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Mangold anbauen – ein Regenbogen im Gemüsebeet

In intensiven Farben leuchtet der Stielmangold im herbstlichen Gemüsegarten. Doch es ist der unscheinbare Blattmangold, der besser für den nahenden Winter gerüstet ist. Wir stellen Ihnen das beliebte Gemüse vor und erklären, worauf es beim Anbau ankommt.

Mangold anbauen: Der Ursprung der Gemüsepflanze

Mangold ist ein sehr altes Gemüse. Von den Babyloniern wurde es bereits seit 800 v. Chr. angebaut. Die Wildform des Mangolds, die Wild-Bete (Beta vulgaris subsp. maritima), hat ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum. Nach Deutschland kam der Mangold wohl mit den Römern und war hier bis zum 17. Jahrhundert eines der beliebtesten Gemüse, bis er nach und nach vom Spinat verdrängt wurde.

In Vergessenheit geriet der Mangold glücklicherweise nie. Viele Gärtner möchten ihn nicht missen, weil er eine wunderbare Alternative zum Spinat ist.

Mangold Foto: AdobeStock_supakvadee.jpg
Mangold anbauen: Die prächtigen Blätter leuchten im Gemüsebeet. Foto: AdobeStock_supakvadee.jpg

Unterschiede zwischen Stiel- und Blattmangold

Bei Mangold unterscheidet man zwischen Stiel- und Blattmangold: Stielmangold (Beta vulgaris var. flavescens) bildet dicke, breite Blattstiele aus. Man verwendet die Stiele, die wie Spargel zubereitet werden können. Dazu das Blattgrün entfernen, Stiele schälen, in Stücke schneiden und dünsten.

Der Schnittmangold (Beta vulgaris var. vulgaris) hat große gekrauste oder glatte Blätter, die man wie Spinat verarbeitet. Natürlich können Sie vom Blattmangold genauso die Stiele essen wie vom Stielmangold die Blätter!

Mangold anbauen: Bunte Sorten

Regenbogen-Mischungen verwandeln das Beet in ein farbenfrohes Gemüsemeer. Die Mangoldstiele dieser Sorten sind kräftig gelb, orange, lila und rot gefärbt, zum Beispiel bei ‘Bright Lights’, ‘Five Colours’ und ‘Rainbow’.

Der farbig gebänderte Stielmangold erobert schnell die Herzen: Und zwar nicht nur wegen seiner extravaganten Farbkombination, sondern weil sich seine Stiele leuchtend vom sonst grünen Salat– und Kohl-Einerlei abheben. Den Setzlingen sieht man schon an, welche Farbe sie später haben werden. So entsteht ein farblich sortierter Regenbogen aus dunkelrotem, orangefarbenem, gelbem, pink- und rosafarbenem Stielmangold, der es im Gemüsebeet noch einmal richtig knallen lässt.

Mit Stielmangold können Sie es im nächsten Frühling richtig bunt angehen oder bei einem Farbkonzept bleiben: Die gelben, weißen und roten Sorten gibt es auch einzeln.

Steckbrief Mangold

  • Gemüsefamilie: Fuchsschwanzgewächse (ehem. Gänsefußgewächse), verwandt mit Roter Bete, Spinat und Amarant
  • Aussäen: Mitte April bis Mitte Juli, Mitte August bis Mitte September
  • Ernten: ab Mitte Juni
  • Fruchtfolge: 4–5 Jahre Anbaupause zwischen Fuchsschwanzgewächsen, gute Vorkulturen sind Sellerie und Gurken
  • Düngen: Mittelzehrer; reifer Kompost bei der Beetvorbereitung, ab der Ernte alle 2–3 Wochen flüssig düngen
  • Stielmangold-Sorten: ‘Bright Lights’, ‘Jessica’, ‘Pirol’, ‘Roter Vulkan’; 
  • Blattmangold-Sorten: ‘Lucullus’, ‘Grüner Schnitt’
  • Pflanzenschutz: Blattläuse, Echter Mehltau

Mangold säen und pflanzen

Der Mangold ist recht unkompliziert. Nur zu früh aussäen darf man ihn nicht. Denn durch den Kältereiz blühen die Pflanzen vorzeitig und bilden keinen schönen Blattschopf mehr aus. Darum übt man sich am besten im Frühjahr in Geduld und sät Mangold erst ab Mitte April in einer Schale aus. Ab Mai kann er dann ins gemachte Beet. Im Freiland kann ebenfalls im April gesät werden – allerdings nur mit einer Vliesauflage.

Jungpflanzen können mit 30 Zentimetern Abstand in die Erde – der Reihenabstand beträgt 40 Zentimeter. Ein sonniges oder halbschattiges Beet ist ideal für den Mangold. Zur Beetvorbereitung sollte der Boden gut gelockert werden. Arbeiten Sie vor der Pflanzung etwas Kompost und Hornspäne ein.

Mangold ist ein Mittelzehrer. Eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung lässt das Blattgemüse gut gedeihen. Nach einer größeren Ernte wird stickstoffbetont gedüngt, um die Pflanzen zu einem Neuaustrieb anzuregen.

Mangold  Foto: AdobeStock_Algus
Mangold ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch vielseitig in der Küche einsetzbar. Foto: AdobeStock_Algus

Mangold ernten und überwintern

Wenn Sie Mangold anbauen, kann man diesen von Juni bis zum Frost nutzen. Geerntet wird blatt- bzw. stielweise, indem die breiten Stiele abgedreht werden, ähnlich wie beim Rhabarber. Schneidet man die Stiele hingegen ab, könnten die Schnittflächen faulen.

Der späte Herbst und Winter gehört dem Blattmangold. Seine Stiele sind eher dünn und grün oder weiß. Minustemperaturen verträgt er recht gut.

Blattmangold ist kein explizites Überwinterungsgemüse. Man kann ihn im Frühjahr säen und das ganze Jahr über wie Spinat ernten. Ewiger Spinat wird er daher genannt, auch weil er selbst bei Hitze und unter Langtagsbedingungen nicht zu blühen beginnt – wie es der Spinat meistens tut. Das Sortenangebot ist allerdings überschaubar: ‘Grüner Schnitt’, ‘Lucullus’ (mit weißen, kräftigeren Stielen) und ‘Everglade’.

Die bunten Sorten haben einen Nachteil: Sie sind nicht winterhart. Nur an geschützter Stelle mit einem doppellagigen Vlies überstehen sie den Winter. Die schönen Blätter erfrieren zwar trotzdem, aber im Frühjahr treiben die Pflanzen noch einmal aus. Dann kann das buntstielige Grün geerntet werden, während der Sommermangold noch als Samen in der Tüte schlummert. Im Herbst kann also die Blattmasse des bunten Mangolds weitestgehend entfernt werden. Was nicht sofort verbraucht wird, überdauert in blanchiertem oder eingefrorenem Zustand.

Wer ein kleines Frühbeet oder Kleingewächshaus hat, kann ein paar Mangoldpflanzen ausgraben und über den Winter dort unterbringen. Bei Kahlfrösten deckt man die Reihen mit doppeltem Vlies ab.

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