Besonders kräftig ist die Blütenfarbe der Purpur-Zistrose. Foto: AdobeStock_AnnaReinert

Zistrose:Mediterraner Zwergstrauch für alle Sinne

Schon beim Vorbeigehen an einer Zistrose umschwirrt ein harziger, wohltuender Duft die Sinne. Im Sommer zeigt sie sich von ihrer besten Seite. Unter der prallen Sonne tritt das duftende Harz vermehrt aus Zweigen und Laub aus, reihenweise hübscher Schalenblüten öffnen sich.
Damit eine Pflanze aus dem Mittelmeerraum auch bei kühlerem Klima ihre volle Schönheit entfalten kann, sind der richtige Standort und eine fachgerechte Pflege gefragt. Wir zeigen Ihnen, wie es gelingt.

Zistrose – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Herkunft und Verbreitung der Zistrose

Die Gattung Cistus ist Teil der Familie der namensgleichen Zistrosengewächse (Cistaceae). Sie umfasst etwa 24 Arten, welche allesamt im Mittelmeerraum sowie den Kanarischen Inseln beheimatet sind.

Wildwachsende Zistrosensträucher. Foto: AdobeStock_Marc
Der dichte, verzweigte Wuchs ist charakteristisch für alle Zistrosen-Arten. Foto: AdobeStock_Marc

Zusammen mit anderen mediterranen Straucharten prägen die Zistrosen dort das Bild der sogenannten Macchienvegetation. Diese Vegetationsform entstand in Bereichen ehemaliger Eichenwälder, welche von starker landwirtschaftlicher Beanspruchung gezeichnet waren.

Wuchseigenschaften und Aussehen

Von weitem betrachtet ähnelt so manche blühende Zistrose einer Wildrose. Verwandt sind die beiden Sträucher allerdings nicht. Cistus-Arten sind zudem immergrün, außerdem meist stärker und feingliedriger verzweigt. Manchmal wachsen sie derart dicht, dass sie den Boden gänzlich bedecken und garantiert kein Unkraut durchkommt. Ihre Wuchshöhe variiert je nach Art und bewegt sich üblicherweise zwischen 30 und 80 Zentimetern, selten auch mehr.

Zweige und Blätter der Zistrose enthalten ein zähes Harz, welches als Ladanum oder Labdanum bezeichnet wird. Die darin enthaltenen ätherischen Öle sind es, welche den einzigartig würzigen Duft versprühen.

Obwohl Zistrosen eigentlich immergrün sind, kann es aufgrund der kälteren Winter in unseren Breitengraden trotzdem zum herbstlichen Blattfall kommen. Im Normalfall treiben die Sträucher aber im nächsten Frühjahr wieder aus.

Blätter, Blüten und Früchte

Je nach Art sind die Blätter der Zistrose schmal und lanzettlich, eiförmig oder oval. Immergrüne Sträucher und Bäume aus dem Mittelmeerraum, die sich an die trockenen Standorte angepasst haben, zeichnet ihr widerstandsfähiges Laub aus. Die Blätter der Lorbeerblättrigen Zistrose (Cistus laurifolius) sind hart und steif, sodass sie auch bei Wassermangel nicht zusammenfallen. Andere wie die Kretische (C. creticus) oder die Weißliche Zistrose (C. albidus) haben einen gräulichen, filzartigen Überzug, der ebenfalls die Verdunstung minimiert.

Weißblühende Zistrose. Foto: AdobeStock_DirkR
Verschiedenste Insekten interessieren sich ebenfalls für die Zistrosen-Blüten. Foto: AdobeStock_DirkR
Samenstände einer Zistrose. Foto: AdobeStock_christiane65
Die Samenkapseln der Lorbeerblättrigen Zistrose (Cistus laurifolius). Foto: AdobeStock_christiane65

Zwischen Juni und August öffnen sich unzählige der zarten Blüten. Jeweils fünf Blütenblätter präsentieren die kräftiggelben Staubgefäße in ihrer Mitte. Wie vergänglich diese Schönheit ist, kann man mit eigenen Augen beobachten, denn schon nach wenigen Stunden fallen die Blütenblätter zu Boden. Die Blütezeit hält trotzdem länger an, denn jeden Tag öffnen sich neue Blüten, insgesamt bildet ein Strauch meist mehrere Hundert von ihnen. Die Farbe variiert je nach Art und Sorte zwischen Weiß, Rosa oder Purpurfarben.

Mit aus den Blüten entstandenen Kapselfrüchten sichert die Zistrose schließlich ihre generative Vermehrung. Zahlreiche Samen entspringen bei Reife einer Kapsel.

Standortbedingungen

Zistrosen benötigen unbedingt einen vollsonnigen Standort, damit sie sich bestmöglich entfalten und ihren markanten Duft entwickeln können. Außerdem lieben sie die Hitze, sodass für eine Freilandpflanzung nur besonders warme und windgeschützte Stellen im Garten infrage kommen. Zudem sind nicht alle Arten gleich winterhart. Als vergleichsweise frosthart gelten beispielsweise die Lorbeerblättrige Zistrose (Cistus laurifolius) und die Lackzistrose (C. ladanifer), oder die Montpellier-Zistrose (C. monspeliensis).

Zistrosen im Winter

  • Im Freiland: Selbst die robusteren Arten benötigen bei besonders strengen Frösten und in den ersten Jahren Winterschutz. Das Wichtigste ist der Schutz des Wurzelbereichs. Dieser sollte oberirdisch abgedeckt werden, zum Beispiel mit Reisig, Herbstlaub oder Mulch.
  • Im Kübel: Bei kälteempfindlichen Arten und in Regionen mit kälterem Klima ist man mit einer Kübelkultur besser beraten. Die Zistrose wird dann ähnlich wie Zitruspflanzen und andere Mediterrane kühl – aber frostfrei! – und hell überwintert.
  • In beiden Fällen ist vor allem auch ein durchlässiger Boden entscheidend, damit die Pflanzen im Winter nicht zu nass stehen.

Zistrosen benötigen einen sandigen/steinigen und eher mageren Boden. Um auch bei Kübelpflanzungen Staunässe zu vermeiden, ist eine gute Drainage unerlässlich. Beim pH-Wert besteht relativ viel Spielraum, lediglich stark kalkhaltige Böden werden eher schlecht vertragen.

Wie pflanzt und pflegt man Zistrosen?

Eine Freilandpflanzung sollte ausschließlich in milden Regionen und im Frühjahr stattfinden, da im Herbst die Gefahr von Frostschäden besonders hoch ist. Auch Kübelkulturen topft man am besten im Frühjahr um, was meist alle zwei bis drei Jahre nötig wird. Achten Sie auf guten Wasserabfluss und integrieren Sie idealerweise auch eine Drainage-Schicht.

Im Garten ausgepflanzte Zistrosen überstehen dank ihres Wurzelsystems eigentlich jede Trockenperiode, eine zusätzliche Bewässerung ist darum nicht nötig. Anders sieht es bei Zistrosen im Kübel aus. Da hier weniger Substratvolumen zur Verfügung steht, sollten Sie regelmäßig wässern, sodass der Wurzelballen nie vollständig austrocknet.

Beim Düngen ist weniger mehr. Geben Sie einer Zistrose im Kübel alle paar Wochen etwas Flüssigdünger, wenn sie in diesem Jahr noch nicht in frisches Substrat umgepflanzt wurde.

Krankheiten und Schädlinge

Ein Glück, dass Zistrosen mit festen und robusten Blättern gesegnet sind, denn diese machen es Schädlingen ebenso wie Pflanzenkrankheiten schwer. Lediglich die noch jungen Triebe bieten eine Angriffsfläche, zum Beispiel verschiedenen Blattlaus-Arten. Selten treten auch Pilzerkrankungen auf, hier stecken aber meist Standort- und Pflegefehler, etwa beengte Wurzeln oder Staunässe, dahinter.

Verwendung der Zistrose

Als Zierpflanze ist sie außerordentlich vielseitig. Ihr zartes Erscheinungsbild kontrastiert mit dem würzigen Duft, die kurzlebigen Blüten mit ihrem robusten Laub. Als Solitärpflanze auf Balkon oder Terrasse wird sie zum besonderen Einzelstück. In milden Regionen kann man sie in lockeren Grüppchen pflanzen – so entsteht ein besonders natürliches Bild, das Urlaubsgefühle beschert. Salbei und Lavendel sind Pflanzpartner, die auch wildwachsend oft in der Nähe anzutreffen sind.

Blühende Zistrose. Foto: AdobeStock_Tolo
Das silbrige Laub der Zistrose ergänzen die purpurfarbenen Blütenblätter. Foto: AdobeStock_Tolo

Das aromatische Harz der Zistrose wird aus Arten mit besonders hohem Gehalt gewonnen (meist C. ladanifer und C. laurifolius) und fand sogar schon im Alten Ägypten Verwendung, wo es unter anderem als Räucherwerk diente. Heute wird es unter anderem auch in der Parfümindustrie genutzt. Und auch als traditionelle Heilpflanze war die Zistrose lange bekannt. Die Wirkung von Zistrosentee ist jedoch nicht eindeutig bewiesen.

LUISA ROTH

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