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Voraussichtliche Lesedauer:  7 Minuten

Judasbaum: Spektakuläre Blütenpracht

Von GartenFlora

Von Orange, über Rot bis hin zu goldenem Gelb: Zum Ende der Gartensaison legt der Judasbaum nochmal einen fulminanten Auftritt hin. Aber auch in den anderen Jahreszeiten ist er eine wahre Schönheit im Garten. Er begeistert mit seiner beeindruckenden Blütenpracht und zieht damit die Blicke unweigerlich auf sich. Die auffälligen Büschel zeigen sich im Frühjahr vor dem Laubaustrieb. Mit den Jahren bilden sich auch direkt am Stamm immer mehr Blüten, sodass der ganze Strauch in Purpurrosa erstrahlt. Hier erfahren Sie mehr zur Pflanzung und Pflege.

Woher stammt der Judasbaum?

Der Judasbaum (Cercis siliquastrum), auch Gewöhnlicher Judasbaum genannt, aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien. Dort wächst er in den Wäldern und Steppenregionen. Das ansehnliche Gehölz wird aber schon seit langem in vielen Teilen der Welt als Zierpflanze kultiviert. Weitere beliebte Arten sind der Chinesische Judasbaum (Cercis chinensis) und der Kanadische Judasbaum (Cercis canadensis).

Sortenempfehlungen

Schöne Sorten des Judasbaums sind zum Beispiel Cercis canadensis ‘Forest Pansy‘, eine Variante mit kräftigem, dunkelrotem Laub, oder Cercis siliquastrum ‘Alba‘, eine weißblühende Selektion des Gewöhnlichen Judasbaums. Eine kleine Sorte ist beispielsweise C. canadensis ‘Avondale‘, die für gewöhnlich nicht viel höher als 2 oder 2,5 Meter wird.

Wie sieht der Judasbaum aus?

Der Judasbaum ist ein mittelgroßer Laubbaum. In mitteleuropäischem Klima erreicht er in der Regel eine Wuchshöhe von 5 bis 8 Metern, in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet kann er auch höher werden. Sein Stamm bleibt eher kurz, die Krone wächst dafür breit-ausladend und kann einen Durchmesser von etwa 4 bis 7 Metern erreichen. Die schlanken, rotbraunen Zweige können mit der Zeit einen gräulichen Farbton annehmen. Judasbäume bilden eine lange Pfahlwurzel aus, die sich mit einigen Seitenwurzeln in den Boden gräbt und so für eine gute Standfestigkeit sorgt.

Blätter, Blüten und Früchte

Die attraktiven Eigenschaften des Judasbaums machen ihn zur wahren Augenweide in jedem Garten oder Park. Die Blätter des Judasbaums sind meist herzförmig, frischgrün gefärbt und erreichen eine Größe von 5 bis 10 Zentimetern. Das Blattwerk bildet sich zu Beginn des Sommers aus und bildet dann das ganze Jahr über eine hervorragende Kulisse.

Herzförmige Blätter eines Judasbaums in der Nahaufnahme. Auf den Blättern sind einige Tautropfen. Foto: AdobeStock_Olexandr
Das Laub ist hübsch rundlich, die einzelnen Blätter sind herz- bis nierenförmig. [Foto: AdobeStock_Olxeandr]

Noch vor dem Laubaustrieb erscheinen die auffälligen rosa-purpurfarbenen Blüten, die in Büscheln an den Zweigen sitzen und – je nach Standort und Witterung – zwischen März und April erstrahlen. Im Herbst entwickeln sich schließlich die länglichen Hülsenfrüchte des Baumes, die an der Pflanze verbleiben, bis sie in den Wintermonaten abfallen.

Rosafarbene Blüten des Judasbaums in der Nahaufnahme. Foto: AdobeStock_JackF
Den Blüten entströmt ein zarter Duft. [Foto: AdobeStock_JackF]

Ein weiterer schöner Aspekt des Judasbaums ist seine Herbstfärbung. Im späten Herbst nehmen die Blätter einen beinahe goldenen Farbton an und verleihen dem Baum ein warmes Leuchten. Der Judasbaum ist auch bienenfreundlich und wird oft von Bestäubern besucht, die sich von seinem reichen Nektarvorrat ernähren. Insgesamt ist der Judasbaum ein visuell ansprechender Baum, der das ganze Jahr über mit seinen verschiedenen Eigenschaften begeistert.

Rötliche Fruchtschoten des Judasbaums. Foto: AdobeStock_Marc
Die anfangs grünen Schoten färben sich zum Herbst hin rötlich bis bräunlich. [Foto: AdobeStock_Marc]

Ist der Judasbaum giftig?

Judasbaum-Arten enthalten geringe Mengen an Cyanid und andere Toxine, insbesondere in ihren Samen, der Rinde und den Blättern. Die Toxizität des Judasbaums wird jedoch im Allgemeinen als gering bis mäßig eingestuft. Vergiftungen bei Menschen oder Haustieren sind selten. Dennoch dürfen keine Pflanzenteile verzehrt und auch der direkte Hautkontakt sollte vermieden werden.

Standort und Boden

Die Gehölze bevorzugen einen sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Staunässe wird nicht gut vertragen. In ihrer natürlichen Umgebung gedeihen sie in warmen und trockenen Regionen. Der Judasbaum hat also keinen hohen Wasserbedarf und ist relativ trockenheitsresistent. Gerne darf der Boden etwas kalkhaltig sein.

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Judasbaum pflanzen und pflegen

Pflanzen Sie den Judasbaum am besten im Frühjahr in den Garten, denn Jungpflanzen sind vor allem im ersten Jahr noch etwas frostanfällig. Beim Ausheben des Pflanzlochs sollten Sie darauf achten, dass die Wurzeln genügend Platz haben – die Faustregel lautet, dass das Loch zweimal so tief und zweimal so breit wie der Wurzelballen sein sollte. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich an.

Der Judasbaum ist sehr pflegeleicht. Wenn der Standort stimmt und der Baum einmal gut angewachsen ist, stellt er keine hohen Pflegeansprüche. Etwas anders sieht es aus, wenn Sie denn Judasbaum als Kübelpflanze kultivieren. Hier ist vor allem wichtig, ihn im Sommer regelmäßig zu wässern.

Ist der Judasbaum winterhart?

Für den ersten Winter empfiehlt sich eine Schutzschicht aus Herbstlaub oder Reisig, die rund um die Wurzelscheibe ausgebracht wird. Für ältere Exemplare stellt der Winter in der Regel kein Problem mehr dar. Etwas robuster als der Cercis siliquastrum sind aber sowohl C. chinensis als auch C. canadensis.

Muss man den Judasbaum schneiden?

Cercis-Arten gehören glücklicherweise zu den Gehölzen, die auch ganz ohne Zutun eine harmonische Kronenform entwickeln. Verkahlen oder eine nachlassende Blühfreude sind also nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil: Lässt man dem Wachstum freien Lauf, wird das Gehölz von Jahr zu Jahr schöner und blütenreicher. Auch direkt am Stamm bilden sich mit der Zeit vermehrt Blüten aus. Sollten dennoch störende Äste auftreten, können Sie im zeitigen Frühjahr zur Schere greifen.

Seltenes Blütenphänomen

Dass Gehölze auch am Stamm blühen, ist ein eher seltenes Phänomen, das beinahe ausschließlich nur bei Pflanzenarten aus tropischen Gebieten auftritt. Diese Stammblütigkeit wird „Kauliflorie“ genannt.

Blütenbüschel an einem Ast des Judasbaums in der Nahaufnahme. Foto: AdobeStock_sunda y_morning
Die Schmetterlingsblüten sitzen eng in kleinen Büscheln an den Ästen. [Foto: AdobeStock_sunday_morning]

Vermehrung des Judasbaums

Die meisten Sorten des Judasbaums werden mittels Veredelung vermehrt, die Wildform stattdessen über die Aussaat. Saatgut wird zwar im Fachhandel angeboten, doch ist die Samenvermehrung eher aufwendig. Auch die Stecklingsvermehrung gestaltet sich eher langwierig und ist daher nicht unbedingt zu empfehlen.

Krankheiten und Schädlinge

Der Judasbaum ist im Allgemeinen sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Wenn er jedoch unter Stress steht oder die Bedingungen nicht ideal sind, kann er etwas anfällig für verschiedene Probleme werden.

Zu den häufigsten Krankheiten, die den Judasbaum befallen können, gehören Pilzinfektionen wie die Blattfleckenkrankheit, Anthraknose und Wurzelfäule. Diese können durch übermäßige Feuchtigkeit und schlechte Drainage verursacht werden. Stellen Sie daher sicher, dass der Boden gut durchlässig ist und der Baum nicht überwässert wird.

Typische Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Schmetterlingsraupen können meist durch einfache Maßnahmen wie das Entfernen der betroffenen Blätter kontrolliert werden.

Verwendung im Garten

Aufgrund der schönen Blüten und des attraktiven Laubs ist der Judasbaum eine hervorragende Wahl für ein prominent platziertes Solitärgehölz in Ihrem Garten. Wegen seiner mäßigen Wuchshöhe eignet er sich auch für kleinere Gärten oder Innenhöfe.

Ein blühender Judasbaum in einem Park. Foto: AdobeStock_Konstantinos
Mit der Blütenfülle des Judasbaums können nur wenige andere Gehölze mithalten. [Foto: AdobeStock_Konstantinos]

Da die Krone sehr locker aufgebaut ist, kann der Judasbaum auch hervorragend mit Stauden unterpflanzt werden. Für noch mehr Blütenreichtum im Frühjahr eignen sich auch Zwiebelblumen, zum Beispiel Zwergiris oder Hyazinthen, als Ergänzung zu dem kräftigen Rosa der Cercis-Blüte.

LUISA ROTH

Sie möchten weitere außergewöhnliche Ziergehölze wie den Judasbaum kennenlernen? Lesen Sie auch unsere Porträts zum Lebkuchenbaum oder zum Perückenstrauch.

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