Amaranth Foto: AdobeStock_Maksim Shebeko

Vielfältiger Amaranth:Pseudogetreide, Blattgemüse und Zierpflanze

Der Amaranth, auch Amarant geschrieben oder Fuchsschwanz genannt, ist an Facettenreichtum schwer zu überbieten: Als äußerst gesundes Pseudogetreide ist er eine bedeutsame Nutzpflanze, weniger bekannt ist seine Verwendung als Blattgemüse. Die strahlenden Rispenblüten zeichnen ihn wiederum unbestreitbar als Zierpflanze aus – und für manche kann er auch schlicht zum Unkraut werden.

Amaranth – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Verbreitung

Zwischen 60 und 100 Arten gehören zur Gattung Amaranthus aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie sind mittlerweile beinahe weltweit verbreitet, mit Ausnahme der Antarktis finden sich auf allen Kontinenten Amaranthus-Arten. Viele der heute in Mitteleuropa wachsenden Arten stammen ursprünglich aus Nordamerika (beispielsweise Amaranthus blitoides und Amaranthus retroflexus) oder aus Südamerika (etwa Amaranthus deflexus).

Standortbedingungen

Amaranth gedeiht am besten an vollsonnigen oder halbschattigen Standorten. Zudem sind die meisten Arten wärmeliebend und bevorzugen daher ein möglichst trockenes und windgeschütztes Plätzchen im Garten. Kübelpflanzen können zum Beispiel an eine geschützte Hauswand gestellt werden. Der Boden, beziehungsweise das Substrat, sollte locker und durchlässig sein. Besonders für Topfpflanzungen ist eine Drainage wichtig. Amaranth benötigt auch einen nährstoffreichen Boden, weshalb als Beetdüngung gerne frischer Kompost zum Einsatz kommen darf.

Blühender Amaranth Foto: AdobeStock_aga7ta
Der Rispen-Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus). Foto: AdobeStock_aga7ta

Amaranth aussäen

Amaranth ist frostempfindlich und sollte darum frühestens ab Mitte Mai im Freiland ausgesät werden. Auch Jungpflanzen sollten besser nicht vor den Eisheiligen nach draußen. Da die meisten Arten einjährig sind, muss die Aussaat jedes Jahr aufs Neue stattfinden. Die feinen Samen können einfach per Hand verstreut und anschließend leicht untergeharkt werden. In der ersten Zeit von der Aussat bis zur Keimung müssen Sie den Boden gleichmäßig feucht halten – ganz besonders also in den ersten beiden Wochen.

Beachten Sie: Zwar sollten die frostempfindlichen Pflanzen nicht zu früh ins Freiland, allerdings darf auch nicht zu lange damit gewartet werden, wenn Sie die Körner ernten möchten. Denn die Pflanzen benötigen für die Samenreife genügend Zeit bis zum Herbst.

Nutzpflanze

In Mittel- und Südamerika ist Amaranth ein traditionelles Nahrungsmittel, das bereits im alten Mesoamerika unter anderem von den Azteken in großen Mengen kultiviert wurde. Botanisch gesehen zählt die Pflanze zu den sogenannten Pseudogetreiden, da sie, anders als Getreidesorten, nicht zu den Süßgräsern gehört. Allerdings kann Amaranth durchaus wie Getreide zubereitet werden. So kann er vor allem bei Glutenunverträglichkeit einen vollwertigen Ersatz darstellen. Doch nicht nur das: Amaranth ist sogar gesünder, er enthält deutlich mehr Mineralstoffe und Eiweiße als die meisten Getreidesorten. Besonders reichlich ist der Gehalt an Eisen, Magnesium, Zink und Kalzium. Amaranthkörner können roh verzehrt werden, schmecken dann aber leicht bitter. Der Geschmack der gekochten Körner ist angenehm nussig bis erdig. Amaranthus caudatus, A. blitum oder A. hypochondriacus sind vielfach genutzte Arten zum Ernten der Körner.

Auch als Blattgemüse kann Amaranth verwendet werden (zum Beispiel Amaranthus tricolor oder A. lividus var. rubrum). Die Blätter lassen sich roh oder gekocht verzehren und ähneln geschmacklich Blattspinat oder Mangold. Sie besitzen einen hohen Eiweißgehalt und sind ähnlich nährstoffreich wie die Körner.

Um die den Körnern anhaftenden Bitterstoffe loszuwerden, sollte Amaranth vor dem Kochen mithilfe eines feinen Siebs gründlich mit heißem Wasser abgewaschen werden. So schmeckt er nicht nur besser, sondern ist auch verträglicher, denn die Bitterstoffe können die Darmschleimhaut reizen.

Amaranth ernten

Braune Amaranthblütenstände zwischen orangefarbenen Pompondahlien. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler
Amaranth zwischen Pompon-Dahlien. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Die Reifezeit der Amaranth-Körner liegt meist zwischen September und Oktober, ist aber immer auch von dem Aussaattermin und dem Zeitpunkt der Blüte abhängig. Ausgereifte Fruchtstände sind trocken und spröde, die einzelnen Körner matt und nicht mehr glasig. Um die Körner zu ernten, schneidet man die gesamten Fruchtstände ab (die Pflanzen sollten trocken sein). Anschließend hängt man sie nochmals für etwa eine Woche zum Trocknen auf und schließlich kann man die Körner durch vorsichtiges Klopfen und Schütteln befreien. Ein Sieb kann hilfreich sein, die übrigen Pflanzenteile auszusortieren.

Amaranth als Unkraut?

Die Selbstaussaat des Amaranths kann die Pflanzen schnell zum Unkraut werden lassen. Eine Pflanze kann je nach Art bis zu mehreren Hundertausend an winzigen Samenkörnern hervorbringen. Beim Anbau von Amaranth als Nutzpflanze ist es darum wichtig, dass Sie die Fruchtstände rechtzeitig ernten. Wenn Sie nicht ernten, aber dennoch diese üppige Selbstaussaat verhindern möchten, ist es ebenfalls sinnvoll, die Blüten rechtzeitig abzuschneiden.

Besonders ausbreitungsfreudig ist auch der Zurückgebogene Amaranth (Amaranthus retroflexus). Die Art wird zu den Neophyten gezählt, sie besiedelt landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber auch Wegränder und Brachflächen.

Amaranthus-Arten als Zierpflanzen

Je nach Art präsentieren sich zwischen Juni und September die rispenförmigen, üppigen Blütenstände des Amaranths. Sie strahlen auffällig in Rot-, Rosa- Purpur- oder Magentatönen und eignen die Amaranthus-Arten darum auch als Zierpflanzen. In Bauerngärten oder Sommerblumenrabatten harmonieren sie zum Beispiel zwischen Dahlien, Schmuckkörbchen, Sonnenhut oder Zinnien. Die Blüten können auch hervorragend in Sträußen oder Trockengestecken zur Geltung kommen.

LUISA ROTH

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