus eisgekühltes Wasser wunderbar aufpeppen. Lassen Sie die Pflanzenteile eine Weile ziehen, bevor Sie den Durstlöscher genießen.

Die zarten Triebspitzen der Eberraute können Sie den ganzen Sommer über frisch ernten – das beste Aroma haben die Blätter im Hochsommer. Ihre Zweige hängen Sie am besten an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Später wird das Kraut möglichst luftdicht aufbewahrt.

Verwenden Sie die Eberraute nur sparsam in der Küche, da sie ebenso wie der Wermut, Beifuß und Echte Salbei Thujone enthält, die beim Verzehr großer Mengen gesundheitsschädlich sein können.

Rezept: Colakraut-Sirup

Diese besondere Cola kommt auch bei Kindern gut an. Foto: iStock_Tuned_In
Diese „Cola“ kommt auch bei Kindern sehr gut an. Foto: iStock_Tuned_In

Wer einen Sirup für eine „Kindercola“ ansetzen möchte, benötigt nur wenige Zutaten:

  • Triebspitzen bzw. Blätter des Colakrauts (etwas mehr als eine Handvoll)
  • 100 ml Zitronensaft
  • 750 g Zucker
  • 1,5 Liter Wasser

Den Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen und anschließend in das erhitzte Wasser einrühren. Das Zuckerwasser und den Zitronensaft über das abgezupfte und gewaschene Kraut gießen, danach erkalten lassen und mindestens einen Tag in den Kühlschrank stellen.

Anschließend die Flüssigkeit gut filtern (durch ein Tuch oder sehr feines Sieb gießen), nochmals aufkochen und sofort in keimfreie (heiß ausgespülte) Flaschen gießen. Zum Servieren dann den Sirup mit Mineralwasser mischen und genießen.

SABINE FAASS

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